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Freitag, 08. Juni 2018

Weltverbesserer mit der Kamera: Hamburg ist wieder "Hauptstadt der Fotografie"

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320 Künstler, Dutzende Institutionen und Veranstaltungen: Ein Hamburg-Besuch lohnt sich für Fotografie-Interessierte in den nächsten Wochen und Monaten besonders. Denn ... (Anton Corbijn: Henry Rollins, 1994) (Foto: Anton Corbijn)

320 Künstler, Dutzende Institutionen und Veranstaltungen: Ein Hamburg-Besuch lohnt sich für Fotografie-Interessierte in den nächsten Wochen und Monaten besonders. Denn ... (Anton Corbijn: Henry Rollins, 1994)

320 Künstler, Dutzende Institutionen und Veranstaltungen: Ein Hamburg-Besuch lohnt sich für Fotografie-Interessierte in den nächsten Wochen und Monaten besonders. Denn ... (Anton Corbijn: Henry Rollins, 1994)

... Hamburg wird in diesem Sommer und Herbst wieder zur selbsternannten "Hauptstadt der Photographie": ... (Übermut, 2Boats)

... Bei der "7. Triennale der Photographie" präsentieren sich unter dem Motto "Breaking Point" bis zum Herbst Hunderte Künstler ...

... in allen großen Museen der Stadt, in Galerien und anderen Veranstaltungsorten. Die zentrale Festival- und Eröffnungswoche läuft vom 7. bis zum 17. Juni, die Ausstellungen zum Teil bis November 2018. (Containerdorf, 2015)

Das Fotofestival geht auf eine Initiative des Fotografen und Sammlers Prof. F. C. Gundlach zurück. Es findet seit 1999 alle drei Jahre statt und wird seit 2014 von den Deichtorhallen Hamburg veranstaltet.

"Angesichts verstärkter globaler Herausforderungen - vom Klimawandel über die Flüchtlingskrise und politische Unruhen bis hin zu Cyberattacken und der Bedrohung durch Terrorismus - ... (Salvatore Vitale: How to Secure a Country, 2015-17)

... ist das Medium der Fotografie in der Lage, einen visuellen Schwerpunkt auf solche Probleme zu legen", sagte der künstlerische Leiter Krzysztof Candrowicz (l.) bei einer Pressekonferenz zur Triennale am 6. Juni (neben ihm Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda, SPD).

Die einzelnen Ausstellungen laufen unter anderem unter den acht Begriffen "ENTER" ... (Mandy Barker: Soup - Bird's Nest)

..."SPACE" ... (Maciej Dakowicz, Ohne Titel, aus der Serie: Cardiff After Dark, 2005-2011, 25. November 2007)

... "HOME", ... (Janet Delaney, Helen und ihr Ehemann, Chester, Helen Cafe, 1980)

..."SHIFT", ... (Calla Henkel & Max Pitegoff, Untitled 2018)

... "CONTROL", ... (Mårten Lange: Circle of Man, 2015)

... "RETURN" ... (Lotte Jacobi: Claire Bauroff, Tänzerin, Berlin, circa 1928)

... und "DELETE". (Hanns-Jörg Anders, Unruhen in Nordirland, Londonderry, 1969)

Diese Begriffe sind bekannt als Befehle der Computertastatur, aber hier stehen sie für viel weiter gefasste Aussagen. ("SPACE": Siegfried Hansen, Hamburg, 2006, aus der Serie: Hold The Line, 2002–2014)

"SPACE" etwa, beheimatet im Haus der Photographie in den Deichtorhallen, zeigt "Street. Life. Photography. Street Photography aus sieben Jahrzehnten". (Bild: Fotograf Siegfried Hansen in dieser Ausstellung)

Zu sehen sind hier 50 Künstler mit etwa 350 Arbeiten. (Fotograf Mario Cuic in "SPACE")

Zeitgenössische Fotografien etwa von Ahn Jun (im Bild) ...

... treffen auf Ikonen der Fotografiegeschichte und Klassiker der Street Photography wie Martin Parr (im Bild).

"SPACE" ist in sieben thematische Gruppen gegliedert: Street Life, Crashes, Public Transfer, Urban Space, Lines and Signs, Anonymity und Alienation. (Andreas Herzau, Girl, aus der Serie: Moscow Street, 2008)

"SPACE" im Haus der Photographie läuft vom 8. Juni bis 21. Oktober 2018. (im Bild: Werke von Michael Wolf)

Zum Thema "Kontrolle" zeigt etwa Thomas Demand das leere Oval Office des US-Präsidenten. (Presidency I, 2008)

Die Ausstellung "CONTROL" über Politik, Wirtschaft und Macht ... (Barbara Probst: Exposure #71a: N.Y.C., Crosby & Broome Streets 2009) ...

... wird in der Hamburger Kunsthalle gezeigt, vom 7. Juni bis 28. August 2018.

