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Freitag, 08. Dezember 2017

Zeit sparen bei der Bahnfahrt: Die neue ICE-Schnellstrecke Berlin - München

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Packen Sie doch mal wieder Ihr Köfferchen. (Foto: picture alliance / dpa)

Packen Sie doch mal wieder Ihr Köfferchen.

Packen Sie doch mal wieder Ihr Köfferchen.

Wie wäre es mit einer Zugreise? Wohin? Ziemlich egal - die Strecke ist das Interessante. Und da gibt es mit der Fahrplanumstellung etwas Neues.

Gemeint ist die ICE-Strecke von Berlin nach München.

Sie ist Teil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit 8 und vereint Superlative: längste Brücken, längste Tunnel und eine Reisegeschwindigkeit von 300 Kilometern pro Stunde.

Dadurch wird die thüringische Landeshauptstadt Erfurt zum ICE-Drehkreuz in Mitteldeutschland. Verkehrstechnisch übrigens nicht unumstritten. Denn etliche dichter besiedelte Gebiete bleiben außen vor.

Mit Inbetriebnahme der kompletten Neubaustrecke bis München verkürzt sich die Reisezeit von Berlin bis in die bayerische Metropole auf gut vier Stunden - von ehedem mehr als sieben.

Eine Station unterwegs ist Halle (Saale).

Es geht es auch schon bald über die Saale-Elster-Talbrücke. Sie ist mit 8614 Metern die längste Eisenbahnbrücke Deutschlands - inklusive Abzweig samt Weichen- und Kreuzungskonstruktion.

208 Pfeiler stützen das gigantische Bauwerk.

Hier trennt sich gen Norden die Strecke in Richtung Halle oder Leipzig.

Anschließend geht es dann über die Unstruttalbrücke bei Karsdorf in Sachsen-Anhalt.

Diese ist 2668 Meter lang...

... und bis zu 49 Meter hoch.

Auf der Fahrt ...

... nach Süden und der Nähe zu Thüringen werden dann die Tunnel häufiger. Bei Kalzendorf etwa taucht die Strecke in den Osterbergtunnel. Die beiden Röhren des etwa zwei Kilometer langen Baus queren die Querfurter Platte bis in das Unstruttal.

Die Bahn hat natürlich viele Testfahrten durchgeführt.

Und dann ist Erfurt auch schon fast erreicht. Auf den folgenden Kilometern geht es mit den Superlativen weiter.

Kurz hinter Erfurt fahren die Züge dann erst über die Scherkondetalbrücke (572 Meter) ...

... und dann über die Gänsebachtalbrücke (1001 Meter). Erstere wurde mit dem Deutschen Brückenbaupreis 2012 ausgezeichnet. Letztere verdiente sich die Ehrung 2014.

In Thüringen nimmt dann die Tunneldichte naturgemäß zu. 14 unterirdische Bauwerke errichteten die Ingenieure im Freistaat. 2011 beispielsweise feierten Mineure und Gäste den Durchschlag im 688 Meter langen Lohmeberg-Tunnel bei Gehren im Ilm-Kreis.

Der Silberbergtunnel nahe Ilmenau etwa ist mit 7,4 Kilometern der zweitlängste im gesamten Projekt.

Knapp 200 Millionen Euro hat allein dieser Abschnitt gekostet. 1,5 Millionen Kubikmeter Gestein wurden hier aus dem Thüringer Schiefergebirge gesprengt.

Dann rauschen die ICE etwa über das Massetal bei Masserberg. Die Brücke ist mit 385 Metern vergleichsweise kurz. Allerdings sind 78 Meter Höhe beeindruckend.

Insgesamt wurden in der Bauphase 11.500 Tonnen bewegt.

Schon geht es wieder in einen Tunnel. Diesmal ist es der 1051 Meter lange Masserberg-Tunnel. Die Arbeiten haben wie überall klein begonnen.

Dann erreichen wir die Dunkelthalbrücke bei Goldisthal. Sie ist mit 291 Metern eher ein kurzes Bauwerk.

Gäbe es hier einen Halt, könnten Sie im Ort das größte Wasserkraftwerk Deutschlands besuchen. Die 1060-Megawatt-Anlage wird von Vattenfall betrieben. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ebenfalls in Thüringen thront die 215 Meter lange Grubentalbrücke. Sie verbindet die Dunkeltalbrücke mit dem Tunnel Goldberg.

Es folgt der Blessbergtunnel mit der drittlängsten zweigleisigen Fernbahn-Tunnelröhre Deutschlands.

Während der Arbeiten schoben tonnenschwere und selbstfahrende Schalungswagen Wandabdichtung in den Schacht. Das 8314 Meter lange Bauwerk unterquert das Massiv des Thüringer Waldes.

Im Landkreis Sonneberg erhebt sich später die Grümpentalbrücke. 2010 wurden die acht Hilfspfeiler nacheinander gesprengt.

Für die, die dabei waren, sicherlich ein eindrucksvolles Spektakel. Am Ende steht die 1104 Meter lange Brücke sicher.

Mit einer Stützweite des Bogens von 270 Metern ist sie eine der größten Betonbogenbrücken des Landes.

Der zweite Bauabschnitt der Neubaustrecke wird am 8. Dezember 2017 offiziell eingeweiht. Die Strecke ist dann komplettiert.

Die Neubaustrecke zwischen Ebensfeld (Bayern) und Erfurt (Thüringen) ist fertig.

Hier rast der ICE bei Teutleben (Thüringen) vorbei.

Der Sprinter-ICE soll drei Mal täglich pro Richtung fahren. Die ICE-Züge seien damit eine "sehr ernsthafte Alternative" gegenüber dem Flugzeug, so Bahnchef Richard Lutz.

Das Teilstück, das eine Lücke schließen soll, ist 107 Kilometer lang. Der Abschnitt durch den Thüringer Wald und Oberfranken gehört mit 22 Tunneln und 29 Talbrücken zu den aufwändigsten Neubauprojekten der Bahn.

Der Lokführer Christian Faulstich fährt im Führerstand eines ICE am 6. November 2017 bei Erfurt während einer Testfahrt auf der Strecke zwischen Erfurt und Bamberg.

Bislang war die Strecke Berlin-München eine echte Mammutstrecke, die auch mit der Bahn lange Fahrtzeit beanspruchte. Nun wird das Ganze deutlich angenehmer.

Über die neue Strecke werden Städte wie Erfurt nun besser angebunden ...

... und Reisende zwischen Berlin ...

und München können einige Zeit einsparen, wenn sie die Sprinterverbindung auswählen. (sgu/dpa)

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