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Sonntag, 05. November 2017

Blutiges Spektakel: Hunde müssen gegen wilde Schweine kämpfen

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Im abgelegenen Distrikt Majalaya in der indonesischen Provinz West-Java leben die Menschen überwiegend von der Landwirtschaft. (Foto: REUTERS)

Im abgelegenen Distrikt Majalaya in der indonesischen Provinz West-Java leben die Menschen überwiegend von der Landwirtschaft.

Im abgelegenen Distrikt Majalaya in der indonesischen Provinz West-Java leben die Menschen überwiegend von der Landwirtschaft.

In den 1960er-Jahren zerstörten immer wieder Wildschweine die Felder.

Mit Hunden gingen die Bauern auf die Jagd nach den tierischen Schädlingen.

Aus dieser Situation sind die sogenannten Eberkämpfe entstanden.

Bei den "adu bagong" treffen Hunde und Wildschweine in einer Arena aufeinander.

Die 15 mal 30 Meter großen Arenen sind meist aus Bambus und finden sich in den entlegenen Dörfern der Provinz.

Die Teilnehmer sagen, es gehe darum, die Geschicklichkeit und die Jagdfähigkeiten der Hunde zu testen.

Tierschützer bezweifeln das jedoch. Die Hundebesitzer können im Fall des Sieges ihres Tieres mit bis zu 27 Millionen Rupiah rechnen, umgerechnet etwa 1700 Euro.

Gewinnt das Wildschwein, wird es nach seiner Genesung erneut in die Arena geschickt.

Der Kampf endet erst, wenn ein Tier schwer verletzt oder tot ist.

In jedem Fall endet das Schwein im Schlachthaus, es ist nur eine Frage der Zeit.

Auch wenn sich die Menschen beim "adu bagong" auf die Tradition berufen, ist es doch vor allem ein lukratives Geschäft.

Viele Züchter haben sich auf spezielle Kampfhunde spezialisiert.

Die Tiere werden für den Kampf mit den Schweinen ausgebildet.

Im Haus von Agus Badud leben etwa 40 Hunde.

Die ganze Familie kümmert sich um die Zucht und Pflege der Tiere.

Er nimmt selbstverständlich mit den Hunden an den Kämpfen teil.

Es gehe darum, den Preis der Tiere zu erhöhen. Alles andere ergebe für ihn als Züchter keinen Sinn.

Rund um die Kämpfe hat sich ein komplexes Wirtschaftsleben entwickelt.

Die Hundebesitzer zahlen zwischen umgerechnet 12 und 125 Euro, damit ihre Hunde kämpfen können.

Tierschützer sprechen von einer ekligen Show. Auf Videos ist zu sehen, dass häufig auch mehrere Hunde die Schweine attackieren.

Vor den Kämpfen werden die Schweine oft tagelang in engen Boxen eingepfercht.

Wendy Higgins von der Humane Society International sagte dem britischen "Independent": "Es ist nicht nur Tierquälerei, es erniedrigt unsere Menschenwürde, in solchen barbarischen Akten Unterhaltung zu suchen."

Tierschützer Marison Guciano befürchtet, dass die jüngere Generation durch den Besuch der Kämpfe immer unempfindlicher für Grausamkeit und Gewalt gegen Tiere wird.

Auch laut indonesischem Recht steht Tierquälerei unter Strafe.

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