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Sonntag, 24. September 2017

Die Bundesliga in Wort und Witz: "Danach sind die Eier wieder gewachsen"

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Erfolgscoach Peter Bosz lobte aber nicht nur sein Sturmduo, sondern explizit die "sehr gute Mannschaftsleistung". (Foto: dpa)

Erfolgscoach Peter Bosz lobte aber nicht nur sein Sturmduo, sondern explizit die "sehr gute Mannschaftsleistung".

FC Bayern - VfL Wolfsburg 2:2 (2:0)

"Ein blindes Huhn trifft auch mal ein Korn." Wolfsburgs Maximilian Arnold nach seinem Freistoßtreffer zum 1:2 beim FC Bayern, ...

... bei dem Ersatzkeeper Sven Ulreich assistierte.

Positiver Nebeneffekt des Wolfsburger Anschlusstreffers laut Arnold: "Danach sind die Eier wieder gewachsen, die kurzzeitig weg waren. Die waren im Schienbeinschoner."

Weniger gut war es um die Laune beim FC Bayern bestellt nach dem Rumgeiere in der 2. Halbzeit. Zum anstehenden Wiesn-Besuch gab Sportdirektor Hasan Salihamidzic zu Protokoll: "Das wird ein ganz schöner Scheißtag."

Thomas Müller stimmte zu: "Wir haben den Sieg weggeschmissen."

Auch Coach Carlo Ancelotti redete nichts schön: "Unsere Team-Performance war nicht gut." Immerhin: Ein Bierverbot für den Wiesn-Ausflug sprach der Italiener dennoch nicht aus: "Die Spieler können trinken, was sie wollen. Ich bin nicht ihr Papa oder Bruder. Ich bin nur der Trainer."

Wolfsburgs Neucoach Martin Schmidt sagte nach seinem dritten Ligaspiel in Folge ohne Niederlage in München (zuvor zweimal mit Mainz): "In Bayern braucht man sehr, sehr viel Glück, aber es gibt kein anstrengungsloses Glück."

Werder Bremen - SC Freiburg 0:0

"Wir brauchen einfach diesen Brustlöser." Bremens Trainer Alexander Nouri und seinem immer noch sieglosen Team läuft nach der Nullnummer gegen Freiburg die Zeit davon.

Ebenfalls nicht zufrieden: Freiburgs Trainer Christian Streich, der ebenfalls noch auf den ersten Saisonsieg wartet: "Es ist komisch: Wir haben sechs Spiele gegen starke Mannschaften gehabt. Und haben viermal nicht verloren. Aber wir haben nur vier Punkte."

Der Grund für den verpassten Sieg? "Es ist ein Stück weit die Geilheit, so ein Spiel zu gewinnen, die uns noch ein bisschen fehlt." Fand Freiburgs Nils Petersen.

RB Leipzig - Eintracht Frankfurt 2:1 (1:0)

"Wir waren nach vorne hin nicht präsent, das war in der Form nicht geplant." Frankfurts Trainer Niko Kovac zur schwachen ersten Halbzeit in Leipzig.

Andererseits, gab Kovac zu bedenken: "Wir können nicht nach Leipzig kommen, die Handschuhe ausziehen und wegschmeißen, die Gesichtsmaske runterziehen und dann versuchen, mit Leipzig in den Ring zu gehen."

Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl war nach Ergebnis-, Rotations- und Genitalkrise diesmal gar nicht so unzufrieden: "Im Nachhinein muss ich sagen, war es heute gar nicht so schlecht, weil wir von Anfang an wirklich eine sehr, sehr agile Mannschaft auf dem Platz hatten." Anders als gegen Augsburg hatte er diesmal nicht neun, sondern nur sechs Startelfpositionen geändert.

Das soll auch in der Champions League gegen Besiktas Istanbul so bleiben: "Im Nachhinein muss ich sagen, war es heute gar nicht so schlecht, weil wir von Anfang an wirklich eine sehr, sehr agile Mannschaft auf dem Platz hatten."

Leipzigs Hingucker war aber einer, der gar nicht mitgespielt hatte: der gesperrte Naby Keita, der mit Hut und rotem Sakko auf der Tribüne die Blicke auf sich zog. Kommentar Hasenhüttl: "Auch wenn wir heute das erste Mal ohne Naby Keita ein Spiel in der Bundesliga gewonnen haben, ist es mir lieber, ich sehe ihn nicht mit , sondern im Trikot auf dem Platz."

