Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 04:14 Proteste gegen Corona-Maßnahmen in Tel Aviv +++

Hunderte Menschen in Israel gehen gegen die jüngsten Corona-Maßnahmen der Regierung auf die Straße. Mehrere Demonstranten in Tel Aviv schwenken ein Banner mit der Aufschrift "Es gibt keine Pandemie, es ist ein Schwindel". Auf Plakaten prangern sie die Corona-Impfungen an, indem sie die Vakzine unter anderem mit dem Dritten Reich in Verbindung bringen. In Israel können sich seit 1. August alle Menschen ab 60 Jahren zum dritten Mal gegen das Coronavirus impfen lassen, wenn ihre zweite Impfung mindestens fünf Monate zurückliegt. Zudem erlaubt sind Impfungen von Kindern im Alter zwischen fünf und elf Jahren mit besonders hohem Risiko, bei einer Infektion schwer zu erkranken oder zu sterben. Auch die Maskenpflicht in Innenräumen wurde angesichts steigender Infektionen wieder eingeführt. Für das Betreten geschlossener Räume in Fitnessstudios, Restaurants oder Hotels ist zudem ein Impfpass erforderlich. Wie das israelische Gesundheitsministerium mitteilt, werden binnen 24 Stunden 2435 Neuinfektionen registriert - ein neuer Höchststand seit März.

+++ 03:20 Vizekanzler Scholz für Abkehr von Inzidenz als Hauptrichtwert +++
Vizekanzler Olaf Scholz spricht sich für eine Abkehr von der Inzidenz als Hauptrichtwert in der Pandemie aus. "Viele Fachleute verweisen richtigerweise darauf, dass wir neben den Inzidenzen auch die Situation in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen im Blick behalten müssen", sagt der SPD-Kanzlerkandidat den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Weil viele geimpft seien, sei die Lage trotz steigender Infektionszahlen anders als im Winter und im Frühjahr. Scholz fordert, dass in wenigen Wochen Corona-Tests kostenpflichtig werden. "Ausnahmen müssen natürlich für die gelten, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können sowie für Kinder und Jugendliche", ergänzt er. In der Debatte um Rechte für Geimpfte und Ungeimpfte plädiert Scholz dafür, "dass man mit einem aktuellen Test ins Kino oder in die Kneipe kommt".

+++ 02:13 Panne bei Blutkontrollgeräten in Großbritannien +++
Der britische Gesundheitsdienst (NHS) warnt vor einer technischen Panne bei Geräten zur häuslichen Kontrolle des Blutsauerstoffgehalts bei Corona-Patienten: Diese sogenannten Pulsoximeter können demnach die Blutwerte bei Menschen mit dunklerer Hautfarbe weniger genau anzeigen, erklärt der NHS. Die Geräte, die vom staatlichen Gesundheitsdienst an Corona-Patienten verteilt werden, hätten in einigen Fällen zu hohe Werte angezeigt. Menschen mit Corona-Symptomen, die älter als 65 Jahre sind oder aufgrund von Krankheiten als Risikopatienten gelten, erhalten vom NHS ein Pulsoximeter zu Selbstkontrolle. Wird ein bestimmter Wert unterschritten, müssen die Betroffenen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Geräte, die an den Finger geklemmt werden, messen den Sauerstoffgehalt im Blut, indem sie mit einem Licht durch die Haut des Menschen leuchten.

+++ 01:45 Müller: Deutschland soll mehr Impfstoff an Entwicklungsländer abgeben +++
Angesichts des schleppenden Impftempos in Deutschland hat Entwicklungsminister Gerd Müller dazu aufgerufen, mehr Impfstoff an Entwicklungsländer abzugeben. "Die Abgabe von überschüssigen Impfdosen ist der schnellste Weg, die weltweite Impfkampagne voranzubringen", sagt der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Müller erinnert an die Zusage der Bundesregierung, ärmeren Ländern bis Ende des Jahres mindestens 30 Millionen Impfstoffdosen zur Verfügung zu stellen. "Diese Menge sollten wir schrittweise weiter aufstocken, weil inzwischen in Deutschland ausreichend Impfstoff verfügbar ist", fordert er. "Es wäre nicht nachvollziehbar, wenn bei uns Impfdosen verfallen, die in anderen Ländern dringend gebraucht werden." Einige Länder hätten sich bis zu acht Impfdosen pro Kopf gesichert, kritisiert der Minister. "Sie können ohne Probleme einen Teil davon abgeben, so dass alle Entwicklungsländer Zugang zu Impfstoffen haben." Müller warnte: "Die Welt darf nicht gespalten werden in Länder, die sich mit hohen Impfraten schnell wirtschaftlich erholen können und solche, die dem Virus schutzlos ausgeliefert bleiben." In Afrika seien bislang weniger als zwei Prozent der Menschen vollständig gegen Covid-19 geimpft, führt Müller aus. "Nur eine weltweite Impfkampagne", so der Minister, "ist der Weg aus der Krise".

