Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 06:20 Forscherin: "Wir hatten höheren Frust erwartet" +++

Trotz Corona-Beschränkungen fühlen sich nach einer Umfrage die meisten Menschen in ihrem autonomen Handeln nicht stark eingeschränkt: Nur jeder Vierte der Befragten gaben an, er sei darüber frustriert, in seiner Freiheit beschränkt zu sein, wie Michaela Brohm-Badry von der Universität Trier sagte. Rund zwei Drittel (63 Prozent) sahen sich derweil als nach wie vor voll autonom handelnd an. "Das Ergebnis hat uns überrascht. Wir hatten höheren Frust erwartet." Dass die Beschränkungen nicht so stark als solche empfunden werden, habe einen Grund: Wenn Menschen sie als notwendig verstehen würden, könnten sie sie besser akzeptieren, sagte Brohm-Badry, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Positiv-Psychologische Forschung ist. Möglicherweise sei es den politischen Vertretern gelungen, diese Einsichtsfähigkeit zu aktivieren. 

+++ 05:20 Tempelberg und Moschee in Medina wieder offen +++
Der Tempelberg in Jerusalem mit der berühmten Al-Aksa-Moschee hat nach mehr als zweimonatiger Schließung wegen der Corona-Pandemie wieder geöffnet. Die ersten muslimischen Gläubigen wurden heute Nacht wieder auf das Gelände gelassen. Die Anlage in Ost-Jerusalem war im März wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus geschlossen worden. Auf dem Tempelberg befinden sich der Felsendom und die Al-Aksa-Moschee. Der Tempelberg ist eine heilige Stätte nicht nur des Islam, sondern auch des Judentums und Christentums.

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In Der Tempelberg ist gleich für drei bedeutende Religionen extrem wichtig.

(Foto: REUTERS)

Auch Saudi-Arabien will die Moschee des Propheten Mohammed in Medina schrittweise wieder öffnen und dort Gebete unter strengen Auflagen erlauben. Der Zugang zu dem Gebetshaus sowie zu der Großen Moschee in Mekka - die beiden heiligsten Stätten des Islams - war wegen der Ausbreitung des Coronavirus vor zwei Monaten ausgesetzt worden.

+++ 04:28 Kretschmann gegen Pläne zur Kommunen-Entschuldung +++
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich in scharfer Form gegen die Pläne von Bundesfinanzminister Olaf Scholz zur Entschuldigung der Kommunen gewandt. "Es geht gar nicht, solche Altschuldenregelungen mit der Corona-Krise zu verknüpfen", sagte der Grünen-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die Kommunen sind Bestandteil der Länder. Bundesfinanzminister Scholz will das Grundgesetz verändern, um da mitzureden. Das ist mit mir nicht zu machen, weil es das föderale Gefüge wieder einmal zentralistisch verschiebt. Ganz nach dem Motto Geld gegen Kompetenzen."

+++ 03:44 Söder macht sich für Autoprämie stark +++
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich für eine massive Förderung der Automobilindustrie ausgesprochen. Der "Welt am Sonntag" sagte der CSU-Vorsitzende: "Es kann nicht sein, dass Frankreich acht Milliarden Euro für die Automobilförderung ausgibt, wir neun Milliarden für die Lufthansa - allerdings nichts für das Herzstück unserer Wirtschaft. Das wäre ein industriepolitischer Fehler." Vom Automobil und den unzähligen Zulieferern hingen Tausende von Arbeitsplätzen ab. "Wir haben die besten Autos der Welt. Das soll so bleiben."

Auch das Mausoleum des iranischen Revolutionsführers Ajatollah Ruhollah Chomeini bleibt aktuell der Öffentlichkeit versperrt.

Anfang Februar feierte Ajatollah Ali Chamenei noch im Mausoleum seines Amtsvorgängers, dann kam die Corona-Pandemie.

(Foto: picture alliance/dpa)

+++ 02:30 Iran streicht Gedenkfeier für Chomeini +++
Die alljährliche Gedenkfeier für Irans früheren geistlichen Führer Ajatollah Ruhollah Chomeini ist wegen der Corona-Krise abgesagt worden. Die Zeremonie im Chomeini-Mausoleum in Teheran falle wegen der hohen Ansteckungsgefahr aus, sagte ein Sprecher des Chomeini-Büros der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Normalerweise erinnern jedes Jahr am 3. Juni die gesamte politische Elite sowie Zehntausende im ganzen Land an den Todestag Chomeinis. Wegen der Pandemie dürfen Pilger seit drei Monaten auch das Mausoleum nicht betreten. Chomeini gilt als Hauptfigur der Revolution von 1979.

+++ 01:01 Laschet fordert Rettungsschirm für Pleitekommunen +++
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet will das von der Bundesregierung geplante Konjunkturpaket politisch nur unterstützen, sofern es massive Hilfen für die angeschlagenen Kommunen in Deutschland vorsieht. "Ein Konjunkturprogramm ohne einen Rettungsschirm für die Kommunen ist für mich nicht vorstellbar", sagte der CDU-Politiker dem "Spiegel". Die ohnehin angespannte Lage in vielen Kommunalhaushalten in Deutschland und Nordrhein-Westfalen werde wird durch die Coronakrise massiv verschärft.

+++ 00:04 Deutsches Konjunkturprogramm soll 75 bis 80 Milliarden kosten +++
Das geplante Konjunkturprogramm der Bundesregierung soll nach einem Medienbericht ein Volumen von 75 bis 80 Milliarden Euro haben. Diese Summe nannte die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Regierungskreise. Über die Maßnahmen zur Ankurbelung der rezsssionsgeplagten Wirtschaft wollen die Spitzen der Koalition am Dienstag beraten. Der Bund solle den Großteil mit "deutlich über 60 Milliarden" übernehmen, die Länder sollten den Rest tragen. Die 100-Milliarden-Euro-Grenze, die der CSU-Vorsitzende Markus Söder zur Obergrenze erklärte hatte, solle "klar unterschritten" werden, schrieb die Zeitung. Die Corona-Pandemie hat den Staat nach einer Berechnung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) bisher 287,5 Milliarden Euro gekostet, wie die Zeitung berichtet. Bund, Länder und Kommunen hätten 192,9 Milliarden Euro Mehrausgaben getätigt und 94,6 Milliarden Euro Mindereinnahmen verkraften müssen. Die Schuldenquote sei auf 79,9 Prozent gestiegen.