VfB Stuttgart - FC Augsburg 0:0

Nach dem ersten Nicht-Heimsieg der Saison war Stuttgarts Sportvorstand Michael Reschke bemüht, keine Enttäuschung aufkommen zu lassen. Seine Argumentation: "Wir haben heute nicht gegen den FC Augsburg unentschieden gespielt, wir haben gegen einen starken FC Augsburg unentschieden gespielt."

Stuttgarts Coach Hannes Wolf ergötzte sich weniger am 0:0 als einem Spieler, der zur Stuttgart 0 in der Abwehr beigetragen hatte: Holger Badstuber. Von dem schwärmte er: "Qualität, Persönlichkeit und das Verständnis. Einfach alles passt."

Weniger schwärmerisch war Wolf mit Blick auf die Stuttgarter Gesamtbilanz: "Für das, was wir gespielt haben, haben wir ein bisschen wenig Punkte ... und auch nur drei Tore."

Seinem Team attestierte er aber, dass es "vom Investment her Oberkante Unterlippe gespielt hat".

1899 Hoffenheim - FC Schalke 2:0 (1:0)

"Ich freue mich für die, die da drüben geschrien haben." Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp verkniff sich eine gewisse Schadenfreue nicht, nachdem er sich gegen Schalke mal wieder Schmähgesänge gegnerischer Fans anhören musste.

Zum Spiel steuerten die Schalker zuvor viele vergebene Großchancen bei. Zur Videobeweis-Debatte steuerte S04-Coach Domenico Tedesco das bei: "Ich juble erst, wenn der Ball im Tor ist und der Schiedsrichter keinen Videobeweis macht."

Allerdings war der Videobeweis in Hoffenheim gar nicht zur Anwendung gekommen.

FSV Mainz - Hertha BSC 1:0 (0:0)

In Mainz kam der Videobeweis hingegen sehr wohl zum Einsatz und auch die Review Area, die Referee Tobias Stieler konsultierte.

Danach entschied er auf Elfmeter für den FSV Mainz, ...

... den Pablo de Blasis zum Mainzer Siegtreffer verwandelte.

In der Schlussphase flog dann noch Herthas Vedad Ibisevic wegen Schiedsrichterbeleidigung vom Platz. Trotz einer blutenden Wunde wollte Ibisevic den Platz nicht verlassen, Stieler schickte ihn (zur Behandlung) dennoch runter - woraufhin der Bosnier "Du bist scheiße" gesagt haben soll.

Der bestritt das hinterher und barmte: "Ich hoffe, dass es diesmal Lippenleser gibt." Stielers kühle Antwort: "Ich glaube, ich habe ihn gut verstanden."

Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach 6:1 (3:0)

"Wir haben heute unseren Meister gefunden." Gladbachs Trainer Dieter Hecking war nach dem Schlusspfiff ziemlich frustriert, aber realistisch und sportlich fair: "Wir müssen leider akzeptieren, dass wir heute nur ein Gegner waren. Das Spiel müssen wir schnell abhaken!"

Zu Dortmunds Meisterleistung steuerte Julian Weigl sein persönliches Meisterstück mit dem Tor zum 6:1-Endstand per Dropkick von der Strafraumgrenze bei: "Traumhaft! Ich bin jetzt richtig, richtig kaputt. Aber genau das habe ich mir immer gewünscht"

Die anderen fünf BVB-Treffer gingen auf das Konto des neuen Traumsturmduos Pierre-Emerick Aubameyang (drei Tore, eine Vorlage) und Maximilian Philipp (zwei Tore, eine Vorlage). Ein rasanter Aufstieg vor allem für den Ex-Freiburger Philipp: "Vor zwei Jahren habe ich ihn im Fernsehen gesehen, da habe ich selbst noch in der 2. Liga gekickt. Jetzt darf ich neben ihm stehen. Das ist schon toll."

Erfolgscoach Peter Bosz lobte aber nicht nur sein Sturmduo, sondern explizit die "sehr gute Mannschaftsleistung".

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