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Freitag, 01. Oktober 2010

Comeback oder Untergang?: Stars und Sternchen aus der DDR

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… sondern immer wieder auch Schauspieler, Moderatoren und Entertainer aus der DDR, die im wiedervereinigten Deutschland den Neuanfang geschafft haben. (Text: Markus Lippold) (Foto: picture alliance / dpa)

… sondern immer wieder auch Schauspieler, Moderatoren und Entertainer aus der DDR, die im wiedervereinigten Deutschland den Neuanfang geschafft haben. (Text: Markus Lippold)

Wende und Wiedervereinigung hinterließen in den Biografien aller Ostdeutschen tiefe Spuren. Innerhalb weniger Monate veränderten sich die gesellschaftlichen Verhältnisse grundlegend, nicht wenige Menschen standen vor einem kompletten Neuanfang.

Das galt natürlich auch für Schauspieler, Moderatoren und Entertainer. Wurden sie in einem Jahr vom Publikum noch zu Fernsehlieblingen gewählt, mussten sie im nächsten ihre Haut buchstäblich zu Markte tragen. Die sicheren und staatlich vergebenen Rollenangebote fielen weg, viele mussten sich umorientieren oder einfach kleinere Brötchen backen.

Gerade die ersten Jahre waren eine Orientierungsphase mit vielen Rückschlägen. Erst mit der Zeit kehrten DDR-Schauspieler wieder auf Mattscheibe und Kinoleinwand zurück. Schließlich war die DDR verschwunden, nicht aber deren Publikum, das wieder altbekannte Gesichter sehen wollte. Neben Karrieren, die endeten, stehen deshalb solche, die weitergingen oder erst richtig begannen.

Einer der bekanntesten DDR-Mimen, Erwin Geschonneck, musste sich freilich nichts mehr beweisen. 1906 geboren, feierte er in der DDR große Erfolge mit Filmen wie "Das kalte Herz", "Nackt unter Wölfen" und "Jakob der Lügner". 1992 wurde Geschonneck zum besten DDR-Schauspieler gewählt, ein Jahr später erhielt der den Deutschen Filmpreis für sein Lebenswerk.

Große Auftritte legte Geschonneck aber nicht mehr hin. 1995 trat er noch einmal vor die Kamera – für seinen Sohn, den Regisseur Matti Geschonneck. Erwin Geschonneck starb 2008.

Auch die DDR-Schauspieler Armin Mueller-Stahl und Manfred Krug stellen eine Besonderheit dar. Beide waren sowohl in der DDR als auch nach ihrer Ausreise in die Bundesrepublik beliebte Schauspieler, die in unzähligen Kinoerfolgen und Fernsehfilmen mitwirkten. Krug feierte vor allem als Seriendarsteller Erfolge mit "Tatort", "Liebling Kreuzberg" und der legendären Serie "Auf Achse".

Mueller-Stahl gelang sogar der Sprung nach Hollywood, wo er 1997 für den Oscar nominiert wurde. Den Silbernen Bären der Berlinale gewann er bereits 1992. Einen großen gesamtdeutschen Erfolg feierte er 2001 mit seiner Darstellung des Schriftstellers Thomas Mann im Fernseh-Mehrteiler "Die Manns". Heute arbeitet er vor allem als Künstler.

Zu den wenigen international bekannten DDR-Mimen zählte auch Rolf Hoppe seit dem Oscar-prämierten Film "Mephisto". Der Charakterdarsteller trat in unzähligen Kinofilmen auf, vom Märchen bis zum Historiendrama.

Seine Karriere lief nach der Wende erfolgreich weiter, er spielte etwa in "Schtonk", "Comedian Harmonists" und "Alles auf Zucker!". Daneben hatte er Fernsehauftritte, etwa in Rosamunde Pilchers "Klippen der Liebe". (Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich verleiht Hoppe das Bundesverdienstkreuz.)

Fred Delmare (bürgerlich Werner Vorndran) gehörte zu den bekanntesten Schauspielern der DDR, trat in Dramen, Western, Komödien und Kinderfilmen auf. Dazu zählten Kinostreifen wie "Karbid und Sauerampfer", "Nackt unter Wölfen", "Die Legende von Paul und Paula" oder "Ulzana", aber auch Fersehfilme und -serien.