+++ 23:16 Präsident der Maschinenbauer gegen Auto-Kaufprämie +++
Mit drastischen Worten hat sich der Präsident des Maschinenbau-Verbands VDMA, Carl Martin Welcker, gegen eine Kaufprämie für Autos ausgesprochen, die die Bundesregierung am Dienstag beschließen könnte. "Kaufprämien für Autos und vergleichbare Einzelsubventionen wirken selektiv, diskriminieren andere Produkte und erzeugen Mitnahmeeffekte", sagte Welcker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Der Autoabsatz sei schon vor der Krise schwach gewesen, und das liege an der Politik.
"Solange EU, Bund, Länder und Kommunen Abgasgrenzwerte fast beliebig ändern, Fahrverbote erlassen und Parkräume vernichten, muss man sich nicht wundern, wenn Autos keine Käufer finden", sagte Welcker der Zeitung. Er plädierte in der Corona-Krise für andere Maßnahmen: "Kluge Förderung setzt am Beginn der Wertschöpfungskette an, also in Forschung und Entwicklung. Und sie sollte die gesamte Industrie erfassen."

+++ 22:25 Vatikan veranstaltet Sommercamp mit Pool und Party +++
Poolparty in den Vatikanischen Gärten und Pingpong in päpstlicher Audienzhalle: Kinder können sich in der Corona-Krise im Sommer auch im Vatikan austoben. Dazu organisiert der Kirchenstaat für den Nachwuchs von Vatikanangestellten im Juli erstmals ein Summercamp. Das Angebot sei für Eltern, die in den Monaten des Lockdowns mit den langen Schulschließungen besonders gefordert gewesen seien, berichtete die vatikanische Medienplattform Vaticannews. Auch "geistliche Unterweisung" werde bei dem Camp mit dem Motto "Glück und Seligpreisungen" eine Rolle spielen. Auf dem Heliport des Vatikans sollen zudem Mannschaftsspiele stattfinden, alles nach den gebotenen Corona-Abstandsregeln. Die bisherigen Päpste verbrachten die heißen Monate immer in der Sommerresidenz Castel Gandolfo bei Rom. Franziskus allerdings bleibt im Vatikan und hat die Residenz zum Museum umfunktionieren lassen. Die Vatikanischen Gärten liegen hinter hohen Mauern und sind für Touristen nur mit speziellen Buchungen zugänglich.

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Die Vatianischen Gärten sind nicht nur während der Corona-Pandemie ausgestorben. Das soll sich im Sommer ändern.

(Foto: imago images/Shotshop)

 

+++ 22:01 USA melden mehr als tausend Tote +++
Die Zahl der Virus-Toten in den USA steigt nach Angaben der Behörde CDC um 1074 auf 102.785. Die Zahl der bestätigten Infizierten legt um 18.123 auf rund 1,737 Millionen zu.

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+++ 21:35 Italien besorgt um seinen Ruf als Urlaubsziel +++
Im Wettstreit um den Neustart des Tourismus nach der Corona-Sperre in Europa fühlt sich Italien benachteiligt. Die Italiener würden respektlos behandelt, erklärte Außenminister Luigi Di Maio. "Wenn uns jemand wie ein Lazarett behandeln will, möge er wissen, dass wir nicht untätig bleiben." Di Maio wirbt um einheitliche Grenzöffnungen in der EU am 15. Juni und reist dazu am 5. Juni nach Deutschland, anschließend nach Slowenien und dann nach Griechenland. "Ich verstehe den Wettbewerb zwischen den einzelnen Staaten, er ist legitim solange er gesund und fair ist." Italien hat es in der Corona-Krise besonders hart getroffen, mehr als 33.000 Menschen starben. Das Land hängt vom Tourismus ab und die Regierung in Rom befürchtet nun, dass Urlauber zum Beispiel aus Deutschland andere Länder wie Griechenland bevorzugen. Premierminister Giuseppe Conte hatte angekündigt, dass Italien seine Grenzen am 3. Juni für den Schengen-Raum öffnet.

+++ 21:05 Bundesländer melden wenige Neuansteckungen +++
Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland bleibt weiter auf niedrigem Niveau. Die Gesundheitsämter der Bundesländer (außer Bremen und Sachsen-Anhalt) meldeten bis zum Abend 372 neue Corona-Infektionen binnen eines Tages und 20 Todesfälle. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 181.484 Menschen in Deutschland mit Sars-CoV-2 angesteckt, 8525 starben. Nach Berechnungen von ntv.de, die teilweise auf Schätzungen des Robert-Koch-Instituts basieren, sind 164.001 Menschen in Deutschland von der Krankheit genesen.

 

 

+++ 20:40 Bundeswehr holt infizierte Polizisten aus Afghanistan zurück +++
Die Luftwaffe holt zwei an Covid-19 erkrankte deutsche Polizisten aus Afghanistan zurück. Ein Airbus A400 soll mit medizinischem Personal an Bord soll laut "Spiegel" nach einer Zwischenlandung im Feldlager Masar-i-Scharif am Sonntag in der afghanischen Hauptstadt Kabul ankommen. Eine Sprecherin der Luftwaffe bestätigte zunächst nur, dass es einen medizinischen Evakuierungsflug nach Afghanistan im Zusammenhang mit Covid-19 gebe. Drei Beamte zeigten laut "Spiegel" Anfang der Woche Symptome einer Covid-19-Erkrankung. Zwei von ihnen seien positiv auf das Coronavirus getestet worden, bei einem dritten sei das Testergebnis negativ gewesen. Alle drei sollen nun nach Deutschland zurückgeholt werden.

+++ 20:20 Bolsonaro lässt die Maske fallen +++
Inmitten der grassierenden Corona-Pandemie in Brasilien hat der rechtspopulistische Präsident Jair Bolsonaro erneut die empfohlenen Schutzmaßnahmen missachtet. Bei einem Imbiss-Besuch in der Ortschaft Abadiânia südwestlich der Hauptstadt Brasília nahm er seine Maske ab, umarmte seine Anhänger und machte Fotos mit ihnen, berichtete das Nachrichtenportal G1. Bolsonaro hält die Lungenkrankheit Covid-19 für eine "leichte Grippe" und lehnt Schutzmaßnahmen ab. Der Besuch des Staatschefs habe eine große Menschenansammlung ausgelöst, sagte eine Mitarbeiterin der Cafeteria. Ihren Angaben nach verlangt der Imbiss von seinen Kunden, dass sie Mundschutz tragen und den Mindestabstand einhalten, wie es im Bundesstaat Goiás vorgeschrieben ist.
Brasilien hat sich in den vergangenen Tagen zum neuen Schwerpunkt der weltweiten Corona-Pandemie entwickelt. Insgesamt haben sich dort bislang 465.166 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. 27.878 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 bereits gestorben.

