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Mittwoch, 09. Mai 2018

Wo der Tequila wächst: In der Heimat der "Jimadores"

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Seit der Durst nach Tequila weltweit wächst, ist aus der Produktion des Getränks eine Multimilliarden-Dollar-Industrie geworden. (Foto: imago/ZUMA Press)

Seit der Durst nach Tequila weltweit wächst, ist aus der Produktion des Getränks eine Multimilliarden-Dollar-Industrie geworden.

Seit der Durst nach Tequila weltweit wächst, ist aus der Produktion des Getränks eine Multimilliarden-Dollar-Industrie geworden.

Doch in Mexikos westlichstem Bundesstaat Jalisco arbeiten die Bauern, die sogenannten Jimadores, noch immer so wie seit Generationen.

"Ich bin so stolz, ein Jimador zu sein, wir sind die Ersten in der Kette, ohne uns gibt es keinen Tequila", sagt der 39-jährige Mario Perez.

Die Jimadores benutzen ein Werkzeug, das Coa genannt wird, um die stacheligen Blätter der Pflanze abzuschneiden und ein Herz herauszuschälen, das wie eine riesige Ananas aussieht.

"Wir müssen es auf eine bestimmte Art und Weise schneiden, damit es perfekt zum Kochen ist. Es ist keine leichte Aufgabe, man kann sich in die Beine schneiden", sagt Perez.

In der Vergangenheit wurden die Agavenherzen unterirdisch gekocht, so wie Mezcal noch in anderen Regionen Mexikos produziert wird.

Aber ein großer Teil des Export-Tequilas wird jetzt in industriellen Destillerien hergestellt, die von den britischen Spirituosenfirmen Diageo und Bacardi sowie Mexikos Jose Cuervo betrieben werden.

Der Großteil der Agavenernte wird von Arbeitern mit Maultieren im felsigen Gelände gesammelt. Jose Luis Flores erbte sieben Maultiere, als sein Vater Ende 2017 starb.

"Niemand kann uns ersetzen, nicht einmal eine Maschine", sagt der 41-Jährige. "Meine Maultiere können jede Klippe oder jeden schwierigen Weg überwinden."

Er hofft, das Geschäft noch an seine Kinder weitergeben zu können.

Jede der stachelblättrigen Pflanzen benötigt sieben bis acht Jahre, um zu reifen, ..

... aber die riesige Nachfrage treibt die Produzenten dazu, jüngere Pflanzen zu verwenden.

Knapp 18 Millionen blaue Agaven wurden 2011 in Mexiko gepflanzt, um in diesem Jahr geerntet zu werden.

Die Nachfrage liegt jedoch erheblich höher, schätzungsweise bei 42 Millionen Pflanzen für 140 registrierte Unternehmen.

Bis 2021 sind Engpässe wahrscheinlich nicht mehr zu verhindern.

Danach sollen verbesserte Pflanzstrategien Früchte tragen.

"Tequila ist ein gutes Geschäft, aber die Nachfrage ist so groß. Ich hoffe, dass die Agave lange hält", sagte J. Cruz Reinoso, der Besitzer der Brennerei Don Blanco.

Er hat das Familienunternehmen über 30 Jahre lang aufgebaut.

Die Jimadores hoffen, dass es auch dann noch nicht ohne sie gehen wird.

Denn die Ernte einer Agave ist ein sehr komplexer Prozess, den eine Maschine nur schwer übernehmen kann.

Die Größe des Herzens einer Pflanze abzuschätzen, erfordere beispielsweise jahrelange Erfahrung.

Und nur aus den besten Herzen wird auch guter Tequila.

In Jalisco bekommt man ihn überall.

Hier ist er schließlich zu Hause. (sba/rts)

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