Nach der Wende beschränkte er sich, inzwischen 70 Jahre alt, auf Fernsehrollen. Neben der "Lindenstraße" war es vor allem die Serie "In aller Freundschaft", in der er bis 2005 spielte (Bild von seiner Verabschiedung). Kurz darauf wurde seine Alzheimer-Erkrankung bekannt. Der in der DDR hoch dekorierte Schauspieler starb 2009.

Delmare ist aber bei Weitem nicht der einzige DDR-Schauspieler, der bei "In aller Freundschaft" eine Rolle übernahm. Viel mehr besteht das Team vor und hinter der Kamera aus etlichen Künstlern aus dem Osten. So spielen Uta Schorn (r.), Ursula Karusseit und Dieter Bellmann Hauptfiguren, kleinere Auftritte hatten Annekathrin Bürger, Horst Drinda und Gojko Mitic.

Letzterer war der "Chefindianer" der DDR. Diesem Image blieb er auch nach der Wende treu, indem er Pierre Brice bei den Karl-May-Spielen als Winnetou ablöste. Daneben trat er in Fernsehserien auf und stand in verschiedenen Theatern auf der Bühne.

Und was wurde aus "Paul" und "Paula"? Angelica Domröse trat in der DDR vor allem in Theater und Fernsehen auf. Nach der Ausbürgerung Wolf Biermanns siedelte sie 1980 mit ihrem Mann, dem Schauspieler Hilmar Thate, in die Bundesrepublik über. Auch hier konnte sie sich als Theaterschauspielerin etablieren, Fernsehrollen übernahm sie kaum noch.

"Paul"-Darsteller Winfried Glatzeder reiste ebenfalls in den 80er Jahren aus der DDR aus. In Westdeutschland konnte er aber nicht an seine Erfolge im Kino anknüpfen. Dafür wurde er "Tatort"-Kommissar und tritt bis heute in Fernsehfilmen und -serien sowie im Theater auf.

Ein anderes Traumpaar des deutschen Films: Chris Doerk und Frank Schöbel. Sehr erfolgreich und bekannt wurden sie durch den tollen Tanzfilm "Heißer Sommer" aus dem Jahr 1968.

Frank Schöbel war einer der erfolgreichsten Schlagersänger der DDR, aber auch Fernsehmoderator und Entertainer. Mit dem Schlager "Wie ein Stern" landete er 1971 auch in Westdeutschland einen Hit und hatte dadurch als erster DDR-Schlagersänger in der Bundesrepublik Auftritte.

Chris Doerk wurde vor allem als seine Gesangspartnerin (und zeitweilige Ehefrau) bekannt. Sie spielten zusammen in DEFA-Schlagerfilmen (Neben "Heißer Sommer" noch "Nicht schummeln, Liebling" von 1972) und moderierten Fernsehsendungen wie "Chris und Frank". Nach ihrer Scheidung ging es mit ihrer Karriere bergab und sie verließ die Bühne. Schöbel tritt bis heute auf.

Renate Blume (hier mit Rolf Hoppe), die mit Regisseur Frank Beyer und Dean Reed verheiratet war, debütierte im Kinofilm "Der geteilte Himmel" nach Christa Wolf. Zahlreiche Filme und Serien für Kino und TV folgten. Da nach 1990 Aufträge ausblieben, arbeitete sie zunächst als Schauspiellehrerin und auf verschiedenen Bühnen. Nur zögerlich kamen auch wieder Fernsehrollen hinzu.

Schauspieler, die auch nach 1990 Erfolge im Kino feierten sind etwa Henry Hübchen und Corinna Harfouch. Hübchen (r., bei Dreharbeiten zu "Uranberg" über die Wismut AG) galt schon in der DDR als profilierter Schauspieler in Theater und Film, war außerdem DDR-Meister im Windsurfen. "Sonnenallee", "Alles auf Zucker" und "Whisky mit Wodka" gehören zu seinen großen Erfolgen der letzten Jahre.

In letzterem Streifen spielte er mit Corinna Harfouch, die in der DDR vor allem als Theaterdarstellerin bekannt wurde. Auch nach 1990 blieb sie der Bühne treu, wurde 1997 zur Schauspielerin des Jahres gewählt. Jedoch trat sie vermehrt auch in Kinofilmen auf, darunter in erfolgreichen Großproduktionen wie "Der Untergang" und "Das Parfüm".

