Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 08:15 Infektiologe spricht sich gegen Maskenpflicht im Freien aus +++

Die Maskenpflicht kann nach Ansicht des Bonner Infektiologen Peter Walger im Freien überall entfallen. Dagegen müsse es für Innenräume eine differenzierte Diskussion geben, etwa in Bezug auf die Abhängigkeit von der Personenzahl, sagte der Experte von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene im ZDF-"Morgenmagazin". Die Maske sei eine der effektivsten Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen. Mit Blick auf die Schulen hält Walger eine sofortige Beendigung der Maskenpflicht bei allen Kindern unter zehn Jahren für machbar. Bei älteren Kindern müsse man differenzierter schauen. Daten belegten, dass die Dominanz der Übertragung des Coronavirus auf Kinder eindeutig von Erwachsenen ausgehe. Generell müsse man aber wachsam bleiben, mahnte Walger. Den Sommer sollte man nutzen, die Erfahrungen der dritten Infektionswelle zu analysieren.

Die Diskussion über eine Lockerung der Maskenpflicht nimmt angesichts sinkender Corona-Fallzahlen zusehends an Fahrt auf. Weitere Einschätzung, etwa von Intensivmedizinern, lesen Sie hier.

+++ 07:46 Top-Virologin aus Wuhan widerspricht Labor-These +++
Die renommierte Wissenschaftlerin vom Virus-Forschungslabor in Wuhan, Shi Zhengli, weist die Theorie eines Corona-Ausbruchs durch einen Laborunfall zurück. "Wie um alles in der Welt kann ich Beweise für etwas vorlegen, für das es keine Beweise gibt?" sagte die chinesische Forscherin der "New York Times". Es sei ihr ein Rätsel, "wie die Welt so weit gekommen ist, einen unschuldigen Wissenschaftler ständig mit Dreck zu bewerfen". Schon früh nach Beginn der Pandemie war die Theorie aufgetaucht, das Coronavirus könnte aus dem Labor in Wuhan entwichen sein, obwohl es dafür bisher keine Belege gibt. Der frühere US-Präsident Donald Trump und seine Anhänger bauschten dies zu einem Vorwurf gegen China auf, manche meinten sogar, das Virus sei womöglich absichtlich freigesetzt worden. Trumps Nachfolger Joe Biden ordnete im Mai eine Untersuchung durch den US-Geheimdienst an.

+++ 07:14 Studenten erhalten 166 Millionen Euro Corona-Nothilfe +++
Um Studenten und Studentinnen im Falle finanzieller Schwierigkeiten während der Corona-Krise zu unterstützen, stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung Überbrückungshilfen bereit. Laut Deutschem Studentenwerk wurden in den vergangenen zwölf Monaten rund 166 Millionen Euro dieser Corona-Nothilfen ausgezahlt. Im Durchschnitt hätten die Betroffenen knapp 450 Euro im Monat bekommen. Die Unterstützung kann seit einem Jahr (16. Juni 2020) online beantragt werden. Insgesamt seien bei den 57 Studenten- und Studierendenwerken, die sich um die Bearbeitung kümmern, 548.000 Anträge eingegangen. 370.000 Mal sei Überbrückungshilfe gewährt worden. Da die Leistung für jeden Monat neu beantragt werden muss, lässt sich aus den Zahlen aber nicht schließen, wie viele Studentinnen und Studenten sie in Anspruch genommen haben.

+++ 06:33 UN-Nothilfekoordinator bezeichnet Impfstoff-Spende der G7 als "Almosen" +++
Bei ihrem Treffen im britischen Cornwall hatten sich die G7-Staaten auf eine Impfstoff-Spende von mehr als zwei Milliarden Dosen für ärmere Länder geeinigt. Für den scheidenden UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock ist das bei Weitem nicht genug. Er bezeichnet die zugesagten Impfstofflieferungen als "Almosen". "Diese sporadischen, kleinen, wohltätigen Almosen von reichen Ländern an arme Länder sind kein ernsthafter Plan und wird die Pandemie nicht beenden", sagt Lowcock. "Was die Welt von den G7 brauchte, war ein Plan, um die Welt zu impfen. Und was wir bekommen haben, ist ein Plan, etwa zehn Prozent der Bevölkerung in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen vielleicht in einem Jahr zu impfen." Laut Gipfel-Beschluss sollen die Impfdosen bis Ende 2022 ausgeliefert werden.