"HOME" sammelt Arbeiten von Künstlern, die sich mit der Zerstörung vieler Formen des Zuhauseseins auseinandersetzen. So beschreibt Andrea Diefenbach in ihrer Arbeit "Land ohne Eltern" die Problematik der Arbeitsmigration in Moldawien ... (Baby, aus der Serie "Land ohne Eltern", 2008-10)

... und der mexikanische Künstler Jorge Taboada das Elend in den Vorstädten (Alta Densidad, Escobedo). "HOME" über Zugehörigkeit, Sicherheit, Migration und Nomadentum wird im öffentlichen Raum gezeigt, vom 8. Juni bis 26. August.

Bei "DELETE" geht es um Auswahl und Zensur im Bildjournalismus. Hier sieht man auch das Werk des bekannten deutschen Fotojournalisten Thomas Hoepker: Hauptstraße in Montgomery, Alabama, 1963.

Die Ausstellung "DELETE" läuft vom 8. Juni bis 25. November 2018 im Museum für Kunst und Gewerbe. (Ryuichi Hirokawa, Frau mit dem Foto einer Angehörigen, 1982)

Bei "RETURN" geht es um Wurzeln, Erbe und das Lernen von der Vergangenheit - mit dem "Breaking Point 1918". Zu sehen ist hier unter anderem die Arbeit der Fotolegende Martin Munkacsi (Der kategorische Imperativ, Berlin 1931).

Das Altonaer Museum zeigt "RETURN" vom 8. Juni bis zum 13. August. (Alex Stöcker: Stresemann, Ebert, Marx, Berlin 1924)

Persönliche Veränderung, Paradigmenwechsel und Abwechslung hat "SHIFT" zum Thema, zu sehen vom 7. Juni bis 9. September im Kunstverein. (Calla Henkel und Max Pitegoff: Untitled 2018)

"ESCAPE" beschäftigt sich mit Umweltveränderungen und ökologische Notlagen und läuft vom 7. bis 17. Juni im Museum für Völkerkunde. (Constanze Flamme, aus der Serie "The canary in the coal mine - an incomplete Atlas of a momentum")

"ENTER" wiederum zeigt 15 Künstler, deren Arbeiten sich mit sozialen, politischen und ökologischen Themen auseinandersetzen, mit gesellschaftlichen Strukturen und Machtmissbrauch. (Gabor Arion Kudasz: Human. XIX Substandard wet clay blocks, Gura Ocnit ei, Romania, 2014-16)

Diese Schau wird vom 8. bis 17. Juni 2018 im Festivalzentrum gezeigt. Sie dient als Einführungsausstellung zur 7. Triennale und ist Teil des Container Festival Centers auf dem Platz der Deichtorhallen. (Screening im Festivalzentrum, 2015)

Neben den genannten Ausstellungen unter den acht Begriffen gibt es noch viele weitere, auch hochkarätig besetzte - so etwa im Bucerius Kunst Forum eine umfassende Schau zur Fotografenlegende ...

... Anton Corbijn. Er prägt seit über vier Jahrzehnten mit seinen ikonischen Porträts das Image ...

... von Bands und Musikern wie Joy Division, Depeche Mode, Tom Waits, U2 oder den Rolling Stones. Hier sein Porträt von Mark Bolan, Sänger von T. Rex. (Bolan 2, Strijen, Holland, 2002)

Die zweiteilige Ausstellung umfasst 119 analog entstandene Arbeiten, darunter bisher unveröffentlichte. Neben 77 Musikerporträts im ersten Teil, meist durch Aufträge entstanden, sind im zweiten freie Arbeiten zu sehen wie dieses Friedhofsbild. (Untitled #16, Serie Cemeteries, Italien, 1982)

Schließlich noch ein Projekt der Fotografen Claudius Schulze und Maciej Markowicz: "2BOATS" ist ihre schwimmende Fotografie-Plattform. Beide fuhren unter der Flagge der Triennale und des Übermut Projects ein Jahr lang durch Flüsse und Kanäle Europas. Sie beschäftigten sich während ihrer Reise mit den Themen Umwelt und Urbanität.

Claudius Schulzes Boot "Die Eroberung des Unwahrscheinlichen" diente für Treffen, Workshops, Künstlergespräche und Diskussionen. Maciej Markowicz präsentiert sein Boot als eine schwimmende Camera Obscura, die als begehbare Kunstinstallation zu Flussfahrten einlud. (Kevin McElvaney: 2Boats, Paris)

Sie passen damit hervorragend zum Hamburger Fotofestival, denn das hat sich zum Ziel gesetzt, mit dem Publikum in einen Dialog zu treten, zum Handeln anzuregen und Veränderungen zu initiieren. "Die Künstler leisten einen wertvollen Beitrag, um die Welt etwas besser zu machen", sagte dazu der Intendant der Deichtorhallen, Dirk Luckow. (abe)

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