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Freitag, 08. Dezember 2017

Superreich durch Krypto-Geld: Diese Menschen sind Bitcoin-Millionäre

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Cybergeld steht zwar per Definition für die größtmögliche Anonymität. Aber die größten Enthusiasten haben sich auf der Strecke auch gerne mal zu erkennen gegeben. Einige von ihnen haben wir hier mal gesammelt. (Foto: REUTERS)

Cybergeld steht zwar per Definition für die größtmögliche Anonymität. Aber die größten Enthusiasten haben sich auf der Strecke auch gerne mal zu erkennen gegeben. Einige von ihnen haben wir hier mal gesammelt.

(Stand: 2016) Bei digitalem ist es wie bei richtigem Geld: Das meiste liegt auf den Konten von wenigen. Bei Bitcoin sind das vor allem die der Krypto-Pioniere. Sie dürften heute allesamt digitale Multimillionäre sein - sofern sie ihre Bitcoins gehalten haben.

Cybergeld steht zwar per Definition für die größtmögliche Anonymität. Aber die größten Enthusiasten haben sich auf der Strecke auch gerne mal zu erkennen gegeben. Einige von ihnen haben wir hier mal gesammelt.

Die Winklevoss-Zwillinge zum Beispiel haben grundsätzlich kein Problem mit Öffentlichkeit. Sie gehören zu den größten Playern im Bitcoin-Imperium. Die Cyberwährung machte sie zu Milliardären. Die Brüder investierten 2013 rund 11 Millionen Dollar in Bitcoins. Damals kostete eine Münze schlappe 120 Dollar.

In die digitale Geldbörse lassen sich die Brüder zwar nicht schauen, aber man kann nachrechnen: Bei einem Preis von 16.000 Dollar je Coin entspricht dies einem Gegenwert von knapp 1,5 Milliarden Dollar.

Das Startkapital für ihr Bitcoin-Investment stammte übrigens von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Wegen Ideenklaus musste er den Winklevoss-Zwillingen Tyler und Cameron bei einem Vergleich vor Gericht 65 Millionen Dollar zahlen. Die 11 Millionen für Bitcoin waren gut investiertes Geld.

"Besser als Gold" sei der Bitcoin, sagen die Krypto-Investoren heute. Die Begeisterung ist nicht nur dem Kursanstieg gezollt.

Seit 2015 betreiben Cameron und Tyler Winklevoss die Bitcoin-Börse Gemini Trust, die am 10. Dezember mit Cboe Global Markets einen Bitcoin-Future an den Start bringen will. Experten sind sich sicher: Futures auf den Bitcoin sind der Durchbruch zur Anlageklasse.

Die Winklevoss-Brüder sind aber nicht die Einzigen, die durch den unvorhersehbaren Bitcoin-Hype zu digitalen Super-Reichen geworden sind.

Auch Roger Ver dürfte zum "Inner Circle" zählen. "Bitcoin Jesus" wird er wegen seines Enthusiasmus' genannt. Er war einer der Ersten, die in ein Bitcoin-Start-Up investierten. Angeblich hält er mehr als 300.000 Bitcoins. Wie viele andere lässt auch er sich ungern in die Geldbörse schielen.

"Es geht niemanden etwas an, wie viel Geld ich habe", antwortete Ver auf eine Anfrage von CNBC. Nur so viel ließ er wissen: Inzwischen hält er "wesentlich mehr" Bitcoin Cash als Bitcoin. Der Bitcoin-Ableger notiert deutlich niedriger als sein großer Bruder. Das macht die Rechnung, was in den digitalen Wallets steckt, etwas schwieriger.

Bei einem Kurs von 16.000 Dollar je Cyber-Münze wären 300.000 Bitcoins 4,8 Milliarden Dollar wert. Selbst mit "nur" 100.000 Münzen wäre Ver noch Dollar-Milliardär, wenn er denn Dollar für seine Bitcoin ausgezahlt haben wollte. Ver lebt in Japan, wo die Regierung der Kryptowährung gegenüber aufgeschlossener ist als die USA. Ver betreibt dort die Online-Handelsplattform Bitcoin.com. Seine US-Staatsbürgerschaft hat Ver übrigens abgegeben.

Eng befreundet ist Roger Ver mit Charlie Shrem, der vielleicht berüchtigsten Persönlichkeit in der Bitcoin-Szene. Shrem bezeichnete sich selbst als "Bitcoins ersten Schwerverbrecher". Wie Ver ist auch Shrem ein Krypto-Fan der ersten Stunde. Mit 22 Jahren gründete er die erfolgreiche Bitcoin-Börse BitInstant.

Bekannt ist, dass Shrem Tausende Bitcoins kaufte, als sie noch 3 bis 20 Dollar pro Stück kosteten. BitInstant wurde 2014 geschlossen. Die US-Regierung beschuldigte Shrem, gegen Geldwäschegesetze verstoßen zu haben, weil er Bitcoin zum inzwischen geschlossenen Online-Marktplatz Silk Road im Dark Net überwiesen hatte.

Shrem bekannte sich schuldig und ging zwei Jahre ins Gefängnis. Im vergangenen Jahr wurde er entlassen. Auch wenn sich keine genaue Rechnung anstellen lässt, darf man wohl davon ausgehen, dass Shrem heute zumindest mehrfacher Millionär ist.