+++ 01:14 Kretschmann zum Ferienstart: "Lassen Sie sich jetzt impfen!" +++
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann ruft zum Ferienstart noch einmal eindringlich auf, sich impfen zu lassen. Um eine neue Infektionswelle im Herbst zu verhindern, gebe es nur eine Lösung: "Lassen Sie sich jetzt impfen - und nicht irgendwann!", sagt der Regierungschef in einer vorab verbreiteten Fernsehansprache im SWR. Für ungeimpfte Menschen könne die Teilnahme am öffentlichen Leben dort eingeschränkt werden, wo es notwendig sei, warnt der Regierungschef. Sollten die Infektionszahlen im Herbst wieder deutlich steigen, würden Aktivitäten wie der Besuch im Gasthaus oder im Kino Nicht-Geimpften allenfalls noch mit Test erlaubt sein. "Außerdem müssen Sie damit rechnen, dass Sie die Tests aus eigener Tasche bezahlen müssen, wenn Sie unser Impfangebot nicht wahrnehmen." Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Gabi Rolland, entgegnete: "Nur Appelle werden nicht reichen, um die Impfmüdigkeit zu bekämpfen." Die Landesregierung könne und müsse mehr tun, um die Menschen zum Impfen zu bewegen. So brauche es dringend mehr Werbung. "Auch finanzielle und materielle Anreize können dabei helfen, die Impfquote weiter nach oben zu schrauben", erklärte Rolland.

+++ 00:35 Nur ein Viertel der Ungeimpften will sich noch impfen lassen +++
Nur etwa jeder vierte Ungeimpfte in Deutschland will sich einer Umfrage zufolge noch gegen das Coronavirus impfen lassen. Das berichtet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa. Demnach wollen 54 Prozent derer, die ein Impfangebot bislang nicht angenommen haben, sich auch grundsätzlich nicht impfen lassen. Nur 27 Prozent der Ungeimpften können sich der Umfrage zufolge eine Impfung vorstellen, 19 Prozent sind noch unentschlossen. Als Hauptgrund nennen 67 Prozent der Impfverweigerer bei der Umfrage mangelndes Vertrauen in die Impfstoffe. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagt der Zeitung, er gehe fest davon aus, dass diese Menschen künftig mit Einschränkungen rechnen müssten. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland befürwortet laut "Bild am Sonntag" Einschränkungen für Ungeimpfte bei steigenden Fallzahlen. Dem Bericht zufolge sind 61 Prozent der Meinung, dass Ungeimpfte bei hohen Fallzahlen keine Sportveranstaltungen mehr besuchen dürfen sollen. 58 Prozent wollen demnach Theater-, Kino- und Museumsbesuche für Ungeimpfte verbieten, 54 Prozent Restaurantbesuche. Seit 1. August müssen Ungeimpfte bei der Rückreise nach Deutschland mit Einschränkungen rechnen: Wer in die Bundesrepublik einreisen will und mindestens zwölf Jahre alt ist, muss ab Sonntag einen Corona-Test vorlegen. Diese Regelung gilt nicht für vollständig Geimpfte und Genesene.

