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Sonntag, 03. Dezember 2017

Die Bundesliga in Wort und Witz: "Wir haben alle ein bisschen versagt"

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SC Freiburg - Hamburger SV 0:0 (Foto: imago/Jan Huebner)

SC Freiburg - Hamburger SV 0:0

SC Freiburg - Hamburger SV 0:0

Was macht so ein Remis im Tabellenkellerduell mit den Trainern? Nun, mit Freiburgs Christian Streich das hier, ...

... und mit Hamburgs Markus Gisdol jenes. Nun sollen Sie aber bloß nicht auf die Idee kommen, dass niemand Leidenschaft für dieses Spiel entwickeln konnte.

Denn es gibt ja noch Matthias Sammer, Feuerkopf, Mahner und Eurosport-Experte. Nach dem Langweiler im Breisgau war er so geladen, dass er Folgendes sagte: "Die Hamburger sollen doch den Antrag stellen, dass sie ohne Ball spielen."

HSV-Kapitän Gotoku Sakai war die Schimpferei von Sammer indes völlig unbedeutend: "Für uns ist es scheißegal, wenn jemand unseren Fußball kritisiert."

Und Coach Gisdol wandte ein: "Wir haben sicher nicht unser bestes Spiel gemacht, aber kämpferisch haben wir alles reingeworfen. Wir müssen das Positive herausarbeiten - wir haben zu null gespielt."

FSV Mainz 05 - FC Augsburg 1:3 (0:2)

In der Bundesliga gilt seit sieben Jahren ein ungeschriebenes Gesetz. Am Ende der Saison landet immer ein Verein auf einem Europa-League-Platz, der dort kraft seiner wirtschaftlichen und personellen Möglichkeiten eigentlich nichts zu suchen hat.

2017 und 2013 war das der SC Freiburg, 2016 und 2014 Mainz 05. 2012 und 2011 Hannover 96 und 2015 schon einmal der FC Augsburg. Und in dieser Saison? Etwa schon wieder der FCA?

Nun, warum nicht? So sagt Top-Einkauf Michael Gregoritsch: "Wir stehen verdient da, wo wir stehen." Denn: "Es ist schon geil, wie wir hier alle zusammenspielen."

Aber: "Ich weiß, ihr wollt jetzt am liebsten hören, dass wir in die Champions League oder gleich deutscher Meister werden wollen. Aber wir fangen nicht an zu träumen."

Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund 1:1 (1:0)

Die wichtigste Nachricht dieser Partie: Peter Bosz hat sein vermeintliches Endspiel überstanden. Er darf vorerst als Trainer des BVB weitermachen.

Aber so richtig glücklich war er nicht. Warum auch. Er hat ja auch im siebten Spiel in Serie nicht gewonnen. "Mit dem Punkt kann ich leben." Aber: "Wir brauchen einen Sieg für die Wende, auch bei Real Madrid."

Das aber ist ja bekanntermaßen nie besonders leicht, wird für den BVB aber nun noch schwieriger. Denn neben den bekannten Ausfällen um Marco Reus, Mario Götze und Lukasz Piszczek kommen nun nach der Partie bei Bayer noch Gonzalo Castro und Maximilian Philipp hinzu.

Coach Bosz kommentierte die Frage, wer denn nun die Tore schießen soll ein wenig verbittert: "Marco Reus wird es nicht sein."

FC Bayern München - Hannover 96 3:1 (1:1)

Nicht nur das gelungene Comeback von Thomas Müller und der bedeutende Sieg auf dem Weg zur Herbstmeisterschaft stimmten Jupp Heynckes zufrieden.

Drei Tage vor dem Gruppenfinale in der Champions League gegen Paris Saint-Germain freute sich der 72 Jahre alte Trainer beim FC Bayern auch über den starken Auftritt von Kingsley Coman oder die nächsten Schritte des wiederholt verletzten Jérôme Boateng.

"Wenn Kingsley die PS - und er hat wirklich ein paar PS - auf den Rasen bringt, dann hat es jeder Gegner schwer. Er hat außergewöhnliche Fähigkeiten, die nicht an jeder Ecke zu finden sind", lobte Thomas Müller.

Und der Jupp erklärte: "Das war eine großartige Leistung. Es ist erfreulich, wie er sich bei uns entwickelt."

Nach der 96-Euphorie ist vor der PSG-Nüchternheit. Denn nach Meinung von Mats Hummels ist es ein "unwahrscheinlicher Wunschtraum", dass die Bayern mit vier Toren Unterschied gewinnen, um noch den Gruppensieg zu holen.

