Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 00:59 Belgische Krankenhäuser wegen Corona unter Druck +++

Die Krankenhäuser in Belgien stoßen an ihre Grenzen. "96 Prozent der Intensivbetten sind im Moment durch Covid- und Nicht-Covid-Patienten belegt", sagt der belgische Corona-Sprecher Yves Van Laethem. Erstmals seit 27 Tagen ging die Zahl der Krankenhausaufnahmen den jüngsten Daten zufolge jedoch leicht zurück. Man sei zwar auf dem richtigen Weg, doch die Strecke sei noch lang, sagte Van Laethem. Angesichts zunehmender Krankenhausaufnahmen war in Belgien vor einigen Tagen für die Krankenhäuser die Phase 2a gestartet worden. Demnach müssen unter anderem 1200 der 2000 Intensivbetten für Corona-Patienten frei gehalten werden. Außerdem sollen zusätzliche Betten zur Verfügung gestellt werden.

+++ 23:40 Regionen in Brasilien lockern Beschränkungen +++
Trotz hoher Zahlen an Todesfällen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie lockern der brasilianische Bundesstaat Sao Paolo und die Stadt Rio de Janeiro die Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Der Betrieb von Gaststätten wird mit Einschränkungen wieder erlaubt. Am Donnerstag verzeichnete Brasilien eine Höchstzahl von 4249 Sterbefällen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, davon mehr als 1500 in Sao Paolo und Rio de Janeiro.

+++ 22:33 Inzidenz in Modellregion Saarland steigt steil an +++
In der Modellregion Saarland zieht die Sieben-Tage-Inzidenz weiter an: Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage liegt dort nun bei 125,0 nach 103,7 am Vortag - mit 21,3 Zählern ist es der zweistärkste Anstieg nach Sachsen, wo der Wert um 31 Zähler auf 182 klettert. Das Saarland hat am Dienstag mit einem umstrittenen Öffnungsmodell begonnen. Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz weist nach wie vor Thüringen auf, wo die Marke von 200 erneut überschritten wird. Am niedrigsten ist der Wert in Schleswig-Holstein: 71,8.

+++ 22:15 Vierten Tag in Folge mehr als 50.000 Neuinfektionen in der Türkei +++
Den vierten Tag in Folge meldet die Türkei mehr als 50.000 Neuinfektionen: zuletzt sind es genau 52.676. Der Sieben-Tage-Schnitt steigt auf 50.469. Zudem werden 248 neue Todesfälle gemeldet und damit weniger als der Höchststand von Mittwoch, als 276 neue Todesfälle erfasst worden waren.

+++ 21:43 Lehrerverband fordert Nachschärfung der Corona-Notbremse +++
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat gefordert, die Pläne zur Vereinheitlichung der Corona-Schutzmaßnahmen nachzubessern. Der Vorschlag des Bundes sieht derzeit vor, dass Schulen schließen sollen, wenn eine Sieben-Tage-Inzidenz von 200 an drei aufeinanderfolgenden Tagen in einem Landkreis erreicht wird. "Der Entwurf lässt leider offen, was bei einer Inzidenz von unter 200 zu passieren hat. Hier besteht die Notwendigkeit, die Bestimmungen noch nachzuschärfen", erklärte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann.

+++ 21:13 Mediziner: Intensivstationen auf bisher höchster Auslastung +++
Die Auslastung der Intensivbetten in Deutschland erreicht nach Angaben des Verbands DGIIN den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie. Zugleich breche das Personal weg, twittert der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis. Es müsse sofort gehandelt werden. "Selbst wenn es zu einem harten Lockdown kommt, steigen die Zahlen weiter für 10-14 Tage."

