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Samstag, 04. August 2018

Siesta, Klimaanlage und Ayran: Süd-Europa weiß, wie man mit Hitze umgeht

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Die Menschen in Spanien sind an die Sommerhitze gewöhnt. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Menschen in Spanien sind an die Sommerhitze gewöhnt.

Die Menschen in Spanien sind an die Sommerhitze gewöhnt.

Erst wenn das Thermometer die 40-Grad-Marke erreicht, fangen etwa die Madrilenen auf der Straße zu stöhnen an.

Wenn die Sonne besonders heiß vom Himmel knallt, zwischen 14 Uhr und 17 Uhr, zieht man sich einfach zurück.

Die Siesta, der "Mittagsschlaf", gehört zu Spanien wie Paella, Stierkampf und Flamenco.

Büros machen längere Pausen, in den meisten Läden werden "Geschlossen"-Schilder nach draußen gehängt.

Während der Siesta halten inzwischen allerdings die wenigsten Spanier ein Nickerchen. Man geht ins Fitnessstudio oder ins Schwimmbad oder isst mit der Familie und mit Kollegen einfach länger zu Mittag.

Fast überall in Spanien gibt es ja Klimaanlagen.

Auch die Essgewohnheiten werden den Temperaturen angepasst.

Im Sommer erfrischt man sich zum Beispiel gern mit kalt servierten Suppen wie Gazpacho (im Bild) oder Salmorejo.

Die Devise in Italien lautet in den Hitze-Monaten: Ferien machen.

Im August kommt das öffentliche Leben im ganzen Land weitgehend zum Erliegen, ...

... viele Büros und Geschäfte in den großen Städten schließen den ganzen Monat.

Die Italiener zieht es in Massen ans Meer oder in die Berge.

Mittags ziehen sich die Menschen meist in abgedunkelte Häuser zurück, um abends wieder am Strand zu flanieren.

Wer Pech hat und in Städten wie Rom oder Mailand bleiben muss, sucht oft vergeblich nach erschwinglichen Freibädern.

Man kann es dann den verschwitzten Touristen gleichtun und sich in ein Restaurant mit Ventilatoren setzen, die per Sprühnebel Abkühlung versprechen.

Ansonsten bleibt einem nur die Wahl: zurück ins klimatisierte Büro.

Einheimische und Touristen können sich per Smartphone über kühle Orte in Paris informieren. Die App "Extrema Paris" zeigt laut Betreiberangaben kühle Plätzchen.

Damit niemand die Hitze ertragen muss, werden nachmittags gekühlte Räume in 32 Rathäusern und öffentlichen Einrichtungen für die Öffentlichkeit freigegeben.

Wer die App nutzt, kann zudem auswählen, ob er sich lieber in einer Kirche, einem Museum, ...

... einem Park oder am Ufer eines Wasserlaufes abkühlen möchte - 1000 Pariser "Frischeinseln" sind programmiert.

Wem es nichts ausmacht, nass zu werden, der kann auch einfach einen der öffentlichen (Spring-)Brunnen nutzen.

Für Ältere hat Paris übrigens einen besonderen Service: Diese können sich für die Sommermonate bei der Stadt registrieren.

Somit stellen sie sicher, dass Beauftragte der Stadt bei Hitze regelmäßig bei ihnen anrufen, um sich über ihr Wohlbefinden zu erkundigen.

Wenn die Sommer so richtig heiß werden, erfrischen sich die Menschen in Bulgarien nicht nur gern im Meer, sondern auch ...

... mit kühlem heimischem Joghurt.

Zum Frühstück, zwischendurch oder am Abend will in dem Balkanland kaum jemand auf die dicke "kisselo mljako" (saure Milch) mit dem einzigartigen bulgarischen Ur-Bakterienstamm Lactobacillus bulgaricus verzichten.

Ebenso nicht auf Ayran aus Joghurt, Wasser und Salz. Dieses aus Vorderasien stammende Erfrischungsgetränk soll zudem den Blutdruck senken.

Sehr beliebt als Vorspeise an heißen Sommertagen ist auch die kalte Gurkensuppe "tarator", die mit Joghurt, Dill, Knoblauch, Olivenöl und gehackten Walnusskernen zubereitet wird. Na, dann: Guten Appetit! (Text: Christof Bock, dpa)

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