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Sonntag, 04. März 2018

Fast ohne Maschinen: Franzose bewahrt bäuerliche Tradition

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"Menschen wie wir sollten nicht mehr existieren, aber solange wir in der Nähe sind, müssen sie uns aushalten." (sba/rts) (Foto: REUTERS)

"Menschen wie wir sollten nicht mehr existieren, aber solange wir in der Nähe sind, müssen sie uns aushalten." (sba/rts)

In dem französischen Ort Riec sur Belon in der Bretagne scheint die Zeit stillzustehen.

Hier lebt Jean-Bernard Huon auf seinem Bauernhof nach seinen eigenen Regeln.

Der inzwischen 70-Jährige entschied sich schon vor Jahrzehnten, die uralte bäuerliche Lebensweise zu bewahren.

Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Laurence bewirtschaftet Huon den Hof fast ohne Maschinen.

Mit Ochsen pflügt er die Felder, sammelt Dung und Mist als Dünger.

Die acht Kühe auf dem Hof werden per Hand gemolken.

"Ich bin ein glücklicher Außenseiter", sagt Huon. "Ich habe es immer alleine geschafft, ich war nie reich, aber was kümmert es mich?"

Seine Produkte sind lokal und biologisch erzeugt. Theoretisch genau das, was Verbraucher heute gern kaufen.

Aber Huon hat sich das alles nie zertifizieren lassen, es ist ihm egal.

Er lebt von dem, was er mit dem Verkauf von Schweine- und Kalbfleisch und Butter direkt auf seinem Hof verdient.

Doch der Hof ist baufällig, es gibt noch nicht einmal fließendes heißes Wasser.

In den letzten Jahren musste Huon immer mehr Zugeständnisse an das nahende Alter machen.

Er tauschte Pferde gegen fügsamere Ochsen aus.

Und er kaufte zwei Traktoren, um das Heu für seine Tiere einbringen zu können.

Mit Kritik an seinen Berufsgenossen ist er zurückhaltend.

Er versteht, warum sie moderne Maschinen und Chemikalien einsetzen.

Wer das nicht tue, müsse die Arbeit sonst mit der Hand und seiner Körperkraft machen.

"Du verwendest Glyphosat und du hast kein Unkraut mehr. Ansonsten musst du es mit der Hacke beseitigen. "

Huon versucht nun, einen Nachfolger zu finden, ...

... der den traditionellen Geist des Hofes erhält. Leicht wird beides nicht.

Deshalb denkt er darüber nach, das Anwesen zu spenden, statt es zu verkaufen.

Trotzdem wird derjenige, der hier weitermacht, ganz andere Herausforderungen meistern müssen.

"Ich habe in einer Zeit gelebt, in der du dich leicht einrichten konntest, du musstest nur Land haben und du konntest produzieren."

Inzwischen ist er in der westlichen Landwirtschaft ein etwas schrulliges Relikt.

"Menschen wie wir sollten nicht mehr existieren, aber solange wir in der Nähe sind, müssen sie uns aushalten." (sba/rts)

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