Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 08:28 Vier Demos verboten - Berliner Polizei mit 2200 Beamten im Einsatz +++

Die Berliner Polizei stellt sich heute auf einen arbeitsreichen Tag ein. Vor dem Reichstagsgebäude, dem Schloss Bellevue und ganz generell im Bezirk Mitte sind mehrere Demonstrationen gegen die Änderung des Infektionsschutzgesetzes geplant, über die heute im Bundestag abgestimmt werden soll. Vier Versammlungen seien im Vorhinein verboten worden, so die Polizei. Trotzdem sind 2200 Polizisten im Dienst.

+++ 08:11 Bundesweit nur noch ein Kreis über 400er-Inzidenz +++
Mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz bleibt der thüringische Saale-Orla-Kreis die am stärksten von der Pandemie betroffene Region Deutschlands. Dem aktuellen RKI-Datenstand zufolge (21. April, 3.09 Uhr) ist das dortige Fallaufkommen allerdings auf 488,1 neu registrierte Fälle je 100.000 Einwohner binnen einer Woche (Vortag: 516,7) gesunken. Gestern noch war die Region im Südosten Thüringens mit einem Zuwachs von 31,7 Prozent an die Spitze der Super-Hotspot-Liste gesprungen. Trotz des sinkenden Wertes ist der Saale-Orla-Kreis die bundesweit einzige Region mit einem Fallaufkommen über der 400er-Marke. Dahinter folgen der bayerische Landkreis Kronach (388,1) und der thüringische Landkreis Greiz (378,9). Die bundesweit geringste Sieben-Tage-Inzidenz gibt es laut RKI-Daten in Wilhelmshaven: Die Stadt in Niedersachsen weist einen Wert von 35,5 auf.

+++ 07:50 FDP unterstützt Verfassungsklage gegen Bundes-Notbremse +++
Vor der Debatte über die Änderung des Infektionsschutzgesetzes im Bundestag bekräftigt die FDP ihre Kritik. Die geplante Ausgangssperre sei eine "verfassungsrechtlich mehr als problematische Maßnahme", sagt Generalsekretär Volker Wissing im Deutschlandfunk. Sie stelle einen sehr schwerwiegenden Eingriff in die Grundrechte dar. "Das Gesetz ist unverhältnismäßig und aus meiner Einschätzung deshalb verfassungswidrig und wird sicherlich vor dem Bundesverfassungsgericht angegriffen werden." Die FDP werde "mit hoher Wahrscheinlichkeit" eine solche Klage unterstützen. Mit der AfD werde seine Partei aber nicht zusammenarbeiten, "das kann ich ausschließen".

+++ 07:32 München plant einwöchige Impfaktion für 6000 über 60-Jährige +++
In München soll es kommende Woche eine Impf-Sonderaktion geben: Wie die "Süddeutsche Zeitung" meldet, sollen 6000 Menschen über 60 vom 24. April bis 1. Mai am Isar Klinikum mit Astrazeneca geimpft werden. Wer bei der Aktion mitmachen will, muss sich allerdings zunächst im bayerischen Portal Bayimco registrieren, am 23. April unter wir-impfen-muenchen.de anmelden und dann auch noch einen Anamnese- und einen Aufklärungsbogen per E-Mail ausfüllen. Die vorab ausgefüllten Formulare seien zusammen mit den anderen notwendigen Unterlagen zur Impfung mitzubringen, heißt es vonseiten der Stadt. Personen ohne Termin und ohne die ausgefüllten Unterlagen würden nicht geimpft.

+++ 07:15 Nur ein Bundesland liegt unter der Notbremsen-Schwelle +++
Mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz bleibt es bei lediglich einem Bundesland unterhalb der 100er-Schwelle. Laut aktuellem RKI-Datenstand weist nur Schleswig-Holstein (71,9 | Vortag: 72,4) ein Fallaufkommen unter der "Notbremsen"-Marke von 100 neu registrierten Corona-Infektionen binnen sieben Tagen je 100.000 Einwohner auf. Das Nordland ist eines von elf Ländern mit sinkenden Fallaufkommen. Darunter befinden sich auch die Super-Hotspots Thüringen und Sachsen, wobei beide Freistaaten laut RKI weiterhin die einzigen Länder über der 200er-Schwelle sind. Sachsen verzeichnet einen besonders starken Rückgang (200,8 | Vortag: 220,9), Thüringen weist trotz eines sinkenden Wertes (240,2 | Vortag: 246,3) weiterhin das deutlich höchste Fallaufkommen im Ländervergleich auf.

