Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 09:20 Experte warnt vor hoher Dunkelziffer in Polen +++

Die vergleichsweise geringe Zahl von registrierten Neuinfektionen in Polen kann nach Einschätzung eines Experten auch auf eine nicht ausreichende Anzahl von Tests zurückzuführen sein. Polen habe zwar einerseits im europaweiten Vergleich auch deshalb weniger Fälle, weil durch einen konsequenten Lockdown im März die Zahl der Infizierten von Beginn an niedrig gehalten wurde, sagte der Virologie Krzysztof Pyrc von der Universität Krakau. Der zweite Grund: "Diese Werte können auch daraus resultieren, dass nicht genug Tests vorgenommen werden, wodurch es nicht möglich ist, alle Angesteckten zu identifizieren." Polen ist das einzige Nachbarland Deutschlands, das bisher vom Robert-Koch-Institut nicht als Risikogebiet eingestuft wurde. Das Land mit 38 Millionen Einwohnern hatte am vergangenen Freitag mit 1587 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden seinen bisherigen Höchstwert seit Beginn der Pandemie registriert. In Polen werden derzeit täglich rund 23.000 Menschen auf das Coronavirus getestet - etwa genauso viele wie in dem als Risikogebiet eingestuften Tschechien, das mit knapp 10,7 Millionen Einwohnern deutlich kleiner ist.

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+++ 08:35 RKI meldet fast 1800 Neuinfektionen +++
Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1798 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen mindestens 289.219 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 30.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9488. Das sind 17 mehr als am Vortag. Rund 1800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

+++ 08:00 Söder: Halte 20.000 Fälle pro Tag für "realistisch" +++
Vor einem starken Anstieg der Fallzahlen gerade in den Herbst- und Wintermonaten hatte bereits Kanzlerin Angela Merkel gewarnt. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hält sogar 20.000 Fälle pro Tag für "realistisch". Aktuell rangiert die Zahl der täglichen Neuinfektionen im niedrigen vierstelligen Bereich. "Man hat gesehen, wie schnell sich das entwickeln kann", sagte Söder zu RTL/ntv. Man dürfe das Infektionsgeschehen nicht länger "kleinreden".

+++ 07:10 Virologe Streeck: Bei Impfstoff-Tests kann es Überraschungen geben +++
Virologe Hendrik Streeck sieht der kommenden Herbstsaison mit Sorge entgegen. "Wir werden in vielen Städten, über den Herbst und den Winter, die 50 bis 100 Einwohner an Neuinfektionen reißen", sagte der Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn bei RTL. Er mahnte, keine Ängste innerhalb der Gesellschaft zu schüren. "Es wird sehr davor gewarnt, aber wenn man dauernd warnt, werden diese Warnungen nicht mehr wahrgenommen", so der Virologe. Viel wichtiger sei es, über Lösungen nachzudenken und "Warnungen, die dann wirklich funktionieren". Streeck äußerte sich im RTL-Interview auch zum Thema Impfstoff. Seiner Einschätzung nach, sei es sehr schwer vorherzusagen, wann es einen Impfstoff geben wird. "Gerade in der letzten Phase gibt es Überraschungen, mit denen man häufig nicht rechnet", sagt er. Auch wenn ein Impfstoff da sei, klappe es nicht immer, dass ein Impfstoff das Virus eradiziere - "sodass es von der Welt verschwindet". Das sei erst ein einziges Mal gelungen - bei Pocken. Daran habe die Wissenschaft aber auch Jahrzehnte gearbeitet.

+++ 06:10 Karliczek: Sollten Lehrer mit als Erste impfen +++
Lehrer sollten nach Auffassung von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek mit als Erste gegen das Coronavirus geimpft werden, wenn es den Impfstoff gibt. "Als Bundesbildungsministerin würde ich mir wünschen, dass Lehrerinnen und Lehrer aufgrund ihrer Vielzahl an Kontakten in der Schule zu den Ersten gehören, denen eine Impfung angeboten wird - insbesondere, wenn sie zu einer Risikogruppe gehören", sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Das würde den Lehrern verständliche Sorgen vor einer Infektion nehmen, meinte sie. Auch würde eine bevorzugte Impfung für Lehrer helfen, den für die Gesellschaft so wichtigen Schulbetrieb aufrechtzuerhalten.

