Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 01:51 Mehr als eine halbe Million Corona-Tote in Brasilien +++

In Brasilien überschreitet die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus 500.000. Dies meldet das Gesundheitsministerium des Landes. Experten warnen wegen der Verbreitung der Delta-Virusvariante vor einem weiteren steilen Anstieg auf 800.000 oder 900.000 Todesfälle. Nur elf Prozent der Bevölkerung Brasiliens sind bereits vollständig geimpft und die Regierung von Präsident Jair Bolsonaro wehrt sich weiterhin gegen strengere Beschränkungsmaßnahmen.

+++ 00:37 Belgien verbietet Einreise von Nicht-EU-Bürgern aus Großbritannien +++
Zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung der stärker ansteckenden Coronavirus-Variante Delta verbietet Belgien die Einreise von Nicht-EU-Bürgern aus Großbritannien. Die Maßnahme trete spätestens am 27. Juni in Kraft, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums in Brüssel, Jan Eyckmans. Betroffen von der Verschärfung der Einreiseregeln seien insgesamt 27 Länder, außer Großbritannien und Georgien liegen alle außerhalb Europas.

+++ 23:32 Corona-Neuinfektionen in Moskau steigen auf neuen Höchststand +++
In Moskau wird ein neuer Höchststand bei den Corona-Neuinfektionen verzeichnet. 9120 Infektionen binnen 24 Stunden werden nach Regierungsangaben aus der russischen Hauptstadt gemeldet - drei Mal so viele wie vor zwei Wochen. Hinter dem Anstieg, der die Moskauer Krankenhäuser zu überlasten droht, steckt die hochansteckende Delta-Variante des Virus.

+++ 22:23 Türkei macht allen Einwohnern ab 30 Jahre ein Impfangebot +++
In der Türkei dürfen sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums ab morgen alle Menschen im Alter von mindestens 30 Jahren gegen das Coronavirus impfen lassen. Zur Verfügung der Impfstoff von BioNTech und Pfizer sowie der des chinesischen Herstellers Sinovac.

Mehr als 26,4 Millionen der 84 Millionen Einwohner in der Türkei haben bislang ihre erste Spritze erhalten, 14,3 Millionen bereits beide Dosen. Zuletzt wurden dort innerhalb eines Tages mehr als 1,5 Millionen Impfdosen verabreicht.

+++ 21:41 Tausende Brasilianer demonstrieren gegen Bolsonaros Corona-Politik +++
In ganz Brasilien sind Tausende Menschen gegen die Corona-Politik des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro auf die Straßen gegangen. In der Hauptstadt Brasília sowie 14 Provinzhauptstädten forderten sie mehr Impfungen und wirtschaftliche Unterstützung in der Corona-Krise, wie die Nachrichtenplattform "G1" berichtete. Die Demonstranten verlangten zudem den Rücktritt Bolsonaros, mehr Anstrengungen im Kampf gegen den Hunger und die Umweltzerstörung sowie die Achtung der Rechte indigener Völker.

Brasilien ist noch immer ein Corona-Brennpunkt: Über 17,8 Millionen Menschen haben sich dort nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, fast eine halbe Million Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 bisher gestorben. Bolsonaro hat das Virus von Anfang an verharmlost und sich mit Verweis auf die wirtschaftlichen Folgen gegen harte Ausgangsbeschränkungen gestemmt. Zuletzt zog er auch den Sinn von Impfungen in Zweifel. Mittlerweile prüft ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss Bolsonaros Krisenmanagement in der Pandemie.

+++ 21:02 Bayerns Gesundheitsminister kritisiert Masken-Muffel beim EM-Spiel +++
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat kurz nach Abpfiff des EM-Spiels Portugal-Deutschland kritisiert, dass wieder Tausende Fans die Maskenpflicht im Münchner Stadion ignoriert haben. "Ich finde es fahrlässig, dass sich schon wieder viele Fans im Fußballstadion nicht an die Spielregeln gehalten haben", sagte der CSU-Politiker. "Der DFB ist nun endgültig aufgefordert, plausibel darzulegen, wie er beim nächsten Spiel am Mittwoch die Masken-Regeln um- und durchzusetzen will."

Obwohl die EM-Organisatoren in München angekündigt hatten, die Zuschauer auf den Rängen zum Tragen von Masken zu bewegen, haben nur wenige Fans die vorgeschriebenen FFP2-Masken aufgehabt. Die Polizei hatte schon beim ersten Spiel am Dienstag nach Angaben eines Sprechers festgestellt, "dass die überwiegende Mehrheit (etwa zwei Drittel) der anwesenden Zuschauer auf den Sitzplätzen keinen vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz trug".

+++ 20:37 Deutschland meldet 1036 Neuinfektionen +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 3.721.666 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 1036 neue Fälle hinzu. Im Vergleich zur Vorwoche ist das ein Rückgang von 42 Prozent - am vergangenen Samstag waren 1785 Neuinfektionen gemeldet worden.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 49 auf 90.369. Vergangenen Samstag waren 89 neue Todesfälle gemeldet worden. Die Zahl der als aktuell infiziert geltenden Menschen ist weiterhin rückläufig und liegt nach RKI-Schätzungen bei rund 31.057 Personen. 3.600.240 Menschen gelten demnach als genesen.