+++ 07:01 Indien verzeichnet mehr als 2000 Corona-Tote binnen 24 Stunden +++
In Indien verzeichnet das Gesundheitsministerium 295.041 Neuinfektionen - so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden. Damit steigt die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle auf über 15,6 Millionen. Das ist weltweit der zweithöchste Wert nach den USA mit mehr als 31 Millionen Fällen. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um 2023 auf 182.553 - auch das ist der bislang steilste Anstieg an einem Tag.

+++ 06:44 Experte: Intensivstation-Neuaufnahmen als neuer Richtwert +++
Experten bringen statt der Sieben-Tage-Inzidenz die Zahl der Intensivstation-Neuaufnahmen binnen sieben Tagen als neuen Orientierungswert ins Spiel. Die Inzidenz korreliere bereits jetzt nicht gut mit der Lage, bekräftigte der Epidemiologe Gérard Krause in einer Video-Schalte des Science Media Center (SMC). Der Wert könne Risiken aber sowohl über- als auch unterschätzen. Gebraucht würden mehrere Indikatoren, um die Lage sachgerecht abzubilden und gezielte Maßnahmen zu treffen, so der Experte vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. Das RKI liefere zwar eine Vielzahl an Daten, die aber leider nicht berücksichtig würden bei der Entscheidungsfindung. "Wenn man gezwungen ist, sich auf nur einen Messwert zu beschränken - und das scheint so zu sein, dann wäre die Zahl der Neuaufnahmen auf Intensivstationen das, was der Situation am ehesten gerecht wird."

+++ 06:11 Gewerbe-Vermieter: Bundes-Notbremse ist unfair +++
Die Vermieter von Gewerbeimmobilien kritisieren den Entwurf für ein neues Infektionsschutzgesetz. "Es gibt eine vollkommen irrationale Ungleichbehandlung von Branchen", sagt Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". So dürften Lebensmittelhändler beispielsweise weiter Schuhe, Bekleidung oder Spielwaren verkaufen, während Fachhändler schließen müssen. "Schuhe im Supermarkt sind nicht Corona-sicherer als beim Fachhändler." Das als Bundes-Notbremse bezeichnete Gesetz belaste den Handel immens und ignoriere die Studienlage, es drohe eine Entlassungswelle und eine Verödung der Innenstädte.

+++ 05:51 Intensivmediziner widersprechen DIVI - "Lage beherrschbar" +++
Führende Mediziner an Kliniken warnen vor Alarmismus im Kampf gegen Corona. "Wir sind und waren zu keiner Zeit am Rande unserer Kapazitäten", sagt Thomas Hermann Voshaar, Chefarzt der Lungenklinik Bethanien Moers, laut "Bild"-Zeitung. Der Alarmismus der Intensivmediziner der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sei daher unverantwortlich und unverhältnismäßig und von den tatsächlichen Zahlen nicht gestützt. "Nicht mal ein Viertel der 22.000 Intensivbetten in Deutschland sind mit Covid-19-Patienten belegt". Auch der Leiter der Klinik für Intensivmedizin und Notfallmedizin des Klinikums Bremen Mitte, Rolf Dembinski, befürchtet keinen Zusammenbruch des Gesundheitssystems. "Ich befürchte keinen Kollaps, aber bis zum Sommer eine schwierige Situation", sagt er der Zeitung. Die Lage sei "angespannt, aber noch beherrschbar".

+++ 05:23 RKI meldet knapp 25.000 neue Fälle - Inzidenz sinkt auf 160 +++
Die Gesundheitsämter haben 24.884 neue Corona-Infektionen an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet. Am Mittwoch vor einer Woche waren es 21.693. Außerdem wurden 331 Todesfälle registriert. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt damit leicht auf 160,1. Am Vortag hatte sie bei 162,4 gelegen.

