Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 05:18 FDP fordert Regierungserklärung von Merkel +++

Die FDP-Bundestagsfraktion fordert von Kanzlerin Angela Merkel eine Regierungserklärung zur Corona-Politik. Ihr Parlamentsgeschäftsführer Marco Buschmann sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mit Blick auf kolportierte Aussagen Merkels bei der letzten Sitzung mit den Ministerpräsidenten: "Wenn von Unheil die Rede ist, hat die Öffentlichkeit ein Recht zu erfahren, was das heißt." Der Ort, an dem der Öffentlichkeit die Politik vermittelt werde, sei das Parlament. Dem Bericht zufolge forderte er in einem Schreiben an das Kanzleramt die Regierungserklärung für die nächste Bundestagssitzungswoche. Merkel solle darlegen, wie sie die Lage einschätze, was sich hinter dem Bild des "Unheils" verberge, welche Maßnahmen sie für nötig halte und welche davon an den Ministerpräsidenten gescheitert seien.

+++ 04:34 RKI meldet erstmals 10.000 Neuinfektionen an einem Tag +++
Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland ist laut Robert-Koch-Institut (RKI) erstmals seit Beginn der Pandemie auf mehr als 10.000 Fälle binnen eines Tages gestiegen. Laut den Daten vom frühen Morgen wurden am Vortag 11.287 neue Ansteckungsfälle erfasst. Der bisherige Rekordwert hatte bei 7830 Infektionen innerhalb eines Tages gelegen und war am vergangenen Freitag vom RKI gemeldet worden.

+++ 03:57 Ärzteverband: Merkel-Szenario mit mehr als 19.000 Neuinfektionen realistisch +++
Die Verbandschefin der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst hält das Szenario von Kanzlerin Angela Merkel nicht für übertrieben, dass die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland auf über 19.000 steigen könnte. "So wie die Dinge derzeit verlaufen, halte ich das inzwischen für eine realistische Einschätzung", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Wenn in einer Region innerhalb kurzer Zeit die Infektionszahlen stark stiegen, wie im Landkreis Berchtesgadener Land, gerieten die Gesundheitsämter "rasch an die Grenze der Überforderung", sagte Teichert. Sie räumte ein, besonders in Regionen mit sehr vielen Ansteckungen könnten derzeit nicht mehr alle Kontaktpersonen nachverfolgt werden.

+++ 03:05 SPD: Maskenpflicht und Sperrstunde ins Infektionsschutzgesetz +++
Die SPD-Bundestagsfraktion strebt baldige Gesetzesänderungen an, um das Parlament stärker an den Corona-Entscheidungen zu beteiligen. "Wir wollen sicherstellen, dass der Bundestag bei den wesentlichen Entscheidungen das letzte Wort hat und dass die Befugnisse für die Regierung zum Erlass von Verordnungen bestimmt genug sind", sagte der rechtspolitische Sprecher Johannes Fechner der "Welt". "Darüber diskutieren wir gerade intensiv auch mit dem Koalitionspartner und wollen zeitnah zu Gesetzesänderungen kommen." Konkret wolle man "Standardmaßnahmen wie Maskenpflicht oder Sperrstunde im Infektionsschutzgesetz verankern, damit es für die Länder einen bundeseinheitlichen Rechtsrahmen gibt", sagte Fechner.

+++ 02:28 Wieder mehr als 40.000 Patienten in US-Kliniken +++
Laut einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters steigt in den USA die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern erstmalig seit August wieder auf über 40.000. Die Kliniken melden 40.264 Erkrankte, die stationär behandelt werden müssen. Das entspricht einem Anstieg der Patientenzahlen in den vergangenen vier Wochen um 36 Prozent. Im Oktober meldeten 16 US-Bundesstaaten Rekordwerte an Krankenhauseinlieferungen wegen Covid-19, darunter Iowa, Kansas, Missouri, Nebraska, North und South Dakota sowie Wisconsin. Zur Bewertung des Pandemiegeschehens ist die Zahl der Krankenhausaufenthalte eine feste Messgröße, da sie unabhängig von der Anzahl der Corona-Test ist.