+++ 05:22 Zahl der Einbrüche könnte wegen Corona auf Allzeittief sinken +++
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erwartet, dass wegen der Corona-Krise die Zahl der Einbrüche in diesem Jahr deutlich geringer ausfällt. "Einbrüche in Deutschland könnten 2020 auf ein neues Allzeittief sinken", sagt GDV-Geschäftsführer Jörg Asmussen der "Bild"-Zeitung. Die Entwicklung des ersten Halbjahrs deute darauf hin, dass die Einbruchzahlen am niedrigsten seit Beginn der Statistik 1981 ausfallen. Hauptgrund dürfte die Pandemie sein, sagt Asmussen. "Viele Menschen waren zu Hause durch Homeoffice, Kurzarbeit und verbrachten ihren Urlaub daheim." 2019 zählten Versicherer 95.000 Wohnungseinbrüche und Schäden von rund 300 Millionen Euro.

+++ 04:53 GdP: Zu wenig Personal für Corona-Kontrolle von Reiserückkehrern +++
Die Durchsetzung der Quarantäne bei Reiserückkehrern, die aus Risikogebieten im Schengen-Raum an deutschen Flughäfen ankommen, könnte massive Probleme bereiten. "Derzeit können wir nur an den Einreisekontrollen einen Identitätsabgleich machen. Wenn Reisende aus Nicht-Schengen-Staaten zu uns kommen, wird von den Kollegen überprüft, ob die Daten auf der Aussteigekarte und im Reiseausweis übereinstimmen", sagt der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in der Bundespolizei, Sven Hüber, der "Rheinischen Post". Die Karten würden dann an die Gesundheitsämter weitergeleitet. Problematisch wird es Hüber zufolge aber schon bei Reisenden, die aus Schengen-Ländern nach Deutschland kommen. "Rechtlich gesehen dürfen wir nur beim Verdacht der unerlaubten Einreise kontrollieren. Ansonsten wird das schwierig. Außerdem muss man klar sagen, dass wir im Augenblick weder die personelle Kapazität noch die ausreichende Infrastruktur an den Flughäfen haben, um die Passagiere der sogenannten Domestic Flights zu überprüfen."

+++ 04:27 Staatshilfen für US-Airlines +++
Die US-Regierung hat mit sieben großen Fluggesellschaften des Landes eine Vereinbarung über staatliche Finanzhilfen in der Corona-Krise getroffen. Wie das Finanzministerium mitteilt, wurde eine Einigung über die Vergabe von Mitteln aus einem Hilfspaket für die Branche in Höhe von 25 Milliarden Dollar erzielt. Diese Hilfen für die Airlines waren vom Kongress Ende März als Teil des gigantischen Programms gegen die Corona-Krise im historischen Rekordvolumen von 2,2 Billionen Dollar beschlossen worden. Seit Juli verhandelten die Fluggesellschaften mit der Regierung über die Modalitäten der Kredite.

+++ 04:04 Göring-Eckardt kritisiert Bund und Länder als "nicht vorausschauend" +++
Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt wirft Bund und Ländern nach der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, in der Corona-Krise nicht vorausschauend zu agieren. "Bund und Länder agieren in der Corona-Krise nicht vorausschauend. Sie scheinen einmal mehr überrascht zu sein, dass die kaltes Jahreszeit und die nächsten Ferien vor der Tür stehen", sagt Göring-Eckardt der "Rheinischen Post". "Dieses nur Auf-Sicht-Fahren ist unverständlich."

