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Freitag, 30. November 2018

Panne bei der Flugbereitschaft: So reisen Merkels G20-Partner zum Gipfel

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Aufgrund einer schwerwiegenden technischen Panne an Bord der deutschen Regierungsmaschine "Konrad Adenauer" verpasst Bundeskanzlerin Angela Merkel große Teile des ersten Gipfel-Tages. (Foto: picture alliance / Kay Nietfeld/)

Aufgrund einer schwerwiegenden technischen Panne an Bord der deutschen Regierungsmaschine "Konrad Adenauer" verpasst Bundeskanzlerin Angela Merkel große Teile des ersten Gipfel-Tages.

Ein protokollarischer Albtraum überschattet den Auftakt zum G20-Gipfel in Buenos Aires.

Aufgrund einer schwerwiegenden technischen Panne an Bord der deutschen Regierungsmaschine "Konrad Adenauer" verpasst Bundeskanzlerin Angela Merkel große Teile des ersten Gipfel-Tages.

Der Vorfall wirbelt nicht nur Merkels Terminplan zum G20-Gipfel durcheinander, sondern wirft auch schlechtes Licht auf den Technologiestandort Deutschland.

Denn es ist nicht das erste Mal, dass technische Schwierigkeiten die Piloten der deutschen Flugbereitschaft zum Umplanen zwingen, während andere Flieger problemlos abheben.

Erst Mitte Oktober gab es eine größere Panne mit der "Konrad Adenauer", einem der beiden Langstreckenjets vom Typ A340-300 in der Flotte der Flugbereitschaft.

Nagetiere hatten die Maschine bei einem Zwischenstopp in Indonesien lahmgelegt: Mäuse oder Ratten waren in den geparkten Airbus gelangt und hatten wichtige Kabel angeknabbert.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz, der zur Tagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) nach Asien gereist war, musste daraufhin eine über 20-stündigen Rückreise per Linienflugzeug von der über Hongkong und Zürich hinnehmen.

Zwei Jahre zuvor traf es den damaligen Bundesaußenminister Walter Steinmeier: Wegen eines technischen Defekts an der "Konrad Adenauer" verpasste er den Auftakt zum G7-Außenministertreffen in Hiroshima.

Die von Ministern und Parlamentariern genutzte Flugbereitschaft der Bundeswehr ist organisatorisch ein militärischer Verband der Luftwaffe.

Die Flotte der Flugbereitschaft umfasst fünf Airbus A310 in verschiedenen Versionen, jeweils zwei Airbus A340 und A319CJ, vier Bombardier Global 5000 und drei Cougar AS-532 Hubschrauber.

Als Einheit der Bundeswehr fällt die Flugbereitschaft in den Verantwortungsbereich von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Bei dem Treffen der 20 wichtigsten Wirtschaftsmächte der Welt in Argentinien löst Merkels Panne mit dem deutschen Regierungsflieger Verwunderung aus: ...

... Wie kann es sein, dass eine technologisch so hochentwickelte Industrienation wie Deutschland keinen funktionierenden Lufttransport für die eigene Regierung gewährleisten kann?

Am Flughafen von Buenos Aires warten Journalisten auf die aus aller Welt eintreffenden Regierungsflieger.

US-Präsident Donald Trump kann sich dabei wie gewohnt auf die "Air Force One" verlassen: Bei den Langstreckenjets der US-Luftwaffe handelt es sich um aufgerüstete Jumbo-Jets vom Typ Boeing 747.

Trump kommt am "Ministro Pistarini International Airport", dem Flughafen nahe der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, am Vorabend des G20-Gipfels an.

Ohne Probleme läuft auch die Anreise des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping.

Die Volksrepublik China vertraut bei Staatsbesuchen auf Langstreckenjets vom Typ Boeing 747 der staatlichen Fluggesellschaft Air China.

Wladimir Putin nutzt für Flugreisen auf der Langstrecke üblicherweise Jets aus russischer Produktion.

Für Staatsbesuche und Arbeitsreisen im Inland hält der Kreml zwei speziell ausgebaute Präsidentenmaschinen vom Typ Iljuschin Il-96 bereit.

Indiens Regierungschef fliegt mit Boeing: hier Premierminister Narenda Modi erreicht Argentinien an Bord von "Air India One".

Kanadas Regierungschef Justin Trudeau nutzt für Staatsbesuche im Ausland dagegen Airbus-Jets vom Typ A310-300s.

Die britische Premierministerin Theresa May erreicht Argentinien an Bord eines Airbus A330 der Royal Air Force.

Mexiko stellt Präsident Enrique Pena Nieto für Auslandsreisen eine Boeing 787 "Dreamliner" zur Verfügung.

Giuseppe Conte (r.), Ministerpräsident von Italien, reist mit einem Airbus A319 zum Gipfel.

Der Präsident von Südkorea Moon Jae-in nutzt als enger Verbündeter der USA eine Boeing 747-400.

Der wohl umstrittenste Gipfelteilnehmer in Buenos Aires ist Kronprinz Mohammed bin Salman von Saudi-Arabien. Er kam schon vor zwei Tagen mit einer Boeing 747 der saudischen Flugbereitschaft in Argentinien an.

Für Merkel geht es dagegen nicht auf gewohnten Wegen nach Buenos Aires: Der Totalausfall eines Bauteils in der Cockpitelektronik des Airbus A340-300 "Konrad Adenauer" zwingt die Piloten dazu, den Transatlantikflug abzubrechen.

Die Kanzlerin muss am Flughafen Köln-Bonn aussteigen und sich für eine kurze Nacht in einem Bonner Hotel einrichten.

Ein eilig zusammengestellter Konvoi aus Bundeswehrfahrzeugen bringt Merkel und ihren Tross nach Bonn.

Es habe zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden, fasst der Kommandeur der Flugbereitschaft, Oberst Guido Henrich, am Morgen danach die Lage zusammen.

Ein kleinerer Bundeswehr-Jet fliegt Merkel nach Madrid: Dort haben Helfer im Auftrag der Bundesregierung kurzerhand reguläre Linienflug-Tickets bei der spanischen Fluggesellschaft Iberia gebucht.

Zum Erstaunen der Passagiere an Bord von Flug IB 6849 betritt die wohl mächtigste Frau der Welt die Kabine.

Ihr Sitznachbar, ein 28-jähriger Argentinier, kann es kaum fassen. Merkel, so wird er später sagen, habe sehr entspannt gewirkt.

"Ich hätte nie eine so normale Person erwartet." Ansprechen wollte der junge Mann die Kanzlerin während des 13-stündigen Direktflugs von Madrid nach Buenos Aires nicht. Sie habe aber, erzählt er, immer wieder mal herübergelächelt.

Nach der Landung in Argentinien steigt Merkel sofort in den Gipfelablauf ein: Sie kommt beim G20-Treffen gerade noch rechtzeitig für den Auftakt zum Rahmenprogramm.

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