+++ 20:50 Krawalle bei Anti-Lockdown-Demo in Wien - Polizei setzt Pfefferspray ein +++
Bei einer Demonstration gegen staatliche Corona-Maßnahmen in Wien ist es zu Krawallen gekommen: Die Polizei setzte Pfefferspray ein, um das Durchbrechen von Sperren zu verhindern, berichtete die Nachrichtenagentur APA. Unter den Demonstranten gegen die Corona-Einschränkungen waren unter anderem Vertreter der rechten FPÖ und der rechtsextremen Identitären-Bewegung, berichteten die APA und andere Medien. Bei den Protesten sind laut APA 14 Menschen festgenommen worden, rund 3000 Personen nahmen an der Kundgebung teil. Wien und andere Regionen im Osten Österreichs sind wegen hoher Corona-Infektionszahlen seit Anfang April in einem Lockdown.

+++ 20:22 Thüringen meldet die meisten neuen Fälle je Einwohner +++
Bezogen auf die Einwohnerzahl meldet Thüringen die meisten neue Fälle aller 16 Bundesländer: rund 52 je 100.000 Einwohner. Mit etwas Abstand folgt dahinter Sachsen-Anhalt mit rund 33 neuen Fällen. Am niedrigsten ist dieser Wert in Schleswig-Holstein mit rund 13 Fällen/100.000 Einwohner. Auch bei den derzeit aktiven Infektionen je Einwohner weist das nördlichste deutsche Bundesland mit 163 den niedrigsten Wert auf. Am höchsten ist dieser ebenfalls in Thüringen (449), dahinter weist jedoch Hamburg mit 437 aktiven Fällen je 100.000 Einwohner den zweithöchsten Wert auf.

+++ 19:56 Aktuelle Datenlage in Deutschland: 21.175 neue Fälle gemeldet +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 2.988.823 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 21.175 neue Fälle hinzu. Das ist der höchste Samstagswert seit dem 9. Januar. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 186 auf 78.350. Als aktuell infiziert gelten rund 247.100 Personen.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,07 angegeben (Vortag: 0,82). Das bedeutet, dass im Durchschnitt 100 Infizierte 107 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 1,02 (Vortag: 0,90). Laut DIVI-Register werden in Deutschland derzeit 4532 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 2534 davon werden beatmet. Rund 4058 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

+++ 19:47 Müller sieht komplette nächtliche Ausgangssperre kritisch +++
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sieht eine komplette nächtliche Ausgangssperre zur Eindämmung der Corona-Pandemie kritisch. Eine solche Maßnahme, wie sie ein aktueller Entwurf der Bundesregierung zur Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes ins Spiel bringt, sei "mit Sicherheit kritisch zu hinterfragen", sagte der SPD-Politiker. "Aus Berliner Sicht kann ich sagen, dass wir viele Maßnahmen in diesem Entwurf schon beschlossen haben." Es bleibe in der Verantwortung der Länder, das Gesetz umzusetzen, sollte es "in dieser oder ähnlicher Form verabschiedet werden".

+++ 19:23 Autokorso gegen Corona-Maßnahmen in Hamburg mit Eiern beworfen +++
Bei einem Autokorso gegen die Corona-Maßnahmen in Hamburg haben Gegendemonstranten den Zug tätlich angegriffen. Er sei immer wieder von rund 300 Gegendemonstranten auf Fahrrädern behindert worden, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Auch sei mit Eiern und Tomaten geworfen worden. Der Aufzug mit 109 Fahrzeugen sei am Nachmittag vom Anmelder vorzeitig um kurz vor 16 Uhr beendet worden.

+++ 19:04 Wegen Verstößen startet Berliner Demo gegen Corona-Maßnahmen später +++
Zahlreiche Menschen haben bei einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Berlin-Spandau nach Angaben der Polizei gegen Abstands- und Maskenregeln verstoßen. Erst nachdem alle rund 250 Teilnehmer den entsprechenden Aufforderungen der Polizei zum Tragen der Mund-Nase-Bedeckungen nachgekommen seien, habe der Demonstrationszug starten können, teilten die Einsatzkräfte am Samstagnachmittag auf Twitter mit. Er setzte sich mit mehrstündiger Verspätung in Bewegung.

