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Donnerstag, 07. Dezember 2017

Chanel-Show in der "Elphi": Karl, der alte Pfeffersack

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Na, wen hat Lars Eidinger - mit Perlchen und Nagellack - da entdeckt? (Foto: dpa)

Na, wen hat Lars Eidinger - mit Perlchen und Nagellack - da entdeckt?

Na, wen hat Lars Eidinger - mit Perlchen und Nagellack - da entdeckt?

Eine liebe Bekannte, ...

... die Kristen Stewart. Ihres Zeichens Chanel-Muse und Werbe-Ikone von Meister Lagerfeld.

Die Gelegenheit für ein Selfie in der Elbphilharmonie mit Tatjana Patitz bietet sich so schnell sicher nicht wieder, denkt sich diese Dame und nutzt ihre Chance.

Sollte Schauspielerin Sandra Hüller hier etwa tatsächlich andeuten, dass noch ein Plätzchen frei ist? Unmöglich, die Show war komplett ausgebucht.

Die Schauspielerinnen Nana Ouyan und Tilda Swinton posieren noch ein wenig im Großen Saal, bevor es losgeht.

Und auch Christiane Paul und Johanna Wokalek, ...

... genauso wie Lily-Rose Depp, ...

... zarte 18 und bereits eine Chanel-Diva, posieren noch ein wenig, bevor ...

... die heiß begehrten Plätze eingenommen werden konnten.

Hier möchte jemand inkognito bleiben.

So richtig locker nimmt das seriöse Event anscheinend nur Hudson Kroenig, der Patensohn von Karl Lagerfeld, ...

... der nicht das erste Mal für seinen berühmten Onkel als Model läuft.

Er, der Onkel, bleibt ein Hamburger Jung. "Hamburg gehört zu meinen Farben, die mich zu dem gemacht haben, was ich bin", sagte der Designer nach seiner exklusiven Modenschau für Chanel.

Den Namen der Hansestadt spricht der seit Jahrzehnten in Paris lebende Maestro immer noch aus, wie das an der Waterkant üblich ist: "Hamburch".

"Die Idee mit der Elbphilharmonie kam schon, als ich das Ding zum ersten Mal gesehen habe. Als ich die Baustelle und die Pläne gesehen habe. ...

... Wissen Sie, Berlin für Chanel ist nicht das Ideale. Und ich bin nun einmal Hamburger", erklärte der Maestro.

Und so huldigte er mit dieser im Zeichen der Handwerkskunst der Ateliers stehenden "Métiers d'Art-Kollektion" der Hansestadt und ihrem spektakulären Gebäude.

Wenn auch das französische Modehaus woanders schon aufwändige Dekorationen errichtete, blieb die "Elphi" unverändert. Die atemberaubende Architektur reichte als Kulisse. Zu Beginn der Schau spielte ein Kammerorchester den Shanty-Klassiker "La Paloma".

Hans Albers ließ grüßen, auch bei den Entwürfen, die zunächst den Hafen beschworen. Die Models trugen Kapitäns-Look.

Chanel hat auch immer einige Männer dabei, und die wirkten wie erfahrene Seebären in ihren Zopfstrickvarianten des dunkelblauen Troyers, dem Wind- und Wetterpullover des Nordens. Auch wenn Hamburger Jungs wie Jan Delay sich meist im Stil treu bleiben.

Die Frauen trugen dazu hochhackige Schuhe, Strickleggings und coole Seemanns-Rucksäcke.

Doch es gab auch die diskrete bourgeoise Eleganz der Hanseatinnen ...

... mit feinen Tweedkostümen, mit breitem Matrosenkragen und gerne in britischen Karos.

Oder als superelegante Smokings mit Culotte-Hosen ...

... und mit schwarzem Tüll.

Daneben ein Schuss Herbertstraße mit "leichten Mädchen" in kurzen Röckchen und etwas Glitzer.

Accessoire der Stunde war die "Prinz Heinrich"-Mütze, feminin aufgemotzt durch lange schwarze Seidenbänder oder einen zarten schwarzen Schleier.

Die Mütze, allerdings ohne Schleier und Bänder, trug Helmut Schmidt schon immer gerne.

"Der Schleier erinnert auch an den Nebel hier", so Lagerfeld. "Das Band mit der Schleife ist das, was man in Frankreich ...

... eine 'Casquette de Parité' nennt, halb Mann, halb Frau."

Es war das erste Mal, dass der Große Saal des Konzerthauses als Laufsteg genutzt wurde - eine besondere Premiere also. Die "Métiers d'Art" sind eine sogenannte "Zwischenkollektion". Sie werden jenseits der Fashion Weeks an besonderen Orten in Szene gesetzt.

Vor drei Jahren etwa zog es Lagerfeld ins Salzburger Schloss Leopoldskron. In Hamburg bestand die Schwierigkeit vor allem im zeitlichen Ablauf. "Es ist nicht so schwierig, in einem Konzertsaal zu arbeiten", sagte Bruno Pavlovsky, Global President des Modebereichs bei Chanel.

"Herausfordernd ist hier vor allem die Planung um den Konzertbetrieb herum." Der sollte schon am Tag danach wieder normal laufen.

Am 6. Dezember jedoch fand noch nicht einmal im Kleinen Saal ein Konzert statt. Ursprünglich sollte dort ein Barockorchester spielen, doch dies wurde auf den 23. Dezember verschoben. Und sogar das Parkhaus war für "normale Gäste" wegen Chanel gesperrt worden.

Hamburg schien in einem regelrechten "Karl-Fieber". Schaulustige warteten in Menschentrauben vor der "Elphi", um einen Blick auf die prominenten Gäste zu erhaschen.

Die fuhren allerdings in abgedunkelten Limousinen direkt in das Gebäude.

Am Ende hatte sich der ganze Aufwand gelohnt.

Karl, die Mannequins und das Orchester wurden gefeiert.

Und Lagerfelds neunjähriger Patensohn Hudson Kroenig, der bei der Schau als Model mitlief, turnte munter herum und rief: "It was fun". Es war ein großer Spaß.

Doch bei aller Liebe zu seiner Geburtsstadt konnte sich Lagerfeld dann doch eine kleine Spitze über die Hamburger Kaufleute nicht verkneifen: "Ich kann die Pfeffersäcke verstehen. Im Grunde bin ich auch ein Pfeffersack. Nur bin ich nicht geizig."

Dann nächstes Mal vielleicht doch in Berlin? In Charlottengrad sitzt die Kohle ja nicht so fest ... (soe/dpa)

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