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Samstag, 13. Januar 2018

Finanzkrise in Brasilien: Rios Künstler kämpfen ums Überleben

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Rio de Janeiro hat ein beeindruckendes Stadttheater. (Foto: REUTERS)

Rio de Janeiro hat ein beeindruckendes Stadttheater.

Rio de Janeiro hat ein beeindruckendes Stadttheater.

Doch in dem Bau in der historischen Altstadt finden derzeit kaum noch Aufführungen statt.

Schon seit Monaten können Sänger, Musiker und Tänzer nicht mehr bezahlt werden.

Der Bundesstaat Rio spart, wo er kann, sogar bei der Polizei, vor allem aber bei der Kultur.

Bruno Fernandes gehört zur Ballettkompanie des Theaters. Der 33-Jährige muss sich entscheiden: Entweder bezahlt er Miete und Essen oder seine Busfahrkarte.

Inzwischen kämpft er sich auf einem geliehenen Fahrrad durch den oft lebensgefährlichen Verkehr von Rio.

Nach drei Unfällen plagt ihn eine Entzündung in der Hüfte, wegen der er ein früheres Karriereende fürchtet.

Seinen Kollegen geht es nicht viel besser.

Anderson Dionisio fährt Mototaxi, um zu überleben.

Außerdem gibt er private Ballettstunden in seiner Wohnung.

Schon seit 2015 werden die Gehälter immer später oder nur teilweise gezahlt, nachdem die Finanzen der Stadt durch die Krise und später durch die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele immer weiter in Schieflage gerieten.

Soloballerina Deborah Ribeiro beklagt die Tatsache, dass die Künstler kaum noch auf der Bühne stehen.

Das sei wie ein künstlerisches Verhungern.

Auch deshalb kommen viele Tänzerinnen und Tänzer weiter zu den anspruchsvollen Proben.

Zwar ist völlig unklar, wann sie die hart erarbeiteten Sprünge und Pirouetten zeigen können.

Aber wenigstens können sie das tun, was sie lieben.

Das ist umso schwerer, weil der Kampf ums Überleben die Künstler auslaugt.

Sie bekommen wegen der vielen Nebenjobs nicht genug Schlaf.

Ohne diese können sie aber neue Schuhe, Physiotherapien oder gutes Essen kaum noch bezahlen.

Schon jetzt sind die schwindende Leistung der Tänzer und ihre zerschlissenen Spitzenschuhe unübersehbar.

Trotzdem kommen noch immer viele Mädchen in den Ballettunterricht und träumen von einer Karriere als Ballerina.

Vielleicht nur nicht in Rio.

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