+++ 23:57 Gericht bestätigt Verbot von drei "Querdenken"-Demos in Berlin +++
Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigt die Verbote für weitere am Sonntag in Berlin geplante Demonstrationen aus dem Kreis der "Querdenken"-Bewegung. Das Gericht erklärt, die Beschwerden der Anmelder gegen entsprechende Beschlüsse des Verwaltungsgerichts Berlin seien zurückgewiesen worden. Demnach handelt es sich um die Versammlung unter dem Motto "Für Frieden, Freiheit und Grundrechte", die Versammlung "Unser Weg zum friedlichen Wohlstand für alle" und die Versammlung "Das Jahr der Freiheit und des Friedens - Das Leben nach der Pandemie". Die Auffassung der Antragsteller, dass Demonstrieren ohne Mund-Nase-Schutz und Mindestabstand von der Versammlungsfreiheit gedeckt sei, teile das Gericht nicht, heißt es in Pressemitteilungen zu den Eilverfahren. Das Oberverwaltungsgericht verweist darauf, dass sich Demonstrationen aus dem Kreis der "Querdenken"-Bewegung deutschlandweit dadurch auszeichneten, "dass die Teilnehmer sie nutzten, um öffentlichkeitswirksam gegen zur Eindämmung der Infektionsgefahr geschaffene Rechtsnormen zu verstoßen, insbesondere indem sie das Abstandsgebot und die Maskenpflicht" missachten. Auch die Polizei hatte ihre Verbote damit begründet, dass die Veranstalter den mit den Versammlungen einhergehenden Gesundheitsgefahren nicht ausreichend Rechnung trügen. Es sei zudem zu erwarten, dass Regelverstößen der Teilnehmer nicht entgegengetreten werde.

+++ 23:04 Israelis ab 60 erhalten ab Sonntag ihre dritte Impfung +++
In Israel können sich ab Sonntag alle Menschen ab 60 zum dritten Mal gegen das Coronavirus impfen lassen, wenn ihre zweite Impfung mindestens fünf Monate zurückliegt. Ab Sonntag erlaubt sind zudem Impfungen von Kindern im Alter zwischen fünf und elf Jahren mit besonders hohem Risiko, bei einer Infektion schwer zu erkranken oder zu sterben. Kindern ab zwölf Jahren stehen die Impfungen bereits seit Anfang Juni offen. Trotz einer intensiven Impfkampagne steigt auch in Israel die Zahl der Neuinfektionen wieder an. Deshalb hatte sich die Regierung zu dem Alleingang bei den Auffrischungsimpfungen mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer entschlossen. Trotz der steigenden Infektionszahlen dürfen geimpfte Touristen ab Sonntag wieder nach Israel einreisen.

+++ 22:26 Fallzahl in USA steigt weiter an +++
Die Zahl der an einem Tag erfassten Neuinfektionen in den USA steigt weiter an. Im Durchschnitt der vergangenen Woche infizierten sich der Gesundheitsbehörde CDC zufolge zuletzt landesweit pro Tag fast 70.000 Menschen. Eine Woche vorher waren es noch knapp 50.000 gewesen.

+++ 21:50 Organisationen fordern Impfstoffspenden für ärmere Länder +++
Vier der wichtigsten internationalen Organisationen fordern in einem gemeinsamen Appell mehr Impfstoff für ärmere Länder. In den Entwicklungsländern herrsche eine "akute und alarmierende Knappheit" an Vakzinen, erklären die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Welthandelsorganisation (WTO), der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank. Länder mit großen Impffortschritten sollten dringend Dosen für ärmere Länder freigeben.

+++ 21:35 Höchste Inzidenz in Hamburg - nur Thüringen liegt unter Wert von 5 +++
Thüringen liegt als einziges Bundesland mit seiner Inzidenz unter 5. Sie ist heute auf 4,9 gesunken. An der Spitze bei den in den letzten sieben Tagen registrierten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegt Hamburg mit einem Wert knapp über 35.

+++ 20:42 Aktuelle Datenlage in Deutschland: 2194 neue Fälle gemeldet +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 3.769.887 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 2194 neue Fälle hinzu. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 14 auf 91.652. Als aktuell infiziert gelten rund 5.460 Personen. Im Wochenvergleich liegt der aktuelle Tageszuwachs bei den Neuinfektionen 344 Fälle über dem Niveau von Samstag vergangener Woche (24. Juli: 1850 Neuinfektionen). Das entspricht einem Anstieg um 18,6 Prozent.

Die Ansteckungsrate (7-Tage-R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,18 angegeben (Vortag: 1,18). Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 359 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 181 davon werden beatmet.

Weitere Informationen zu den wichtigsten Corona-Daten können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, mpe/cls/dpa/AFP/rts

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