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Donnerstag, 08. November 2018

Debakel beim Nato-Manöver: Norwegen verliert eine seiner Fregatten

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Ein lebensgefährlicher Vorfall am Rande des größten Nato-Manövers seit Ende des Kalten Kriegs bringt Norwegens Marine in Erklärungsnot. (Foto: picture alliance / dpa)

Ein lebensgefährlicher Vorfall am Rande des größten Nato-Manövers seit Ende des Kalten Kriegs bringt Norwegens Marine in Erklärungsnot.

Ein lebensgefährlicher Vorfall am Rande des größten Nato-Manövers seit Ende des Kalten Kriegs bringt Norwegens Marine in Erklärungsnot.

Eigentlich wollte das mächtigste Verteidigungsbündnis der Welt die Öffentlichkeit mit Bildern militärischer Schlagkraft und Einsatzbereitschaft beeindrucken.

Stattdessen sieht sich Gastgeberland Norwegen kurz vor Abschluss der mulitnationalen Großübung "Trident Juncture 2018" mit solchen Bildern konfrontiert.

Eine der modernsten Fregatten der norwegischen Seestreitkräfte liegt nach der Kollision mit einem Rohöltanker vor Bergen auf Grund.

Schlepper versuchen die "KNM Helge Ingstad" - eine rund 130 Meter lange Fregatte der norwegischen Fridtjof-Nansen-Klasse - vor dem Kentern zu bewahren.

Das Kriegsschiff liegt nach dem Zusammenstoß mit der "Sola TS" - einem rund gut 250 Meter langen und 44 Meter breiten Rohöltanker - im flachen Felsen an der Einfahrt zum Hjeltefjorden auf Grund.

Im Rumpf der Fregatte klafft ein Leck, das die Seeleute nicht unter Kontrolle bringen können. Wie durch ein Wunder gibt es keine Toten zu beklagen.

Die "Helge Ingstad" wird von den Schleppern in die Flachwasserzone zwischen den Felsen geschoben. Das Schiff wird geräumt, sieben Verletzte werden von Rettungskräften in Sicherheit gebracht.

Der Tanker übersteht den Aufprall des deutlich kleineren Kriegsschiffs ohne größere Schäden. Die Unglücksursache liegt noch vollkommen im Dunkeln.

Wie es mit der rund 400 Millionen Euro teuren Fregatte F313 (Archivbild) weiter geht, ist noch unklar.

Bergungsexperten müssen zunächst das Loch im Rumpf abdichten, bevor das Schiff geborgen und in die nächstgelegene Werft transportiert werden kann.

Für die Nato ist es nicht der erste Vorfall dieser Art: Schon in mindestens zwei früheren Fällen kam es auf See zu Zusammenstößen zwischen behäbigen und voll beleuchteten Frachtern und elektronisch hochgerüsteten Kriegsschiffen.

Im August 2017 kam der US-Zerstörer "John S. McCain" (Archivbild) dem rund 180 Meter langen Chemikalientanker "Alnic MC" (nicht im Bild) in der Straße von Malakka in die Quere.

Die US-Marine musste der Öffentlichkeit erklären, wieso das wendige Kriegsschiff dem langsam fahrenden Tanker nicht ausweichen konnte.

Bei dem Vorfall verloren zehn US-Seeleute ihr Leben. Nur mit Mühe konnte die Besatzung den Untergang ihres Lenkwaffenzerstörers verhindern.

Wenige Wochen zuvor, im Juni 2017, war der fast baugleiche Zerstörer "USS Fitzgerald" vor der Küste von Japan in voller Fahrt mit dem rund 220 Meter langen Containerschiff "ACX Crystal" zusammengestoßen.

Bei diesem Vorfall starben sieben US-Seeleute. Der Kommandant der "Fitzgerald" wurde in seiner Kabine eingeklemmt und schwer verletzt.

In beiden Fällen ermittelte die US Navy grobe seemännische Versäumnisse an Bord ihrer Kriegsschiffe "McCain" und "Fitzgerald" als Unglücksursache. Der verantwortliche US-Admiral wurde abgelöst.

Wie genau es zu dem Zusammenstoß im Meer vor Norwegen kommen konnte, wird sich vermutlich erst nachvollziehen lassen, wenn erste Untersuchungsberichte der norwegischen Marine vorliegen. (mmo)

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