Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 05:11 Lehrerverband: Regeln für Schulen werden "komplett ignoriert" +++

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, wirft Ländern und Kommunen einen widersprüchlichen Umgang mit den Corona-Regeln für Schulen vor. Der Regelbetrieb laufe vielerorts weiter, obwohl in Städten und Regionen immer häufiger der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten werde, sagte Meidinger der "Rhein-Neckar-Zeitung". "Bei diesem Wert müsste es eigentlich eine Rückkehr zum Wechselbetrieb mit halbierten Klassen geben." Er kenne aber kaum eine Kommune, die entsprechend handele. "Es sorgt uns, dass diese Richtwerte für verschärfte Hygieneschutzmaßnahmen an Schulen komplett ignoriert werden, um Schulen auf Teufel komm raus offen zu halten", so Meidinger.

+++ 04:41 Bundesländer bieten EU-Staaten Hilfe an +++
Auch Brandenburg und Hamburg bieten Intensivbetten für Corona-Patienten aus EU-Ländern an. An der bereits im Frühjahr "selbstverständlichen Bereitschaft zur Unterstützung unserer europäischen Partner" habe sich nichts geändert, sagt eine Sprecherin der brandenburgischen Landesregierung. Die Landesregierung stehe im engen Kontakt mit Polen. Bisher habe es von dort aber keine derartige Bitte gegeben. Auch die Hamburger Sozialbehörde betont auf Anfrage, dass man grundsätzlich zur Aufnahme von Corona-Patienten bereit sei, "sofern genügend Kapazitäten vorhanden sind". Man habe im Frühjahr bereits Patienten aus Italien, den Niederlanden und Frankreich behandelt. Auch andere Bundesländer haben angesichts der in die Höhe schießenden Infektionszahlen in EU-Nachbarstaaten Hilfe angeboten.

+++ 03:56 Trump verspricht: "Pandemie ist bald vorbei" +++
US-Präsident Donald Trump hat seinen Anhängern ein baldiges Ende der Coronavirus-Pandemie in Aussicht gestellt. "Die Pandemie ist bald vorbei", sagte Trump bei einem Wahlkampfauftritt im südwestlichen Bundesstaat Arizona. Liberale Sender wie CNN sprächen nur noch über die Pandemie, rief Trump unter dem Jubel seiner konservativen Anhänger: "Die Leute haben die Pandemie satt. Wissen Sie das? Sie haben die Pandemie satt". Trumps Prognose eines baldigen Endes der Corona-Pandemie steht jedoch im Widerspruch zur Entwicklung im Land. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt wieder auf rund 50.000 pro Tag, Tendenz steigend.

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+++ 03:11 Argentinien überschreitet Grenze von einer Millionen Fällen +++
Argentinien durchbricht als fünftes Land die Marke von einer Millionen Coronavirus-Fälle. Das Gesundheitsministerium meldet 1.002.662 nachgewiesene Infektionen, darunter 12.982 positive Testergebnisse in den vergangenen 24 Stunden. Weitere 451 Menschen seien an oder mit dem Virus gestorben. Auch die USA, Indien, Brasilien und Russland verzeichnen mehr als eine Millionen Fälle seit Beginn der Pandemie.

 

+++ 02:15 Slowenien verhängt nächtliche Ausgangssperre +++
Wegen der rasch steigenden Anzahl von Infektionen führt Slowenien ab heute eine nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 6 Uhr früh ein. Innenminister Ales Hojs begründet die Maßnahme damit, dass Untersuchungen zufolge der Großteil der Corona-Übertragungen bei privaten Zusammenkünften in den Abend- und Nachtstunden erfolge. Bereits am Montag hatte das EU-Land einen 30-tägigen Pandemie-Notstand ausgerufen. Dieser hatte zunächst keine unmittelbare Konsequenzen, bildete aber die Grundlage für die nun von der Regierung verhängte nächtliche Ausgangssperre.