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+++ 19:55 Wieder mehr Tote in Italien +++
Die Zahl der neuen Virus-Toten in Italien hat sich wieder leicht erhöht. Die Zivilschutzbehörde teilte mit, zuletzt seien 111 Menschen an Covid-19 gestorben, nach 87 am Vortag. Insgesamt seien damit bislang 33.340 Personen den Virus-Folgen erlegen. Das ist - gemessen an den Angaben der jeweiligen Behörden - die dritthöchste Zahl weltweit hinter den USA und Großbritannien. Die Zahl der Infizierten stieg zuletzt um 416 nach 516 am Vortag und liegt nun bei 232.664.

+++ 19:31 May tadelt Johnson-Berater für Corona-Verstöße +++
Die ehemalige britische Premierministerin Theresa May hat sich Berichten zufolge den Kritikern von Regierungsberater Dominic Cummings angeschlossen. Cummings wird vorgeworfen, mit einer Reise von London ins ungefähr 430 Kilometer entfernte Durham zu Verwandten Ende März sowie einem weiteren Trip gegen die Lockdown-Regeln des Landes verstoßen zu haben. Cummings sei dem Geiste der Richtlinien nicht gefolgt, schrieb May in einem Brief an Bürger in ihrem Wahlkreis Maidenhead, wie unter anderem die Zeitung "The Telegraph" berichtete. Sie habe daher Verständnis für den Ärger in der Bevölkerung. Der stellvertretende medizinische Chefberater der Regierung, Professor Jonathan Van Tam, machte seine Haltung zu den Vorgängen bei einer Pressekonferenz ebenfalls deutlich. "Meiner Meinung nach sind die (Lockdown-)Regeln klar und sie waren immer klar. Meiner Meinung nach sind sie zum Nutzen aller. Und meiner Meinung nach gelten sie für alle", sagte Van Tam.

+++ 19:05 Deutsche Ansteckungsrate übersteigt kritischen Wert +++
Die Ansteckungsrate in Deutschland steigt. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts erstmals seit dem 11. Mai wieder über der kritischen Grenze von 1 - bei 1,03. Am Vortag lag sie noch bei 0,85. Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel mehr als acht weitere Personen anstecken. Der R-Wert bildet das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

 

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,95. Das ist zwar unter der kritischen Grenze von 1, aber dennoch der höchste Wert, denn das RKI bislang für den zweiten R-Wert ausgewiesen hat. Am Vortag lag der 7-Tage-R noch bei 0,85. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.
Mehr dazu gleich bei ntv.de

+++ 18:37 Parks in Paris wieder offen +++
Nach einer über zweimonatigen Zwangspause haben die Pariser Parks wieder geöffnet. Bürgermeisterin Anne Hidalgo besuchte bei sommerlichem Wetter einen Innenstadt-Park. Die für ihre Wiederwahl kämpfende Sozialistin empfahl das Tragen von Masken, das aber nicht verpflichtend ist. Die grünen Oasen der dichtbesiedelten Millionen-Metropole waren Mitte März im Zuge der Corona-Krise geschlossen worden. Frankreichs Premierminister Édouard Philippe hatte am Donnerstag grünes Licht für die Öffnung gegeben. In den Parks sind ab sofort zwar Picknicks erlaubt, doch es dürfen sich nicht mehr als zehn Personen in einer Gruppe versammeln.

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Der Jardin du Luxembourg: Nun haben die Pariser ihn ganz für sich allein.

(Foto: imago images/Hans Lucas)

+++ 18:00 Rumäniens Premier wegen Party ohne Maske am Pranger +++
Rumäniens Ministerpräsident Ludovic Orban hat mit mehreren Mitgliedern seines Kabinetts gegen die selbst aufgestellten Corona-Regeln verstoßen. Ein Foto zeigt den Regierungschef in seinem Büro mit vier Ministern rauchend, trinkend und ohne Schutzmaske. "Das passiert also im Büro des Premierministers. Schämen sie sich", schrieb der Oppositionspolitiker Eugen Teodorovici von der Sozialdemokratischen Partei (PSD), der das Bild als einer der Ersten verbreitet hatte, im Onlinedienst Facebook. Zu sehen ist außer Orban auch Außenminister Bogdan Aurescu mit einer Zigarre in der Hand. Auf dem Tisch stehen Alkoholflaschen. Orban sagte der Nachrichtenagentur Mediafax, das Bild sei vom 25. Mai, seinem 57. Geburtstag. "Ein paar Kollegen haben mich überraschend besucht. Ich habe ihnen etwas zu Essen angeboten und ein Glas Wein, Whiskey. Wir tragen auf dem Foto keine Masken, weil wir gerade mit dem Essen fertig waren", sagte Orban.

+++ 17:40 Vier Festnahmen bei Demos in Frankfurt +++
Bei Demonstrationen gegen die Corona-Politik sind in Frankfurt vier Menschen festgenommen worden. Zwei hätten die Polizei während des Einsatzes gestört und angegriffen, teilte ein Polizeisprecher mit. Ein weiterer Mann sei wegen Hausfriedensbruchs und der Vierte wegen der Störung einer Versammlung festgenommen worden. Zudem seien fünf Bußgeldverfahren wegen des Verstoßes gegen Abstands- und Mundschutzregeln eingeleitet worden. "Überwiegend waren die Demonstrationen aber friedlich", sagte der Polizeisprecher. Nicht alle Versammlungen seien Demonstrationen gegen die Corona-Politik gewesen, hieß es weiter. Insgesamt demonstrierten demnach rund 550 Menschen in Frankfurt. Bei der größten Versammlung kamen etwa 250 zusammen, um gegen die Corona-Beschränkungen zu protestieren. Bei einer anderen kam es zu einem Zusammenstoß zwischen Teilnehmern und Gegendemonstranten, die Polizei trennte die Gruppen.

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Insgesamt gingen in Frankfurt am Main 550 Menschen auf die Straße.

