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Montag, 05. März 2018

Fisch-Verliebte und Penis-Witze: Oscars bringen die Farbe zurück

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... Mark Bridges, der seinen Oscar für das Kostümdesign in "Der seidene Faden" am Ende auf dem 17.999 Dollar teuren Jet-Ski und in Rettungsweste nach Hause fahren darf. (Foto: REUTERS)

... Mark Bridges, der seinen Oscar für das Kostümdesign in "Der seidene Faden" am Ende auf dem 17.999 Dollar teuren Jet-Ski und in Rettungsweste nach Hause fahren darf.

Das pompöse Hollywood ist zurück: Nach Skandalen und Kritik amüsiert Moderator Jimmy Kimmel bei den Oscars in einer prunkvollen Show mit gepfefferter Selbstironie. "Jeder einzelne dieser funkelnden Steine symbolisiert ein Stück unserer Demut."

Schon vor den spektakulären Preisvergaben kehrt die Farbe auf den roten Teppich zurück. Nach den Protesten bei den "Golden Globes" hängen viele Stars ihre schwarzen Kleider wieder in den Schrank. Inhaltlich bleibt das Thema Sexismus in Hollywood aber omnipräsent, ...

... denn auch in kräftige Farben gekleidet, positionieren sich nicht nur Schauspielgrößen wie Meryl Streep für mehr Gleichberechtigung und Diversität.

Die beste Nebendarstellerin des Vorjahres, Viola Davis, zieht in knalligem Pink viele Blicke auf sich.

Und auch Jennifer Lawrence präsentiert sich in funkelnder Pracht, kurz nachdem sie angekündigt hat, vorübergehend weniger am Filmset zu arbeiten, um junge Menschen an politisches Engagement heranzuführen.

Whoopie Goldberg trägt ein ausladendes Blumenkleid und macht mit roter Schleife auf den Kampf gegen Aids aufmerksam, ...

... während abseits des roten Teppichs Janelle Monae die modische Extravaganz zurückbringt.

Doch auch in schlichtem Weiß lässt sich die pure Eleganz durch Beverly Hills tragen, wenn man Jane Fonda ist ...

... oder eben Timothée Chalamet. Der 22-Jährige ist nicht nur für den Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert (den dann allerdings Gary Oldman abstaubt), sondern verleitet mit seinem strahlend weißen Anzug sogar Moderator Kimmel zu einem Lob seiner Stilsicherheit.

Deutlich bunter geht es dagegen im großen Gewinnerfilm des Abends zu. Guillermo del Toros "Shape of Water" erzählt eine fantastisch märchenhafte Liebesgeschichte zwischen einer gehörlosen Frau und einem mysteriösen Fisch-Mensch-Wesen. Auch hier findet Kimmel einen Ansatzpunkt für bissig-humorige Sexismus-Kritik, als er das Jahr ausruft, "in dem wir Männer es so gründlich versaut haben, dass die Frauen anfingen, sich in Fische zu verlieben".

Vielleicht hat sich vom fisch-verliebten Thema des Abends auch Betty Gabriel aus "The Walking Dead" zu ihrem Kleid inspirieren lassen?

Lindsay Vonn hängt den olympischen Skianzug in den Schrank und denkt im Abendkleid darüber nach, sich vielleicht auch einmal als Schauspielerin zu versuchen.

Eine andere Größe des Weltsports ist den Weg in die Filmindustrie bereits gegangen: Kobe Bryant punktet nicht mehr mit Körben, ...

... sondern räumt mit seinem animierten Kurzfilm "Dear Basketball" jetzt auch noch einen Goldjungen ab.

Ihm hätte dieser Jet-Ski sicher gut zu Gesicht gestanden. Dafür verliert er aber zu viele überschwängliche und begeisterte Worte. Das schmucke Gefährt wird zu Beginn der Show von Helen Mirren präsentiert und als Preis ausgelobt - für die kürzeste Dankesrede.

Heißer Anwärter auf den Jet-Ski wäre wohl der einzige deutsche Preisträger des Abends gewesen. Gerd Nefzer (2. v. r.) gewinnt mit seinen Spezial-Effekte-Kollegen von "Blade Runner 2049" den Oscar und beschränkt sich auf drei knackige Worte: "Danke, Germany! Great!" Da hatten nur leider seine Mitstreiter die Redezeit schon strapaziert.

Eine wahrhaft historische Performance liefert Mary J. Blige, die stimmgewaltig ihren nominierten Titelsong zu "Mudbound" auf die Bühne bringt, während im Hintergrund Bilder ihrer ebenfalls nominierten Nebenrolle in demselben Film laufen. Nie zuvor schaffte eine Künstlerin diese Kombination.

Wie erwähnt, wird Gary Oldman als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet - für seine Darstellung von Winston Churchill im Kampf gegen Nazi-Deutschland. Auch die Maskenbildner von "Die dunkelste Stunde" haben Herausragendes geleistet.

Mit seinem Regiedebüt, dem sozialsatirischen Horrorfilm "Get Out", schreibt Jordan Peele schon bei den Nominierungen Geschichte. Vor ihm wurden nur drei Personen bei ihrem ersten Anlauf in den großen Kategorien "Bester Film", "Originaldrehbuch" und "Regie" nominiert. Sein Hauptdarsteller beglückwünscht Peele am Ende dazu, der erste Schwarze zu sein, der das beste Drehbuch des Jahres geschrieben hat.

Frances McDormand versetzt das Publikum in helle Begeisterung, als sie sich für ihre Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin nicht selbst feiern lässt, sondern kurzerhand alle nominierten Frauen bittet, sich zu erheben. Meryl Streep klatscht Beifall, der ganze Saal stimmt ein.

Moderator Jimmy Kimmel geht auf seine Art einen ähnlichen Weg, als er den idealtypischen Goldjungen zum neuen Mustermann Hollywoods erhebt: "Der hält seine Hände immer schön still. Und das Beste: Er hat gar keinen Penis. Von ihm bräuchten wir hier ein paar mehr."

Weniger politisch aber nicht minder unterhaltsam fällt Kimmels Ausflug ins Nachbarkino aus. Mit einem Haufen freiwilliger Superstars - wie Gal Gadot - im Schlepptau überrascht er die ahnungslosen Filmfreunde von nebenan ...

... samt Süßigkeiten und ...

... Hot-Dog-Kanone. Der ganze Spaß wird im Dolby Theatre live übertragen, bevor sich dort die kunterbunte Show weiter von einem Höhepunkt zum nächsten schwingt.

Laut und knallig geht es dort noch einmal zu, als in schrillen Farben der spätere Sieger-Titelsong des Animationsfilms "Coco - Lebendiger als das Leben!" ekstatisch von der Bühne schwappt.

Für deutlich stillere, aber nicht weniger große Gefühle sorgt Rachel Shenton, als ihr Kurzfilm "The Silent Child" ausgezeichnet wird und sie ihre Rede eigenhändig in Zeichensprache übersetzt. Doch auch dabei verliert sie mehr Worte als ...

... Mark Bridges, der seinen Oscar für das Kostümdesign in "Der seidene Faden" am Ende auf dem 17.999 Dollar teuren Jet-Ski und in Rettungsweste nach Hause fahren darf.

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