+++ 03:57 Italien verimpft Johnson & Johnson nur an über 60-Jährige +++
Italien wird den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson vornehmlich an Menschen im Alter von mehr als 60 Jahren verabreichen. Nach der positiven Risikobewertung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) stufen die Gesundheitsbehörden das Vakzin nun "definitiv" als sicher ein. Er soll wegen vereinzelter schwerer Nebenwirkungen bei jüngeren Geimpften aber hauptsächlich an Ältere und Risikopatienten verimpft werden. Auch der Corona-Impfstoff von Astrazeneca wird in Italien nur an Menschen über 60 gegeben.

+++ 02:25 Schäuble hält Ausgangssperren für verhältnismäßig +++
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble verteidigt die geplanten nächtlichen Ausgangssperren in Regionen mit hohen Corona-Zahlen. "Der Blick ins Ausland zeigt, dass alle Länder, die hohe Infektionszahlen wieder in den Griff bekommen haben, phasenweise zu Ausgangsbeschränkungen gegriffen haben", sagt Schäuble dem "Tagesspiegel". Kritik an den Durchgriffsrechten des Bundes weist Schäuble zurück. Das Gesetz sei bei der aktuellen Lage geboten. "Vergleiche mit Weimar, die Einzelne anstellen, halte ich für völlig falsch", so der CDU-Politiker. Das Gesetz sei zeitlich befristet. Auch künftig brauche die Bundesregierung für weitergehende Maßnahmen die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat. Von einer Selbstermächtigung könne nicht die Rede sein.

+++ 01:14 Schweiz hebt Quarantänepflicht für geimpfte Kontaktpersonen auf +++
Menschen, die vollständig geimpft sind, müssen in der Schweiz nicht mehr in Quarantäne, wenn sie Kontakt mit einem Infizierten hatten. Die Regel gilt für sechs Monate nach der Impfung. Die Kontaktpersonen sollten sich aber testen lassen, falls sie Symptome haben. Für einreisende Geimpfte bleibt die Test- und Quarantänepflicht je nach Herkunftsregion bestehen. Auf der Schweizer Liste der Risikoländer und -regionen stehen auch die deutschen Bundesländer Sachsen und Thüringen. Wer sich dort in den zehn Tagen vor der Einreise in die Schweiz aufgehalten hat, muss einen negativen Test vorlegen und nach Ankunft zehn Tage in Quarantäne.

+++ 00:32 Dänemark "leiht" Schleswig-Holstein 55.000 Astrazeneca-Dosen +++
Dänemark will dem benachbarten deutschen Bundesland Schleswig-Holstein 55.000 Dosen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca vorerst überlassen. Ministerpräsident Daniel Günther hatte eine enstprechende Anfrage gestellt. Die Impfstoffdosen würden Dänemark "in einem vereinbarten zeitlichen Rahmen" zurückerstattet, heißt es vom dänischen Außenministerium. Dänemark hatte als erstes Land in Europa die Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca nach Berichten über Blutgerinnsel dauerhaft eingestellt. Zur Zeit werden nur Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna verwendet. Das Astrazeneca-Vakzin könnte nach offiziellen Angaben zu einem späteren Zeitpunkt aber auch wieder genutzt werden, "falls sich die Situation ändert". Dänemark verfügt über einen Vorrat von etwa 200.000 Astrazeneca-Dosen.

+++ 23:46 Kinderkrankengeld wird ausgeweitet +++
Mit der geplanten Verabschiedung der sogenannten Bundes-Notbremse soll auch eine weitere Aufstockung der Kinderkrankentage beschlossen werden. Viele Familien litten unter der Doppelbelastung von Homeoffice und Homeschooling, schreibt SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich in einem Brief an die Mitglieder der SPD-Fraktion. "Um hier etwas Erleichterung zu schaffen, weiten wir den Rechtsanspruch auf Kinderkrankentagegeld aus." Der Anspruch auf Kinderkrankengeld steigt demnach noch einmal von 20 Tagen pro Elternteil und Kind auf 30 Tage. Für Alleinerziehende wird der Anspruch von 40 auf 60 Tage erhöht. Das ausgezahlte Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes.