+++ 18:32 Italien meldet rückläufige Infektions- und Patientenzahl +++
In Italien deuten Zahlen vom Samstag auf eine Entspannung der Pandemielage hin. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen sank auf 17.567 von 18.938 am Vortag, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. In den Krankenhäusern wurden außerhalb der Intensivstationen 27.654 Corona-Patienten behandelt, nachdem es am Vortag noch 28.146 gewesen waren. Die Zahl der Intensivpatienten sank auf 3588 von 3603. An oder mit dem Coronavirus starben 344 Menschen nach 718 am Vortag.

+++ 18:12 Schwesig kritisiert vergangene Corona-Gipfel: "Es ging viel um die Show" +++
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat weiteren Corona-Gipfeln im Rahmen der Ministerpräsidentenkonferenz erstmal eine Absage erteilt. Im Interview mit ntv sagte sie: "Wichtig ist, dass es in diesen Runden wirklich um die Sache geht. Und in den letzten Wochen und Monaten wurde die MPK benutzt von potentiellen Kanzlerkandidaten der CDU und CSU, um dort ihr Schaulaufen zu betreiben. Es ging wenig um die Sache und viel um die Show, das muss wirklich aufhören."

+++ 17:48 Schon viele Ferienhäuser an deutschen Küsten im August vermietet +++
Trotz noch geltender Beschränkungen im Hotel- und Gastgewerbe sind viele Ferienwohnungen und -häuser für den Ferienmonat August in einigen Regionen Deutschlands schon stark nachgefragt. Das zeigt eine Auswertung von Reservierungsdaten für die Düsseldorfer "Rheinische Post" durch das Buchungsunternehmen DS Destination Solutions. Den Daten zufolge sind auf den deutschen Nordseeinseln nur noch 26 Prozent der Kapazitäten im August 2021 buchbar, alles andere ist schon belegt. Auf den Ostseeinseln sind noch 39 Prozent der Unterkünfte im August frei, in den bayerischen Alpen 45 Prozent.

+++ 17:14 Österreich meldet zweitmeisten Neuinfektionen in diesem Jahr +++
In Österreich werden zuletzt 3680 Neuinfektionen gemeldet - das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den vorangangenen Tagen und fast genau so viel wie der Jahreshöchststand am 19. März. Der 7-Tage-Schnitt sinkt gleichzeitig weiter auf rund 2800 Fälle. Angesichts der zahlreichen Corona-Fälle im Osten Österreichs hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz vergangene Woche den harten Lockdown in der Region verlängert.

+++ 17:01 Krisenland Libyen beginnt Corona-Impfkampagne +++
Das Krisenland Libyen hat am Samstag seine Impfkampagne gegen das Coronavirus gestartet. Interimsregierungschef Abdul Hamid Dbeibah bekam in der Hauptstadt Tripolis die erste Impfung, wie die libysche Gesundheitsbehörde mitteilte. Nach Dbeibah wurde Gesundheitsminister Ali al-Senati geimpft. Dbeibah forderte seine Landsleute auf, sich online für einen Impftermin anzumelden.

+++ 16:39 FDP bewertet bundesgesetzliche Corona-Notbremse "äußert kritisch" +++
Die FDP sieht den Entwurf für eine bundesgesetzliche Corona-Notbremse "äußert kritisch". "Mit Rechtsverordnungen ohne Beteiligung des Parlaments soll die Bundesregierung zukünftig Grundrechte einschränken dürfen. Diese Idee sollten die Regierungsfraktionen verwerfen", forderte FDP-Chef Christian Lindner nach Beratungen mit den Fachleuten seiner Partei. Falsch sei auch eine alleinige Orientierung an dem Inzidenzwert von 100 Infektionen pro 100 000 Einwohnern binnen einer Woche. Dieser bilde das Pandemiegeschehen vor Ort nur unzureichend ab.