+++ 05:30 RKI meldet 652 neue Fälle - Inzidenz fällt weiter auf 15,5 +++
Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 652 neue Fälle. Das sind 552 weniger als am Dienstag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 15,5 von 16,6 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 93 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 89.937.

Hinweis: Die Zahlen des RKI weichen in der Regel leicht von jenen Falldaten ab, die ntv.de täglich am Abend meldet. Das ntv.de-Datenteam greift direkt auf die Meldezahlen aus den Bundesländern zu, wie sie von den Ministerien und Behörden vor Ort veröffentlicht werden. Das RKI hingegen ist an die gesetzlich vorgeschriebenen Meldewege gebunden, was zu einem zeitlichen Verzug führen kann.

Zudem bilden die jeweiligen Tageswerte unterschiedliche Erfassungszeiträume ab: Die ntv-Auswertung sammelt die jeweils bis zum Abend veröffentlichten Länderangaben und errechnet daraus einen täglichen Stand der gemeldeten Fallzahlen, der in der Regel ab 20.00 Uhr veröffentlicht wird. Das Erfassungssystem des RKI dagegen berücksichtigt eingehende Meldungen bis Mitternacht, wobei der aktuelle Datenstand dann am nachfolgenden Morgen bekannt gegeben wird.

+++ 04:47 Apothekerverband: Hausärzte werden gegenüber Betriebsärzten benachteiligt +++
Hausärzte erhalten auch in der letzten Juni-Woche nicht mehr Impfstoff. "Auch in der letzten Juni-Woche werden die Arztpraxen bundesweit wie seit Ende Mai nur etwa gut drei Millionen Impfstoff-Dosen geliefert bekommen", sagte Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein, der "Rheinischen Post". "Die Impfstoff-Lieferungen treten jetzt seit vier Wochen auf der Stelle." Zugleich kritisierte Preis, dass die Betriebsärzte bei der Belieferung bevorzugt werden: "In der letzten Juni-Woche wird den Hausärzten gar kein Impfstoff von Johnson&Johnson zur Verfügung stehen. Dafür bekommen jetzt die Betriebsmediziner den nur einmal zu impfenden Impfstoff geliefert." Der Verbandschef betonte: "Die Bevorzugung der Betriebsärzte gegenüber den Hausärzten verstärkt sich somit in der letzten Juni-Woche noch weiter. Wenn etwa 6000 Betriebsärzte fast 850.000 Impfdosen bekommen und sich über 65.000 Hausärzte nur 3,2 Millionen Dosen teilen müssen, wird die unterschiedliche Verteilung überdeutlich."

+++ 04:00 Kassenärzte fordern mehr Impfstoff +++
Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, fordert von Bund und Ländern Schritte für steigendes Tempo beim Impfen und für eine Rückkehr zu mehr Freiheiten. Er erwarte entsprechende "klare Signale" von der Gesundheitsministerkonferenz an diesem Mittwoch, sagte Gassen. "Es müssen mehr Impfstoffe in die Praxen", sagte Gassen. "Solange Impfstoffe leider immer noch knapp sind, appelliere ich an die Patientinnen und Patienten, Geduld zu haben." Jeder werde geimpft werden, der geimpft werden möchte - aber nicht sofort und gleich alle auf einmal.

+++ 03:10 GEW warnt davor, Maskenpflicht in Schulen zu früh aufzuheben +++
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt davor, die Maskenpflicht in Schulen zu früh abzuschaffen. "Viele Klassenräume lassen sich nicht richtig lüften. Zudem gibt es bei der Bereitstellung und Einrichtung von Lüftungsanlagen noch erheblichen Nachholbedarf", sagte GEW-Chefin Maike Finnern dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Viele Lehrkräfte sind noch nicht vollständig geimpft", setzte sie hinzu. "Deshalb warnt die GEW davor, die Maskenpflicht in Klassenräumen bereits jetzt abzuschaffen", sagte Finnern.

