Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 02:45 Südafrika-Mutante nicht tödlicher, aber ansteckender +++

Die zuerst in Südafrika entdeckte Corona-Mutante ist offenbar nicht tödlicher als die ursprüngliche Form des Virus. Entwarnung gibt es aber nicht: Die neue Variante sei 50 Prozent ansteckender als das ursprüngliche Virus, sagte der südafrikanische Epidemiologe Salim Abdool Karim, der als Mitglied eines Expertengremiums die Regierung berät. Es gebe jedoch "keine Beweise" dafür, dass die mutierte Form auch tödlicher sei, fügte er hinzu. Eine Analyse der landesweit verbreiteten Virus-Cluster ergab, dass sich die Rate der Todesfälle in den Krankenhäusern sich im Vergleich zur ersten Welle nicht verändert hat. Es wurden aber mehr Menschen eingewiesen. Die mutierte Form des Virus gilt mittlerweile als der dominante Stamm in Südafrika.

+++ 02:01 Verkehrsminister gegen Herunterfahren des ÖPNV +++
Die Verkehrsministerkonferenz (VMK) spricht vor den Bund-Länder-Beratungen eine deutliche Empfehlung gegen das Herunterfahren von Öffentlichem Nahverkehr und Fernverkehr aus. "Mobilität ist auch in der Corona-Krise ein hohes Gut der Daseinsvorsorge, von daher sehen wir ein Herunterfahren des ÖPNV oder Fernverkehrs kritisch", sagt die VMK-Vorsitzende, Bremens Senatorin Maike Schaefer von den Grünen, nach einer Sonderkonferenz. Auf eine Verpflichtung zum Tragen von FFP2-Masken konnten sich die Länderminister nicht einigen. Zu viele Dinge seien ungeklärt. Dazu gehöre die Frage, wie lange man die Masken tragen könne und ob es genügend gäbe.

+++ 01:12 Coronamaßnahmen: FDP will Gesetz für Parlamentszustimmung +++
Die FDP will die Bundesregierung offenbar per Gesetz dazu verpflichten, die Zustimmung des Bundestags für Coronamaßnahmen vor Beratungen mit den Bundesländern einzuholen. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland zitiert aus einem entsprechenden Gesetzentwurf der FDP-Bundestagsfraktion: "Kann eine Zustimmung wegen Gefahr im Verzug nicht erlangt werden, ist unverzüglich die nachträgliche Genehmigung durch den Deutschen Bundestag einzuholen", heißt es unter anderem. Die Beschlussvorschläge für die Bund-Länder-Koordination seien gerade in der Corona-Pandemie von größter Bedeutung für das Land und die Grundrechte der Bürger.

+++ 00:32 Südafrika-Mutation im Kreis Gütersloh nachgewiesen +++
In Nordrhein-Westfalen ist erneut die aus Südafrika stammende mutierte Variante B.1.351 des Coronavirus nachgewiesen worden. Betroffen sei eine Familie, die sich bei privatem Kontakt zu Reiserückkehrern aus Südafrika angesteckt habe, teilt der Kreis Gütersloh mit. Die Südafrika-Variante war in der vorigen Woche erstmals in Nordrhein-Westfalen bei einer Familie aus Bottrop nachgewiesen worden. Der Kreis betont, die infizierten Personen seien keine Reiserückkehrer. Die Betroffenen befänden sich in Isolation. Bisher seien keine weiteren Fälle bekannt. Alle Kontaktpersonen seien getestet worden. Der Kreis stehe in Kontakt mit ihnen. Wie viele Menschen sich angesteckt haben, wurde nicht mitgeteilt.

+++ 23:51 Neuer Lieferplan: Ab kommende Woche weniger Impfstoff +++
Biontech und Pfizer liefern vorübergehend weniger Impfdosen nach Deutschland aus als ursprünglich geplant. Jetzt liegen genauere Angaben vor. Für diese Woche ist noch eine größere Menge vorgesehen, in der kommenden Woche dann aber weniger. Statt 801.450 entnehmbare Dosen pro Ampulle kommen dann nur 485.550 an. Auch in den Wochen danach soll weniger geliefert werden. Das geht aus einem Lieferplan von Biontech hervor, der der Gesundheitsministerkonferenz der Länder vorgestellt wurde. Für die Woche vom 22. Februar stellt Biontech dann aber insgesamt mehr Impfstoff in Aussicht als bisher geplant. Hintergrund sind Umbauten im belgischen Pfizer-Werk Puurs, die höhere Produktionskapazitäten schaffen sollen.