(Foto: picture alliance/dpa)


+++ 17:30 Schwacher Zulauf bei Corona-Demos in Bayern +++
In vielen Städten Bayerns haben Menschen gegen die ihrer Meinung nach zu strengen Corona-Maßnahmen demonstriert. Eine der größten Versammlungen fand in München statt, wo auf der Theresienwiese am Nachmittag unter dem Motto "Zusammenstehen für Freiheit, Grundrechte und Selbstbestimmung" rund 700 Menschen demonstrierten. Laut einer Polizeisprecherin war das Versammlungsgeschehen ruhig, auch die Abstandsgebote wurden eingehalten. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts durften an der Veranstaltung höchstens 1000 Menschen teilnehmen. In Nürnberg waren gleich vier Protestveranstaltungen gegen die Corona-Beschränkungen angemeldet worden. Unmittelbar vor Beginn sprach ein Polizeisprecher von einem "ganz schwachen Zulauf".

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In München kamen diesmal weniger Teilnehmer auf die Theresienwiese, als erlaubt gewesen wären.

(Foto: picture alliance/dpa)

+++ 17:10 Pilotprojekt: Spanien will deutsche Touristen ab 22. Juni reinlassen +++
Spanien will im Rahmen eines Pilotprojekts bereits vor Juli wieder deutsche, französische und skandinavische Touristen ins Land lassen. Das Pilotprojekt solle nach derzeitigem Stand die Inselgruppen der Balearen und der Kanaren umfassen, teilte das Tourismusministerium in Madrid mit. Dort könnten die derzeit geltenden Einreisebeschränkungen bereits ab dem 22. Juni gelockert werden. Möglicherweise würden auch weitere Regionen wie Andalusien oder Katalonien in das Projekt aufgenommen. Vor einer Woche hatte der spanische Regierungschef Pedro Sánchez angekündigt, sein Land wolle seine Grenzen für ausländische Touristen ab dem 1. Juli wieder öffnen. Die seit dem 15. Mai geltende Quarantäne-Pflicht bei einer Einreise nach Spanien werde dann aufgehoben.

+++ 16:50 Berühren verboten: Gibraltar schützt Affen vor Ansteckung +++
Um die einzige wilde Affenpopulation Europas auf der Halbinsel von Gibraltar vor dem Coronavirus zu schützen, haben die Behörden das Berühren der Makaken ab sofort verboten. "Dadurch soll ihr Ansteckungsrisiko gesenkt werden", erklärte die Regierung. Primaten könnten sich nachweislich mit dem Coronavirus anstecken. Wer die Tiere berührt, macht sich der neuen Verordnung zufolge in Zukunft strafbar. Ausnahmen sind lediglich mit einer Erlaubnis gestattet, etwa für Forscher oder Tierärzte. Die Makaken von Gibraltar sind eine bekannte Touristenattraktion, Fotos mit den Affen gehören für viele Urlauber zum Standardprogramm. Die Tiere zu füttern ist bereits verboten und wird mit hohen Strafen geahndet. Gibraltar hat bisher mit 161 Covid-19-Fällen bei 30.000 Einwohnern relativ wenige Infektionen zu verzeichnen.

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Nur anschauen: Touristen sollen wilde Affen in Gibraltar nicht füttern und erst recht nicht anfassen.

(Foto: picture alliance/dpa)

+++ 16:23 Infektionsrate in Sonneberg wieder über kritischer Marke +++
Nach dem sprunghaften Anstieg von Neuinfektionen im Thüringer Kreis Sonneberg werden die Corona-Beschränkungen vorerst nicht weiter gelockert. Die derzeitige Allgemeinverfügung bleibe bestehen, berichtete der Krisenstab des Landratsamtes dem Gesundheitsministerium. Damit gelte in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen zum Schutz von Personal und Bewohnern weiterhin ein Besuchsverbot. In einer Seniorenresidenz in Ernstthal hatten sich 15 Bewohner und mehrere Pflegekräfte mit dem Coronavirus infiziert. Auch eine Mitarbeiterin eines ambulanten Pflegedienstes habe sich angesteckt. Zudem wurde im westlichen Kreisgebiet ein Kindergarten geschlossen, weil sich eine Erzieherin infiziert hatte. Der Innenbetrieb in Gaststätten soll vorerst weiter möglich sein. Das Verbot der Innenbewirtung war erst vor dem Pfingstwochenende aufgehoben worden. Am Samstag vermeldete das Landratsamt drei neue Infektionen innerhalb eines Tages. Die Zahl der Infizierten im Kreis Sonneberg stieg damit auf 247. Wegen der neuen Fälle sprang die Sieben-Tage-Infektionsrate über die kritische Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Sie liegt nun bei 66,8 nach 65,1 einen Tag zuvor. Der Kreis Sonneberg gilt seit Wochen neben dem Landkreis Greiz als Thüringer Hotspot der Corona-Pandemie.

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+++ 15:55 Österreich lehnt EU-Corona-Paket ab +++
Österreich lehnt den Vorschlag der EU-Kommission für Corona-Wiederaufbauhilfen ab und fordert Nachbesserungen. "Diesem Paket wird Österreich nicht zustimmen", sagte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) im ORF-Radio. Die Belastung für den österreichischen Steuerzahler wäre "einfach zu groß". Daher brauche es Nachverhandlungen, zu denen Österreich bereit sei. Für den europäischen Haushalt und den Wiederaufbaufonds müsse Österreich laut Blümel fast zwei Prozent der Wirtschaftsleistung aufbringen. "Das wäre fast doppelt so viel wie in der Vergangenheit. Das ist für uns inakzeptabel", sagte der konservative Politiker. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte am Mittwoch einen 750 Milliarden Euro großen Wiederaufbaufonds vorgestellt. 500 Milliarden Euro sollen als nicht rückzahlbare Zuschüsse ausgezahlt werden, das restliche Drittel als Kredite.

 

+++ 15:31 AfD verlangt Untersuchungsausschuss zur Corona-Politik  +++
Die AfD-Fraktion im Bundestag will die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zum Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung beantragen. Der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion, Detlev Spangenberg, sprach von "folgenreichen Fehlentscheidungen", die es aufzuarbeiten gelte. "Die Bundesregierungen muss sich der Kritik stellen, in der Corona-Krise mehr durch schreckliche Bilder aus dem Ausland und der folgenden Panik als durch fundierte Wissenschaft geleitet worden zu sein", erklärte Spangenberg. "Es gab vermutlich keine ausreichende Datengrundlage für die Eingriffe in Wirtschaft, Sozialleben und Grundrechte." Ein Untersuchungsausschuss kann Zeugen vorladen, die meist öffentlich vernommen werden und zur Wahrheit verpflichtet sind. Beweise werden ähnlich wie in Strafprozessen erhoben. Damit er eingesetzt werden kann, muss ein Viertel des aktuell 709 Mitglieder starken Bundestags zustimmen. Die AfD mit ihren 89 Abgeordneten bräuchte also Verbündete.

