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Mittwoch, 17. Oktober 2018

Zum Tod von Mel Ramos: Pop-Art mit Hang zur weiblichen Nacktheit

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Mel Ramos gehörte zu den letzten bekannten Vertretern der Pop-Art. (Foto: imago/Thomas Frey)

Mel Ramos gehörte zu den letzten bekannten Vertretern der Pop-Art.

Mel Ramos gehörte zu den letzten bekannten Vertretern der Pop-Art.

Am Sonntag ist er im kalifornischen Oakland nahe San Francisco gestorben.

Berühmt wurde der US-Amerikaner mit der immer wiederkehrenden Kombination nackter Frauen ...

… mit aus der Werbung bekannten Produkten, ...

... die er dann auf die Leinwand brachte. Pin-Ups mit Kaugummis, ...

... Frauen, die sich aus Schokoriegelpapier schälen, ...

… mal mit einer Ketchup-Flasche posieren …

… oder auch lässig auf einer Zigarre liegen.

Seit Mitte der 1960er-Jahre gehörten diese Darstellungen zu den Lieblingsmotiven des Kaliforniers.

Immer wieder variierte er sie, spitzte sie weiter zu, überhöhte sie bis zur Ironie.

Angefangen hatte Ramos allerdings mit anderen Motiven: Superhelden aus Comics zieren seine ersten Gemälde, …

… die er seit Ende der 50er-Jahre schuf: von Superman …

… bis Wonder Woman.

Damals arbeitete Ramos (hier im Jahr 1950), der 1935 in Sacramento geboren wurde, nach seinem Kunststudium noch als Lehrer an High Schools.

Doch die Pop-Art, die Künstler wie Andy Warhol und Roy Lichtenstein (r., mit Ramos) damals bekannt machten, ließ ihn nicht mehr los.

Bald gehörte er zu den bekanntesten Vertretern der neuen Kunstrichtung, …

… die Alltagsgegenstände und Werbemotive der 60er-Jahre in ihren Gemälden verarbeitete.

Ramos kombinierte die Konsumgüter mit den damals - und heute wieder - populären Pin-Up-Girls.

Über die Jahre probierte er aber auch immer wieder neue Variationen aus, indem er etwa die Produkte durch Tiere ersetzte und …

… die Pin-Ups so in einen völlig neuen Kontext setzte.

Er ersetzte nackte Frauen in klassischen Gemälden durch Pin-Ups, …

… persiflierte das berühmte Motiv von Leda und dem Schwan, …

… spielte auf Gemälde des Impressionisten Pierre Bonnard an oder …

… nahm Bezug auf Werke von Willem de Kooning und …

… Andy Warhol.

Oder er blickte durchs Schlüsselloch auf Marilyn Monroe.

Pin-Ups und Aktbilder sind der rote Faden, …

… der sich durch das Werk von Ramos zieht.

Schon in den Sechzigern gab es immer wieder auch Kritik an seinen Arbeiten. Feministinnen fanden die Motive sexistisch, die Posen provokant bis vulgär.

Ramos selbst sah sich aber nicht als "Zeitkritiker", sondern als "Beobachter", wie er 2010 in einem Interview mit dem deutschen Journalisten Hans-Joachim Müller sagte.

"Ich will keine Gender-Debatten führen (...) Ich habe auch Männer porträtiert, aber in der Hauptsache stimmt es, ich bin am weiblichen Körper interessiert. Warum? Was soll ich dazu sagen? ...

... Ich liebe Frauen, ich bin ein gesunder, männlicher Amerikaner. Frauen sind Gegenstand meiner Begierde, das ist die Wahrheit."

Ramos hat mehr als 50 Jahre lang gemalt, hatte Hunderte Einzel- und Gruppenausstellungen, veröffentlichte etliche Bücher. Er wurde 83 Jahre alt.

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