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Montag, 07. Mai 2018

Zähler, Zellen, Zebrafische: Beste Bilder der Wissenschaft gekürt

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Bilder, die Wissenschaftler machen, haben ihren besonderen Reiz. (Digitales Modell einer Titanwurz, der größten Pflanze der Welt, Wettbewerbsteilnehmer 2017) (Foto: Alessandro Holler, Zürcher Hochschule der Künster/SNF-Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder)

Bilder, die Wissenschaftler machen, haben ihren besonderen Reiz. (Digitales Modell einer Titanwurz, der größten Pflanze der Welt, Wettbewerbsteilnehmer 2017)

Bilder, die Wissenschaftler machen, haben ihren besonderen Reiz. (Digitales Modell einer Titanwurz, der größten Pflanze der Welt, Wettbewerbsteilnehmer 2017)

Das liegt an dem speziellen Blickwinkel eines Forschers oder ... (Genaues Vorgehen ist ein Grundprinzip des wissenschaftlichen Arbeitens, Wettbewerbsteilnehmer 2017)

... an den außergewöhnlichen Motiven, die Wissenschaftler fotografisch festhalten. (Planungsbüro von Goma in der Demokratischen Republik Kongo, Wettbewerbsteilnehmer 2017)

Der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung ruft einmal im Jahr die Forscher des Landes dazu auf, ... (Autonom fliegende Drohne, die über einer menschlichen Hand schwebt, Wettbewerbsteilnehmer 2017)

... ihre Momentaufnahmen für den Wettbewerb einzureichen. So soll Schweizer Forschung sichtbarer werden. (Greifarm eines Müllkrans in der Abfallentsorgungsanlage Basel, Wettbewerbsteilnehmer 2017)

Aus mehr als 350 eingereichten Beiträgen hat die Jury nun in vier Kategorien Gewinner und Platzierte ausgewählt. Der erste Preis in der Kategorie "Das Forschungsobjekt" geht an "Canvas einer Zellpopulation". Das Bild zeigt Endothelzellen eines Zebrafisches, winzigste biologische Strukturen, die für das Experiment eingefärbt wurden. Es bildet Leben ab, das als solches jedoch nicht mehr erkennbar ist und steht somit für viele andere vergleichbare Bilder aus der biologischen Grundlagenforschung.

In derselben Kategorie bekommt auch dieses Bild "Blühende Wissenschaft aus den Archiven" eine Auszeichnung. "Melancholisch, staubig und doch voller Leben. Die Farben sind verwaschen, aber nicht der Inhalt", schreibt die Jury als Begründung.

Als drittes Bild in der Kategorie "Das Forschungsobjekt" wurde "Exaktheit zählen" prämiert, das verschiedene Stromzähler zeigt. "Es handelt sich um eine Art Bricolage der Evolution, eine Zusammenführung von Vergangenheit und Zukunft", so die Jury als Begründung.

Siegerbild der Kategorie "Die Frauen und Männer der Wissenschaft" ist "Auf der Terrasse mit meiner Tochter". Die Jury schreibt dazu: "Das Bild ist eine poetische, positive und kraftvolle Momentaufnahme, die belegt, dass Wissenschaft nicht nur ein Job ist. Es ist Bewegung und Offenheit. Es geht auch darum, Neuem entgegenzugehen."

Ebenfalls lobend erwähnt in dieser Kategorie wird die Fotografie "Schwere Lasten auf dem Kopf zu tragen lernen". In Gambia geht es den Forschern darum, zu untersuchen, wie Menschen schwere Lasten auf dem Kopf tragen können und wie stark der Nacken dabei belastet wird.

Harte (Frauen-)Arbeit unter freiem Himmel. Auch dieses Bild mit dem Titel "Anthropologische Diskussion" ist Preisträger. Es zeigt den Austausch zwischen einer Anthropologin und einer Archäologin bei einer Ausgrabung in Kalabrien. Man erkennt die Freude an der Teamarbeit, am Austausch und die Solidarität unter Wissenschaftlerinnen.

Die Jury wählt in der Kategorie "Orte und Werkzeuge" dieses Bild zum Gewinner. Es zeigt den entscheidenden Moment der Entdeckung. Die beiden Hände treffen sich, die Hand des Archäologen und die Hand einer Marmorstatue eines römischen Generals oder Kaisers bei einer Ausgrabung im griechischen Eretria.

"Ein wunderbar konstruiertes Foto", schreibt die Jury zu dem Bild "Zwei unterschiedliche Welten" und wählt es als Platzierten. Es zeigt die Entwicklung eines ultradünnen, geschwungenen Betondachs, den starken Kontrast zwischen innen und außen, Tag und Nacht, Dämmerung und Laborlicht. Die Konstruktion sollte eigentlich draußen sein, steht aber in der Halle. Sie ist ein 20 Tonnen schweres und doch leicht anmutendes Gebilde.

Auch dieses Bild wird gewürdigt. "Lektionen im Land des Schnee" zeigt, wie junge Mönche im Phuktal-Kloster im Himalaya unterrichtet werden. In diesem schwer zugänglichen Kloster in Indien gibt es kein Internet.

In der Kategorie "Video-Loop" gewinnt der Beitrag "Magnetische Antwort". Ein Film wie ein Gemälde, wie eine Animation. In einer einzigen Sequenz wird die gleiche Struktur gezeigt, das Geschehen spielt sich innerhalb der Zellen ab, die keine sind. Es handelt sich um Nanopartikel, die sich im Inneren verändern.

Platzieren konnte sich auch das Video "Neuronenballade". Es ermöglicht einen überraschenden Blick in das Gehirn einer Maus, während sie Musik hört, und zeigt die neuronalen Prozesse in Echtzeit.

Als Preisträger in der Video-Kategorie ist auch dieser Film ausgewählt, der den Abbruch eines Gletschers in Grönland zeigt, bei dem 10 Millionen Kubikmeter Eis ins Wasser fallen. "Wundervoll und furchteinflößend zugleich. Die Kamera steht zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort." Alle ausgezeichneten Beiträge und viele weitere werden an den diesjährigen Bieler Fototagen vom 4. bis 27. Mai 2018 der Öffentlichkeit gezeigt. Die Preise werden am 9. Mai dort überreicht.

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