+++ 16:07 Kretschmann litt unter Impfreaktion nach Astrazeneca-Dosis +++
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich vor drei Wochen als erster deutscher Regierungschef gegen das Coronavirus impfen lassen - allerdings ging die Impfung nicht ganz spurlos an ihm vorbei. Kretschmann berichtete von Gliederschmerzen und davon, dass er sich schlapp gefühlt habe. "Ich musste einen Tag Homeoffice machen", sagte Kretschmann. "Aber es lohnt sich für den Schutz, den man dadurch bekommt." Der 72 Jahre alte Grünen-Politiker hatte sich gemeinsam mit seiner Frau den Impfstoff von Astrazeneca spritzen lassen. Müdigkeit, Kopfweh sowie Schmerzen an der Einstichstelle gehören zu häufigen Impfreaktionen auf das Vakzin.

+++ 15:40 Niveau bleibt hoch: Mehr als eine halbe Million Dosen an einem Tag verimpft +++
Das Impftempo in Deutschland bleibt weiter hoch, auch wenn es am Freitag nicht das Rekordniveau der beiden Vortage erreicht. Laut dem Impfmonitoring des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden gestern mehr als eine halbe Million Impfdosen verabreicht: Es waren genau 547.726. Damit haben bereits 12,6 Millionen Menschen in Deutschland (15,23 Prozent) eine Erstimpfung erhalten. Fast 5 Millionen oder 5,9 Prozent sind bereits zweimal geimpft worden.

+++ 15:29 Proteste für strenge Corona-Maßnahmen in mehreren Städten +++
Für strengere Corona-Maßnahmen sind am Samstag Menschen in mehreren Städten Deutschlands auf die Straße gegangen. In Bremen und Hannover protestierten insgesamt mehr als 200 Bürger. In Göttingen waren 20 bis 50 Menschen bei einer "Zero-Covid"-Demo auf der Straße, sagte eine Polizeisprecherin. In Berlin beteiligten sich am Nachmittag rund zwei Dutzend Menschen an einer Kundgebung vor dem Hauptgebäude der Charité. In Deutschland und Österreich waren Aktionen in 30 Städten geplant. Die Teilnehmer forderten unter anderem drei Wochen bezahlte Pause und wandten sich gegen den "Infektionsherd Arbeitsplatz".

+++ 14:56 Zahl der Intensivpatienten in Deutschland nimmt weiter zu +++
Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Deutschland nimmt weiter zu: Laut den neuesten Daten des DIVI-Registers werden in Deutschland aktuell 4532 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 17 mehr als am Vortag. Allerdings sinkt die Zahl jener, die invasiv beatmet werden müssen, um 16 auf 2534. Rund 4060 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei, ein Plus von etwa 240 im Vergleich zum Vortag.

+++ 14:31 Schülervertreter fordern bundesweite Testpflicht in Schulen -"Möglichst jeden Tag" +++
Die Bundesschülerkonferenz fordert eine bundesweite Testpflicht für Schüler in der Corona-Pandemie. "Angesichts der gestiegenen Infektionsgefahr durch die Virusmutation reichen freiwillige Testangebote nicht aus", zitiert das Redaktionsnetzwerk Deutschland den Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm. Jeder Schüler müsse mindestens drei Mal die Woche kostenlos in der Schule auf Corona getestet werden. Ziel müsse sein, dass möglichst bald an jedem Tag getestet werde. "Schülerinnen und Schüler, die den Corona-Test verweigern, können nicht zum Unterricht in der Schule kommen, sondern müssen in den Distanzunterricht gehen."

+++ 14:17 Thailand stellt in Bangkok 10.000 Feld-Lazarettbetten auf +++
Thailand will in der Hauptstadt Bangkok 10.000 Feld-Lazarettbetten aufstellen. Damit solle die Versorgung sichergestellt werden, sagt ein Vertreter der Gesundheitsbehörde. Mindestens ein Dutzend Krankenhäuser in Bangkok hatten erklärt, seit Freitag nicht mehr auf das Coronavirus zu testen, weil entweder die Tests oder die Kapazität in den Kliniken fehlten. In Thailand müssen einer Anordnung der Behörden zufolge positiv Getestete stationär aufgenommen werden.