+++ 20:21 Brinkhaus warnt vor Rückkehr in die Komfortzone nach der Pandemie +++

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus mahnt, dass Deutschland nach der Pandemie nicht in die "Komfortzone" zurückkehren dürfe. Die Regierungsarbeit müsse "besser, effektiver und erfolgsorientierter" werden, sagt der CDU-Politiker der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Dafür müsse das Ressortprinzip durchbrochen und Abteilungen zentralisiert werden.

Dem Kanzleramt solle ein Transformationsministerium mit starken Durchgriffsrechten zugeordnet werden. Dafür sei die Digitalisierung der Hebel. "Digitalisierung ist nicht nur IT, ist nicht nur die Umwandlung der analogen Welt in eine digitale Welt, Digitalisierung bedeutet eine grundlegende Transformation der gesamten Prozesse", sagt Brinkhaus.

+++ 19:48 150 Hausbewohner müssen wegen Delta-Variante in Dresden zum Test +++
Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus sollen in Dresden alle Bewohner eines Wohnhauses getestet werden. Davon seien rund 150 Menschen betroffen, teilte die Stadt Dresden mit. Drei Familien, die alle in dem Haus wohnen, seien positiv auf Corona getestet worden. Bei vier der zehn Menschen sei bereits die als besonders ansteckend geltende Delta-Variante nachgewiesen worden. Die Tests sollen am Montag beginnen. Weil auch mehrere Kinder unter den positiv Getesteten sind, sind zudem deren Kontaktpersonen aus einer Kita und fünf Schulen in Quarantäne geschickt worden.

Die Delta-Variante wurde inzwischen auch im Landkreis Leipzig nachgewiesen. Eine Person, die aus dem Ausland zurückkam, sei positiv getestet worden, teilte der Landkreis mit. Ein Test bei der Einreise war dagegen zunächst negativ ausgefallen. Inzwischen seien noch zwei weitere Angehörige des Hausstandes betroffen. Das Gesundheitsamt verfolge akribisch alle Kontakte.

+++ 19:17 Testspiel vom FC St. Pauli findet vor Zuschauern statt +++

Fußball-Zweitligist FC St. Pauli kann sein Testspiel beim Fünftligisten BW Lohne vor Fans spielen. Für die Partie am 30. Juni um 18.30 Uhr sind bis zu 500 Zuschauer erlaubt, teilte der Verein aus Hamburg mit.

Der Zutritt ist nur unter Bedingungen erlaubt. So muss eine vollständige Impfung, der Nachweis über eine überstandene Corona-Infektion oder ein negativer Corona-Test vorgelegt werden. Außerdem werden in bestimmten Bereichen des Stadions Masken getragen. Die Dokumentation der Kontaktdaten erfolgt über die Luca App und Besucherlisten.

+++ 18:44 USA spenden 2,5 Millionen Impfdosen an Taiwan +++
Taiwan soll dem American Institute in Taiwan (AIT) zufolge rund 2,5 Millionen Dosen an Corona-Impfstoff aus einer Spende der USA erhalten. Die Lieferung des Moderna-Mittels werde für Sonntag erwartet, teilte das AIT auf Facebook mit. Das Institut ist für die Umsetzung der US-Politik gegenüber Taiwan verantwortlich. Anfang Juni hatten die USA zunächst angekündigt, 750 000 Corona-Impfdosen an das Land zu spenden. Die Lieferung umfasse 1,75 Millionen zusätzliche Dosen, hieß es nun.

Taiwan hatte seit dem Pandemie-Ausbruch weltweit viel Lob für seine Strategie zur Bekämpfung des Virus erhalten. Zu einem früheren Zeitpunkt hatte die Inselrepublik für 250 Tagen überhaupt keine neuen Infektionen gemeldet. Insgesamt verzeichnet das Land mit 24 Millionen Einwohnern nach Angaben der für Epidemien zuständige Behörde CECC 13.896 Infektionen. Mindestens 538 Menschen starben demnach im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

+++ 18:18 "Querdenker" in Hannover befolgen Corona-Regeln nur "bedingt" +++
Bei der Demonstration von Mitgliedern der "Querdenken"-Bewegung hat die Polizei in Hannover einige Verstöße gegen Corona-Schutzregeln festgestellt. Bisher sei es während einer Kundgebung am Waterlooplatz insgesamt verhältnismäßig ruhig geblieben, berichtete eine Beamtin. "Aber an die Auflagen wurde sich von manchen nur bedingt gehalten."

Die Ordnungskräfte hatten mit einer Teilnehmerzahl im unteren vierstelligen Bereich gerechnet. "Es ist bis jetzt eher im unteren dreistelligen Bereich", hieß es am späten Nachmittag. Der Protestzug sollte sich laut Planung der Organisatoren im weiteren Verlauf durch die Stadt bewegen. Die Unterstützer wollten damit ihren Unmut über die Corona-Politik äußern. Als Redner bei "Querdenken 511" hatte sich unter anderem der Gründer der Bewegung, Michael Ballweg, angekündigt.