+++ 01:05 Einheitliche Regeln für Pflegeheime geplant +++
Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung will den Pflegeheimen demnächst einheitliche Regeln an die Hand geben. "In wenigen Wochen, deutlich vor Weihnachten, werden wir - unterstützt von Gesundheitsminister Jens Spahn und dem Robert Koch-Institut - eine Handreichung vorlegen, um dem Flickenteppich mehr Einheitlichkeit und Nachvollziehbarkeit zu geben", sagte Andreas Westerfellhaus der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der ARD hatte er zudem gesagt: "Da sollen die Schnelltests auch mit eingebunden werden." In der Zeitung erläuterte er: "Der Rahmen wird von wissenschaftlichen Grundlagen untermauert sein und den Einrichtungen, die ihn anwenden, Sicherheit geben. Wir arbeiten mit Hochdruck, denn die Zeit drängt."

+++ 23:55 Spahn äußert sich zu seiner Infektion +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich am Abend selbst zu seiner Corona-Infektion geäußert. "Danke für die vielen guten Wünsche", twitterte er. "Ich bin in häuslicher Isolation und erhole mich mit aktuell nur Erkältungssymptomatik." Er wünsche allen, mit denen er Kontakt hatte, dass sie gesund blieben. "Geben wir weiter aufeinander acht!" Auf den Tweet antworten binnen einer Stunde mehr als 1000 Nutzer. Bereits zuvor hatten viele Politiker über Twitter Genesungswünsche übermittelt, darunter auch Friedrich Merz, der für den CDU-Vorsitz kandidiert. Spahn war heute als erster Minister der Bundesregierung positiv auf Corona getestet worden.

+++ 22:12 Negativer Schnelltest bei Familienministerin Giffey +++
Familienministerin Franziska Giffey ist negativ auf Corona getestet worden. Wie eine Sprecherin sagte, handelte sich um einen Schnelltest. Ein weiterer werde folgen. Zuvor war Bundesgesundheitsminister Jens Spahn als erster Minister der Bundesregierung positiv getestet worden. Er hatte am Vormittag noch an der Kabinettssitzung im Bundeskanzleramt teilgenommen und dort am Rande auch mit Giffey gesprochen, wie Fotos zeigen. Grund für den Test der Familienministerin sei aber vor allem die gemeinsame Pressekonferenz am vergangenen Freitag zur Lage der Kitas in der Pandemie gewesen, hieß es. Giffey hatte da sehr lange gemeinsam mit dem Gesundheitsminister auf dem Podium gesessen.

+++ 21:40 Erstmals mehr als 9000 Neuinfektionen in Deutschland +++
Die deutschen Gesundheitsämter haben einen neuen Höchststand bei den täglichen Neuinfektionen gemeldet. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben von 15 Landesbehörden hervorgeht, kamen damit binnen 24 Stunden 9411 neue Fälle hinzu. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 30 auf 9886 . Als aktuell infiziert gelten rund 76.000 Personen. Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,09 angegeben (Vortag: 1,25). Das bedeutet, dass im Durchschnitt 100 Infizierte rund 109 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 1,17 (Vortag: 1,23).

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+++ 20:48 Toter bei Impfstoff-Studie von Astrazeneca +++
Während der Studie zu einem Corona-Impfstoff des Pharmakonzerns Astrazeneca in Brasilien ist ein Proband gestorben. Dies bestätigte die brasilianische Überwachungsbehörde für Gesundheit, Anvisa. Den Impfstoff hatte der britisch-schwedische Konzern in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelt. Nach eigenen Angaben war die Anvisa bereits am Montag darüber informiert worden. Die Empfehlung laute, die Tests fortzusetzen. Der Fall werde derzeit geprüft, Daten über Freiwillige müssten vertraulich behandelt werden. Dem Fernsehsender "CNN Brasil" zufolge handelt es sich bei dem Toten um einen 28 Jahre alten Mann aus Rio de Janeiro, der wegen Komplikationen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sei. Die brasilianische Zeitung "O Globo" berichtete dagegen unter Berufung auf Quellen, die aus rechtlichen Gründen nicht genannt werden wollten, dass der betreffende Freiwillige nicht den Impfstoff, sondern ein Placebo bekommen habe. Offiziell äußerten sich zu dieser Frage zunächst weder das Labor noch die Testzentren oder die Anvisa. AstraZeneca hatte die klinische Studie für seinen vielversprechenden Corona-Impfstoff im September vorübergehend gestoppt - offenbar nicht zum ersten Mal.

Die wichtigsten Entwicklungen zur bisherigen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier lesen.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/rts/AFP