Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 11:10 Impftempo gestiegen: 660.000 Dosen im Durchschnitt pro Tag +++

Das Impftempo behält den Aufwärtstrend bei: Der November begann mit durchschnittlich rund 150.000 Impfungen pro Tag und endete gestern mit einem Durchschnittswert von 659.957 täglich verabreichten Dosen.

Dieser Erfolg hat jedoch noch immer kaum etwas mit den Erstimpfungen zu tun: Nach einem kurzen Anstieg scheint das Impftempo hier bei 90.000 Erstimpfungen pro Tag abzuflachen. Gestern wurden sogar weniger Erstimpfungen verabreicht als in der Vorwoche.

+++ 11:01 Knapp 80 Prozent sind Booster-Impfungen +++
Die Auffrischungsimpfungen machen mittlerweile 79 Prozent des gesamten Impfaufkommens aus. Gestern entfielen 521.387 von 659.957 verimpfte Dosen auf Booster-Impfungen.

Zudem ist weiterhin mehr als ein Viertel der Menschen in Deutschland ungeimpft:

Unter den Ungeimpften sind immer noch viele Kinder, aber auch die über Zwölfjährigen, die sich impfen lassen können, weisen eine Ungeimpftenquote von immerhin noch 19,8 Prozent auf.

+++ 10:43 Sachsen bleibt unter Bundesländern weiter Schlusslicht +++
Beim Blick auf die Bundesländer zeigt sich, dass die flächenmäßig kleinsten Bundesländer - mit Ausnahme von Berlin - bei den vollständigen Impfquoten vorne liegen: Bremen führt das Feld an mit 80,2 Prozent, gefolgt vom Saarland (74,9 Prozent) und Hamburg (74,4 Prozent). Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung sind ebenfalls in Niedersachsen (70,3 Prozent), Schleswig-Holstein (72,7 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (71,7 Prozent) durchgeimpft. Schlusslicht bleibt Sachsen mit 58,1 Prozent.

+++ 10:32 Virologe Streeck: "Pauschalen Lockdown halte ich für falsch" +++
Wie gefährlich ist Omikron? Die Wissenschaft liefert sich derzeit einen Wettlauf mit der neuen Corona-Variante. Im ntv-Interview erläutert Virologe Hendrik Streeck erste Daten aus Israel, die Hoffnung machen, und warum er einen pauschalen Lockdown für falsch hält.

+++ 10:20 Großbritannien meldet 22 Omikron-Fälle +++
Großbritannien meldet 22 Ansteckungsfälle mit der neuen Corona-Variante Omikron. "Diese Zahl wird sicherlich steigen", sagt Gesundheitsminister Sajid Javid dem TV-Sender Sky News. Er rechne damit, dass in den kommenden zwei Wochen mehr Details über die Variante bekannt würden, da Wissenschaftler forschten, wie Omikron sich auswirke. Der beste Schutz seien aber immer noch die Impfstoffe. Sie könnten zwar womöglich bei Omikron weniger wirksam sein. Das wisse man noch nicht genau. "Aber es ist auch sehr wahrscheinlich, dass sie gegen schwere Krankheitsverläufe wirksam bleiben."

+++ 09:48 Spahn: EU bekommt Kinder-Impfstoff eine Woche früher +++
Der Impfstoff für Kinder zwischen fünf und elf Jahren wird eine Woche früher als ursprünglich geplant EU-weit ausgeliefert. Das hat der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU auf Twitter mitgeteilt. "Das hat uns der Hersteller zugesichert", twitterte Spahn. Ursprünglicher Termin für die Lieferung war der 20. Dezember. "Angesichts der aktuellen Pandemielage ist das wichtig für Eltern und Kinder, die sich schützen wollen." Für Deutschland sind 2,4 Millionen Dosen des schwächer dosierten Impfstoffs von Biontech vorgesehen.

Zudem seien mehr als zehn Millionen Auffrischungsimpfungen bereits verabreicht worden. "Damit hat auch knapp jeder Dritte bereits geimpfte über 60-Jährige den Booster zum verstärkten Impfschutz erhalten", schrieb der CDU-Politiker. Diese Zahlen sollen bis Weihnachten mehr als verdoppelt werden.