+++ 17:37 Strenge Kontrollen nach Massenpartys zeigen Wirkung +++
Nach Randaleakten und Attacken gegen Ordnungskräfte bei ausufernden Partys am vergangenen Wochenende in Münster hat die Polizei das seit Freitag geltende Verweilverbot konsequent durchgesetzt. Zu Beginn um 21 Uhr hätten sich etwa 70 Personen auf der Feierwiese am Aa-See-Ufer aufgehalten, die dann aber friedlich abgezogen seien, so ein Polizeisprecher. Das Verweilverbot gilt in nächster Zeit an Wochenenden von 21 Uhr abends bis 6 Uhr am nächsten Morgen.

In Köln verhinderten Polizei und Ordnungskräfte ebenfalls mit verstärkten Einsätzen, dass sich Menschen an beliebten Treffpunkten häufen und versammeln. Auch dort hatte es am vorigen Wochenende illegale Partys mit Hunderten von Feiernden gegeben, von denen viele die noch geltenden Coronaschutzmaßnahmen missachteten.

+++ 17:07 Virologe Streeck freut sich über Zustimmung von Lauterbach +++
Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat sich erfreut darüber geäußert, dass ihm der SPD-Politiker Karl Lauterbach in einem strittigen Punkt in der Corona-Diskussion recht gegeben hat. "Ich sehe Herrn Lauterbachs Aussage mit Hochachtung und Respekt", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Lauterbach hatte Streeck mit Blick auf den Einfluss der Sommermonate auf das Coronavirus recht gegeben. "Für den Einfluss der Saisonalität auf das Infektionsgeschehen räume ich ein: Hendrik Streeck hatte voll recht", sagte er der "Bild". Streeck hatte im Januar gesagt: "Wie wir das im vergangenen Frühjahr gesehen haben - gehen im März, spätestens April die Infektionszahlen nach unten. Das ist das typische Verhalten von Coronaviren, die sich über die Sommermonate hinweg nur noch auf einem niedrigen Level verbreiten." Er gehe davon aus, dass es nur noch wenige Fälle geben werde.

Lauterbach und Streeck hatten im Verlauf der Pandemie mehrfach deutliche Differenzen gehabt. Streeck hatte oft für eine etwas weniger strenge Linie bei den Corona-Maßnahmen plädiert.

+++ 16:35 Zusammenstöße mit der Polizei bei illegalem Rave in Frankreich +++
Im Westen Frankreichs ist es zu stundenlangen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Besuchern einer nicht erlaubten Rave-Party gekommen. Der Polizeichef der Region Ile-et-Vilaine, Emmanuel Berthier, spricht von extremer Gewalt.

Die Polizei habe die Veranstaltung mit rund 1500 Besuchern auf einer Pferderennbahn bei Redon in der Bretagne aufgelöst. Fünf Polizisten seien verletzt worden, eine Person, die die Party besucht habe, habe eine Hand verloren. Am Morgen seien noch rund 1000 Menschen auf dem Gelände gewesen. Die Zusammenstöße dauerten laut Polizei rund sieben Stunden.

+++ 16:06 Auch Städte- und Gemeindebund befürwortet verkaufsoffene Sonntage +++
Nach dem Handelsverband HDE sprach sich jetzt auch der Städte- und Gemeindebund für verkaufsoffene Sonntage aus. "Wir müssen jetzt alles tun, damit unsere Innenstädte und Ortskerne nicht weiter veröden", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem "Handelsblatt". "Da wäre es ein positives Signal, zusätzliche Sonntagsöffnungszeiten zu ermöglichen."

Landsberg verwies auf die bedrohliche Lage des Handels und die Gefahr für Hunderttausende Arbeitsplätze. Der HDE hatte vorgeschlagen, die Geschäfte zumindest bis Jahresende auch sonntags öffnen zu lassen. Das gebe den Händlern die Chance, wenigstens einen Teil des während der Lockdowns verlorenen Umsatzes nachzuholen und wäre auch ein Signal an die Menschen, dass die Innenstädte wieder offen seien.

+++ 15:33 ARD-Polit-Talkshows planen Rückkehr von Studiopublikum +++
Nach der Sommerpause sollen ARD-Shows wie “Hart aber fair” wieder vor Studiozuschauern stattfinden. Moderator Frank Plasberg sagte dem Medienmagazin "Übermedien": "Es soll wieder losgehen mit Studiopublikum. Wir haben zwar alle in der Krise noch einmal gelernt, dass man vorsichtig sein sollte mit Voraussagen - aber im Moment ist geplant, dass wir nach der Sommerpause am 23. August wieder Zuschauer dabei haben werden."

Laut Sender plant aber nicht nur “Hart aber fair” wieder mit Publikum. "Ebenso gibt es bei "Maischberger. die woche" Überlegungen, nach der Sommerpause wieder vor Publikum zu senden - auch hier unter der Voraussetzung, dass die Corona-Situation stabil bleibt. Die Redaktion von "Anne Will" hat sich in dieser Sache noch nicht entschieden", hieß es seitens des Senders. Aktuell befinden sich alle drei Shows in der Sommerpause.

