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Sonntag, 01. Oktober 2017

Die Bundesliga in Wort und Witz: "Nicht groß nachgedacht und draufgehauen"

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Da half selbst die gefeierte Bundesliga-Rückkehr von Altmeister Claudio Pizarro nichts. (Foto: imago/mika)

Da half selbst die gefeierte Bundesliga-Rückkehr von Altmeister Claudio Pizarro nichts.

Schalke 04 - Bayer Leverkusen (1:1)

"Wir sind auf einem guten Weg. Wir haben ein gutes Spiel gemacht gegen einen guten Gegner", sagt Schalke-Trainer Domenico Tedesco ...

... "Die Chancen zum Sieg waren da, aber wir nehmen den Punkt mit. Wer weiß, wofür wir ihn noch brauchen."

Nicht zufrieden dagegen ist Leon Goretzka. Kein Wunder - einen Hundertprozentigen knallt er deutlich über's Tor. "Das sieht ziemlich scheiße aus. Meine Oma hätte den auf jeden Fall gemacht."

Apropos knallt - für spektakuläre Verletzungen sind die Bender-Zwillinge bekannt.

Diesmal trifft es Lars - er muss noch auf dem Platz genäht werden. Der 28-Jährige dazu lapidar: "Keine Ahnung, ich lag da einfach."

FC Augsburg - Borussia Dortmund (1:2)

Das Spiel geht in die Geschichte ein - zumindest ein wenig. Denn mit seinem Traum-Lupfer zum 1:2 steigt Shinji Kagawa zum treffsichersten Japaner der Bundesliga auf.

"Wir sind sehr glücklich mit dem Ergebnis, aber das war das schlechteste Spiel, seitdem ich BVB-Trainer bin", sagt Dortmunds Trainer Peter Bosz.

Das 1:3 hat Pierre-Emerick Aubameyang auf dem Fuß - vergibt den Elfmeter aber deutlich. Sein Mitspieler Gonzalo Castro nimmt es ihm nicht übel: "Es gibt keine Kritik. Auba hat uns schon oft den Arsch gerettet mit seinen Toren."

Die BVB-Fans singen bereits von der Meisterschaft. Welches Lied würde Bosz anstimmen? "Ich bin kein Sänger, ich bin Trainer."

Nüchterner ist sein Gegenüber - Augsburgs Trainer Manuel Baum: "Wir hatten auf jeden Fall einen Punkt verdient. Es ist sehr ärgerlich, dass wir jetzt mit leeren Händen dastehen."

"Mich ärgert vor allem das zweite Gegentor. Martin und ich hatten den gleichen Gedanken. Wir wollten beide zum Ball gehen, und dann kommt halt so ein Slapstick heraus", so Philipp Max. "Der Punkt wäre schon schön gewesen."

VfL Wolfsburg - FSV Mainz 05 (1:1)

"Über das ganze Spiel gesehen war das Unentschieden ein gerechtes Ergebnis. Wir haben jetzt drei Spiele ohne Niederlage absolviert, das fühlt sich nicht schlecht an", erklärt der Neu-Wolfsburger Martin Schmidt.

Traute Einigkeit auf der anderen Bank: "Wir sind zufrieden, dass wir aus Wolfsburg etwas mitgenommen haben", sagt Sandro Schwarz, Trainer des FSV Mainz 05.

Aber: "Wir waren näher am Siegtreffer, aber in den entscheidenden Momenten leider nicht immer konsequent genug."

Einer hat bei Mainz besonders begeistert: Yoshinori Muto. "Der kann auch 1,50 groß sein und ein Kopfballtor machen - die Größe ist egal" - Wolfsburg Torwart Koen Casteels ist mächtig angefressen. Dabei ist Muto doch 1,79 Meter groß.

Wolf Yunus Malli ärgert sich - nicht nur über die Gelbe Karte: "Wir gehen momentan nur kleine Schritte und müssen uns das nötige Glück erarbeiten."

Borussia Mönchengladbach - Hannover 96 (2:1)

Eins vorweg: Schiedsrichter Christian Dingert hat in der Nachspielzeit alles richtig gemacht und die Review Zone genutzt.

Und so ist sogar Hannovers Trainer André Breitenreiter mit dem Elfmeter für Gladbach in der Nachspielzeit einverstanden: "Die Schiedsrichter haben es schwer genug mit dem Videobeweis. Es wurden alle Optionen ausgeschöpft. Wenn ich die Bilder sehe, dann kann man den Elfmeter geben. Ich glaube, dass es in Ordnung geht."

Manager Horst Heldt pflichtet ihm bei: "Ich habe es mir dreimal angeschaut und bin Befürworter des Videoassistenten. Sie haben alles ausgeschöpft und sich beraten. Anhand der Bilder ist es okay, dass man ihn pfeift. Der Zeitpunkt ist natürlich mehr als ärgerlich."

Aber was ist eigentlich passiert? Lassen wir den Gefoulten selbst zu Wort kommen - Gladbachs Vincenzo Grifo: "Ich habe den Ball mitgenommen und ein Stück zu weit vorgelegt. Er trifft mich dann am Schienbein. Ich bin aber froh, dass es den Videoassistenten gibt und der Schiri entscheidet."

