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Sonntag, 11. Februar 2018

"Sie waren wirklich cool": Rolling Stones auf dem Weg zum Weltruhm

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"Breaking Stones - 1963-1965, Eine Band auf der Schwelle zum Weltruhm" ist bei Emons erschienen, gebunden, 240 Seiten, 200 Abbildungen, 39,95 Euro. (Foto: Emons Verlag)

"Breaking Stones - 1963-1965, Eine Band auf der Schwelle zum Weltruhm" ist bei Emons erschienen, gebunden, 240 Seiten, 200 Abbildungen, 39,95 Euro.

Als die Rolling Stones anfingen, die Welt zu erobern, wurden sie von zwei jungen Fotografen - Terry O'Neill und Gered Mankowitz - begleitet. Was sie auf Bildern festhielten, ist zu sehen in "Breaking Stones 1963 - 1965". Die Fotos werden ergänzt durch Zitate und Zeitungsartikel aus jener Zeit.

"Die Kerle, die da die Straße runtergehen, das sind wir: 'Ey, guck dir diese scharfen Jungs an.' Wir tragen alle Beatles-Boots. Sobald wir das erste Mal ernsthaft Bares verdient hatten, sind wir los und haben neue Gitarren und Beatles-Boots gekauft. Das war der Knaller. Das war das Ding. Du hast es geschafft! Ich kaufte mir diesen brandneuen Koffer. Es war der erste Koffer, den ich je besessen habe", so wird Keith Richards zitiert. Im Bild: die Rolling Stones in Soho, London im Januar 1964.

Terry O'Neill, selbst kaum älter als die Band (er ist Jahrgang 1938), erzählt: "Ich war erst ein paar Jahre im Geschäft, als ich die Rolling Stones traf. Ich war der Jüngste unter den Fleet-Street-Fotografen. Andrew Loog Oldham rief an und bat mich, einen Blick auf die neue Band zu werfen, die er managte. ...

... Man konnte sofort sehen, dass diese Typen anders waren. Sie waren wirklich cool." (Die Rolling Stones vor dem Tin Pan Alley Club in London, 1963)

Die rosafarbene Decke war aber gar nicht cool, sondern scheußlich - das Foto wurde denn auch in Schwarz-Weiß veröffentlicht, erinnert sich O'Neill. (Mick Jagger 1964)

Ihr Manager Andrew Loog Oldham nahm die Jungs hart ran, ständig mussten sie Interviews geben oder für Fotos posieren - oft in der Öffentlichkeit, um Aufsehen zu erregen, so wie hier im Londoner Regent's Park im Juli 1964.

"Es war wie in einem Dampfkessel. Es gab keine Freizeit damals. Drei oder vier Jahre lang hatten wir vielleicht zehn Tage oder zwei Wochen frei im ganzen Jahr. In dem Alter hast du nonstop Energie und wenn es dann läuft und du bist in der Spur, dann bemerkst du gar nicht, wie hart es ist", sagte Keith Reichards, hier 1963 in einem Studio der BBC kurz vor einem Fernsehauftritt.

Auftritte in TV-Shows machten die Rolling Stones einem größeren Publikum jenseits der Klubs und Musikmagazine bekannt - hier ist die Band bei einer Probe für die TV-Musikshow "Thank Your Lucky Stars" bei ABC im Jahr 1964.

"Ich durfte mit zu allen möglichen Fernsehshows, machte Schnappschüsse während der Proben, backstage - einfach überall. Es war in den frühen 1960ern nicht ungewöhnlich, so freien Zugang zu haben, völlig anders als heute, wo alles überkontrolliert ist", erzählt O'Neill. (Mick Jagger und Brian Jones in der Kantine eines Fernsehstudios, 1964)

Der Fotograf Gered Mankowitz war sogar erst 18, 19 Jahre alt, als er seine Arbeit mit den Rolling Stones 1965 begann.

Er begleitete sie auf ihrer USA-Tournee und gestaltete mehrere Albumcover. An seinen Fotos und den Kommentaren kann man ablesen, wie krass unterschiedlich das Musikgeschäft und die Konzerte im Vergleich zu heute abliefen: ...

... "Bei so gut wie jedem Auftritt kam jemand - Polizei, Security, Hallenbesitzer, örtlicher Veranstalter - in die Garderobe, um mit der Band über das Publikum zu sprechen. Schon bevor die Band auf die Bühne ging, war klar, dass die Fans 'zu erregt' waren, und sie wurden ermahnt, sie nicht zum Schreien oder Tanzen zu ermutigen. Keiner wusste, wie man mit tausend oder mehr schreienden Teenagern umgehen sollte."

"Die Säle waren voll mit tobenden Kids und die Polizei hatte keine Ahnung, was sie machen sollte. Ein Anzeichen von Kreischen, ein Versuch aufzustehen, sofort rannten Polizei oder Security los. Wenn jemand auf die Bühne stürmen wollte, wurde die Show unterbrochen. Der Polizeichef oder Feuerwehrchef kam auf die Bühne und redete wie ein Schuldirektor auf das Publikum ein: "Wenn ihr nicht auf euren Sitzen bleibt, werden wir das Konzert abbrechen.' Und dann ...

... kam wieder Mick auf die Bühne und wackelte mit dem Hintern", erinnert sich Mankowitz. Heute unvorstellbar - noch dazu, wenn man bedenkt, welche unglaublich elektrisierende Wirkung diese neue Musik auf das jugendliche Publikum gehabt haben muss, und dann soll es still sitzenbleiben ...

"Vor dem Geld und dem Druck war da einfach nur die Begeisterung, dabei zu sein und Teil der Bewegung. Ich empfinde das immer noch so. Kann gar nicht wirklich rational drüber nachdenken, aber es war eine erstaunliche Zeit. Gott sei Dank war ich dabei", so Keith Richards im Rückblick.

"Breaking Stones - 1963-1965, Eine Band auf der Schwelle zum Weltruhm" ist bei Emons erschienen, gebunden, 240 Seiten, 200 Abbildungen, 39,95 Euro.

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