Bilderserie
Montag, 26. Mai 2014

Lucke und seine sechs Mitstreiter: Die Europaabgeordneten der AfD

Bild 1 von 8
Sieben Abgeordnete kann die euroskeptische AfD ins Europaparlament entsenden - eine bunte Truppe, der eines gemein ist: Die neuen Abgeordneten haben wenig politische Erfahrung, sind aber getrieben von der Gewissheit, Recht zu haben in ihrer Kritik am Euro. (Foto: dpa)

Sieben Abgeordnete kann die euroskeptische AfD ins Europaparlament entsenden - eine bunte Truppe, der eines gemein ist: Die neuen Abgeordneten haben wenig politische Erfahrung, sind aber getrieben von der Gewissheit, Recht zu haben in ihrer Kritik am Euro.

Sieben Abgeordnete kann die euroskeptische AfD ins Europaparlament entsenden - eine bunte Truppe, der eines gemein ist: Die neuen Abgeordneten haben wenig politische Erfahrung, sind aber getrieben von der Gewissheit, Recht zu haben in ihrer Kritik am Euro.

BERND LUCKE ist Gründer, Wortführer und manchmal auch Zuchtmeister der AfD. Der Unmut über die Europapolitik trieb den 51-jährigen Volkswirt aus seinem Professorenbüro an der Uni Hamburg hinaus auf Wahlkampfbühnen und in Talkshowstudios. Die AfD ist sein Kind - das er manchmal freilich nur mit Mühe bändigen kann. Gelegentlich stören Personalquerelen und rechtslastige Wortmeldungen von der Basis seinen Plan, die AfD als seriöse Partei der Mitte zu profilieren.

HANS-OLAF HENKEL steht mit 73 Jahren am Beginn einer politischen Karriere. Als wortmächtiger Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) hatte Henkel bewiesen: Er beherrscht Talkshowauftritte ebenso wie die Selbstdarstellung und die Kunst der Provokation. Es steht aber noch der Beweis aus, ob sich der Einzelkämpfer in einer jungen Partei ohne gefestigte Strukturen behaupten kann. Das Experiment ist ihm einiges wert: Für den Europawahlkampf gewährte Henkel der AfD ein Privatdarlehen von einer Million Euro.

BERND KÖLMEL ist Vertreter jener Klientel, auf die es die AfD abgesehen hat: das konservative Bürgertum, das sich von der nach links gerückten Merkel-CDU vernachlässigt fühlt. Der 55-jährige Referatsleiter beim baden-württembergischen Landesrechnungshof, der früher Polizeibeamter war, trat wegen der Euro-Rettungspolitik aus der CDU aus - nach mehr als 30 Jahren.

BEATRIX VON STORCH ist eine streitbare Konservative, an der sich auch in der AfD die Geister scheiden. Homo-Ehe und Frauenquoten sind der 42-jährigen Juristin ein Gräuel. Die fromme Christin propagiert das Leitbild einer "starken und gesunden Familie". Vor zehn Jahren gründete sie das konservative Aktionsbündnis "Zivile Koalition". Über den Protest gegen die Eurohilfen kam sie zur AfD, sie kämpft gegen den "EU-Zentralstaat".

JOACHIM STARBATTY kämpft seit Jahrzehnten hartnäckig gegen die Gemeinschaftswährung: Bereits 1994 trat der Tübinger Ökonomieprofessor aus der CDU aus, um für den "Bund freier Bürger" fürs Europaparlament zu kandidieren - erfolglos. Schon vor der Einführung des Euro klagte er vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Währung, später auch gegen das Euro-Rettungsprogramm - ebenfalls erfolglos. Als Europagegner will der 74-jährige Volkswirt nicht gelten: "Mir ist Europa ans Herz gewachsen", sagt er.

ULRIKE TREBESIUS ist als politische Newcomerin ein unbeschriebenes Blatt. Zur AfD kam sie nach eigener Aussage aus Unbehagen über die Politik zur Rettung des Euro, sie stieg dann schnell zur Landessprecherin in Schleswig-Holstein auf. In der AfD, die nicht ganz ohne Grund als Altherrenpartei gilt, sticht die 43-jährige Bauingenieurin als frisches Gesicht hervor. Im Europaparlament will sie vor allem die Belange der Bundesländer vertreten.

MARCUS PRETZELL (2.v.l.) hat der AfD Schlagzeilen eingebracht, die Lucke eigentlich vermeiden wollte. Der NRW-Spitzenkandidat war dabei, als die Jugendorganisation der Partei in Köln den Chef der fremdenfeindlichen britischen Partei UKIP zur Diskussion empfing. Als Rechter will das frühere FDP-Mitglied aber nicht gelten. In der EU sieht der Jurist ein "Demokratiedefizit", gegen das er nun als Parlamentarier vorgehen will.

weitere Bilderserien