Katrin Saß erhielt bereits 1982 den Silbernen Bären der Berlinale für "Bürgschaft für ein Jahr". Danach trat sie in vielen DEFA-Filmen auf, spielte aber auch Theater. Nach der Wende wurde es zunächst ruhig um sie. Erst mit "Good Bye, Lenin!" (im Bild mit Daniel Brühl) gelang Saß 2003 ein Comeback. Seitdem ist sie wieder erfolgreich in Kino und Fernsehen präsent.

In der DDR war Ulrich Mühe vor allem als Theaterdarsteller bekannt, erst nach der Wende wandte er sich zunehmend Film und TV zu – und das mit großem Erfolg bei Kritik und Publikum. Nach "Schtonk!" und "Der Stellvertreter" schaffte er das vor allem mit seiner Rolle als Stasihauptmann im Oscar-prämierten "Das Leben der Anderen". Er erhielt dafür etliche Preise. Mühe starb 2007.

Einen ungewöhnlichen Erfolg hat Schauspieler Gerald "Gerry" Wolf vorzuweisen. In der DDR war er ein bekannter Schauspieler, trat vor allem in Fernsehserien auf. Nach der Wende spielte er ebenfalls in verschiedenen Serien mit – und lieh in "Star Wars: Episode I" Yoda die Stimme.

Fernsehdarsteller hatten es nach der Wende besonders schwer. Sie gehörten zum festen Ensemble des Fernsehfunks und mussten sich nach 1990 plötzlich einer bundesweiten Konkurrenz stellen. Doch auch Entertainer und Moderatoren bekamen Probleme, denn mit der Abwicklung des Fernsehens der DDR im Dezember 1991 wurden die meisten Sendungen eingestellt.

Herbert Köfer (mit Christel Peters) war es, der nach eigener Aussage sowohl die erste Sendung des DDR-Fernsehens 1952 moderierte, als auch deren letzte 1991. Dazwischen bewies er sich als wahres Multitalent: Köfer begann als Theaterdarsteller, war erster Sprecher der Nachrichtensendung "Aktuelle Kamera", arbeitete als Moderator, Synchronsprecher, Kabarettist und im Radio.

Als Schauspieler trat er sowohl in ernsten Kinofilmen auf, darunter "Nackt unter Wölfen", spielte aber vor allem in Lustspielen und Komödien. Im Fernsehen hatte er in "Rentner haben niemals Zeit" eine Paraderolle. Nach der Wende wurde es wesentlich ruhiger um den 1921 geborenen Köfer. Er hatte und hat sporadische Auftritte in Serien und Filmen und legte 2008 seine Autobiografie "Nie war es so verrückt wie immer …" vor.

Auch einige von Köfers Kolleginnen treten seit 1990 weit seltener auf. Die "Drei reizenden Schwestern" Helga Göring (M.), Ingeborg Krabbe (r.) und die 2008 verstorbene Marianne Kiefer sowie "Häppchen" Helga Piur mussten sich umorientieren. Selten gab es noch Rollen im Fernsehen, das Hauptaugenmerk legten sie deshalb auf Moderationen, Auftritte in Radio und Theater oder die Arbeit im Synchronstudio.

Besser lief es für Günter Schubert. Der Schauspieler, der als Matrose "Zur See" bekannt wurde, trat vor und nach 1990 sehr häufig in Krimis auf, darunter vor allem dem "Polizeiruf 110". Bis zu seinem Tod 2008 stand er auch immer wieder auf der Theaterbühne.

Gerade der "Polizeiruf" gehört zu den wenigen Erfolgsgeschichten des DDR-Fernsehens, denn die als Pendant zum westdeutschen "Tatort" gestartete Krimiserie überlebte die Wende. Dabei wurden mit der Sendung einige langjährige Kommissare übernommen, zum Beispiel Peter Borgelt, Jürgen Zartmann, Andreas Schmidt-Schaller (Bild) und Günter Naumann.