+++ 15:05 Thüringen kippt Kontaktverbot Mitte Juni +++
Thüringen will Mitte Juni das wegen der Corona-Pandemie verhängte Kontaktverbot aufweichen. Der Entwurf der neuen Corona-Verordnung sehe vor, dass die Kontaktbeschränkungen dann nur noch als Empfehlung gelten sollten, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Frank Schenker, in Erfurt. Die derzeit geltende Vorgabe, dass sich nur Angehörige zweier Haushalte treffen dürfen, wäre dann nicht mehr bindend und könnte bei Verstößen auch nicht mehr mit Bußgeldern belegt werden. Bund und Länder hatten sich zuletzt darauf verständigt, die Kontaktbeschränkungen bis zum 29. Juni zu verlängern. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Länder den Aufenthalt im öffentlichen Raum mit bis zu zehn Personen oder den Angehörigen zweier Haushalte gestatten können. Thüringen hatte sich jedoch abweichende Regelungen offen gehalten. Der Mindestabstand von 1,5 Meter und ein Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Verkehr sowie in Geschäften werde aber auch mit der neuen Thüringer Corona-Verordnung beibehalten, sagte Schenker.
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Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow prescht bei den Corona-Lockerungen vor.

(Foto: picture alliance/dpa)

+++ 14:40 Corona-Skeptiker starten Autokorso zum Kanzleramt +++
In Berlin und anderen deutschen Städten sind wieder Menschen aus Protest gegen die staatlichen Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus auf die Straße gegangen. Mancherorts gab es auch Demonstrationen, die sich gegen Rechtsextreme und Verschwörungstheorien richten. In Berlin begleitete die Polizei die verschiedenen Kundgebungen mit insgesamt 550 Einsatzkräften. Für Aufsehen sorgte ein Autokorso, der vor dem Berliner Olympiastadion Richtung Kanzleramt startete. Mehrere Dutzend Wagen und Motorräder folgten hupend dem Wagen von Vegan-Koch und Bestsellerautor Attila Hildmann. Er war zuletzt mit der Verbreitung von Verschwörungstheorien aufgefallen.

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Mit Deutschlandfahne gegen Corona-Auflagen: Vegan-Koch Attila Hildmann bricht im Autokorso zum Kanzleramt auf.

(Foto: picture alliance/dpa)

+++ 14:20 Britische Regierung plant schnelle Konjunkturspritze +++
Die britische Regierung plant noch vor dem Sommer ein großangelegtes Konjunkturprogramm. Damit sollten Stellen geschaffen und Infrastrukturprojekte vorangetrieben werden, um die Wirtschaft Großbritanniens wieder anzukurbeln, berichtet die "Financial Times". Finanzminister Rishi Sunak wollte nicht sagen, ob er wegen der Corona-Krise seinen für den Herbst anstehenden Haushaltsbericht vorziehen werde.

+++ 13:51 Einwohner in MV sollen Touristen wieder mehr mögen +++
Land und Tourismusverband wollen Mecklenburg-Vorpommerns bei der eigenen Bevölkerung um mehr Akzeptanz für den Tourismus werben. Zum Start einer umfangreichen Kampagne präsentierten Wirtschaftsminister Harry Glawe und Verbandsvertreter ein 40 mal 40 Meter großes Banner an der Fassade eines Hotels in Rostock-Warnemünde mit dem Slogan "Wir sind Urlaubsland". Der Nordosten hatte bis zum 25. Mai auswärtigen Touristen die Einreise untersagt. Manche Einheimische begegneten Auswärtigen in dieser Zeit mit Misstrauen und Argwohn. Seit Beginn der Corona-Krise hätten sich "Bilder von ausgeladenen Gästen und Artikel über zerkratzte Autos" durch die öffentliche Debatte gezogen, hieß es in der Mitteilung. Auch wenn unfreundliche Gastgeber Ausnahmeerscheinungen gewesen seien, hätten sie die Wahrnehmung des Landes deutlich mitgeprägt und Vertrauen zerstört.

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Wirtschaftsminister Harry Glawe will, dass der Nordosten Touristen wieder mehr mag.

(Foto: picture alliance/dpa)


+++ 13:27 Patientenschützer spricht von "Freiheitsberaubung" in Pflegeheimen +++
Die Stiftung Patientenschutz beklagt eine "Freiheitsberaubung" von Pflegeheimbewohnern und fordert von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ein "menschliches" Konzept für alle stationären Einrichtungen. Nach Aufhebung der Besuchsverbote für die 11.200 Heime in Deutschland habe sich für die Betreuten wenig geändert: "Selbst spontane Besuche von Angehörigen oder kurze Spaziergänge in der Umgebung sind nicht möglich", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Isolation und Einsamkeit sind tägliche Begleiter dieser Freiheitsberaubung." Zwar könne niemand ignorieren, dass das Coronavirus für Heimbewohner hochgefährlich sei; in den Einrichtungen sterbe jeder fünfte Infizierte, sagte Brysch. "Aber die Einrichtungen zu Hochsicherheitszonen auszubauen darf nicht die Antwort sein. Mit Lebensfreude, Selbstbestimmung und Menschenwürde hat das nichts zu tun."

+++ 12:47 Spanien lockert Bestimmungen für vier Inseln +++
Auf vier spanischen Inseln werden die Corona-Beschränkungen gelockert. So dürften mit Beginn der kommenden Woche Bars und Restaurants ihre Terrassen zu drei Vierteln wieder freigeben, heißt es in einer amtlichen Verlautbarung der Regierung. Zwischen den Tischen müssen demnach 1,5 Meter Abstand gehalten werden. Menschen dürfen sich wieder in Gruppen von bis zu 20 Personen treffen. Hotels dürfen ihre Kapazität zur Hälfe auslasten. Betroffen sind die Inseln La Graciosa, El Hierro, La Gomera, die zu den Kanaren gehören, sowie Formentera, eine der Balearischen Inseln.

+++ 12:15 Russland meldet 180 weitere Corona-Todesfälle +++
Russland meldet innerhalb der vergangenen 24 Stunden weitere 181 Tote, bei denen das Coronavirus nachgewiesen wurde. Damit steigt die Zahl der Todesfälle im ganzen Land auf 4555. Am Vortag waren 232 neue Todesfälle gemeldet worden. Zudem seien 8952 Neuinfektionen registriert worden, hieß es weiter. Die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle steigt damit auf 396.575. Russland verzeichnet damit nach den USA und Brasilien die dritthöchste Infektionszahl weltweit.