+++ 15:02 Lage in Kassel rund um Anti-Corona-Politik-Demo ruhig +++
Die Gegendemonstrationen zu einer geplanten Veranstaltung von Gegnern der Corona-Politik in Kassel sind ruhig angelaufen. Auf dem Opernplatz und auf der Altmarktkreuzung versammelten sich am Mittag jeweils etwa 20 bis 30 Personen, so ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur. Größere Versammlungen von Gegnern der Corona-Politik seien zunächst ausgeblieben, sagte ein Polizeisprecher. Lediglich einzelne Teilnehmer der Gruppierung seien in der Stadt gewesen.

Im Vorfeld hatte Kassel eine geplante Veranstaltung von Gegnern der Corona-Politik mit insgesamt mehr als 3500 angekündigten Teilnehmern verboten. Als Grund nannte sie das gesteigerte Infektionsrisiko beim Zusammentreffen vieler Menschen. Erst im März waren mehr als 20.000 Menschen durch die Stadt gezogen, von denen sich viele nicht an die Auflagen wie die Maskenpflicht hielten. Es kam zu massiven Auseinandersetzungen mit der Polizei.

+++ 14:26 Menschen in Lissabon nehmen Lockdown mit Gelassenheit +++

Für zweieinhalb Tage ist Lissabon aufgrund der sich rasch ausbreitenden Delta-Variante des Coronavirus in den harten Lockdown zurückgekehrt. Die Einwohner der portugiesischen Hauptstadt nehmen es aber offenbar locker. Nur sehr wenige versuchten, ohne triftigen Grund den Großraum der Metropole zu verlassen, wie die Zeitung "Público" unter Berufung auf die Polizei berichtete. Die für heute geplante Gaypride-Parade wurde gestern kurzfristig abgesagt. Ob die Abriegelung an den kommenden Wochenenden wiederholt wird, soll je nach Lage kurzfristig entschieden werden.

Ministerpräsident António Costa wies Kritik zurück, die Maßnahme sei angesichts einer noch relativ entspannten Lage übertrieben oder womöglich sogar unrechtmäßig. "Wenn man keine Maßnahmen ergreift, nimmt die Pandemie wieder zu", sagte er.

+++ 13:55 Lauterbrach kritisiert "historisches Versagen" reicher Länder +++
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht in der Corona-Krise ein "historisches Versagen" reicher Staaten. "Wir haben Impfkapazität aufgebaut, die genau zugeschnitten war auf das, was wir selbst brauchen", sagt er bei einer Online-Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing. "Wir haben keine zusätzliche Impfstoff-Produktionskapazität für die ärmeren Länder." Das habe nun zur Folge, dass die Menschen in Südostasien, Afrika oder Lateinamerika weitgehend ungeschützt einem immer gefährlicher werdenden Virus ausgesetzt seien. Denn je mehr Menschen geimpft seien, desto aggressiver müsse das Virus werden, um sich weiter ausbreiten zu können. "Das ist ein historisches Versagen der wohlhabenden Länder."

+++ 13:30 Delta-Variante grassiert in Moskau +++
Russlands Hauptstadt hat erneut einen Rekordwert an Neuinfektionen verzeichnet. Die Behörden in Europas größter Metropole registrierten diesen Samstag 9120 Fälle - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchststand war am Tag zuvor mit rund 9000 Infektionen erreicht worden. Bürgermeister Sergej Sobjanin zufolge sind mittlerweile fast 90 Prozent der Covid-Erkrankungen auf die besonders ansteckende Delta-Variante des Virus zurückzuführen. Moskau kämpft - wie ganz Russland - weiter mit einer großen Impfskepsis in der Bevölkerung. Im ganzen Land waren laut Angaben vom Freitag etwa elf Prozent vollständig geimpft.

+++ 13:14 Intensivfälle erstmals seit Oktober unter 1000 +++
Die Zahl der Covid-Intensivfälle sinkt weiter. Erstmals seit 21. Oktober 2020 ist sie unter die Marke von 1000 gerutscht. Laut DIVI-Intensivregister müssen derzeit 964 Corona-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden (47 weniger als am Vortag). Davon müssen 662 beatmet werden (43 weniger als am Vortag). Rund 4500 Betten sind auf deutschen Intensivstationen noch frei.

+++ 12:58 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland voll geimpft +++
Mehr als 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind vollständig geimpft. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts haben etwas mehr als 42 Millionen Menschen (50,6 Prozent) mindestens eine Impfung verabreicht bekommen, 25,3 Millionen (30,4 Prozent) sind vollständig geimpft. Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 57,0 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Neun weitere Bundesländer haben die 50-Prozent-Marke geschafft. Schlusslicht bleibt Sachsen mit 45 Prozent. Das Saarland zählt mit 36,5 Prozent den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Hessen ist hier mit 28,2 Prozent am Ende der Rangliste.

+++ 12:40 Spahn: Maßnahmen in Schulen auch nach Sommerferien +++
Corona-Maßnahmen in Schulen müssen nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch eine längere Zeit aufrechterhalten werden. "Wir werden nicht völlig ohne Schutzmaßnahmen wieder in den Schulbetrieb gehen können", sagt er einer Online-Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing über die Zeit nach den Sommerferien. Im Herbst und Winter würden trotz derzeit sehr niedriger Inzidenzen voraussichtlich nach wie vor Maßnahmen wie Maskenpflicht oder auch Wechselunterricht notwendig sein. "Da setzen sich Millionen Menschen in Bewegung, die sich sonst nicht in Bewegungen setzen würden, und begegnen sich", betont Spahn. Das könne dann zu einer "Drehscheibe in die Haushalte hinein" werden. "Wir sollten dieses Mal die Sommerzeit besser nutzen".