+++ 03:18 Glaxosmithkline-Chefin erwartet Impfstoff 2021 +++
Der Pharmakonzern Glaxosmithkline zeigt sich zuversichtlich, dass 2021 ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen wird. "Ich teile den Optimismus, dass wir im nächsten Jahr eine Lösung haben werden", sagt Konzernchefin Emma Walmsley. Glaxosmithkline entwickelt einen Impfstoff mit seinem französischen Partner Sanofi. Im Fall von positiven Ergebnissen bei einer klinischen Studie peilen sie nach früheren Angaben ein Zulassungsantrag für den Impfstoff im ersten Halbjahr 2021 an.

+++ 02:29 Regeneron beantragt US-Notfallzulassung für Antikörper-Kombination +++
Das US-Biotech-Unternehmen Regeneron Pharmaceuticals beantragt in den USA die Notfallzulassung der experimentellen Antikörper-Kombination REGN-COV2. Das Medikament soll die Viruslast verringern und Symptome mildern. Die Versuchsergebnisse der ersten 275 Testpatienten würden den größten Nutzen bei Infizierten zeigen, deren Immunsystem vor der Behandlung noch keine eigenen Antikörper gebildet hat, erklärt der Pharmakonzern. Das deute darauf hin, dass die Behandlung Patienten helfen könnte, deren eigenes Immunsystem nicht stark genug ist, um das Virus zu bekämpfen. "Wir hoffen, dass diese Daten eine Notfallzulassung der US-amerikanischen Food and Drug Administration unterstützen", sagt George Yancopoulos, wissenschaftlicher Leiter von Regeneron.

+++ 01:40 Italiens Wirtschaft schrumpft stärker als vorhergesagt +++
Die italienische Wirtschaft wird nach offizieller Schätzung stärker schrumpfen als bislang erwartet. Nun werde ein Rückgang des BIP um neun Prozent vorhergesagt nach noch Minus acht Prozent im April, teilt das Finanzministerium mit. Das Staatsdefizit werde mit 10,8 Prozent allerdings kleiner ausfallen als bislang mit 11,9 Prozent erwartet. Die Kennzahl für das kommende Jahr wurde dagegen auf 7,0 Prozent nach 5,7 Prozent des BIP heraufgesetzt. Dann dürfte das Defizit 2022 bei 4,7 Prozent liegen und 2023 bei 3,0 Prozent, heißt es weiter.

+++ 00:52 Brasilien meldet insgesamt fast 143.000 Tote +++
Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldet 32.058 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf mehr als 4,7 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 863 auf 142.921 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA und Indien weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

+++ 00:01 Wegen Corona-Krise: Disney streicht 28.000 Jobs +++
Der Unterhaltungskonzern streicht wegen der Coronavirus-Pandemie rund 28.000 Stellen in seiner Vergnügungspark-Sparte. Bei der Mehrheit der von einer Entlassung betroffenen Mitarbeiter handele es sich um Teilzeitkräfte, teilt das US-Unternehmen mit. Die Corona-Krise macht Disney schwer zu schaffen. An April bis Juni verbuchte der Konzern einen Verlust von 4,7 Milliarden Dollar. Bis auf Disneyland in Kalifornien hat das Untenrehmen alle Themenparks wieder geöffnet.

+++ 23:25 Curevac beginnt mit nächster Impfstoff-Studienphase +++
Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac gibt den nächsten Schritt bei der Prüfung seines Impfstoffkandidaten CVnCoV bekannt. Der erste Teilnehmer an einer klinischen Phase-2a-Studie sei geimpft worden, so der Börsenneuling. Die Studie werde in Peru und Panama vorgenommen mit insgesamt 690 gesunden Teilnehmern. Erste Daten würden im vierten Quartal erwartet.

+++ 22:44 Nordkorea: Haben Coronavirus unter Kontrolle +++
Nordkorea hat seinem UN-Botschafter Kim Song zufolge die Pandemie "unter sicherer und stabiler Kontrolle". Dies sei auf "die weitsichtige Führung der Regierung" des Landes zurückzuführen, erklärt Kim vor der Generalversammlung.

Die wichtigsten Entwicklungen des Vortages zur aktuellen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier lesen.

Quelle: ntv.de, bad/rts/dpa/AFP