+++ 11:41 Mehrere Infektionen in Göttingen nach Feiern +++
Bei einigen privaten Feiern haben sich in Göttingen mehrere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Wie das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis mitteilte, sind die Betroffenen zum größten Teil Mitglieder verschiedener Großfamilien. Sie stammen aus Göttingen und Umgebung. Eine genaue Zahl der Infizierten wurde zunächst nicht genannt. Die Behörde kontaktiert nun Menschen aus dem Umfeld der Infizierten. "Die Anzahl der zu kontaktierenden Personen bewegt sich im dreistelligen Bereich", hieß es. Unter den Kontaktpersonen seien auch 57 Kinder und Jugendliche. Die entsprechenden Schulen seien bereits informiert.

+++ 10:50 Berater warnen britische Regierung +++
In England warnen Berater die Regierung angesichts der anstehenden Lockerung von Corona-Beschränkungen vor einer Aufhebung. Dazu sei es zu früh, da das Coronavirus sich noch zu schnell verbreite. Dies berge das Risiko einer zweiten Ansteckungswelle. Ein Berater verweist darauf, dass die Corona-App noch nicht erprobt sei und spricht von einer "politischen Entscheidung" für die Lockerungen. England lässt ab Montag Treffen im Freien von bis zu sechs Menschen zu, Grundschulen sollen teils geöffnet werden.

+++ 10:32 Merkel kündigt Konjunkturprogramm an +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel dankt den Menschen für Vorsicht, Vernunft und Verantwortung für andere in den vergangenen Wochen. "So haben wir viel geschafft in diesen vier Monaten", sagt sie in ihrem Podcast. Gleichzeitig kündigt sie ein Konjunkturprogramm an, das in der nächsten Woche beschlossen werden soll. Erfreut zeigte sie sich, dass das öffentliche und wirtschaftliche Leben vielfach wieder in Gang gekommen sei. "Ich hoffe, wir können viele weitere Schritte machen, ohne die Infektionen wieder anzufachen. Wenn wir mutig und wachsam bleiben, könnte uns das gelingen." Zugleich aber mahnte sie rücksichtsvoll zu sein und das Schutzbedürfnis der anderen zu respektieren.

+++ 10:06 Italiener dürfen wieder im Land reisen +++
In Italien dürfen die Bürger ab Mittwoch wieder frei von einer Region in eine andere reisen. Es gebe derzeit keine Gründe, warum ein Verbot weiter aufrecht erhalten werden sollte, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza. "Die Daten der Beobachtung der Fallzahlen sind ermutigend. Die bedeutenden Opfer während des Lockdowns haben diese Ergebnisse gebracht." Ab 3. Juni dürfen auch EU-Bürger wieder nach Italien, ohne danach in Quarantäne zu müssen. Seit fast drei Monaten waren Reisen innerhalb Italiens nur in notwendigen Fällen erlaubt. Das oberste Gesundheitsinstitut ISS erklärte, es gebe keine "kritischen Situationen" mehr mit Blick auf die Epidemie. Mehr als 33.000 Menschen sind nach offiziellen Angaben gestorben. Die Fallzahlen sinken seit Langem.

+++ 09:29 Südkorea schließt wieder Hunderte Schulen +++
Südkorea tritt bei der Öffnung von Schulen wieder auf die Bremse. Landesweit machten Hunderte Einrichtungen kurz nach der Wiedereröffnung erneut dicht. Grund seien lokal hohe Infektionsraten, wie die "Korea Times" berichtet. Laut Ministerium verschoben mehr als 800 der insgesamt rund 21.000 Schulen den Neustart. Auch Parks und Museen schlossen in den betroffenen Gebieten erneut. Laut "Washington Post" meldete die Nachrichtenagentur Yonhap, dass die Behörden am Tag der Schulöffnungen allein in der Region Bucheon Dutzende neue Infektionsfälle gemeldet hatten.

+++ 08:49 Experte hält Schulöffnungen ohne Abstandsregeln für vertretbar +++
Die Wiedereinführung von Schulunterricht ohne Abstandsregeln in der Corona-Krise ist nach Auffassung des Kieler Infektionsmediziners Helmut Fickenscher gerade vor den Sommerferien ein guter Zeitpunkt. "Die bisher erfolgreiche Eindämmung des Virus macht dies vertretbar und man kann in den wenigen Wochen bis zu den Ferien Erfahrungen sammeln, bei Gefahrensituationen gegensteuern und hat die langen Ferien als zeitlichen Sicherheitspuffer" sagte er. "Das ist besser, als nach den Ferien ohne eine solche Erprobungsphase ins neue Schuljahr ohne Abstandsregeln zu starten und dann möglicherweise in schwierige Situationen zu kommen." Fickenscher ist Direktor des Instituts für Infektionsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein und Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten. Die Frage, welche Rolle Kinder bei der Verbreitung des Virus spielen, ist noch nicht abschließend geklärt.

+++ 08:12 Studie: Corona-Infizierte mit höherem Sterberisiko nach OP +++
Eine Coronavirus-Infektion erhöht einer internationalen Studie zufolge das Sterberisiko von Patienten nach einer Operation. Vor planbaren Eingriffen sollte deshalb eine Infektion mit Sars-CoV-2 möglichst ausgeschlossen werden, heißt es in den Ergebnissen des Forschungsnetzwerks CovidSurg Collaborative. Beteiligt war auch das Universitätsklinikum Tübingen. Untersucht wurden Daten von 1128 Patienten aus 235 Krankenhäusern in 24 Ländern. Mit dem Coronavirus Infizierte haben der Studie zufolge wesentlich schlechtere postoperative Ergebnisse als Patienten ohne die Infektion. Insgesamt betrug die Mortalität - also die Sterblichkeit - während der ersten 30 Tage nach der Operation 23,8 Prozent. Die Mortalität der Covid-19-Patienten war der Studie zufolge in allen Untergruppen erhöht. Diese Studie zeige, dass die Sterblichkeitsrate bei Patienten, die mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert sind, selbst bei Routineoperationen ganz wesentlich erhöht sei, sagt der Tübinger Mitautor der Studie, Alfred Königsrainer. Sie betrug in dieser Gruppe den Angaben zufolge fast 19 Prozent. Ob sich diese Daten auch auf deutsche Krankenhäuser übertragen lassen, solle nun weiter untersucht werden.