+++ 01:40  Weltärztepräsident: Verteilung von Corona-Impfung nicht zu früh regeln +++
Der Vorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, rät von einer verfrühten Entscheidung ab, welche Menschen als erstes gegen Corona geimpft werden sollen. "Wichtig ist, überhaupt erst einmal Impfstoffe zur Verfügung zu haben", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.  Wer dann als erstes geimpft werden solle, hänge auch davon ab, welches Vakzin zur Verfügung stehe. "Da die auf unterschiedlichen pharmakologischen Prinzipien beruhen, wird es welche geben, die zum Beispiel bei älteren Menschen nicht wirken oder nicht so sicher sind wie andere", so Montgomery.

+++ 01:11 Söder hält Warn-App für "zahnlosen Tiger" +++
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hält die Corona-Warn-App bislang für praktisch wirkungslos. "Die App ist leider bisher ein zahnloser Tiger. Sie hat kaum eine warnende Wirkung", sagte der CSU-Chef den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es  brauche "ein digitales Update, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen", sagte Söder weiter, ohne auszuführen, wie genau dieses Update aussehen soll. Die deutsche App wurde mittlerweile rund 19,8 Millionen Mal heruntergeladen. Nach einem Bericht des Nachrichtenportals "ThePioneer" informieren inzwischen fast 500 Corona-Infizierte pro Tag mit Hilfe der Warn-App andere Menschen über den eigenen Positiv-Befund. Das entspricht 13 bis 14 Prozent der Gesamtzahl der Neu-Infizierten.

+++ 00:29 Trump will sich vor zweitem TV-Duell mit Biden testen lassen +++
US-Präsident Donald Trump will sich vor dem zweiten TV-Duell mit dem demokratischen Kandidaten Joe Biden auf Corona testen lassen. Mit einem solchen Test habe er keine Probleme, sagte der Republikaner zu Journalisten. Das TV-Duell soll am Donnerstag in Nashville stattfinden. Trump war nach Angaben seines Arztes Mitte Oktober negativ auf das Virus getestet worden und nach einer Behandlung im Krankenhaus nicht mehr ansteckend.

+++ 23:42 Regierung schickt Irland zurück in den Lockdown +++
Irland kehrt als erstes EU-Land in den Corona-Lockdown zurück. Ministerpräsident Micheal Martin hat eine erneute Ausgangssperre für die Bevölkerung angeordnet. "Jeder im Land wird gebeten, zu Hause zu bleiben", sagte Martin in einer nationalen Fernsehansprache. Menschen dürfen sich nur noch im Umkreis von fünf Kilometern von ihrem Wohnort bewegen. Alle nicht notwendigen Geschäfte müssen schließen, Restaurants und Bars dürfen nur noch Außer-Haus-Service anbieten. Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen sollen geöffnet bleiben, "weil wir nicht zulassen können und wollen, dass die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen ein weiteres Opfer dieser Krankheit wird", sagte Martin weiter. Die Maßnahmen gelten ab Mittwoch um Mitternacht für die kommenden sechs Wochen.

+++ 23:08 Portugal überschreitet Marke von 100.000 Infektionen +++
Portugal hat die Marke von 100.000 bestätigten Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie überschritten. Binnen 24 Stunden seien 1949 neue Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 registriert worden, teilte die Gesundheitsbehörde DGS am Montag in Lissabon mit. Das sind 966 Fälle mehr als am Vortag. Erst am Freitag war mit 2608 neuen Fällen die bisher höchste Tageszahl gemeldet worden. Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Infektionen in dem 10,3-Millionen-Einwohner-Land belief sich am Montag den amtlichen Angaben zufolge auf 101 860. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 stieg um 17 auf 2198.

 

+++ 22:31 Knapp 220.000 Tote in den USA +++
In den USA sind binnen 24 Stunden 47.601 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt hätten sich damit 8,2 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt, wie die "New York Times" berichtet. Die Zahl der Todesopfer sei um 368 auf 219.775 gestiegen.

+++ 21:57 Tschechien führt Maskenpflicht im Freien wieder ein +++
Im Kampf gegen massiv steigende Zahlen führt Tschechien wieder eine Maskenpflicht im Freien ein. Sie gelte von Mittwoch an innerhalb des bebauten Gebiets von Städten und Gemeinden, gibt Gesundheitsminister Roman Prymula nach einer Kabinettssitzung bekannt. Ausnahmen gelten unter anderem, wenn ein Abstand von mehr als zwei Metern eingehalten werden kann, sowie beim Sport. In Innenräumen ist die Mund-Nasen-Bedeckung ohnehin Pflicht - neuerdings auch im Auto, wenn familienfremde Personen mitfahren. Eine Maskenpflicht im Freien galt bereits einmal von Mitte März bis Mitte Juni während der ersten Phase der Pandemie im Frühjahr.