+++ 12:16 STIKO-Chef kritisiert Debatte um Massenimpfung bei Kindern +++
Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, kritisiert die politische Debatte um eine Massenimpfung von Kindern und Jugendlichen vor dem neuen Schuljahr. Grundsätzlich sei bedauerlich, dass dies zu einem politischen Thema geworden sei, noch bevor es eine Zulassung für einen Impfstoff gegeben habe, sagt Mertens auf dem Online-Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin. Infektionen bei dieser Altersgruppe verliefen bekanntlich sehr häufig asymptomatisch oder mild. Mertens sagt, es habe insgesamt 1849 Fälle gegeben, bei denen es Einweisungen ins Krankenhaus gegeben habe. Dies sei ein Prozent der schon geringen Zahl gemeldeter Fälle.

+++ 11:38 DIW-Chef fordert Lockerung der Ladenöffnungszeiten +++
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, fordert angesichts der schwierigen Lage vieler Einzelhändler eine Lockerung der Öffnungszeiten. "Eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten ist dringend geboten, damit der stationäre Einzelhandel sich im Wettbewerb gegen den Onlinehandel behaupten und Arbeitsplätze sichern kann", sagt Fratzscher dem "Handelsblatt". Der Ökonom stellt sich damit an die Seite des Handelsverbands HDE, der eine Öffnung auch an Sonntagen fordert. "Durch die Pandemie gab es eine massive Verschiebung hin zum Onlinehandel, was sich auch nach der Pandemie nicht komplett wieder umkehren wird", erläutert Fratzscher. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 11:16 Impftempo in Deutschland lässt leicht nach +++
Das deutsche Impftempo schwächt sich wieder leicht ab. Die Zahl der durchschnittlich verabreichten Impfdosen bewegt sich Richtung 800.000 pro Tag. Gestern lag die Zahl der Impfungen bei 904.231, am Vortag bei 1.077.998.

+++ 10:37 Studie: Sinovac weniger wirksam als Biontech +++
Der Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinovac hat sich einem Zeitungsbericht zufolge in einer Hongkonger Studie weniger wirksam erwiesen als das Biontech-Vakzin. Menschen, die mit Biontech gegen Covid-19 geimpft worden seien, hätten "wesentlich höhere" Antikörperwerte aufgewiesen als Sinovac-Geimpfte, berichtet die "South China Morning Post" unter Berufung auf eine staatlich beauftragte Studie der Universität Hongkong. Bei Sinovac könnte demnach in manchen Fällen auch eine dritte Auffrischungsimpfung nötig werden. Zuletzt waren Zweifel an der Wirksamkeit des Impfstoffes gegen infektiösere Mutationen wie die Delta-Variante aufgekommen. In Indonesien hatten sich kürzlich mehr als 350 Mitarbeiter des Gesundheitswesens mit dem Coronavirus infiziert, obwohl sie mit Sinovac geimpft worden waren. Die meisten hätten zwar keine Symptome gezeigt, Dutzende mussten allerdings zur Behandlung in Kliniken.

+++ 10:02 Elf Regionen verzeichnen Inzidenz von 0 +++
Die Zahl der Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 0 ist leicht auf 11 gestiegen. Am Vortag waren es noch 10. Unter die "Zielmarke" von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen schafften es 397 Regionen. Keine einzige Region liegt oberhalb der Notbremse-Schwelle von 100.

+++ 09:23 Studie: Impfungen reduzieren Long-Covid-Symptome +++
Eine Impfung kann offenbar die Langzeitsymptome im Fall einer Corona-Infektion verringern. Das ergibt eine aktuelle Studie aus Großbritannien, an der 900 Long-Covid-Patienten teilnahmen. Demnach verbesserten sich bei 57 Prozent der Teilnehmer die Langzeitsymptome. Am besten wirkten mRNA-Impfstoffe, vor allem Moderna. "Wir fanden einen signifikanten Unterschied in Bezug auf Verbesserungen bei Müdigkeit, Myalgie und Brustschmerzen zwischen denjenigen, die den Moderna-Impfstoff erhielten, verglichen mit denen, die Astrazeneca bekamen", heißt es in der Studie. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 08:42 Lauterbach: Sinovac nicht stark genug gegen Delta-Variante +++
Nachdem sich in Indonesien mehr als 350 Ärzte trotz Impfung mit dem Coronavirus angesteckt haben, geht SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach davon aus, dass der chinesische Impfstoff Sinovac nicht stark genug ist, um die Delta-Variante zu verhindern. "Schlechte Nachricht, viele nutzten SinoVac", schreibt Lauterbach auf Twitter. "Während für Europa und US Pandemie langsam endet, beginnt sie für arme Länder."