+++ 07:36 Corona könnte bislang 500.000 Jobs gekostet haben +++
Volkswirte führender deutscher Finanzinstitute befürchten erhebliche und nachhaltige Auswirkungen der Corona-Krise auf Arbeitsmarkt und Konjunktur. "Ich erwarte im Mai einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosen von saisonbereinigt 180.000", sagte Katharina Utermöhl von der Allianz. Damit wären in nur zwei Monaten 500.000 Jobs verloren gegangen. "Die gesamte positive Entwicklung der vergangenen fünf Jahre auf dem Arbeitsmarkt würde dann ausradiert." Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg sagte, "täuschen die Vorzeichen nicht, wird die Arbeitslosenquote bereits im Mai auf über sechs Prozent steigen, die Zahl von drei Millionen rückt näher". Angesichts von zehn Millionen Menschen, für die Kurzarbeit beantragt wurde, drohe eine weitere Welle. "Springt die Konjunktur nicht rechtzeitig und kräftig genug an, wird für viele von ihnen der Weg von der Kurzarbeit direkt in die Arbeitslosigkeit führen."

+++ 07:11 Rund 200 deutsche Wirtschaftsvertreter wieder in China +++
Mit einem ersten Sonderflug sind rund 200 in China tätige Vertreter der deutschen Wirtschaft oder Angehörige, die durch die Corona-Pandemie in Deutschland feststeckten, in Tianjin gelandet. In der nordchinesischen Metropole müssen die meisten Heimkehrer - je nach Zielort in China - zwei Wochen in Quarantäne, bevor sie weiterreisen können. Der Lufthansa-Charterflug war von der deutschen Handelskammer in China in Zusammenarbeit mit der Botschaft und der chinesischen Seite organisiert worden. Rund 2000 bis 2500 Personen haben ihr Interesse bekundet, nach China zurückzukehren.

+++ 06:37 Weniger Verstöße gegen Corona-Auflagen +++
Die Behörden erfassen in den ersten Ländern zunehmend weniger Verstöße gegen die Corona-Auflagen. Die Zahl gehe kontinuierlich zurück, sagte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl. Gleichzeitig appellierte er an die Bevölkerung, die Abstands- und Hygieneregeln weiter einzuhalten. Die Gefahr durch das Coronavirus sei noch nicht gebannt. Vom Innenministerium in Nordrhein-Westfalen gab es bereits vor gut einer Woche solche Meldungen: Nach anfangs wöchentlich bis zu 2500 Ordnungswidrigkeiten pro Woche sank die Zahl auf zuletzt gut 300. Ein ähnliches Bild ergibt sich in Hessen: Nach bis zu 6300 Ordnungswidrigkeiten waren es jüngst noch 1200, wie das Innenministerium mitteilte.

+++ 05:49 China meldet vier neue Infektionen +++
In China melden die Behörden vier neue Coronavirus-Fälle. Alle vier Erkrankten hätten sich im Ausland angesteckt, teilt die nationale Gesundheitskommission mit. Am Vortag hatte die Behörde gar keine Neuinfektionen gemeldet. Neue Todesfälle gab es auch gestern nicht.

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+++ 05:17 Gemeinnützige Organisationen sollen Corona-Hilfen bekommen +++
Im Rahmen ihres Corona-Konjunkturpakets plant die Bundesregierung offenbar ein milliardenschweres Sofortprogramm für gemeinnützige Organisationen. Der gemeinnützige Sektor erfülle "eine eminent wichtige gesamtgesellschaftliche Rolle" zitierte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) aus einem Eckpunktepapier. Gemeinnützige Organisationen seien ähnlich stark von der Corona-Krise betroffen wie die Wirtschaft. Der Bund wolle sofort eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen, um die Bundesländer bei der Stabilisierung gemeinnütziger Organisationen zu unterstützen.

+++ 04:58 Karliczek will volles Schulprogramm - "wie auch immer" +++
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat die Bundesländer aufgerufen, nach den Sommerferien in allen Schulen trotz Corona-Maßnahmen wieder vollen Unterricht anzubieten. "Nach den Ferien muss überall ein strukturierter Unterricht angeboten werden - und zwar so, dass möglichst ein volles Schulprogramm gewährleistet ist. Wie auch immer", sagte Karliczek der "Rheinischen Post". Die Sommerferien könnten die Schulen nutzen, mehr Raumkapazitäten zu schaffen, indem sie zum Beispiel Container aufstellten. Der Schulbetrieb müsse mit einer Mischung aus Präsenz- und Digitalunterricht wieder umfassend laufen.

+++ 03:44 Merkel will nicht in die USA fliegen +++
Ende Juni sollen sich die Chefs der G7-Staaten in Washington treffen. So stellt es sich zumindest US-Präsident Donald Trump vor, der ein persönliches Treffen für ein großartiges Zeichen für die Überwindung des Corona-bedingten Stillstandes hält. Doch Bundeskanzlerin Angela Merkel will nicht zum Gipfel in die USA fliegen. Wegen der Pandemie könne sie ein persönliches Erscheinen nicht zusagen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert dem Magazin "Politico". Merkel hat bereits früher erklärt, auf jeden Fall am G7-Treffen unter US-Vorsitz teilzunehmen, aber die Form offengelassen und auf Videokonferenzen verwiesen.

+++ 02:56 Brasilien hat jetzt mehr Tote als Spanien +++
In Brasilien ist die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus auf knapp 28.000 gestiegen. Das südamerikanische Land steht damit nun bei der Zahl der Corona-Toten weltweit an fünfter Stelle, knapp hinter Frankreich und vor Spanien. Innerhalb von 24 Stunden wurden 1124 weitere Todesfälle durch das Virus registriert, teilte das Gesundheitsministerium mit. Mit 26928 Fällen wurde zudem eine Rekordzahl neu registrierter Infektionen erreicht. Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Corona-Infektionen in Brasilien bis zu 15-mal höher ist als die offizielle Statistik angibt, da bislang nicht flächendeckend auf das Virus getestet wird.

+++ 02:27 Entwicklungsminister fordert Corona-Nothilfe für Afrika +++
Die EU sollte nach Ansicht von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) die globalen Auswirkungen der Corona-Krise stärker in den Blick nehmen. "Bisher hat Brüssel noch keinen zusätzlichen Euro zur Bekämpfung der Corona-Krise in Entwicklungsländern investiert", sagte Müller der Münchner "Abendzeitung". Auch die aktuellen Vorschläge richteten sich nur nach innen. Das Virus erreiche die Entwicklungsländer mit einer Verzögerung von drei Monaten, warnte Müller. "Die Corona-Krise besiegen wir nur weltweit - oder gar nicht."