Entsprechend groß fällt der Jubel aus, nachdem Thorgan Hazard den Strafstoß zum Sieg verwandelt.

Und entsprechend groß ist der Ärger beim Hannoveraner Martin Harnik über seine vergebene Chance, die kurz vorher nur an der Latte landet: "Der kann an die Latte springen, ins Tor kullern oder übers Stadion fliegen." Ins Tor? Ausgeschlossen.

Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart (2:1)

Den kann man mal machen, Sebastian Haller!

Der Franzose trifft äußerst sehenswert - per Seitfallzieher - zum entscheidenden 2:1. "Ich habe nicht groß nachgedacht und einfach draufgehauen. Es war perfekt."

"Manchmal ist mein Problem: Die Leichten mache ich nicht rein, die Schweren offenbar eher." Sieht ganz so aus. Denn auch sein Kollege Marc Stendera jubelt: "Das war ein super-super-super-schönes Tor."

Selbst sein Trainer Niko Kovac ist aus dem Häuschen: "Im Training habe ich das so noch nicht gesehen. Umso schöner natürlich, dass es jetzt vor 50.000 Menschen passiert ist. Zeitzeugen sind also da."

Weniger Begeisterung gibt es auf der Gegenseite - beim VfB Stuttgart.

"Ich habe keine Lust auf so eine Never-Ending-Story, bei der wir auswärts jedesmal dasitzen und sagen: Wir haben aber ganz viel gut gemacht", sagt Trainer Hannes Wolf.

Der Schuldige ist schnell gefunden - dank eigener tatkräftiger Mithilfe: "Ich köpfe das Ding am Ende in die Mitte und dann verlierst du hier 2:1. Das Ding geht auf mich, das muss ich einfach sagen", sagt Daniel Ginczek.

Hamburger SV - Werder Bremen (0:0)

Das Nordderby - diesmal mit mehr Krampf als Klasse. Und doch wird auf beiden Seiten das Positive hervorgehoben.

Etwa vom HSV-Trainer Markus Gisdol: "Die Neuen haben es richtig gut gemacht. Das gibt viel Hoffnung für die Zukunft, wenn du solch' junge Burschen hast."

Gemeint ist unter anderem Tatsuya Ito. "Die Minuten, die er gespielt hat, waren überragend", sagt HSV-Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos über dessen ersten Startelf-Einsatz - der nach 52 Minuten wegen Wadenkrämpfen endet.

Auch in diesem Spiel ereignet sich Historisches: Mit Jann-Fiete Arp steht in der Bundesliga zum ersten Mal ein Spieler auf dem Feld, der dem Jahrgang 2000 angehört.

Alexander Nouri, der Trainer der Werderaner, findet ebenfalls Lobenswertes: "Ich habe Statistiken gesehen, dass wir uns in dieser Saison mehr Torchancen erarbeiten als in der letzten." Hilft bei drei Toren aus sieben Spielen aber offenbar nur bedingt.

"Das Unentschieden hilft uns nicht. Ich bin frustriert, dass wir noch keinen Sieg haben", jammert daher auch Werder-Abwehrspieler Milos Veljkovic.

SC Freiburg - 1899 Hoffenheim 3:2 (2:1).

Genervt von der ersten Saisonniederlage war 1899-Coach Julian Nagelsmann: "Man kann nicht immer gewinnen."

Noch genervter war der 30-Jährige als er auf den FC Bayern und die mögliche Carlo-Ancelotti-Nachfolge angesprochen wurde: "Ich habe alle zwei Tage 14 Pressevertreter bei mir. Irgendwann reicht's mal."

Hertha BSC - FC Bayern 2:2 (0:2).

Oben auf der Tribüne blickte Präsident Uli Hoeneß grimmig drein, unten starrte Interimstrainer Willy Sagnol regungslos auf den Platz, und Sportdirektor Hasan Salihamidzic flüchtete sofort in die Kabine: ...

Auch nach dem Rauswurf von Carlo Ancelotti ist beim kriselnden FC Bayern München die Trotzreaktion ausgeblieben.

"Mit dem Ergebnis bin ich überhaupt nicht zufrieden", sagte Salihamidzic nach dem schlechtesten Saisonstart seit sieben Jahren: "Wir haben das Spiel nicht nach Hause gebracht, das darf einer Mannschaft wie uns nicht passieren."

Überschattet wurde das Spiel von der wohl schweren Verletzung von Franck Ribéry: "Das sieht nicht gut aus", sagte Salihamidzic, "er hat starke Schmerzen."

Willy Sagnol war nach seiner Premiere ernüchtert: "Ohne Konzentration sind wir nicht mehr die stärkste Mannschaft Deutschlands."

1. FC Köln - RB Leipzig 1:2 (0:1).

Stark gespielt haben sie ja, die Kölner, aber wer seine Chancen nicht oder viel zu selten nutzt, ... der wird bestraft.

Da half selbst die gefeierte Bundesliga-Rückkehr von Altmeister Claudio Pizarro nichts.

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