+++ 22:40 Trotz steigender Inzidenz: Niederlande wagen Öffnung +++
Trotz anhaltend hoher Infektionszahlen werden in den Niederlanden die Corona-Maßnahmen gelockert. Vier Monate nach Verhängung des strengen Lockdowns wird die abendliche Ausgangssperre aufgehoben, und die Terrassen der Cafés und Geschäfte dürfen unter Auflagen wieder öffnen, kündigt Ministerpräsident Mark Rutte in Den Haag an. Die Lockerungen sollen ab dem 28. April gelten. "Wir wagen das Risiko, am 28. April den ersten vorsichtigen Schritt zu machen", so der Premier.

+++ 22:10 Boris Johnson fürchtet sich vor der nächsten Welle +++
Trotz niedriger Fallzahlen befürchtet der britische Premierminister Boris Johnson in diesem Jahr eine dritte Welle an Coronavirus-Infektionen in seinem Land. Das sei die feste Ansicht der meisten Wissenschaftler, sagt der konservative Politiker. Derzeit weise aber nichts darauf hin, dass der bislang vorgesehene Fahrplan zur Lockerung von Maßnahmen nicht wie geplant fortgesetzt werden könne, so Johnson. Bis zum 21. Juni sollen in England schrittweise alle Kontaktbeschränkungen aufgehoben werden. In Großbritannien gehen die Infektionszahlen stark zurück. Die Sieben-Tage-Inzidenz wurde zuletzt mit 26 angegeben. Die Zahl der Neuinfektionen liegt bei rund 2500.

+++ 21:40 Fünf Bundesländer mit steigender Inzidenz +++
Nur noch eins von 16 Bundesländern liegt weiterhin unter der 100er-Notbremsen-Schwelle: Schleswig-Holstein verbessert sich aktuell auf den Wert von 71,8 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Fünf Länder weisen eine steigende Inzidenz auf: Darunter Super-Hotspot Thüringen (243,3), Baden-Württemberg (172,5) und das Saarland (133,1). Mit Abstand den größten Rückgang - allerdings auf hohem Niveau - verbucht Sachsen (220,9).

+++ 21:10 Hohe Fallzahlen in Sachsen, Baden-Württemberg und MV +++
Unter den Bundesländern verzeichnen Sachsen, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern die meisten neuen Fällen je 100.000 Einwohner. Die höchste Zahl aktiver Fälle je 100.000 Einwohner gibt es ebenfalls in Sachsen, das sich der 500er Marke nähert - und deutlich vor Thüringen und Hamburg liegt.

+++ 20:40 Deutschland meldet fast 15.000 neue Fälle +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 3.173.302 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 14.973 neue Fälle hinzu. Das sind 321 mehr als in der Vorwoche und der höchste Dienstagswert seit dem 12. Januar. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 319 auf 80.472. Das sind 32 weniger als in der Vorwoche. Als aktuell infiziert gelten rund 288.000 Personen. Der Trend bei den Neuinfektionen zeigt eine überdeutliche Aufwärtstendenz: Im Schnitt kommen derzeit pro Tag 20.314 (Vortag: 20.268) neu erkannte Ansteckungen hinzu. Vor acht Wochen (22.02.) lag der Wert noch bei 7.460 – nun beträgt er also mehr als das Zweieinhalbfache.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,89 angegeben (Vortag: 1,09). Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 0,95 (Vortag: 1,06). Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten in Deutschland steigt weiter und liegt nur noch knapp unter der 5000er-Marke. Wie aus dem aktuellen DIVI-Intensivregister hervorgeht, werden in deutschen Kliniken derzeit 4966 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt. Das ist der höchste Wert seit 18. Januar - damals waren es 5003. Im Vergleich zum Vortag ist das ein Zuwachs um 34 Patienten. Demnach müssen 2751 Patienten invasiv beatmet werden, das sind 3 Personen mehr als am Vortag. Insgesamt sind den Angaben zufolge noch 3854 Intensivbetten in den deutschen Kliniken frei.

Weitere Informationen zu den wichtigsten Corona-Daten können Sie hier nachlesen.

Die vorangegangenen Entwicklungen lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, ino/jug/dpa/AFP/rts

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