+++ 01:29 Kretschmann hält Thüringens Vorstoß für falsch +++
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Lockerungspläne seines thüringischen Amtskollegen Bodo Ramelow kritisiert und ein einheitliches Vorgehen der Länder in der Corona-Krise angemahnt. "Die Chefs der Staatskanzleien haben sich mit dem Bundeskanzleramt darauf geeinigt, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden - mindestens bis Ende Juni. Daran sollte sich auch Thüringen gebunden fühlen", sagte Kretschmann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wenn jedes Land seinen eigenen Weg geht, nimmt die Akzeptanz in der Bevölkerung ab."

+++ 00:53 Modernas Impfstoff-Test geht in nächste Phase +++
Der US-Konzern Moderna weitet seine Impfstoff-Tests aus. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben mit der nächsten, mittleren Phase der klinischen Erforschung begonnen. Daran nähmen 600 Patienten teil. Moderna testet seinen Impfstoffkandidaten gegen Sars-CoV-2 seit März an Menschen und will bis zum Beginn des Sommers umfangreiche Studien in einem späten Stadium beginnen. Vor kurzem hatte Moderna über ermutigende Zwischenergebnisse bei klinischen Studien für seinen Impfstoffkandidaten berichtet.

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Ab Montag ist das Louvre wieder zugänglich - allerdings nur mit Vorbuchung.

(Foto: AP)

+++ 00:03 Louvre öffnet wieder - mit strengen Sicherheitsvorkehrungen +++ Nach monatelanger Schließung wegen der Corona-Pandemie wird der Pariser Louvre am 6. Juli wieder für Museumsbesucher öffnen. Die Einführung eines Reservierungssystems sowie neue Schilder werden es uns ermöglichen, unseren Besuchern ein Maximum an Sicherheit zu bieten", teilte das Museum mit. In den Ausstellungsräumen gelte eine Maskenpflicht. "Obwohl es uns während der Schließung gelungen ist, die Schätze des Louvre virtuell entdeckbar zu machen, kann nichts das Gefühl ersetzen, einem Werk real zu begegnen", sagte der Direktor des Louvre, Jean-Luc Martinez. "Das ist die Daseinsberechtigung von Museen."

+++ 23:19 Türkei verhängt kurze Ausgangssperre vor Lockerungen am Montag +++
In 15 türkischen Städten und Provinzen gilt seit Mitternacht (Ortszeit) wieder eine kurzfristige Ausgangssperre. Solche beschränkten Ausgehverbote verhängt die Regierung seit Mitte April. Am Samstag soll es noch einige Einkaufsmöglichkeiten geben. Bäckereien, Kliniken und andere als wichtig eingestufte Dienstleister dürfen übers ganze Wochenende weiterarbeiten. Nach Ende der Ausgangssperre sollen am Montag zahlreiche Corona-Beschränkungen aufgehoben werden. Unter anderem soll in bisher nach außen abgeschotteten Großstädten wie Istanbul wieder Reisefreiheit herrschen. Laut dem Gesundheitsministerium in Ankara haben sich in der Türkei bisher rund 162.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, rund 4500 von ihnen sind gestorben.

+++ 22:30 Bulgarien hebt Quarantäne für deutsche Touristen auf +++
Bulgarien hebt die obligatorische Quarantäne für Einreisende aus Deutschland sowie anderen EU-Staaten zum 1. Juni auf. Wie Gesundheitsminister Kiril Ananiew am Abend verordnete, soll aber wegen der noch immer starken Ausbreitung des Coronavirus in Schweden, dem Vereinigten Königreich, Belgien, Irland, Portugal, Spanien, Malta und Italien die Quarantänepflicht für Reisende aus diesen Ländern weiter in Kraft bleiben. Für Reisende aus dem Schengenraum, San Marino, Andorra, Monaco und dem Vatikan sowie aus Bulgariens Nachbarländern Serbien und Nordmazedonien werde es ab 1. Juni ebenso keine Quarantänepflicht mehr geben.

+++ 22:02 Zahl der Corona-Fälle in Bremerhavener Freikirche mehr als verdoppelt +++
Im Umfeld einer freikirchlichen Gemeinde in Bremerhaven haben sich mehr Menschen mit dem Coronavirus angesteckt als bisher bekannt. Mindestens 44 Gläubige seien positiv getestet worden, berichtete die "Nordsee-Zeitung". Zwei der Infizierten seien im Krankenhaus, beide müssten nicht beatmet werden. Mehr als 100 Gemeindemitglieder seien in Quarantäne. Der Bremerhavener Krisenstab geht davon aus, dass sich die Betroffenen in Gottesdiensten angesteckt haben. Ein Sprecher der Stadt Bremerhaven sagte, die freikirchliche Gemeinde habe mitgeteilt, sich an alle Hygieneauflagen gehalten zu haben.

+++ 21:34 Altmaier will Masken-Produktion mit Förderungen ankurbeln +++
Das Bundeswirtschaftsministerium will die Herstellung von Schutzmasken in Deutschland ankurbeln. Mit einer neuen Förderung sollen Investitionen in Anlagen zur Herstellung von Spezialmasken gefördert werden, wie das Ministerium mitteilte. "So stärken wir die europäische Unabhängigkeit von Lieferengpässen, tragen zur erfolgreichen Bekämpfung von Pandemien bei und sichern gleichzeitig Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland", sagte Wirtschaftminister Peter Altmaier laut Mitteilung. Ziel sei es, besonders innovative Anlagen und Produkte zu fördern. Unternehmen können die Hilfe ab dem 1. Juni beantragen und bis zu 50 Prozent Förderung für die Anschaffung von Anlagen und Komponenten sowie eigene Entwicklungsarbeiten bekommen.

+++ 20:53 Mehr als 181.000 Infektionsfälle in Deutschland +++
In Deutschland steigt die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Fälle nach einer vorläufigen Zählung von ntv.de auf 181.100. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung erhöht sich auf 8504. Als genesen gelten 163.291 Patienten. Aktuell sind 9305 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Erstmals seit gut drei Wochen zieht der Sieben-Tage-Durchschnitt bei den Neuinfektionen wieder leicht auf 480 Infektionen an. Das Bundesland Schleswig-Holstein wurde bei der vorläufigen Zählung nicht berücksichtig, da die Daten bis zum frühen Abend nicht vorlagen.

Hinweis: Die wichtigsten Entwicklungen des Vortages zur aktuellen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier nachlesen.

Quelle: ntv.de, mau/ino/dpa/rts/AFP/sid/jpe