+++ 13:53 Pariser Polizei löst Restaurant-Treffen mit hundert Gästen auf +++
Eine Versammlung von mehr als einhundert Menschen in einem illegalen Restaurant in Paris hat die Polizei in der Nacht zu Samstag aufgelöst. Veranstalter und Besitzer des Lokals wurden festgenommen, wie die Polizei auf Twitter schrieb. Die Gäste der Versammlung im Pariser Nordosten erhielten demnach gebührenpflichtige Verwarnungen. Bereits am Freitag hatte die Polizei eine Zusammenkunft etlicher Menschen in einem Restaurant in Saint-Ouen-sur-Seine nördlich von Paris beendet. Auch hier kam es zu Geldstrafen und zu Festnahmen. Der Sender BFMTV berichtete von 62 Gästen der illegalen Versammlung. Wegen der angespannten Corona-Situation sind Restaurants und Bars in Frankreich geschlossen.

+++ 13:24 Iran verhängt zehntägigen Lockdown +++
Der Iran ordnet nach staatlichen Angaben im Großteil des Landes einen zehntägigen Lockdown an. Betroffen seien 23 der 31 Provinzen. Unternehmen, Schulen, Theater und Sporteinrichtungen müssen schließen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Versammlungen seien verboten.

+++ 12:55 Bouffier warnt vor Alleingängen bei Impfstoff-Beschaffung +++
Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier warnt vor Alleingängen der Bundesländer bei der Beschaffung von Corona-Impfstoff. Dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder 2,5 Millionen Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V für sein Bundesland bestellt habe, habe ihn "überrascht", sagte Bouffier der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Bisher hatten wir eine Verständigung: Der Bund beschafft den Impfstoff und verteilt ihn nach der Einwohnerzahl an die Länder." Falls Bayerns Beispiel Schule mache, müsse man über die Verteilung reden, meinte Bouffier. "Ich kann doch niemandem in Hessen klarmachen, dass jetzt ein Land Millionen Impfdosen mehr hat, aber bundesweit immer noch das Gleiche bekommt." Hessen sei stolz darauf, "in Rekordzeit" ein neues Biontech-Werk in Marburg genehmigt zu haben. "Wenn Alleingänge Schule machen, müsste ich jetzt darauf dringen, dass Biontech nicht mehr an alle zugleich liefert, sondern zuerst an uns. Was würden denn die anderen dann sagen?"

+++ 12:13 Patientenschützer fordern von Ärzten Angaben zum Alter der Geimpften +++
Patientenschützer und Sozialverbände sind alarmiert, weil Hausärzte keine genauen Angaben über das Alter der Corona-Geimpften machen. "Der Impffortschritt bei der Risikogruppe wird nicht mehr öffentlich abgebildet. Somit fehlen ab jetzt neueste Informationen über die Impfrate der Menschen, deren Leib und Leben das Virus am meisten bedroht", sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dabei seien noch immer "Millionen der über 80-Jährigen nicht vor dem Virus geschützt". Brysch forderte Gesundheitsminister Jens Spahn auf, die Kassenärztlichen Vereinigungen "sofort anzuweisen, die Daten täglich zu sammeln und weiterzugeben. Sonst ist der Vorwurf schwer von der Hand zu weisen, dass die ethisch festgesetzte Impfreihenfolge für die niedergelassenen Ärzte keine Bedeutung mehr hat".

+++ 11:34 Astrazeneca-Entwickler wagt den Schritt aufs Börsenparkett +++
Das Biotech-Startup, das hinter dem gemeinsam von Astrazeneca und der Universität Oxford entwickelten Impfstoff gegen Covid-19 steht, hat heute bei den US-Behörden einen Antrag auf einen Börsengang gestellt. Die Vaccitech erklärte in einer Wertpapieranmeldung, dass es plant, die Technologie, die dem Impfstoff zugrunde liegt, für die Entwicklung von Behandlungen gegen Prostatakrebs, Hepatitis B und das humane Papillomavirus zu nutzen. Vaccitech strebt eine börsennotierte Bewertung von rund 700 Millionen Dollar an, wobei die Geldgeber schätzen, dass das Unternehmen bis zum Jahresende 1 Milliarde Dollar wert sein könnte, wie das "Wall Street Journal" letzten Monat berichtete. Das Unternehmen hat vor kurzem 168 Millionen Dollar an neuen Mitteln als Schritt in Richtung eines Börsengangs erhalten.