+++ 02:19 KBV-Chef: Impfung von Kindern für Herdenimmunität "maximal rücksichtslos" +++
Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hält es für nicht vertretbar, Kinder mit dem Argument der Herdenimmunität gegen Covid-19 zu impfen. "Das ist maximal rücksichtslos", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Kinder seien ohnehin die Leidtragenden in dieser Pandemie, "und jetzt muten wir ihnen auch noch zu, dass sie mit einer für sie individuell nicht eindeutig sinnvollen Impfung die Herdenimmunität absichern sollen". Wenn in drei, vier Monaten eine Durchimpfung von 70 bis 75 Prozent der erwachsenen Bevölkerung erreicht sei, es damit praktisch keine schweren Erkrankungen mehr gebe, nur noch wenige Hospitalisierungsfälle, und nur in der Gruppe der Sechs- bis Zwölfjährigen sei die Inzidenz relativ hoch, "dann wird man das aus meiner Sicht einfach hinnehmen müssen", so der oberste Vertreter der niedergelassenen Ärzte.

+++ 01:23 Abwasser-Analyse: Forscher arbeiten an Pandemie-Frühwarnsystem +++
Mithilfe von Abwasserproben wollen Wissenschaftler ein Frühwarnsystem zur Pandemiebekämpfung aufbauen. Die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Anne Spiegel von den Grünen gab den offiziellen Startschuss für das Pilotprojekt, an dem zunächst die Kläranlage Mainz und das Hauptklärwerk in Trier beteiligt sind. "Das Monitoring ermöglicht einen guten Überblick über die Virenlast im Abwasser", sagte sie. Die beiden Städte sind Teil eines bundesweiten Forschungsvorhabens, dessen Fäden beim Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig zusammenlaufen. Das Virus im Abwasser ist laut UFZ nicht mehr infektiös, hinterlässt dort aber Spuren. Das Land unterstützt das Projekt mit 33.000 Euro. Erste Ergebnisse des zunächst bis Jahresende befristeten Projekts sollen Anfang kommenden Jahres bekannt werden.

+++ 00:30 Intensivmediziner offen für Lockerung der Maskenpflicht +++
Die Intensivmediziner stehen einer Lockerung der Maskenpflicht positiv gegenüber, wollen aber das Tragen von Masken in Innenräumen beibehalten. "Generell spricht nichts dagegen: Jetzt im Sommer halten wir uns viel im Freien auf, die Inzidenzen sinken weiter. Und das Wichtigste: Es sind immer mehr Menschen bereits ein- oder zweimal geimpft", sagt der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Um kein Risiko einzugehen, solle man seiner Meinung nach in Innenräumen aber weiterhin Maske tragen. "Draußen, wo auf großer Fläche viel Abstand zwischen viele Menschen kommen kann und die Aerosole sich nicht in einem Raum sammeln, kann man durchaus die Maske einmal ablegen und ein bisschen frühere Normalität zurückgewinnen."

+++ 23:41 Rückschlag für Chile: Notstand bis Ende September verlängert +++
Chile verlängert angesichts steigender Infektionszahlen die bis zum 30. Juni geltende Corona-Notstandslage um drei Monate bis Ende September. Die Regierung soll damit in der Lage bleiben, Restriktionen anzuordnen. Chile verzeichnete zuletzt einige der höchsten Stände bei den Ansteckungen seit Beginn der Pandemie, obwohl das Land eine der höchsten Impfquoten weltweit hat. Mehr als 60 Prozent der Einwohner haben mindestens eine Impfung erhalten, knapp 50 Prozent sind bereits vollständig geimpft.

+++ 22:57 Indiens größte Touristenattraktion Taj Mahal öffnet wieder +++
Angesichts zurückgehender Infektionszahlen öffnet Indien die größte Touristen-Attraktion des Landes wieder: Das Taj Mahal, das zu den sieben Weltwundern gerechnet wird, soll ab Mittwoch wieder zugänglich sein, wie die Regierung mitteilte. Vor zwei Monaten war das Mausoleum wegen der Pandemie zum wiederholten Male geschlossen worden. Die Zahl der Infektionen und Todesfälle unter den rund 1,3 Milliarden Indern hatte im April und Mai Höchststände erreicht, die Regierung verhängte Ausgangssperren und andere Einschränkungen des öffentlichen Lebens. In den vergangenen Wochen ging die Zahl der Infektionen spürbar zurück, so dass die Einschränkungen, auch in der Hauptstadt Neu Delhi, gelockert wurden.

