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Freitag, 15. September 2017

Verlierer im Norden und Süden: Das sind die deutschen EM-Stadien für 2024

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... Dortmund ... (Foto: imago/Westend61)

... Dortmund ...

Die einen feiern. So wie Berlin, ...

... Dortmund ...

und München. Andere trauern ...

... etwa Bremen, das international 37.441 Plätze bietet, und sich trotz Idylle nicht als Spielort für die Fußball-EM 2024 durchsetzen konnte.

Dabei hat Bremen sogar etwas ganz Exklusives zu bieten: Einen eigenen Fähranleger am Stadion.

Auch die Flutlichtmasten sind unverwechselbar. Doch mit dieser Kulisse wird Deutschland nicht ins Rennen um die EM-Vergabe gehen.

Werder Bremens Präsident Hubertus Hess-Grunewald ist enttäuscht: "Wir sind nach wie vor überzeugt, dass Bremen mit seiner ganz besonderen Fußball-Atmosphäre der deutschen Bewerbung eine besondere Note gegeben hätte."

Da hilft der Trost von DFB-Präsident Reinhard Grindel vermutlich nur wenig: "Alle 14 Bewerber-Stadien waren EM-tauglich, kein Stadion ist durchgefallen." Und weiter: "Ich möchte mich herzlich bei den Vertretern aller 14 Städte und Stadien bedanken, die sich beworben haben."

Gelaufen ist die Entscheidung allerdings noch nicht. Die Uefa wird im September 2018 bekanntgeben, ob Deutschland oder der einzige Konkurrent Türkei den Zuschlag erhält. "Es wäre ein völlig falscher Eindruck, dass das Rennen schon gelaufen ist", sagt Grindel.

Natürlich mit dabei ist die Hauptstadt.

Das Berliner Olympiastadion fasst 74.475 Zuschauer und ...

... ist Partys gewöhnt.

Jährlich wird hier das DFB-Pokalfinale ausgetragen - 2006 durfte Italien hier den Weltmeister-Pokal in den Himmel recken.

Und so sagt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller selbstbewusst: "Der Magie des Schlachtrufs 'Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!' kann sich niemand entziehen."

Auch das Stadion in Dortmund überzeugt das DFB-Präsidium. Mit dem insgesamt mehr als 80.000 Zuschauer fassenden Stadion bewirbt sich der DFB am 27. April 2018 offiziell bei der Uefa.

Kein Wunder - allein die legendäre Südtribüne ist ein Spektakel.

International ist die Kapazität allerdings auf knapp 66.000 Plätze begrenzt - die Kulisse dennoch gewaltig.

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau ist begeistert: "Dortmund ist die deutsche Fußballhauptstadt. Das Stadion ist die gute Stube der Nationalmannschaft, und die Begeisterung der Fans kennt kaum Grenzen."

Egal, ob Rot oder Blau oder auch mal Grün - die Arena in München soll ebenfalls Spielort werden.

Drei Ränge mit insgesamt 75.000 Sitzplätzen und die Lage im Süden überzeugten.

Außerdem hat man in München Routine beim Feiern.

Fast quadratisch, praktisch, gut - lautet offenbar das Urteil über das Stadion in Düsseldorf.

Wo es sonst Zweitliga-Fußball gibt, soll 2024 EM-Spektakel herrschen. Kapazität: 51.500 Plätze

"Das ist ein Riesenerfolg für uns", erklärt Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel.

Frankfurt ist dabei - wie schon bei der ersten und bislang einzigen EM in Deutschland im Jahr 1988. Und wie bei den Weltmeisterschaften 1974 und 2006.

In Frankfurt ist die Erfahrung mit Großveranstaltungen riesig. Egal ob WM, EM oder DFB-Pokal.

Unter dem Dach der Arena - das übrigens geschlossen werden kann - finden auch Football-Spiele und Konzerte statt. Kapazität: 51.500 Plätze

Genügend Parkplätze gibt es ganz offensichtlich in Gelsenkirchen. Aber das dürfte nicht der einzige Grund für den Zuschlag sein.

Die wandelbare Arena mit international 54.740 zur Verfügung stehenden Sitzplätzen könnte also neben der Bundesliga und ...

... dem jährlichen Biathlon-Highlight in sieben Jahren auch EM-Fußball bieten.