+++ 10:45 Dresdener Kita baut eigene Corona-Teststation auf +++
Wer sein Kind in Sachsen in die Kita bringt, braucht einen negativen Corona-Test, um die Einrichtung betreten zu dürfen. In Dresden lässt daher eine Kindertagesstätte ab nächster Woche auf Drängen der Eltern eine mobile Teststation aufbauen. Wie Kita-Leiterin Sonja Hänsel dem MDR sagte, können sich dort die Eltern immer Montagfrüh und Mittwochnachmittag auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus testen lassen und mit einem negativen Ergebnis dann das Gebäude betreten. Auch Anwohner und andere Interessierte könnten den neuen Service in Anspruch nehmen.

+++ 10:11 Müller: Gesetzesänderung könnte bis zu zwei Wochen dauern +++
Der neue Prozess zur Nachschärfung des Infektionsschutzgesetzes könnte aus Sicht von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller bis zu zwei Wochen dauern. "Ich gehe schon davon aus, dass innerhalb der nächsten 10, 14 Tage wir das gemeinsam - Bundestag und Bundesrat - auch bewältigen werden und dass wir damit dann auch einen Rahmen haben, mit dem wir alle gemeinsam gut arbeiten können", sagte Müller dem ZDF. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hatte sich gestern noch zuversichtlich geäußert, die Änderungen auch innerhalb einer Woche umsetzen zu können. Müller äußerte sich dahingehend zurückhaltend. "Wenn sich im Bundestag die Situation so darstellt, dass man wirklich schnell dort auch zu einem Ergebnis kommt, geht es sicherlich auch schneller", betonte er. Aber auch der Bundesrat müsse noch beschließen.

+++ 09:20 Weil fordert Engagement bei Impfstoff für Kinder und Jugendliche +++
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil fordert vom Bund mehr Engagement bei der Impfstoffbeschaffung für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. "Es gibt Ankündigungen von Herstellern, dass bereits im Herbst erste Impfstoffe für unter 16-Jährige zugelassen werden könnten", sagte Weil der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Solche Impfstoffe muss der Bund sich über die EU sichern, damit wir nicht erneut erleben, dass wir zu spät und zu wenig bestellt haben." Auch in dieser Altersgruppe gebe es zahlreiche Vorerkrankte und damit besonders gefährdete Mädchen und Jungen, mahnte er.

+++ 08:29 Indien verzeichnet Höchststand bei Neuinfektionen +++
Indiens Gesundheitsministerium meldet 145.384 Neuinfektionen - so viele wie nie zuvor binnen eines Tages. Die Zahl der Corona-Toten stieg um 794 auf nunmehr 168.436. Insgesamt wurden damit bislang 13,21 Millionen Fälle in Indien bestätigt. Nur die USA und Brasilien haben mehr Infektionen registriert, doch in der vergangenen Woche wurden nirgends so viele Fälle bestätigt wie in Indien. Im am stärksten betroffenen Bundesstaat Maharashtra, in dem die Millionenmetropole Mumbai liegt, gilt über das Wochenende ein Lockdown.

