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Freitag, 09. November 2018

Frosch-Smoothie und Maden-Käse: "Disgusting Food Museum" eröffnet

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In einem ehemaligen Schlachthof im schwedischen Malmö zeigen Samuel West und Andreas Ahrens seit 1. November ihre Exponate: 80 Speisen aus aller Welt, die alles andere als gewöhnlich sind. (Foto: REUTERS)

In einem ehemaligen Schlachthof im schwedischen Malmö zeigen Samuel West und Andreas Ahrens seit 1. November ihre Exponate: 80 Speisen aus aller Welt, die alles andere als gewöhnlich sind.

In einem ehemaligen Schlachthof im schwedischen Malmö zeigen Samuel West und Andreas Ahrens seit 1. November ihre Exponate: 80 Speisen aus aller Welt, die alles andere als gewöhnlich sind.

Die meisten der Gerichte sind echt, werden regelmäßig ersetzt und können angefasst und gerochen werden. Besonders mutige Besucher können einige der Speisen auch kosten - oft unter Applaus der anderen Besucher.

Probiert werden kann unter anderem der isländische Gammelhai Hákarl, ...

... dessen eigentlich giftiges Fleisch so übel riecht, dass es im Disgusting Food Museum nur unter Glas ausgestellt wird. Die Spezialität aus Island wird erst durch Vergraben und Fermentation essbar.

Auch den gekochten Bullenpenis auch China kann man kosten.

Andere Spezialitäten, wie die frittierte Tarantula ...

... oder Casu Marzu, ein sardinische Speise, können nur angefasst und gerochen werden. Der Schafskäse aus Sardinien reift durch die Hilfe von Maden, die ihm seine cremige Konsistenz geben.

Überwindung kostet auch die Geruchsprobe an Sürströmming, einer schwedischen Spezialität. Der Geruch des sauer eingelegten und vergorenen Herings wird als faulig und stinkig beschrieben.

Wer seine Geruchsnerven reizen möchte, kann das alternativ auch am "Altar des stinkenden Käses" tun.

Ob die mongolische Bloody Mary besser riecht, ist zweifelhaft, bestehend aus einem eingelegten Schafsauge und Tomatensaft.

Aus Schaf besteht auch diese Spezialität, die gerne im Iran, Afghanistan, Armenien und dem Irak gegessen wird. Gekocht werden dabei Kopf, Magen und Füße des Schafes.

In diesem Wein aus dem Süden Chinas schwimmen tatsächlich tote Babymäuse. Sie werden ertränkt und in dem Reiswein gebraut, bevor das Gebräu nach einem Jahr getrunken werden kann.

Auch die Zubereitung dieser Spezialität klingt grausam: Es handelt sich um ein im Ei gegartes Entenküken.

Kurator Samuel West erklärt, die Ausstellung sei nicht nur eine "ziemlich einseitige Freakshow". Sie sei auch eine Ausstellung menschlicher Grausamkeit. Darüber sollen die Besucher nachdenken, sagt er. Was essen wir eigentlich? Wo kommt es her? Und welche Auswirkungen haben unsere Essgewohnheiten auf die Umwelt?

Dabei rührt Samuel West in dem japanischen Gericht Natto: mit einem Bakterium fermentierte Sojabohnen, auf die viele Japaner schwören.

Einen beinahe schönen Anblick bietet Jell-O-Salad: Das Gericht ist besonders beliebt bei den Mitgliedern der mormonischen Kirche. Dabei werden verschiedene Zutaten wie Gemüse, Würstchen, Oliven aber auch Tomatensuppe oder Mayonnaise in die bunte, süße Gelatine gerührt.

Hier präsentiert West Su Callu, eine weitere sardinische Käsespezialität. Den beiden Ausstellungsmachern geht es unter anderem um eine Auseinandersetzung mit den eigenen Grenzen. Besucher sollen die Emotion des Ekels an sich verstehen und sehen, dass Ekel in jedem Land anders ist. "Ekel ist eine kulturelle Sache", sagen sie.

Außerdem sei klar, die Menschheit müsse ihre Fleischproduktion verringern. In der Ausstellung werden ja auch nachhaltigere Proteinquellen vorgestellt - Larven, Heuschrecken und Maden seien ebenso gut essbar, aber ihre Produktion nicht so schädlich für die Umwelt. (psa/dpa)

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