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Montag, 16. Oktober 2017

Tupolew 134 auf Reisen: Stasi-Passagierjet verlässt Baumanns Garten

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Seit 26 Jahren steht eine Tupolew 134 bei Familie Baumann aus Grünz im Garten und gehört wie Rosen und Apfelbäume einfach dazu. (Foto: picture alliance / Jens Büttner/)

Seit 26 Jahren steht eine Tupolew 134 bei Familie Baumann aus Grünz im Garten und gehört wie Rosen und Apfelbäume einfach dazu.

Seit 26 Jahren steht eine Tupolew 134 bei Familie Baumann aus Grünz im Garten und gehört wie Rosen und Apfelbäume einfach dazu.

Etwa 80 Passagiere hatten darin einmal Platz - mehr als das vorpommersche Grünz Einwohner zählt. Im Sommer entschlossen sich die Baumanns, von dem 29 Tonnen schweren Koloss zu trennen.

Eigentlich wollten sie sich einen Traum erfüllen und in der alten Tupolew ein Café einrichten.

Doch der Innenraum des Flugzeugs ist 40 Zentimeter zu niedrig - deshalb verweigerten die Behörden die Genehmigung.

Nun wird das gute Stück also in seine Einzelteilen zerlegt ...

... und in ein Museum nach Cottbus gebracht. Baumann hatte die Maschine 1991 mithilfe etlicher Traktoren über Felder in seinen Garten gezogen.

Flugzeug-Experten begannen mit der Verladung. Um sie überhaupt transportieren zu können, müssen die Männer sie zerlegen, Schraube für Schraube rausholen, Bleche abmontieren, um an das Innere des Fliugzeugs heranzukommen.

Ein 130-Tonnen-Kran lud Tragflächen und Triebwerke auf Schwerlaster.

Auf insgesamt vier Schwerlasttransportern und mit Hilfe aufwendiger Sperrungen soll die Tupolew dann über Autobahnen nach Cottbus gebracht werden.

Dort soll die Fracht ab dem 18. Oktober entladen, wieder zusammengebaut und als größtes Ausstellungsstück des Museums gezeigt werden.

Die Tupolew hat, bevor sie zu den Baumanns kam, schon eine bewegte Geschichte hinter sich. Bis 1984 flog sie für die sowjetische Aeroflot. Die überließ sie dann der Staatssicherheit der DDR. Die Stasi übte mit und an ihr die Befreiung von Geiseln im Falle einer Flugzeugentführung.

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