+++ 08:08 Charité besorgt über steigende Zahl der Intensivpatienten +++
Die Berliner Charité betrachtet mit großer Sorge die Entwicklungen in der dritten Pandemie-Welle. "Wenn die Anzahl schwer kranker Covid-Patienten die zweite Welle übertrifft, kommen wir in eine kritische Situation", sagte Martin Kreis, Vorstand für die Krankenversorgung in Deutschlands größter Uniklinik. Anfang des Jahres sei an der Charité durch die hohe Zahl an schweren Covid-Fällen auf Intensivstationen eine absolute Grenzbelastung erreicht gewesen. So habe die Klinik im Januar nicht alle Patienten aus bereits überlasteten Kliniken anderer Bundesländern aufnehmen können. Sie selbst habe aber keine Corona-Kranken in andere Bundesländer verlegen müssen. "Wir werden weiter alles daran setzen, Patienten aus der Region auch in Berlin zu versorgen", sagte Kreis.

+++ 07:32 Scholz pocht auf Testangebot-Pflicht in Unternehmen +++
Vizekanzler Olaf Scholz bekräftigt seine Forderung nach einer Testpflicht in den Betrieben. "Nur sechs von zehn Beschäftigten erhalten bislang ein Angebot ihres Arbeitgebers, sich regelmäßig testen zu lassen", sagt der SPD-Kanzlerkandidat der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Das ist deutlich zu wenig, unsere Vereinbarung zielte auf eine Testquote von 90 Prozent." Deshalb sei die Zeit der Appelle vorüber. "Wir müssen die Unternehmen verbindlich dazu verpflichten, ihren Beschäftigten ein Testangebot zu machen. Das sollte Bestandteil unserer Corona-Beschlüsse in der kommenden Woche sein." Mehr Homeoffice, der Einsatz von medizinischen Masken und umfangreiches Testen, darauf seien viele Unternehmen in der Pandemie auch von selbst gekommen, erstaunlicherweise aber nicht alle, so der Finanzminister. "Das könnte man auch als nationale Pflicht begreifen. Es gibt Dinge, die man einfach tut, weil es sich gehört." Man könne eine Pandemie nicht bekämpfen, wenn jeder als Erstes nach einer Entschädigung frage.

+++ 07:01 Curevac hofft auf EU-Zulassung im Mai +++
Der Tübinger Impfstoffhersteller Curevac hält eine europäische Zulassung seines Corona-Impfstoffes angesichts von Fortschritten in den erforderlichen Studien noch im Mai oder Juni für möglich. "Wir sind bereits sehr fortgeschritten in der dritten klinischen Testphase und erwarten die Daten für das finale Zulassungspaket", sagte Curevac-Sprecher Thorsten Schüller der "Augsburger Allgemeinen". Die Virus-Varianten hätten die Komplexität für die laufende klinische Studie drei erhöht. Curevac plane weiter mit der Produktion von bis zu 300 Millionen Impfdosen in diesem Jahr. Auch Bayer werde den mRNA-Impfstoff produzieren.

+++ 06:26 SPD fordert strenge Corona-Kontrollen von Bayerns Spargelhöfen +++
Zum Schutz vor Corona-Infektionen fordert Bayerns SPD-Generalsekretär Uli Grötsch engmaschige Kontrollen auf den Erntehöfen - notfalls auch durch die Bundeswehr. "Die Bedingungen auf den Höfen haben schon im vergangenen Jahr zu gehäuften Corona-Ausbrüchen in der Region geführt und teils unwürdige Zustände bei der Unterbringung osteuropäischer Erntehelfer offenbart. Das darf sich durch mangelnde Kontrollen keinesfalls wiederholen", sagte Grötsch. Daher seien systematische Kontrollen auf den Erntehöfen notfalls mit Amtshilfe der Bundesbehörden notwendig.

+++ 05:31 RKI meldet 24.097 Neuinfektionen +++
Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet binnen eines Tages 24.097 Corona-Neuinfektionen und 246 neue Todesfälle. Wegen der Feiertage und der Schulferien könnten die Corona-Zahlen des RKI noch nicht vergleichbar mit den Werten vor Ostern sein. Vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 18.129 Neuinfektionen und 120 neue Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegt bei 120,6. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 110,4 an, vor einer Woche lag sie noch bei über 130. Der Inzidenzwert ist momentan noch mit Vorsicht zu genießen und dürfte wegen weniger Tests und Meldungen über Ostern zu niedrig ausfallen. Das RKI erwartet, dass der Inzidenz-Wert im Laufe der kommenden Woche wieder belastbar sein wird.