Ebenfalls zur Gruppe der reichen Bitcoin-Pioniere gehört Tony Gallippi. Er ist Chef des virtuellen Bitcoin-Bezahldienstes Bitpay, den er 2011 gründete. Das Schürfen beziehungsweise Mining hat Gallippi gelernt. Warum?

Weil Gallippi einen Bachelor-Abschluss in Maschinenbau vom Georgia Institute of Technology hat.

Auch Gallippi verrät offiziell nicht, wie viele Bitcoins er auf der hohen Kante hat. Laut Schätzungen sollen es aber bereits 2016 umgerechnet über 20 Millionen Dollar gewesen sein.

Auch hier dürfte klar sein: Nach einem Kurssprung von 1500 Prozent seit Jahresbeginn dürfte er deutlich mehr auf der digitalen hohen Kante haben.

Auch dieser Mann darf sich heute Bitcoin-Millionär nennen: Tim Draper. Der Risikokapitalgeber kaufte 2014 Bitcoin-Münzen, die der US-Geheimdienst auf dem Online-Drogenmarkt Silk Road im Dark Net beschlagnahmt hatte. Es sollen an die 30.000 Bitcoins gewesen sein.

Sollte Draper noch alle Münzen halten, sind sie heute 480 Millionen Dollar wert. Doch auch hier lässt sich nur spekulieren. Draper legt ebenfalls wert auf Diskretion, wenn es um Cybergeld geht: "Ich zeige niemals meine Karten", ließ er CNBC wissen.

Und hier noch jemand, der gut rechnen kann - und der nicht nur mit Facebook, sondern auch mit Bitcoin richtig gelegen hat: Chamath Palihapitiya.

Palihapitiya ist ehemaliger Facebook-Manager und der Eigentümer des NBA-Basketball-Teams Golden State Warriors. Der frühe Bitcoin-Investor besaß laut TechCrunch im Oktober 2013 den Gegenwert von 5 Millionen Dollar in Bitcoin.

Eine Münze war damals rund 200 Dollar wert. Das bedeutet, dass Palihapitiya ungefähr 25.000 Bitcoins hatte. Bei den heutigen Preisen entspricht das 400 Millionen Dollar. "Soweit es mich betrifft, ist der Geist aus der Flasche", sagte Palihapitiya bei einer Konferenz im September. "Niemand kann (Bitcoin) stoppen, weil niemand ihn kontrollieren kann."

Das allerdickste Konto im Bitcoin-Universum hat dieser Geist. Der anonyme Bitcoin-Gründer, der sich seit 2008 hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto verbirgt.

Niemand weiß, ob es eine Person oder eine ganze Gruppe ist, die den Bitcoin ausgeheckt hat. Alle Spuren zu dem oder den großen Unbekannten erwiesen sich bisher als falsche Fährten. Einmal hieß es, Nakamoto sei der Australier Craig Steven Wright, ...

... ein anderes Mal wurde spekuliert, es sei Tesla-Gründer Elon Musk. Aber auch der ist es offenbar nicht. Vielleicht wird das Geheimnis nie gelüftet. Eigentlich schade, auch weil Satoshi Nakamoto rund eine Million Bitcoins halten soll, was umgerechnet 16 Milliarden US-Dollar entspräche. Leider ist das Konto seit Jahren nicht mehr aktiv und niemand weiß, warum. Ist Nakamoto tot oder ist es einfach nur im Sinne des Erfinders, das Geld nicht anzurühren? Fragen, die unbeantwortet bleiben.

Schlimm ist das jedoch nicht. Denn die Entwicklung des Bitcoin läuft - im Unterschied zu den Unternehmen Tesla oder SpaceX von Elon Musk - auch ohne den mysteriösen Schöpfer weiter. Musk hat übrigens seine paar Bitcoins, die er einmal von einem Freund geschenkt bekommen hatte, verlegt.

Die 10.000er-Marke, die hier auf dem Geldautomaten als Wechselkurs angezeigt werden, übersprang der Bitcoin übrigens am 28. November 2017. Inzwischen hat der Kurs zumindest kurzzeitig auf dem Handelsplatz Coinbase die 20.000 Dollar geknackt.

Für den Multimillionär Musk ist der Verlust seiner paar Bitcoins kaum der Rede wert. Wichtiger ist für den Tüftler, dass er liquide bleibt. Für ihn kommt Sicherheit vor Risiko. Der Bitcoin-Kurs kann immerhin genauso schnell auf 2000 Dollar fallen, wie er auf 20.000 Dollar gestiegen ist.

Ein Massenverkauf mit Volumina von über 100 Millionen Dollar würde den Bitcoin-Kurs schlagartig in die Knie zwingen. Das hieße dann: Wie gewonnen, so zerronnen. Digitale Millionen helfen auch nicht, wenn man sie nicht in echtes Geld tauschen kann. Die Frage ist, wie schnell Tausende Bitcoins auf die Schnelle einen Käufer finden. Die Bitcoin-Millionäre scheint das jedoch nicht zu scheren.

Wer mehr über Bitcoin-Konten und deren anonyme Verwaltung wissen möchte, kann sich bei bitinfocharts.com klug machen. Hier gibt es auch eine Reichenliste - natürlich ohne Namen. Bitcoin-Investoren halten in der Regel mehrere Konten. (Text: Diana Dittmer)

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