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Sonntag, 17. Juni 2018

Oh, Mandy!: Barry Manilow - der Sänger mit dem verträumten Blick

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Es gab Momente, da schien Barry Manilow es in den Olymp der Popmusik geschafft zu haben. (Foto: imago/ZUMA Press)

Es gab Momente, da schien Barry Manilow es in den Olymp der Popmusik geschafft zu haben.

Es gab Momente, da schien Barry Manilow es in den Olymp der Popmusik geschafft zu haben.

1984 zum Beispiel, als er bei den American Music Awards auf die Bühne trat und vorgestellt wurde als jemand, den Michael Jackson "sehr verehrt". "Stimmt das, Michael?", fragte Manilow (r.).

Dann setzte er sich an den Flügel und sang Jacksons Ballade "Ben", während der "King of Pop" ...

... aus der ersten Reihe zuhörte. (Jackson nahm an jenem Abend übrigens acht Auszeichnungen mit nach Hause.)

Gemessen an seinen Plattenverkäufen und der Länge seiner Karriere müsste man Manilow tatsächlich zu den erfolgreichsten Sängern seiner Zeit zählen.

Aber gefühlt nach ganz oben oder gar zu einer Art Kultstatus brachte es der New Yorker nie, obwohl eine Fanbasis über Jahrzehnte treu zu ihm hielt.

Seine soften Hits wie "Mandy" und "Could It Be Magic" gehören zum Soundtrack der 70er-Jahre, ...

... Manilow selbst wurde dabei aber auch ein bisschen belächelt und seine Titel als Hintergrundmusik abgetan.

Heute ist er im leuchtenden Las Vegas, im glitzernden Showgeschäft der USA zu Hause.

75 Jahre wird Manilow am 17. Juni 2018 alt und den mal heiteren, mal melancholischen Entertainer gibt er bis heute. Zu einem seiner Instagram-Fotos von Anfang Mai 2018 heißt es: "Bei einer Barry-Manilow-Show gibt es immer etwas zu feiern!"

Mit weißem Jackett, verträumtem Blick und dem gebräunten, faltenfreien Gesicht wirkt der Mann auch mit Mitte 70, als sei er in Las Vegas unweit eines Hotel-Springbrunnens aus einer pastellfarbenen Marmorplatte geschnitzt worden.

Der als Barry Alan Pincus geborene Sänger (hier 1978) hat 13 Nummer-Eins-Hits und mehrere Platin-Alben hingelegt.

Mit sieben Jahren spielte er Klavier und Akkordeon, sein Musikstudium an der begehrten Juilliard School finanzierte er mit einem Job in der Poststelle des TV-Senders CBS. Dort wurde er musikalischer Leiter der Show "Callback", nebenher schrieb er Werbe-Jingles, unter anderem für Fast-Food-Ketten. (Bild von 1976)

Der Einstieg ins Showgeschäft gelang Manilow ...

... durch das Multitalent Bette Midler, die ihn als Pianist und Musikdirektor engagierte. Der Erfolg mit Midler sorgte dafür, dass Manilow 1973 sein erstes Soloalbum veröffentlichen konnte. (hier beide 1991)

Beim Label Arista nahm er den Pop-Titel "Brandy" auf, verwandelte ihn dann aber in die zu "Mandy" umgetaufte Ballade, um Verwechslungen mit dem gleichnamigen Hit der Band "Looking Glass" zu vermeiden. Auch die Chopin-Adaption "Could It Be Magic" schaffte es 1975 in den Charts weit nach oben.

Bei weiteren Stücken wie "I Write the Songs", "Weekend in New England" und "Looks Like We Made It" folgte Manilow demselben Erfolgsmuster: ein nachdenklicher Text und eine zunächst ruhige Klaviermelodie, ...

... die nach einem stetig aufbauenden Crescendo in allumfassender Harmonie und einer satten Portion Glückseligkeit gipfelt.

Der Sänger Manilow ist allem voran ein Showman, was sich auch daran zeigt, ...

... dass sein meistverkauftes Album bis heute die Doppel-LP "Live" (1977) mit seinen Konzertmitschnitten geblieben ist. In diesen Aufnahmen strahlt seine Energie am stärksten.

3,5 Millionen Fans zählt Manilow heute auf Facebook, bis Oktober sind in den USA (vor allem in Las Vegas) und Großbritannien rund 30 Auftritte geplant.

Seine Abkehr von butterweichen Pop-Balladen führte ihn teilweise zum Jazz und Swing, aber auch die großen Standards und Hits der vergangenen Jahrzehnte sang er ein.

Im Jahr 2017 verriet er erstmals, dass er 2014 seinen Manager Garry Kief geheiratet hatte. Die beiden sind seit mehr als 40 Jahren ein Paar. (abe/dpa)

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