Mit den Jahren kamen auch weitere bereits in der DDR bekannte Schauspieler hinzu, darunter Jaecki Schwarz (l.) und Wolfgang Winkler (r.), Kurt Böwe und Horst Krause. Zu den Kommissaren zählten zeitweilig auch bekannte Kinoschauspieler wie Angelica Domröse, Henry Hübchen und Katrin Saß.

Neben dem "Polizeiruf" ist vor allem ein kleiner Mann bis heute erfolgreich: Das 1959 erfundene Sandmännchen, hier mit seinem "Vater" Gerhard Behrendt, streut immer noch Kindern Schlafsand in die Augen. Wohl gemerkt: Es ist das Sandmännchen aus dem Osten der Republik. Das im gleichen Jahr entstandene westliche Pendant überlebte die Wende nicht.

Auch in den kleinen Filmen des Abendgrußes treten alte "Stars" aus der DDR auf: Pittiplatsch (l.) und Schnatterinchen oder Herr Fuchs (r.) und Frau Elster gehören nach wie vor zu den Kinderlieblingen. Geändert hat sich allerdings die Rahmenhandlung des Sandmännchens: Der kleine Mann mit Bart und Zipfelmütze besucht keine Jungpioniere mehr.

Walter Plathe wurde in der DDR durch Serien wie "Märkische Chronik" und "Treffpunkt Flughafen" bekannt. Nach der Wende war er von 1992 bis 2009 "Der Landarzt" – und etablierte sich damit als bundesweit bekannter Schauspieler. Daneben trat er im Theater auf, übernahm weitere Fernsehrollen und interpretierte Lieder von Otto Reutter.

Bis in die Hauptsendezeit von RTL hat es Inka Bause geschafft. Sie begann ihre Karriere als Sängerin mit dem Hit "Spielverderber". Das war nicht verwunderlich, schließlich ist Inkas Vater Arndt Bause der erfolgreichste Komponist von Unterhaltungsmusik in der DDR. Später moderierte Inka die "Talentebude".

Nach 1990 konzentrierte sie sich auf ihre Gesangskarriere, moderierte aber auch im Radio und trat als Schauspielerin auf. Schließlich kehrte sie als Moderatorin ins Fernsehen zurück. Bei RTL ist sie mit "Bauer sucht Frau", "Unser neues Zuhause" und "Die Farm" erfolgreich.

Andere Moderatoren kamen nach 1990 in den beiden ostdeutschen Sendeanstalten MDR und ORB (heute RBB) unter. Dazu gehören etwa Erika Krause mit ihrer Sendung "Du und Dein Garten" bis 2003, oder Hartmut "Muck" Schulze-Gerlach, der die Retro-Sendung "Damals war's" moderiert.

Hans-Joachim Wolfram (r.) moderiert seit nun schon mehr als 30 Jahren seine Sendung "Außenseiter-Spitzenreiter". Ein Familienunternehmen, könnte man meinen, denn inzwischen tritt auch seine Tochter in der Sendung auf.

Carmen Nebel (Bild), Gunther Emmerlich und Dagmar Frederic gehören heute zu den in ganz Deutschland bekannten Moderatoren, vor allem von Musiksendungen.

Während Nebel als Ansagerin im Fernsehen der DDR begann, kam Emmerlich von der Oper zum Fernsehen. Hier moderierte er vor allem die "Showkolade", …

… in der vor allem zur Wendezeit der heute erfolgreiche Schauspieler und Kabarettist Wolfgang Stumph Stammgast war.

Frederic, die Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck als "Valente des Ostens" bezeichnete, feierte in der DDR Erfolge als Sängerin, moderierte aber auch die große Samstagsabendshow "Ein Kessel Buntes". Entdeckt wurde sie von einem weiteren bekannten DDR-Moderator: …

… Heinz Quermann, der seit den 50er Jahren für Radio und Fernsehen der DDR als Entertainer, Moderator, Regisseur und Talentsucher arbeitete. Er gestaltete während seiner Karriere bis in die 90er Jahre etwa 10.000 Sendungen und Veranstaltungen. Dieter Hallervorden erzählte, er habe seinen berühmten "Palim-Palim"-Sketch von Quermann gekauft – für 500 Mark. Quermann starb 2003.