+++ 05:09 Montgomery: "Mit Sicherheit wird die Triage wieder im Raum stehen" +++
Angesichts steigender Patientenzahlen in der dritten Corona-Welle warnt der Vorsitzende des Weltärztebundes vor einer Zuspitzung der Lage in den deutschen Krankenhäusern. "Wir werden in den Kliniken jetzt eingeholt von den Infektionen, die vor vier Wochen stattgefunden haben", sagt Frank Ulrich Montgomery der "Passauer Neuen Presse". Auch die Triage werde "mit Sicherheit" wieder im Raum stehen. "Wir waren sehr dankbar, dass sie in den ersten beiden Wellen nicht gebraucht wurde. Es ist vorstellbar, dass es zu Situationen kommt, in denen sie angewendet wird."

+++ 04:39 Brinkhaus: "Es darf keine Front zwischen Bund und Ländern geben" +++
Angesichts der geplanten Vereinheitlichung der Corona-Regeln warnt Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus vor einem Zerwürfnis zwischen Bund und Ländern. "Es darf keine Front zwischen Bund und Ländern geben. Wir sind darauf angewiesen, dass wir diese Pandemie gemeinsam bekämpfen", sagt Brinkhaus den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Am Freitag war die für Montag geplante Runde von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie abgesagt worden.

+++ 03:29 Esken kritisiert Abhalten der Abiturprüfungen in Pandemie-Jahr +++
Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken kritisiert die Entscheidung der Kultusministerkonferenz zum Abhalten der Abiturprüfungen in diesem Jahr. "Anders als die Kultusministerkonferenz wäre ich dafür, das Gesamtjahr zu benoten und keine Abiturprüfungen abzuhalten, weil diese ohnehin kaum vergleichbar wären mit früheren Jahrgängen", sagt Esken der "Rheinischen Post". "Allerdings müsste das dann auch für die anderen Schulabschlüsse gelten, also für Real- und Hauptschulabschlüsse." Sie wundere sich darüber, dass bei der Debatte alle anderen Abschlüsse unter den Tisch fallen, sagt die SPD-Chefin.

+++ 02:00 US-Behörde findet zunächst keinen Zusammenhang von J&J-Vakzin mit Thrombosen +++
Die US-Arzneimittelbehörde FDA findet nach eigenen Angaben bislang keinen Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfungen mit dem Corona-Vakzin von Johnson & Johnson und Blutgerinnseln. Die Untersuchungen zu Fällen von Blutgerinnseln dauern an, erklärt die FDA. Bislang seien "einige" Fälle bekannt geworden, in denen Patienten nach einer Impfung mit dem Johnson & Johnson-Vakzin Blutgerinnsel und einen Rückgang der Blutplättchen erlitten hätten. "Beides kann viele verschiedene Ursachen haben", erklärt die Arzneimittelbehörde. Die Öffentlichkeit werde informiert, sobald neue Erkenntnisse vorlägen.

+++ 00:47 BDI warnt vor hartem Lockdown inklusive Betriebsschließungen +++
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt vor einem harten Lockdown mit Betriebsschließungen. "Vier Wochen Lockdown in der Industrie bedeuten viele Wochen mehr Produktionsausfall", sagt BDI-Präsident Siegfried Russwurm dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Das könnte uns leicht das komplette Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr kosten - und wir würden dann vom Absturz im vergangenen Jahr nichts wieder aufholen." Russwurm erläuterte: "Die Industrie stillzulegen, würde mindestens eine Woche dauern, da viele LKWs ja noch auf der Straße sind, chemische Anlagen nicht von heute auf morgen und Hochöfen auf die Schnelle gar nicht runtergefahren werden können."

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Quelle: ntv.de, kst/hny/jpe/dpa/AFP/rts/DJ