Hamburg hält die Fahnen für den Norden hoch.

Schon bei der WM 2006 gingen hier Fans aus aller Welt ein und aus.

Dabei herrscht Idylle im Volksparkstadion doch eher selten. Kapazität: 51.500 Plätze

Natürlich leuchtet die Kölner Arena im Dunklen Rot-Weiß.

Im Hellen ist dann zu sehen, dass sie sich schonmal hübsch macht - mit Erfolg. Kapazität: 46.195 Plätze

Hübsch sind auch die Cheerleaderinnen, die im Rheinenergiestadion für Alarm sorgen.

"Die kölsche Gastfreundschaft ist legendär. Die Organisatoren können in Köln auf beste Bedingungen setzen", verspricht Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

Nein, da ist kein Ufo gelandet. Das ist das Stadion in Leipzig, das nahe der Innenstadt liegt. Kapazität: 42.959 Plätze

"Leipzig ist bereit - als Stadt der kurzen Wege mit einer tollen Sportinfrastruktur", erklärt Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung.

Und in diesem gibt es seit Neuestem ja sogar Champions-League-Spiele zu sehen. Ist die Zulassung für die Bewerbung zur EM 2024 die Belohnung dafür?

Sicherlich nicht. Schließlich wird Grindel nicht müde zu betonen, dass es "keine sportpolitische oder gar Gefälligkeitsentscheidung geben" wird. Eine Bewerbungskommission hatte die Städte nach 103 Kriterien ausgewählt, das Präsidium schloss sich dem Vorschlag an, wie Grindel erklärte: "Wir wollen, dass unsere Bewerbung von ganz Fußball-Deutschland getragen wird."

Ein Teil von Fußball-Deutschland liegt demnach auch in Stuttgart.

Wo die VfB-Fans im Sommer über den direkten Wiederaufstieg jubelten, ...

... sollen auch bei der EM die Bälle ins Netz gehen. Das Stadion ist international für 54.812 Zuschauer ausgelegt.

"Mit Stuttgart hat der DFB eine gute Wahl getroffen", ist Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn überzeugt.

Über das Logo, das ein Teil der Bewerbung werden soll, können indes die Fans abstimmen. Die fünf Motive sind Ergebnis eines Design-Wettbewerbs und wurden aus 2076 Entwürfen ausgewählt.

Doch noch ein paar Worte zu den Nicht-Auserwählten. Neben Bremen herrscht auch in Nürnberg Trauer.

Nürnbergs Bürgermeister Christian Vogel gibt sich als fairer Verlierer: "Ich sehe die Entscheidung des DFB nicht als Votum gegen Nürnberg, sondern als eine Regionalauswahl, die eine größtmögliche Verteilung der Spielorte in der Bundesrepublik ermöglicht."

Dabei ist man dort derzeit besonders stolz auf den neuen Namenspatron des Stadions: Vereinslegende Max Morlock.

Hat das Stadion in Mönchengladbach durch seine Spinnen-Ähnlichkeit negative Punkte gesammelt?

Jedenfalls wird auch der Borussia-Park mit seinen international 46.279 Plätzen kein Spielort. Genauso wie Bremen war Mönchengladbach bereits bei der WM 2006 leer ausgegangen.

Die Entscheidung erzürnt Gladbachs-Vizepräsident Reiner Bonhof gewaltig: "Ich bin kurz davor, dass mein Hals platzt. Ich bin wirklich davon ausgegangen, dass Borussia die Dinge nach all den Jahren so ausgestaltet hat, dass wir den Zuschlag kriegen. Jetzt sind wir irgendwo gelandet. Das ist für mich unverständlich. Deswegen bin ich nicht sauer, sondern stinksauer."

Ähnlich idyllisch gelegen wie Bremen - genauso raus wie die Hansestadt: Auch Hannover schaut in die Röhre. Stadionkapazität: 45.100 Plätze

"Dass es am Ende nicht gereicht hat, nehmen wir sportlich. Deshalb Glückwunsch an die Konkurrenz", zeigt sich Hannovers Oberbürgermeister trotz Enttäuschung fair.

Nichts ist es mit dem Hannover-Slogan "Gemeinsam stark".

Unterm Strich bleibt: Der DFB hofft auf ein ähnliches Sommermärchen wie zur WM 2006. (ara)

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