+++ 22:20 Studie: Zwei Impfdosen verhindern bei Delta-Variante meist schwere Verläufe +++
Mit einer vollständigen Impfung lassen sich laut einer britischen Studie auch bei der Delta-Variante schwere Krankheitsverläufe vermeiden. Zwei Dosen des Wirkstoffs von Biontech verhinderten der heute von der Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) vorgestellten Studie zufolge in 96 Prozent der Fälle eine stationäre Behandlung. Für das Vakzin von Astrazeneca lag die Quote bei 92 Prozent.

+++21:54 Großbritannien erlaubt trotz Delta-Variante 40.000 Zuschauer bei EM-Finale +++
Trotz der rapiden Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante erlaubt Großbritannien bei mehreren großen Sport-Events in den kommenden Wochen Zehntausende Zuschauer. So dürfen beim Finale der Fußball-EM am 11. Juli im Londoner Wembley-Stadion rund 40.000 Zuschauer dabei sein, wie Kultur- und Sportminister Oliver Dowden der Nachrichtenagentur PA zufolge mitteilte. Auch die finalen Wimbledon-Matches am 10. und 11. Juli dürfen vor einem mit 15.000 Zuschauern voll besetzten Centre Court stattfinden. Die Großevents sind Teil einer Testreihe der britischen Regierung, mit denen diese Erkenntnisse über die Sicherheit von Großveranstaltungen in Zeiten der Pandemie sammeln will.

+++21:31 Kassel untersagt für Samstag geplante Corona-Demos +++
Die Stadt Kassel hat mehrere geplante Corona-Demos am Samstag, 19. Juni, untersagt. Laut Anmeldungen wären etliche tausend Menschen zu erwarten gewesen, teilte die Stadt mit. Dies hätte ein erhöhtes Infektionsrisiko vor allem für unbeteiligte Dritte im Stadtgebiet bedeutet, die den Versammlungen nicht ausweichen hätten können. Die Untersagungen seien nach Auffassung der Stadt gerade aufgrund jüngster negativer Erfahrungen "mit dem zu erwartenden, bundesweit mobilisierten Teilnehmerkreis aus der Querdenker-Szene" gerechtfertigt, teilte die Stadt weiter mit. So war es unter anderem am 20. März 2021 in Kassel zu einer Großdemonstration gegen Corona-Auflagen mit mehr als 20.000 Teilnehmern gekommen, bei denen gerichtlich festgesetzte Auflagen und notwendige Hygienemaßnahmen nicht eingehalten wurden.

+++20:53 Bundesländer melden 612 Neuinfektionen +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 3.716.004 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 612 neue Fälle hinzu. Der Tageszuwachs liegt deutlich unter dem Niveau vom Montag vergangener Woche: Am 7. Juni hatten die Landesbehörden noch 1196 neue Corona-Fälle erfasst (Vortag: 1142). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 47 auf 89.879. Als aktuell infiziert gelten 45.205 Personen (Vortag: 47.800).

+++ 20:36 Nur ein einziger neuer Fall in Bremen +++
Fünf der 16 Bundesländer melden Neuinfektionen im einstelligen Bereich. Bremen meldet nur einen einzigen neuen Fall, gefolgt von Schleswig-Holstein (4), Berlin (6) sowie Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland (beide 8). Die höchsten Tageswerte verzeichneten Bayern mit 157 neuen Fällen, Nordrhein-Westfalen (101) und Baden-Württemberg (98).

+++ 20:25 Sieben-Tage-Inzidenz sinkt in 15 Bundesländern +++
Bei der Sieben-Tage-Inzidenz ist der Wert in 15 von 16 Bundesländern im Vergleich zum Vortag gesunken. Als einziges Bundesland verzeichnet Hamburg eine geringe Zunahme.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,83 angegeben (Vortag: 0,88). Der Sieben-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 0,77 (Vortag: 0,82).

Weitere Informationen zu den wichtigsten Corona-Daten können Sie hier nachlesen.

Alle früheren Entwicklungen lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, hek/dpa/AFP/rts

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