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Mittwoch, 14. September 2016

"Toro de la Vega" ohne Waffen: Spaniens erste unblutige Stierjagd

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Seit 1534 werden Bullen bei der "Toro de la Vega" Jahr für Jahr mit Lanzen durch das Dorf Tordesillas im Norden Spaniens getrieben und sterben dabei qualvoll. Doch damit ist nun erstmal Schluss. (Foto: AP)

Seit 1534 werden Bullen bei der "Toro de la Vega" Jahr für Jahr mit Lanzen durch das Dorf Tordesillas im Norden Spaniens getrieben und sterben dabei qualvoll. Doch damit ist nun erstmal Schluss.

Seit 1534 werden Bullen bei der "Toro de la Vega" Jahr für Jahr mit Lanzen durch das Dorf Tordesillas im Norden Spaniens getrieben und sterben dabei qualvoll. Doch damit ist nun erstmal Schluss.

Tierschützer protestieren seit Jahren gegen die "Fiestas del sangre" ("Blut-Festivals") - und auch in diesem Jahr ...

... sind Hunderte gekommen und halten Transparente mit Botschaften wie "Tordesillas kapituliert nicht" in die Luft. Einen Teilerfolg haben sie bereits erzielt:

Der 670-Kilo-Bulle Pelado wird das grausame Schicksal seiner Vorgänger nicht erleiden müssen. Denn aus der Hatz ...

... wird nun ein Lauf: Im Mai hat das Parlament der Region Kastilien-León die jährliche Jagd mit der Lanze verboten.

Dies sei so nicht mehr zeitgemäß, hieß es zur Begründung. Die Reaktionen waren geteilt.

Doch die Hatz an sich darf weitergehen. Nur ist sie jetzt ein "Encierro", also ein "Stierlauf" - und Stier Pelado ...

... ist in diesem Jahr das Ziel der Jäger. Bis zuletzt war Pelados Schicksal ungewiss, da nicht nur die Gegner laut protestieren.

Erst Ende 2013 hat der Senat den Stierkampf als "immaterielles Kulturgut" schützen lassen.

Viele spanische Medien fragen nun: Werden sich die Bürger an das Verbot halten oder doch wieder zustechen?

Letztlich folgen sie in Pelados Fall dem Gesetz, wenn auch widerwillig. Doch manche Bewohner ...

... der 9000-Seelen-Gemeinde Tordesillas wollen sich das Gemetzel ...

... eigentlich nicht nehmen lassen. Die spanische Zeitung "El País" veröffentlicht ein Video, auf dem die Festnahme eines mit einer Lanze bewaffneten Mannes zu sehen ist.

Schon in den frühen Morgenstunden liefern sich Stierschützer und Stierhetzer wütende Wortgefechte.

Viele Polizisten sind im Einsatz, um die Lage unter Kontrolle zu halten. Tierfreunden reicht das Verbot der Lanze nicht aus, sie fordern ...

... das komplette Aus solcher Festivals. So mahnt die Organisation SOS Galgos: "Wir werden weiter kämpfen, bis keine Stiere mehr unter dem Deckmantel von Kunst, Kultur und Tradition misshandelt werden!"

Die "Corridas" mit ihren stolzen Toreros und die "Encierros" sind noch immer ein Milliardengeschäft, ...

... auch wenn immer mehr Städte über ein Verbot der mittlerweile vor allem bei Touristen populären Tradition nachdenken.

Und auch ohne Lanzen wird Pelado die Fiesta nicht überleben - innerhalb von 24 Stunden soll der fünfjährige Stier geschlachtet werden.

Die Tierschutzstiftung Faada rechnet vor, dass auf der Iberischen Halbinsel noch immer etwa 16.000 "Blut-Festivals" pro Jahr stattfinden, ...

... bei denen mindestens 60.000 Tiere gequält oder getötet werden. (cas)

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