+++ 08:04 Bedford-Strohm: Vermögende besonders an Pandemiekosten beteiligen +++
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, fordert eine gerechte Verteilung der Corona-Kosten und einen besonderen Beitrag von Vermögenden und Profiteuren der Pandemie. "Auf welchem Wege diejenigen, die besonders profitiert haben und mit Wohlstand besonders gesegnet sind, auch in besonderer Weise an den Kosten der Pandemie beteiligt werden, muss im politischen Diskurs geklärt werden. Dass sie in besonderer Weise verpflichtet sind, dazu beizutragen, ist aber klar", schreibt Bedford-Strohm in einem Gastbeitrag für den "Mannheimer Morgen". "Der Boom an den Aktienmärkten, der die Vermögenszuwächse maßgeblich ermöglichte, verdankt sich nicht zuletzt den aus Steuergeldern finanzierten direkten Unternehmenshilfen."

+++ 07:21 Flüchtlingskinder sind "große Verlierer der Pandemie" +++
Das Deutsche Kinderhilfswerk prangert die Vernachlässigung von Flüchtlingskindern in Deutschland während der Corona-Krise an. "Zu den großen Verlierern der Corona-Pandemie zählen gerade geflüchtete Kinder und Jugendliche", sagt die Vizepräsidentin der Organisation, Anne Lütkes, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Schließung von Kitas und Schulen habe "bei ihnen vielfach dazu geführt, dass sie in ihrem Spracherwerb und auch schulisch weit zurückgeworfen wurden". Homeschooling ohne Hilfe der Eltern, oftmals ohne ausreichende Hard- und Software sowie ohne Internetzugang in einer Gemeinschaftsunterkunft funktioniere nicht, hebt Lütkes hervor. In den politischen Diskussionen um Schul- und Kitaöffnungen seien Flüchtlingskinder und ihre Familien aber "konsequent ausgeblendet" worden.

+++ 06:37 Passagierzahl in ICEs bricht in Pandemie um 50 Prozent ein +++
Die Deutsche Bahn hat unter einem erneuten Nachfrageeinbruch gelitten und bekommt die Folgen der Corona-Krise immer stärker in der Bilanz zu spüren. In den ersten Monaten dieses Jahres brachen die Passagierzahlen des Staatskonzerns nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" um 50 Prozent ein. Im Fernverkehr zählte das Unternehmen im April mit 15,6 Millionen Passagieren nur die Hälfte der Reisenden im Vergleich zum April im Vorjahr. Im Regionalverkehr ging das Fahrgastaufkommen ebenfalls um gut 40 Prozent auf 278 Millionen Reisende zurück. Allein das Transportaufkommen bei der Güterbahn stieg leicht um fünf Prozent. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 06:00 Lauterbach: „EM-Spiele in England sind unvertretbar“ +++
Für SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach ist es nicht nachvollziehbar, dass Partien der Fußball-EM trotz aktuell steigender Infektionszahlen durch die Delta-Variante in London ausgetragen werden. "Es ist unvertretbar, dass in England Fußballspiele mit Zuschauern stattfinden", sagt Lauterbach RTL/ntv. Er hält das Risiko für zu hoch: "Die Delta-Variante ist einfach zu gefährlich. Das ist eine Gefährdung der Bürger Englands und der Bürger Europas. Man müsste die Spiele in ein anderes europäisches Land verschieben." Neben den beiden EM-Halbfinalpartien findet auch das Finale in London mit Zuschauern statt. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 04:29 Bundesweite Inzidenz rutscht unter 10 +++
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Fälle ist wieder im einstelligen Bereich – zum ersten Mal seit dem 13. September 2020. Sie liegt laut Robert-Koch-Institut (RKI) nun bei 9,3. Die Gesundheitsämter haben für Samstagfrüh 1108 Neuinfektionen gemeldet, vergangene Woche waren es noch 1911. 99 Infizierte starben. Am vergangenen Samstag wurden 129 Todesfälle registriert. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 03:38 Verstöße gegen Corona-Regeln: Hamburgs Polizei räumt Park-Party +++
Hamburgs Polizei hat eine Party im Stadtpark wegen Verstößen gegen die Corona-Auflagen aufgelöst. Rund 3000 Menschen feierten in der Nacht bei sommerlichen Temperaturen in der Grünanlage. Aufgrund des Nichteinhaltens der geltenden Corona-Regeln habe die Polizei zunächst mit Scheinwerfern versucht, die Gruppe zum Gehen zu bewegen, sagt ein Sprecher der Polizei. Da dies jedoch nicht gelang und immer wieder Gruppen von 100 bis 200 Personen gebildet wurden, entschied sich die Polizei, das Gelände zu räumen. Dabei kam es vereinzelt zu Flaschenwürfen auf die Polizeibeamten.

+++ 02:44 Draghi ruft Italiener zum Impfen auf +++
Angesichts rückläufiger Impfzahlen in der vergangenen Woche ruft Italiens Ministerpräsident Mario Draghi die Bürger des Landes auf, nicht nachzulassen. Ein Impfschutz sei von fundamentaler Bedeutung, sagt er auf einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz. "Das Schlimmste, was Sie tun können, ist, sich nicht impfen zu lassen oder nur eine Impfung zu erhalten." Hintergrund des Rückgangs ist Experten zufolge die Entscheidung der Regierung, das Mittel von Astrazeneca nur noch für über 60-Jährige zu empfehlen. Dies soll Italiener verunsichert haben, die nun eine zweite Dosis mit einem anderen Mittel erhalten sollen. Er selbst werde nach Astrazeneca nun ein anderes Mittel für seine zweite Impfung erhalten, sagt Draghi. Das Mischen von Impfstoffen sei sicher.