+++ 23:07 Brasilien startet Impfkampagne zwei Tage früher als geplant +++
In Brasilien ist eine landesweite Impfkampagne angelaufen. Nach Beratungen mit den Gouverneuren sei entschieden worden, zwei Tage früher als geplant mit den Impfungen zu beginnen, sagt Gesundheitsminister Eduardo Pazuello. Alle 27 Bundesstaaten würden nun mit Impfstoff versorgt und könnten dann sofort mit der Verabreichung des Mittels beginnen. Zwei Impfstoffe hatten am Sonntag in Brasilien eine Notfallzulassung erhalten. Die Aufsichtsbehörde Anvisa gab grünes Licht für das vom chinesischen Hersteller Sinovac in Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Institut Butantan entwickelte Mittel Coronavac und das Vakzin des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens Astrazeneca. Vorerst ist aber nur der Coronavac-Impfstoff in Brasilien verfügbar.

*Datenschutz

 

+++ 22:29 Kommission liest China und WHO die Leviten +++
Eine unabhängige Untersuchungskommission zur weltweiten Reaktion auf die Pandemie kritisiert die anfänglichen Maßnahmen Chinas und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als schleppend. Die Regierung in Peking hätte im Januar 2020 entschlossener Maßnahmen ergreifen können, erklärt die Expertengruppe, die von der ehemaligen neuseeländischen Ministerpräsidentin Helen Clark und Liberias Ex-Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf geleitet wird. Die WHO hätte demnach ihrerseits nicht bis zum 30. Januar warten sollen, bis sie einen internationalen Notfall ausruft. Ein endgültiger Bericht soll im Mai folgen.

+++ 22:04 Bericht: Expertenrunde warnt Bund und Länder eindringlich vor Mutationen +++
Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten sind am Abend von Experten eindringlich vor der Gefahr der Coronavirus-Mutationen gewarnt worden. Nach Informationen von Reuters aus Teilnehmerkreisen warnen etwa die Braunschweiger Virologin Melanie Brinkmann sowie der Helmholtz-Infektionsforscher Michael Meyer-Hermann davor, dass sich die Mutationen auch in Deutschland schnell ausbreiten würden. Deshalb müssten die Infektionszahlen mit harten Maßnahmen schnell nach unten gedrückt werden. Ähnlich argumentiert Rolf Apweiler, Direktor des European Bioinformatics Institute Cambridge. Er warnt, dass die in Großbritannien festgestellte Virus-Variante für sechs bis achtmal mehr Corona-Fälle im Monat sorge als das herkömmliche Virus. Er fordert einen "scharfen Lockdown", schnelles Impfen und breite Gensequenzierung zur Erkennung der Virus-Varianten, um die Infektionszahlen schnell zu senken.

+++ 21:38 Aktuelle Datenlage in Deutschland: 7569 neue Fälle gemeldet - Aussagekraft fragwürdig +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 2.050.940 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 7569 neue Fälle hinzu. Das ist der niedrigste Wert seit dem 20. Oktober. Ob die geringe Zahl auf Meldeverzögerungen oder einen größeren Wochenendeffekt zurückzuführen ist, lässt sich derzeit nicht bewerten. In mehreren Bundesländern meldeten einzelne Kreise überhaupt keine neuen Infektionen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 465 auf 47.286. Als aktuell infiziert gelten rund 302.000 Personen.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,01 angegeben (Vortag: 1,07). Das bedeutet, dass im Durchschnitt 100 Infizierte 101 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 0,89 (Vortag: 0,93). Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 5003 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 2869 davon werden invasiv beatmet. Rund 4865 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Weitere Informationen zu den wichtigsten Corona-Daten können Sie hier nachlesen.

Lesen Sie weitere Entwicklungen des Vortages hier.

Quelle: ntv.de, /ino/rts/dpa/AFP