Dieser Mann heißt Achim Mentzel, Rainald Grebe hat ihm in seinem Lied "Brandenburg" ein Denkmal gesetzt. Dass Mentzel das Autohaus in Schwedt nicht finden kann, ist allerdings eine böse Unterstellung.

Mentzels Karriere verlief im Zickzack. Er begann als Beat-Musiker, erhielt mit 19 Auftrittsverbot, durfte wieder spielen, setzte sich 1973 nach West-Berlin ab, weil seine Frau ihn mit einer anderen im Bett erwischt hatte, kehrte wieder in die DDR zurück, moderierte "Ein Kessel Buntes". Sein etwas grober Humor sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Mentzel charmant, klug und witzig war. Mentzel starb Anfang Januar 2016.

Eine weitere Moderatoren-Legende arbeitete nach der Wende bei ORB und NDR. Sportreporter Heinz-Florian Oertel zählte in der DDR zu den bekanntesten Stimmen im Radio, er moderierte aber auch große Unterhaltungsshows.

Nach 1990 blieb der promovierte Kommentator (Thema der Dissertation: "Persönlichkeitseigenschaften und Tätigkeitsqualitäten sprechender Reporter") nicht nur dem Sport treu, sondern lehrte auch Rhetorik an der Freien Universität Berlin und schrieb Bücher.

Wolfgang Lippert ("Glück muss man haben", "Ein Kessel Buntes") schien 1992 als Moderator von "Wetten dass …?" den Sprung auf die große gesamtdeutsche Bühne geschafft zu haben. Jedoch kam er beim Publikum nicht an und übergab die Sendung wieder an Vorgänger Thomas Gottschalk.

Danach moderierte Lippert weitere Unterhaltungssendungen wie "Goldmillion", trat aber auch im Theater auf und übernahm kleine Rollen im Fernsehen. Zuletzt legte er ein neues Musikalbum vor, schließlich hatte er mit "Erna kommt", einer Arndt-Bause-Komposition, einst einen großen DDR-Hit gelandet.

Karsten Speck, der die letzten Sendungen von "Ein Kessel Buntes" moderiert hatte, war bis 2006 in der Serie "Hallo Robbie!" im Fernsehen präsent. Jedoch wird seine Karriere inzwischen von schweren Betrugsvorwürfen und einer Haftstrafe überschattet.

Andere Moderatoren wie Lutz Jahoda zogen sich nach 1990 wegen ausbleibender Engagements zunehmend ins Privatleben zurück …

… oder arbeiteten an kleinen Bühnen wie der Schauspieler und Kabarettist Heinz Rennhack. Dieser war freilich bereits 1988 nach einem Auftritt im Westen nicht zurückgekehrt.

Politische Moderatoren hatten nach der Wende natürlich kaum noch eine Chance. Karl-Eduard von Schnitzlers Hetzsendung "Der schwarze Kanal" wurde bereits im Oktober 1989 eingestellt. Er verabschiedete sich mit den Worten "Auf Wiederschauen". Nach 1990 trat er nur noch vereinzelt als Journalist auf, er starb 2001.

Angelika Unterlauf, die als Sprecherin der Hauptnachrichtensendung "Aktuelle Kamera" zum "Gesicht der DDR" wurde, arbeitete nach 1990 unter anderem als Redakteurin bei Sat1. 2004 heiratete sie den ehemaligen "Spiegel"-Chefredakteur Erich Böhme, der 2009 starb.

Einer der bekanntesten Entertainerinnen der DDR blieb eine gesamtdeutsche Karriere allerdings verwehrt. Die Sängerin, Schauspielerin, Kabarettistin, Radiojournalistin und Moderatorin Helga Hahnemann starb bereits im November 1991. Ihre Berliner Schnauze hatte sie zur beliebtesten Unterhalterin des Landes gemacht.

Mindestens einmal im Jahr wird allerdings an Hahnemann erinnert: Der ostdeutsche Medienpreis "Goldene Henne" ist ihr gewidmet. Zu den Preisträgern zählen nicht nur Weltstars und Politiker wie Altkanzler Helmut Kohl, …

… sondern immer wieder auch Schauspieler, Moderatoren und Entertainer aus der DDR, die im wiedervereinigten Deutschland den Neuanfang geschafft haben. (Text: Markus Lippold)

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