+++ 01:07 Infektion zu lange her: Ehemaliger Covid-Patient scheitert mit Klage in Karlsruhe +++
Das Bundesverfassungsgericht hat die Beschwerde eines ehemaligen Corona-Infizierten abgelehnt, dessen Ansteckung gemäß der bundesweiten Ausnahmen für Genesene und Geimpfte zu lange zurückliegt. Die Verfassungsbeschwerde sei unzulässig, entschieden die Karlsruher Richter. Der Mann hatte sich Ende März 2020 mit Sars-CoV-2 infiziert und kann auch heute noch nachweisen, genügend Antikörper im Blut zu haben, wie das Gericht erläutert. Als genesen gelten nach der Covid-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung aber nur Menschen, deren Infektion weniger als sechs Monate zurückliegt. Der Mann sieht sich auch dadurch benachteiligt, dass er nicht durch nur eine Impfung den Status Geimpfter bekommt, weil auch dies voraussetzt, dass die Infektion maximal ein halbes Jahr her ist. Für Geimpfte und Genesene nach diesen Definitionen sieht die Verordnung Ausnahmen von den allgemeinen Corona-Regeln etwa bei Kontakten vor.

+++ 00:22 Spahn: "Manchmal fühle ich mich wie bei der Feuerwehr" +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verteidigt sein Vorgehen bei der Beschaffung von Corona-Schutzmasken gegen Kritik. "Es wäre doch niemand auf die Idee gekommen, in China nicht-zertifizierte FFP-2-Masken zu bestellen, wenn es in Europa zertifizierte FFP-2-Masken gegeben hätte", sagt der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die ganze Welt habe in China gekauft. "Manchmal fühle ich mich wie bei der Feuerwehr, die einen Großbrand gelöscht hat und die dann zu hören bekommt, dass dabei Wasser daneben gelaufen ist", sagt Spahn. Er räumt ein: "Ich sage im Nachhinein nicht, dass wir alles richtig entschieden haben. Aber wir haben nach bestem Wissen und Gewissen entschieden." Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 23:18 Rasant steigende Zahlen: Uganda erlässt 42 Tage Ausgangssperre +++
Ugandas Präsident Yoweri Museweni hat aufgrund schnell steigender Infektionszahlen scharfe Restriktionen erlassen. Das ostafrikanische Land befinde sich ab sofort für 42 Tage im "totalen Lockdown", sagt Museweni. Ugandas rund 45 Millionen Einwohner müssten zuhause bleiben. Lediglich Fahrzeuge, die wichtige Fracht oder kranke Menschen transportieren, seien auf der Straße zugelassen. Die Zahl der Neuinfektionen in Uganda war nach Angaben der Africa CDC, der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (AU), mit 11.704 Neuinfektionen im Wochenvergleich so hoch wie nie zuvor. Man habe die Nachbarländer um Sauerstoff gebeten, sagt die Gesundheitsberaterin Musevenis, Monica Musenero. "Wir versuchen, woher auch immer Sauerstoffzylinder zu beziehen", sagt Musenero.

+++ 22:28 Merkel kritisiert volle EM-Stadien +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert die vollen Stadien während der Fußball- Europameisterschaft in einigen europäischen Staaten. Es sei schön, dass in München wieder 14.000 Fans ins Stadion dürften, sagt sie. "Aber wenn ich vollkommen besetzte Stadien sehe in anderen Ländern Europas, dann bin ich ein wenig skeptisch, ob das jetzt die richtige Antwort auf die gegenwärtige Situation ist", fügt sie hinzu. Die Pandemie sei nicht vorbei, die Delta-Variante gefährlich.

+++ 22:10 Niederlande lockern kommende Woche Maskenpflicht +++
Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte kündigt für die kommende Woche Lockerungen an. Die Maskenpflicht soll ab dem 26. Juni dort fallen, wo ein ausreichender Abstand eingehalten werden könne, sagt er und bestätigt damit einen Medienbericht. Rutte verweist darauf, dass die Zahl der neuen Positiv-Tests in den Niederlanden auf den niedrigsten Stand seit neun Monaten gefallen ist.

+++ 21:51 Biden rechnet nicht mit einem neuen Lockdown wegen Delta +++
US-Präsident Joe Biden erwartet nach eigenen Angaben nicht, dass die ansteckendere Delta-Variante zu einem neuen Lockdown führen wird. Gleichwohl warnt er, dass die Mutation leichter übertragbar und potenziell tödlich sei. Biden ruft die US-Bevölkerung erneut auf, sich impfen zu lassen. Sein erklärtes Ziel einer Impfquote von 70 Prozent der Erwachsenen bis zum Nationalfeiertag am 4. Juli könnte verfehlt werden: Gegenwärtig sind 65,1 Prozent der volljährigen US-Bürger mindestens einmal geimpft. Die Zahl ist zuletzt nur noch langsam gestiegen.

