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Russisch lernen in unsicheren Zeiten: Noch sinnvoll oder überholt?

Datum: August 6, 2025

Russisch lernen mit offenem Blick

Sollte man 2025 noch Russisch lernen?

Die Antwort ist nicht einfach – aber genau deshalb sollten wir darüber sprechen.

Es ist noch gar nicht so lange her, da war Russisch für viele Sprachbegeisterte der logische nächste Schritt. Die Sprache hat weltweite Bedeutung, beeindruckt mit literarischen Meisterwerken voller Tiefgang und existenzieller Themen – von Puschkin über Tolstoi bis Bulgakow – und die geschwungenen Buchstaben des kyrillischen Alphabets verleihen einem sofort das Gefühl, ein bisschen klüger zu sein.

Und wer durch Osteuropa oder Zentralasien reiste, wusste: Wer Russisch spricht, kommt oft weiter – schneller und direkter als mit jeder Übersetzungs-App.

Doch 2022 hat alles verändert. Genauer gesagt, die Veränderung begann schon früher – wenn man genau hingesehen hat: in der Krim, in Georgien, in dem stillen, aber spürbaren Wandel, bei dem Sprache zunehmend als Machtinstrument genutzt wurde.

Wenn Sie sich also fragen, ob es sich 2025 noch lohnt, Russisch zu lernen, dann fragen Sie nicht nur nach Grammatik. Sie fragen nach Geschichte, nach Identität, nach Politik – und nach Schmerz.

Und deshalb lautet meine Antwort: Es kommt darauf an.

Lassen Sie mich erklären, warum.

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Ich bin mit Russisch aufgewachsen – heute spreche ich es anders

Für mich war Russisch nie eine ferne, exotische Sprache, die ich mir aus einer App ausgesucht habe. Es war meine erste Sprache. Die Sprache, in der ich mit meinem Vater und seiner Familie gesprochen habe. Die Sprache, in der ich gelernt habe, mich auszudrücken.

Und doch fühlt es sich in den letzten Jahren anders an, wenn ich Russisch spreche. Nicht wegen der Sprache selbst – sondern wegen dem, wofür sie inzwischen oft missbraucht wird.

Ich habe erlebt, wie Russisch zu einem politischen Werkzeug wurde. Ein Mittel der Propaganda, ein Symbol für Machtanspruch, ein sprachliches Instrument zur Auslöschung von Identitäten. Natürlich nicht überall und nicht von allen. Aber oft genug, dass es schwerfällt, Sprache und Politik sauber voneinander zu trennen.

Trotzdem habe ich nie aufgehört, Russisch zu sprechen.

Denn Russisch – das ist auch Lyrik und Puschkin. Das ist die Stimme meiner Großmutter, wenn sie mich ausschimpfte – und gleichzeitig Suppe für mich kochte.

Am Ende sind es immer Menschen, die einer Sprache Bedeutung geben. Nicht Regierungen. Und niemand hat das Recht, eine Sprache für sich allein zu beanspruchen – egal, wie laut jemand spricht.

Linktipps:

Sollten Sie heute noch Russisch lernen?

Die entscheidende Frage ist nicht: „Ist Russisch sinnvoll?“ Sondern: „Warum möchten Sie es lernen?“

Wenn Sie sich für die Sprache begeistern, ihren Klang lieben, Dostojewski im Original lesen oder sich mit russischsprachigen Freunden verbinden möchten – dann lautet meine Antwort: Ja. Ja, Sie sollten Russisch lernen.

Denn Sprachen sind Brücken. Und Russisch verbindet Sie auch heute noch mit Millionen von Menschen – in Russland, der Ukraine, Belarus, Kasachstan, Armenien, Georgien und darüber hinaus.

Aber: Wenn Sie Russisch vor allem lernen möchten, um es in der Ukraine zu sprechen, seien Sie vorsichtig. In manchen Städten ist es noch alltagstauglich. In anderen wirkt es inzwischen deplatziert – oder sogar verletzend.

Und nein, es geht dabei nicht um „Empfindlichkeit“. Es geht um Geschichte. Um Verletzungen. Darum, wie Sprache wahrgenommen wird – und wie tief die Wunden reichen können, die mit ihr verbunden sind.

Wenn Sie also Russisch lernen möchten, ohne sich mit dem Krieg, der Besatzung oder den jahrzehntelangen Machtverhältnissen zwischen Russland und seinen Nachbarn auseinanderzusetzen – dann ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt.

Sprache und Politik – lässt sich das überhaupt trennen?