+++ 21:28 Trumps Covid-19-Behandlung kostete Hunderttausende Dollar +++
Die Covid-19-Behandlung von US-Präsident Donald Trump hat laut einer Hochrechnung des US-Wirtschaftsmagazins "Business Insider" die amerikanischen Steuerzahler rund 650.000 US-Dollar gekostet. Als Kostenfaktoren werden zum einen die Medikamente genannt, die dem 74-Jährigen über die Dauer seiner Erkrankung verabreicht wurden. Er bekam unter anderem das experimentelle Antikörper-Präparat REGN-COV2 der Biotechnologie-Firma Regeneron. Dieses ist in den USA noch nicht zugelassen und wird zurzeit nur in klinischen Studien getestet. Da das Medikament noch nicht auf dem Markt ist, ist auch der Preis dafür nicht bekannt. Allerdings kosten ähnliche Behandlungen, die auch bei Krebserkrankungen eingesetzt werden, "Business Insider" zufolge im Schnitt rund 100.000 Dollar pro Dosis. Laut der Herstellerfirma bekam Trump die dreifache Dosis verabreicht. Zum anderen schlagen etwa die Helikopterflüge vom Weißen Haus in das Walter-Reed-Militärkrankenhaus und zurück (rund 40.000 US-Dollar pro Flug) und die Unterbringung in der Klinik (mit eigenem Büro und Konferenzraum) zu Buche.

+++ 21:09 Neuinfektionen in Frankreich rückläufig - Todeszahlen steigen +++
Aus Frankreich werden deutlich weniger Neuinfektionen als noch am Sonntag gemeldet, während aber die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 stark angestiegen ist. Die Behörden teilen am Abend mit, in den vergangenen 24 Stunden seien 13.243 neue Ansteckungen registriert worden nach 29.837 am Sonntag und dem Rekord am Samstag von 32.427. Die Zahlen zu Wochenbeginn sind tendenziell niedriger, weil am Sonntag weniger getestet wird. Die Gesamtzahl der Fälle erreichte zuletzt 910.277. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich nach den Angaben vom Montag um 146 auf 33.623, während am Sonntag noch 85 neue Todesfälle gemeldet worden waren.

+++ 20:46 Drosten und andere Virologen warnen: "Explosive Infektionsdynamik" in Europa +++
In einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie warnen Experten um Christian Drosten davor, dass Deutschland am Beginn einer exponentiellen Ausbreitung des Coronavirus steht. Der neuerliche Anstieg der Fallzahlen ist demnach durch private Veranstaltungen wie Familien- und Hochzeitsfeiern sowie andere Treffen zu erklären. Zwar seien dadurch bislang überwiegend jüngere Menschen betroffen gewesen, doch sei inzwischen eine deutliche Zunahme an Hospitalisierungen und Ansteckungen bei anderen, risikoreicheren Altersgruppen zu beobachten: "Aufgrund der explosiven Infektionsdynamik, die wir in allen Hotspots quer durch Europa feststellen, steht zu befürchten, dass ab einer bestimmten Schwelle auch in bisher unkritischen Regionen die Kontrolle über das Infektionsgeschehen verloren geht", schreiben die Wissenschaftler. In diesem Zusammenhang sprechen sie sich gegen die Strategie der Durchseuchung großer Bevölkerungsteile - die sogenannte Herdenimmunität - aus. So würde ein derart unkontrollierbares Vorgehen "zu einer eskalierenden Zunahme an Todesopfern führen, da selbst bei strenger Isolierung der Ruheständler es noch weitere Risikogruppen gibt, die viel zu zahlreich, zu heterogen und zum Teil auch unerkannt sind, um aktiv abgeschirmt werden zu können". Das betreffe etwa Schwangere, Übergewichtige, Krebskranke, Diabetiker und Menschen mit anderen chronischen Erkrankungen.

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Quelle: ntv.de, ino/dpa/rts/AFP