+++ 21:36 Streeck: Pandemie ist nicht zu Ende +++
Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hält das schrittweise Vorgehen bei Lockerungen von Auflagen für angemessen. "Ich sehe es als richtig an, dass man in Babyschritten vorwärts geht und schaut, was verantwortbar ist und wie sich die Zahlen entwickeln", sagt Streeck der "Fuldaer Zeitung". Man sei nicht am Ende der Pandemie. Der Virologe beklagt, die Politik sei immer noch zu reaktiv und nicht aktiv genug. "Wir versäumen es, aus der Pandemie maximal zu lernen und uns auf Herbst und Winter vorzubereiten. Es herrscht allgemein der Eindruck, das Virus verschwindet und dass wir die Pandemie überwunden haben, wenn die nächsten Monate ruhig laufen", sagt Streeck. Man müsse sich aber für alle Eventualitäten, die im Herbst eintreten könnten, vorbereiten. Es gebe zu viele ungeklärte Unbekannte, etwa die Delta-Variante, über die man noch zu wenig wisse. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 21:19 Merkel und Macron fordern EU-Koordinierung wegen Delta-Variante +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warnen vor einer Ausbreitung der Delta-Variante in Europa. "Deutschland und Frankreich haben relativ strenge Regeln wegen der Ausbreitung in Großbritannien erlassen," sagt Macron vor einem Essen im Kanzleramt in Berlin. "Es gibt aber einige Länder, die wegen ihrer Tourismusindustrie schnellere Öffnungen beschlossen hatten", fügt er in Anspielung auf Portugal hinzu, wo derzeit wieder Ausgangssperren verhängt werden. Deshalb müsse man wachsam sein. Auch Merkel warnt vor zu großer Sorglosigkeit in der EU. "Wir können nicht so tun, als wäre Corona vorbei", warnt sie. Es gebe zwar auf europäischer Ebene heute schon mehr Koordinierung als 2020, aber sie reiche noch nicht aus. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 20:43 Deutschland meldet 1098 neue Fälle +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 3.720.635 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 1098 neue Fälle hinzu. Das ist rechnerisch ein Rückgang von 1219 Fällen im Vergleich zum Freitag in der Vorwoche und der niedrigste Freitagswert seit knapp elf Monaten.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 125 auf 90.320. Das ist ein Anstieg um 18 Fälle im Vergleich zur Vorwoche (107). Die Zahl der als aktuell infiziert geltenden Menschen ist weiterhin rückläufig und liegt nach RKI-Schätzungen bei rund 32.918 Personen (Vortag: 34.931). 3.597.397 Menschen gelten demnach als genesen.

+++ 20:31 Zwei Bundesländer melden Neuinfektionen im einstelligen Bereich +++
Die zwei Bundesländer mit den wenigsten Neuinfektionen sind Mecklenburg-Vorpommern mit 5 und Bremen mit 7 Fällen. Den höchsten Tageswert verzeichnet erneut Nordrhein-Westfalen mit 270 Fällen, knapp gefolgt von Bayern (269) und Baden-Württemberg (146). Auch Hessen verzeichnet mit 113 Fällen wieder einen dreistelligen Wert.

Hinweis: In der Statistik verzeichnet Brandenburg gerade einen einstelligen Wert mit 7 Fällen. Dieser Wert kommt aufgrund einer weiteren Datenkorrektur in der Region Oberspreewald-Lausitz (-6 Gesamtfälle) und Uckermark (-1) zustande. In den übrigen 16 Brandenburger Kreisen wurden heute zusammen 14 neue Fälle gemeldet. Da die Datenkorrektur keine Fälle innerhalb der vergangenen sieben Tage betrifft, ist die Sieben-Tage-Inzidenz von der Korrektur nicht betroffen.

+++ 20:14 Meiste aktive Fälle je 100.000 Einwohner im Südwesten +++
Im bundesweiten Durchschnitt gibt es momentan 40 aktive Infektionen pro 100.000 Einwohner. Die Länder mit den meisten aktiven Fällen je 100.000 Einwohner sind weiterhin Hessen mit 63 und Rheinland-Pfalz mit 61. Auch in Baden-Württemberg (52), Hamburg und Nordrhein-Westfalen (beide 48) liegen die Werte über dem Bundesdurchschnitt. Die niedrigsten Werte verzeichnen Mecklenburg-Vorpommern mit 12 aktiven Fällen pro 100.000 Einwohner, Schleswig-Holstein (14) und Niedersachsen (15).

+++ 20:00 Sieben-Tage-Inzidenz in allen Bundesländern unter 15 +++
Die Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner ist bundesweit erneut gesunken und liegt in allen Bundesländern deutlich unter 15. Am niedrigsten ist der Wert weiterhin in Mecklenburg-Vorpommern mit 2,8 (Vortag: 3,2), Sachsen-Anhalt mit 4,6 (5,1), Brandenburg mit 4,9 (5,2) und Schleswig-Holstein mit 5,0 (5,5). Am höchsten liegen die Werte im Saarland mit 14,7 (Vortag: 16,4), gefolgt von Baden-Württemberg 14,0 (15,6), Hamburg 12,4 (12,7), Bayern 12,2 (13,7), Hessen 11,4 (13,6) und Nordrhein-Westfalen 11,2 (12,7).

Die Ansteckungsrate (R-Wert) ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) gestiegen auf 0,61 im Vergleich zum Vortag (0,59).

Die Entwicklungen des vergangenen Tages lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, chf/ino/dpa/AFP/rts

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