An dieser Stelle wird es kompliziert. Denn rein sprachlich betrachtet? Ja. Russisch ist eine wunderschöne, kraftvolle Sprache, voller Bilder, mit einer Grammatik, die herausfordert – und gleichzeitig belohnt. Es ist eine große Weltsprache, die nach wie vor in internationalen Beziehungen, der Wirtschaft und in der Kultur ihren festen Platz hat.

Aber emotional? Da sieht es anders aus. 2025 – und vermutlich noch lange danach – lässt sich Russisch nicht mehr ganz von der politischen Realität abkoppeln.

Russisch lernen

Bild von delo auf Pixabay

Nicht, wenn man genau hinschaut.

Deshalb ist es wichtig, sich nicht selbst etwas vorzumachen. Russisch ist nicht „einfach nur eine Sprache“. Fragen Sie sich stattdessen:

Was bedeutet sie für Sie?

Was genau zieht Sie an?

Wie ist Ihre persönliche Beziehung zur russischen Kultur?

Und sind Sie bereit, diese Sprache mit offenen Augen zu lernen – mit Sensibilität, mit Bewusstsein und mit Respekt für die Geschichten anderer?

Meine Antwort? Ja – aber nicht nebenbei.

Ich finde: Russisch ist auch heute noch eine Sprache, die sich zu lernen lohnt. Aber nicht mehr auf dieselbe Weise wie vor 10 oder 20 Jahren.

Nicht als „Standard-Sprache“ unter den slawischen Sprachen.

Nicht als Trophäe für den Lebenslauf eines Polyglotten.

Und erst recht nicht als bequemes Ticket in eine Region, deren Geschichte man ignoriert.

Wenn Sie sich heute dem Russischen mit echtem Interesse, mit Offenheit und dem Willen stellen, die damit verbundenen Herausforderungen anzunehmen – dann ja. Es gibt immer noch Menschen, die sich freuen werden, wenn Sie ihre Sprache sprechen.

Aber es wird auch Menschen geben, die es anders empfinden.

Und auch das ist in Ordnung.

Linktipps:

Jetzt sind Sie dran

Lernen Sie gerade Russisch? Oder denken Sie darüber nach, damit zu beginnen? Hat der Krieg Ihre Sicht auf die Sprache verändert?

Erzählen Sie mir Ihre Geschichte – ich lese sie, egal in welcher Sprache sie geschrieben ist.

Mein Tipp: Russisch online mit Babbel lernen

Wenn Sie Russisch strukturiert und flexibel online lernen möchten, empfehle ich die Sprachlern-App Babbel. Sie ist für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet und lässt sich auf dem Smartphone (Android und iOS) oder am Computer nutzen.

Die Lerninhalte bestehen aus Vokabeltraining mit Sprachausgabe und Spracherkennung, kurzen Dialogen, Übungen und einer systematischen Einführung in die russische Grammatik. Anders als bei rein intuitiven Methoden (z. B. Memrise oder Rosetta Stone) werden hier auch deutsche Übersetzungen angeboten, was das Verständnis erleichtert.

Babbel App

Ein weiterer Vorteil: Die Grammatik wird klassisch erklärt – ein Pluspunkt, wenn man die Sprache wirklich verstehen und nicht nur auswendig lernen möchte.

Die ersten Lektionen sind kostenlos, danach kostet das Monatsabo 9,95 €, das Jahresabo rund 59 €. Babbel gehört zu den meistgenutzten Sprachlern-Apps in Deutschland und bietet eine 20-Tage-Geld-zurück-Garantie.

Aus meiner Sicht bietet Babbel eine solide Grundlage, um Russisch Schritt für Schritt zu lernen – ob neben dem Beruf, als Vorbereitung für eine Reise oder als persönliche Herausforderung.

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Wer schreibt hier?

krystyna trushyna polyglot

Ich bin Krystyna – ich liebe Sprachen und zeige in meinem Blog, wie man sie wirklich lernen kann. Ich spreche Russisch, Deutsch, Englisch und Ukrainisch – und lerne aktuell Italienisch, Türkisch, Spanisch und Französisch.

Für mich hat Sprachenlernen nichts mit Talent zu tun, sondern mit klaren Methoden, kleinen Routinen und echter Neugier.

In meinem Blog erfahren Sie, wie man auch mit wenig Zeit Schritt für Schritt vorankommt – ehrlich, alltagstauglich und ohne leere Versprechen.

Fragen oder Feedback?
Schreiben Sie mir gern: contact@krioda.com 

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