"Aber", betonte er, "natürlich wollen wir Paris schlagen, wir wollen zeigen, dass wir der FC Bayern sind."

SV Werder Bremen - VfB Stuttgart 1:0 (1:0)

So sehen Sieger aus: Florian Kohfeldt holt in seinem dritten Bundesligaspiel seinen zweiten Sieg.

Und der Neuling hat richtig Bock auf die Liga - und vor allem auf nächste Woche: "Ich freue mich einfach mega, mega auf Dortmund. Das ist einer der besten Plätze überhaupt - neben dem Weserstadion - um Fußball zu spielen."

Den BVB kennt Hannes Wolf bestens. Schließlich war er dort von 2009 bis 2016 als Trainer angestellt. Aber die Schwarzgelben interessieren ihn im Moment nicht. Er hadert mehr mit der Niederlage seines VfB, denn die war "in der Summe eine unglückliche".

1899 Hoffenheim - RB Leipzig 4:0 (1:0)

Dieses Ergebnis ist wohl die größte Überraschung des Spieltags. Selbst für die haushoch unterlegenen Gäste aus Leipzig.

"Das war einfach nicht unser Tag. Hoffenheim hat uns den Schneid abgekauft. Wir haben schon alle ein bisschen versagt", erklärte Ersatzkapitän Diego Demme.

1899-Coach Julian Nagelsmann, der ja zuletzt nicht immer jubeln konnte, wurde angesichts des Rauschfußballs seines Team fast philosophisch: "Man kann ein sehr schönes Haus bauen, aber wenn das Fundament scheiße ist, dann ist das Haus oben drüber in zwei, drei Wochen auch scheiße, obwohl es wunderschön ist am ersten Tag."

Bester Mann bei den Gastgebern war Bayern-Leihgabe Serge Gnabry.

Folglich wurde Nagelsmann gefragt, ob er Gnabry nicht gerne behalten möchte. Und wieder antwortete der fast philosophisch: "Ich würde vieles gern. Ich hätte auch gerne Sebastian Rudy, aber haben wir auch nicht. Ich hätte auch gerne Messi, haben wir auch nicht."

FC Schalke 04 - 1. FC Köln 2:2 (1:1)

Die Liga sagt "servus Peter". Denn trotz der beachtlichen Leistung seines "Effzeh" gaben ihm die Verantwortlichen am Sonntag den bereits vorab beschlossenen Laufpass. Damit endeten die zehrenden Wochen des Rumgeeieres.

Der größere Aufreger der Partie war allerdings Leon Goretzkas Kopfstoß gegen Kölns Salih Özcan.

Die Szerne erinnerte an den Franzosen Zinédine Zidane, der im WM-Finale 2006 den Italiener Marco Materazzi ähnlich angegangen war. Anders als Materazzi blieb Kölns Özcan aber einfach stehen.

Goretzkas Reaktion: "Das war eher ein impulsives Aufstehen. Wenn er (Anmerk. d. Red.: der Schiedsrichter) eine Tätlichkeit gesehen hätte, hätte er mich vom Platz gestellt."

Hertha BSC Berlin - Eintracht Frankfurt 1:2 (1:1).

Kevin-Prince Boateng hat bei seiner Rückkehr nach Berlin seinem Ex-Klub einen späten K.o. versetzt. Dank seines Treffers in der 80. Minute gewann Frankfurt. Auf einen Jubel verzichtete Boateng, der seine Karriere bei Hertha gestartet und 42 Spiele für die Blau-Weißen absolviert hatte.

Der "Prince" gab sich nachher extrem selbstkritisch: "Dass wir das Spiel gewonnen haben, das fühlt sich gut an. Zu meiner persönlichen Leistung: Das war das wohl schlechteste Spiel meiner Karriere. Zum Glück habe ich das Tor gemacht. Ich bin natürlich glücklich, dass wir das Spiel gewonnen haben."

VfL Wolfsburg - Borussia Mönchengladbach 3:0 (2:0).

Wolfsburgs Spielmacher Yunus war von der Leistung seiner Mannschaft sehr angetan: "Wir haben in der Anfangsphase sehr gut gespielt und zwei frühe Tore erzielt. Dann haben wir uns zurückgezogen. Das können wir uns ein bisschen vorwerfen. Aber im Endeffekt haben wir 3:0 gewonnen, das ist perfekt."

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