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Dienstag, 04. Dezember 2018

Eskalation in Ukraine-Krise: Greift Putin nach dem Asowschen Meer?

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... jedenfalls vor allem eines gelernt: Man kann es versuchen - und dann sehen, ob man damit durchkommt. (jug) (Foto: imago/ITAR-TASS)

... jedenfalls vor allem eines gelernt: Man kann es versuchen - und dann sehen, ob man damit durchkommt. (jug)

Alles scheint wie immer im Winter 2018 an einem Fluss nahe Mariupol: Ein paar Männer aus der Gegend stehen am Ufer und angeln. Ganz in der Nähe gibt es eine Stahlfabrik. Der Hafen von Berdjansk ...

... ist nicht weit weg. Die Stadt liegt direkt am Asowschen Meer, einem Nebenmeer des Schwarzen Meeres, verbunden durch die Straße von Kertsch. Wo sich abends in Sichtweite des Hafens junge Paare am Strand treffen, ... .

... ist in den vergangenen Tagen eine ganz neue Front im Konflikt zwischen der Ukraine und Russland entstanden. Am 25. November kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall: Boote der russischen Küstenwache ...

... verweigern ukrainischen Marineschiffen die Durchfahrt durch die Meerenge von Kertsch und rammen eines der Schiffe. Es fallen auch Schüsse. Der Vorwurf der Russen: Grenzverletzung. Seit der Annektierung im Jahr 2014 ...

... sieht Russland die Gewässer vor der Halbinsel Krim als eigenes Hoheitsgebiet und verteidigt sie buchstäblich mit vorgehaltener Waffe. Die Russen rammen nicht nur das Schiff, ...

... sie setzen auch mehrere ukrainische Marinesoldaten fest. Laut Kremlsprecher Dmitri Peskow wird die russische Justiz in den kommenden Tagen über das Schicksal ...

... der 24 Matrosen entscheiden. Ein Gericht auf der Krim verurteilte sie bereits zu einer zweimonatigen Untersuchungshaft. Die G7-Staaten fordern von Russland, die ...

... Seeleute - darunter auch Juri Budzylo - sofort freizulassen und eine freie Durchfahrt durch die Straße von Kertsch zu gewährleisten. Bisher jedoch ohne Erfolg: Die Schiffe ...

... der ukrainischen Marine bleiben beschlagnahmt und die Gefangenen in Haft. Russlands Präsident Wladimir Putin lässt keinen Zweifel daran, dass eine Lösung im Konflikt ...

... in weiter Ferne ist. Die Ukraine bezeichnet er beim G20-Gipfel als Kriegstreiber. "Das ist eine Partei des Krieges, und solange sie an der Macht ist, werden Tragödien dieser Art und der Krieg andauern", so der Präsident. Die Reaktionen ...

... der westlichen Nachbarn auf diese Äußerungen sind unmissverständlich: "Putin! Nie wieder Blut!", schreiben polnische Demonstranten in Warschau auf ein Plakat. In der Ukraine selbst ...

... herrschen seit dem Vorfall im Asowschen Meer Wut auf der einen Seite - und ...

... die Sorge vor der weiteren Eskalation des Konflikts auf der anderen. Schon jetzt gilt ein 30-tägiges Kriegsrecht in Teilen des osteuropäischen Landes. Der ukrainische Präsident ...

... Petro Poroschenko (3. v.r.) hatte es vor einer Woche verhängt. Es erlaubt ihm unter anderem, die militärische Abwehr zu stärken und die Grenzen besser zu schützen. Nun ist auch in ...

... Berdjansk am Asowschen Meer nichts mehr normal. An einem Checkpoint kontrollieren ukrainische Polizisten jeden, der ihnen verdächtig erscheint. Seit Kurzem gilt ein Einreisestopp für männliche Russen zwischen ...

... 16 und 60 Jahren. Offenbar fürchtet die ukrainische Regierung, sie könnten im Kriegsfall für Russland kämpfen. Poroschenko wirft dem Kreml vor, Truppen ...

... an der Grenze zur Ukraine zusammenzuziehen. 80.000 russische Soldaten seien bereits aufmarschiert. Der Präsident hofft auch auf Angela Merkel - doch die Kanzlerin ...

... sagt der Ukraine zwar die Solidarität Deutschlands zu, aber keine deutschen Kriegsschiffe im Schwarzen Meer. Die hatte Poroschenko als Abschreckung gegen Russland ...

... gefordert. "Wenn einige Politiker nicht aufhören, mit Putin zu kuscheln, sollte niemand ausschließen, dass das Ausmaß der russischen Aggression weiter zunimmt", warnt er. Doch Merkel blockt ab. Es gebe in dem Konflikt ...

... "keine militärische Lösung", erklärt sie. Stattdessen bietet sich Merkel als Vermittlerin an - gemeinsam mit Frankreich im sogenannten Normandie-Format. In dieser Konstellation war 2015 ...

... auch das Minsker Abkommen verhandelt worden. Doch die Waffenruhe, die in dem seit 2014 tobenden Krieg in der Ostukraine deeskalierend wirken sollte, hielt nicht. Seit Beginn der Kämpfe ...

... sind mehr als 10.000 Menschen getötet worden. Und eine Lösung ist auch weiterhin nicht in Sicht. Nun droht das Meer zu einem zusätzlichen Kampfplatz zu werden - und für die Menschen ...

... in der Region könnte das zur wirtschaftlichen Katastrophe führen. Die ukrainischen Häfen am Asowschen Meer sind enorm wichtig für das Land. "Keine Blockade" fordern nun Demonstranten in Mariupol. Sie befürchten, ...

... der Handel könnte weiter einbrechen. "Da scheint auch eine Systematik von russischer Seite dahinterzustecken", vermutet Stefan Meister von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik im Gespräch mit n-tv.de. Während Mariupol und Bjerdansk als Versorgungsrouten ausfallen, ...

... schafft Russland über dem Wasser längst Fakten. Seit diesem Jahr verbindet die Krim-Brücke die ukrainische Halbinsel mit dem russischen Festland. Auf 19 Kilometern ...

... führt sie über die Straße von Kertsch. Als das Bauwerk im Mai dieses Jahres eingeweiht wurde, steuerte ...

... Putin höchstpersönlich den ersten Lastwagen von einer Seite zur anderen. Internationale Kritik daran, dass die Brücke ohne Zustimmung der Ukraine gebaut worden sei, ...

... ließ den Kremlchef kalt. Auch wenn die Ukraine und der Westen es anders sehen: Für ihn gehört die Krim zu Russland - und bald auch das gesamte Asowsche Meer? Politexperte Meister ist überzeugt, ...

... dass der Kreml mittelfristig die Hoheit über das Meer an sich reißen wird. Auch, weil der Westen - USA, Nato und EU - vor einem Konflikt mit Russland zurückgeschreckt. Aus der Vergangenheit hat Putin ...

... jedenfalls vor allem eines gelernt: Man kann es versuchen - und dann sehen, ob man damit durchkommt. (jug)

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