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Donnerstag, 19. April 2018

Traumkarriere mit dunklen Seiten: James Franco - vom Liebling zum "bad guy"

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Als strahlender Sieger stand James Franco Anfang Januar 2018 auf der Golden-Globe-Bühne. Denn dort ... (Foto: imago/ZUMA Press)

Als strahlender Sieger stand James Franco Anfang Januar 2018 auf der Golden-Globe-Bühne. Denn dort ...

Als strahlender Sieger stand James Franco Anfang Januar 2018 auf der Golden-Globe-Bühne. Denn dort ...

... wurde der Schauspieler zum besten Hauptdarsteller in einer Komödie gekrönt. In "The Disaster Artist" glänzte er in der Rolle ...

... des exzentrischen Regisseurs Tommy Wiseau (links neben Franco: der echte Wiseau). Der Film, bei dem Franco auch Regie führte, ...

... erzählt die Entstehungsgeschichte des Streifens "The Room", der von Wiseau inszeniert wurde und im englischsprachigen Raum Kultstatus hat - und zwar als schlechtester Film aller Zeiten.

Doch für Franco, der am 19. April 2018 40 Jahre alt wird, schlug die Freude schnell in ein Desaster um. Aus Solidarität ...

... mit der #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Übergriffe trug er einen "Time's Up"-Button am Revers. Prompt meldeten sich die Schauspielerinnen Violet Paley und Sarah Tither-Kaplan auf Twitter ...

... mit Anschuldigungen von sexueller Nötigung oder Belästigung zu Wort. Auch frühere Schauspiel-Schülerinnen hielten Franco vor, er habe seine Macht genutzt und sie bedrängt. "Netter #TIMESUP pin James Franco. Erinnerst du dich, als du meinen Kopf im Auto in Richtung deines entblößten Penis drücktest?", schrieb Paley auf Twitter.

Die Vorwürfe seien "nicht korrekt", verteidigte sich Franco wenig später in einer Talkshow. Sollte er etwas falsch gemacht haben, wolle er es aber wiedergutmachen, sagte er in der "Late Show". Er unterstütze Menschen, die Missstände ansprechen und wolle sie "in keiner Weise zum Schweigen bringen".

Doch der Schaden war nicht mehr abzuwehren. Kurz nach der Globe-Gala sagte die "New York Times" eine mit Franco geplante Veranstaltung ab. Mitten in der Preis-Saison tauchte der frühere Hollywood-Liebling unter.

Der Verleihung der "Critics' Choice Movie Awards" Mitte Januar blieb er fern, seine Trophäe als bester Komödienschauspieler nahm ein Kollege stellvertretend entgegen. (Im Bild: Gal Gadot und Patty Jenkins, Gewinnerinnen des Preises für den besten Actionfilm "Wonder Woman")

Auch die Oscar-Chancen, die ihm Filmkritiker zuvor eingeräumt hatten, waren keine mehr. Für sein gefeiertes "Disaster Artist"-Werk gab es am Ende nur eine Drehbuch-Nominierung.

"Basic Instinct"-Star Sharon Stone (l.), die in Francos Film eine Nebenrolle spielt, nahm ihn Mitte März gegen Belästigungsvorwürfe in Schutz. Er sei der "liebenswürdigste und netteste" Mann und sie sei völlig entsetzt, dass er nun als "bad guy" angeprangert werde, sagte Stone. Sie würde die #MeToo-Bewegung unterstützen, man müsse Vorwürfe aber rational prüfen.

Bisher gab es in Francos Bilderbuch-Karriere nur wenige Stolpersteine. (Bild: im Januar 2001 mit Willem Dafoe)

Der in Palo Alto als ältester von drei Brüdern geborene Kalifornier wurde als cooles Multitalent gefeiert. (2010 mit seinem Buch "Palo Alto")

Von "Spider Man" ... (2001, mit Kirsten Dunst)

... über "127 Hours" (2011) ...

... bis zu "The Interview" (2014) hat er in mehr als 50 Filmen mitgespielt.

Bei der Berlinale 2015 war er gleich mit drei Filmen vertreten. In Werner Herzogs (r.) Drama ...

... "Königin der Wüste" spielte er den unglücklichen Liebhaber von Gertrude Bell, dargestellt von Nicole Kidman.

In Wim Wenders 3D-Film "Every Thing Will Be Fine" hatte er die Hauptrolle des Schriftstellers, ...

... der ein Kind überfährt und an seinen Schuldgefühlen fast zerbricht. An seiner Seite: Charlotte Gainsbourg als Kate, die Mutter des Kindes.

Und bei der Schwulengeschichte "I am Michael" trat er als Schauspieler und Produzent gleichzeitig auf. "Am tollsten ist natürlich, Regie zu führen, weil man da alles selbst in der Hand hat. Ich hoffe, mehr davon machen zu können", sagte er damals.

Eigentlich wollte er mit 18 Jahren in Los Angeles Literatur studieren, doch dann packte ihn das Schauspielfieber.

Er jobbte in einem Fast-Food-Laden. Im Gespräch mit Kunden probierte er nach eigenen Angaben verschiedene Akzente aus, darunter den italienischen, russischen und irischen. Nach drei Monaten bei der Burger-Kette ...

... habe er einen Werbespot-Auftrag für eine Pizzakette bekommen. "Von da an konnte ich von meiner Schauspielerei leben." (Bild: 1999 in "Freaks und Geeks")

Seinen Durchbruch feierte Franco mit der Hauptrolle in dem Fernsehfilm "James Dean", ...

... die ihm 2002 die erste Golden-Globe-Trophäe einbrachte.

In der Comic-Verfilmung "Spider-Man" war er Freund und Bösewicht Harry Osborne, ...

... in der Filmbiografie "Milk" ...

... der Liebhaber von Sean Penns Figur Harvey Milk, ...

... in "Eat Pray Love" der junge Lover an der Seite von Julia Roberts.

Als eingeklemmter Kletterer, der sich den Unterarm abtrennen muss, kämpfte Franco in "127 Hours" ums Überleben.

Das brachte ihm 2011 eine Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller ein.

Im selben Jahr stand er an der Seite von Anne Hathaway als Moderator bei der 83. Oscarverleihung auf der Bühne.

Dabei machte er allerdings keine gute Figur. Sein oft gelangweilt wirkender Auftritt wurde böse zerrissen.

Aber er hat derzeit zu tun: Für die zweite Staffel der Fernsehserie "The Deuce" wurde Franco Ende März beim Dreh in New York gesichtet. "Er macht sich wieder an die Arbeit", schrieb Etonline.com.

In der gefeierten HBO-Serie über die New Yorker Pornoindustrie in den 1970er-Jahren hat Franco eine Doppelrolle als die Zwillingsbrüder Frankie und Vincent Martino. (im Bild: erste Staffel, mit Maggie Gyllenhaal, r.)

An der Rückkehr von Franco ist kaum zu zweifeln. Die Filmdatenbank Imdb.com ...

... listet diverse laufende Projekte, viele davon schon abgedreht, an der Seite von Stars wie Kate Winslet, Gerard Butler und Dennis Quaid. Sein Karriereknick ist also wohl nicht allzu tief. (abe/dpa)

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