+++ 09:31 Kreuzfahrtschiff "Hamburg" darf wegen Corona-Falls nicht anlegen in Argentinien +++
Die argentinischen Behörden verwehren dem Kreuzfahrtschiff "Hamburg", mit knapp 300 Passagieren an Bord in den Hafen von Puerto Madryn im Süden des Landes einzulaufen. Grund ist ein Corona-Fall an Bord. Das Gesundheitsministerium in Buenos Aires teilte mit, alle Passagiere des Schiffes müssten sich isolieren. Nach einer Warnung wegen eines positiven Tests wurden binnen 24 Stunden PCR-Tests bei den 170 Passagieren und 156 Besatzungsmitgliedern vorgenommen. Sie fielen nach Angaben der Ministerin Carla Vizzoti alle negativ aus, "auch bei der betroffenen Person", die weiter isoliert sei.

+++ 09:19 Österreichs Kliniken überfüllt - bereits Triagen nötig +++
In den Krankenhäusern in Österreich kommt es der Regierung zufolge angesichts der hohen Zahl an Corona-Patienten bereits zu Triagen. Der seit über einer Woche geltende Lockdown würde zwar mittlerweile Wirkung zeigen, die Infektionszahlen wären aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau und die Lage in den Krankenhäusern sei dramatisch, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein von den Grünen im Hauptausschuss des Parlaments. Triagen würden bereits nicht nur bei leichten Operationen, sondern auch bei jenen für Krebspatienten stattfinden, sagte der Minister. In manchen Fällen müsse darüber entschieden werden, welcher Patient mehr Überlebenschancen habe.

+++ 09:07 Schwesig: Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte +++
Um die Pandemie effektiv zu bekämpfen, muss es nach Ansicht von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auch Kontaktbeschränkungen für Geimpfte geben. "Der Bund muss die Rechtslage ändern an der Stelle", sagt die SPD-Politikerin im ZDF. Sicherlich müssten die Beschränkungen für Ungeimpfte sehr viel härter ausfallen und würden auch verschärft. "Aber große Familienfeiern mit 50 Leuten wird es auch nicht mehr geben", sagt Schwesig.

+++ 08:55 DIVI-Leiter rechnet mit 6000 Corona-Intensivpatienten bis Weihnachten +++
Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, rechnet mit etwa 6000 Corona-Intensivpatienten bis Weihnachten. Dies sei unabhängig davon, was jetzt von der Politik an Maßnahmen beschlossen werde, sagt er im ZDF. Die Lage sei "besonders bedrohlich", weil etwa 4000 Intensivbetten weniger als vor einem Jahr zur Verfügung stünden. "Die Lage wird wirklich zunehmend enger", sagt er. Marx fordert von den Ampel-Parteien die Wiedereinführung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite. Auch ein zeitlich begrenzter Lockdown oder eine bundesweite Notbremse könnten helfen. "Wir müssen die Kliniken vor dem Kollaps bewahren." Der bisherige Höchststand an Corona-Intensivpatienten lag am 3. Januar bei 5745.

+++ 08:46 Erste Omikron-Fälle in Nigeria bereits im Oktober +++
In Nigeria sind die ersten Omikron-Fälle bereits im Oktober aufgetaucht. Allerdings sei die neue Variante erst jetzt bei einer nachträglichen Sequenzierung nachwiesen worden, teilt die Gesundheitsbehörde NCDC mit. Es habe sich um Corona-positiv getestete Reisende nach Nigeria gehandelt, deren Proben im Oktober gesammelt worden seien. Weitere Details wurden nicht genannt. Zudem bestätigten sich zwei aktuelle Verdachtsfälle. Zwei Personen, die vergangene Woche aus Südafrika eingereist seien, seien positiv auf die Omikron-Variante getestet worden.

+++ 08:34 STIKO-Chef: Tests entdecken auch Omikron-Variante +++
Die neue Variante Omikron kann nach den Worten des Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, mit den allgemein verwendeten PCR- und Antigentests entdeckt werden. Das sei eine "sehr gute Nachricht", sagte Mertens der "Schwäbischen Zeitung". Für die Omikron-Variante gibt es bereits erste Nachweise in Deutschland.

+++ 08:07 Virologe Stöhr: "Politik drückt auf Panik-Tube" +++
Die von der Weltgesundheitsorganisation WHO als "besorgniserregend" eingestufte Corona-Variante Omikron ist auch in Deutschland bereits mehrfach nachgewiesen worden. Was ist über den Erreger bekannt und wie wird er die Lage in Deutschland beeinflussen? ntv spricht mit dem Virologen Klaus Stöhr. Er verstehe, dass die Politik "auf die Panik-Tube" drücke, aber aus wissenschaftlicher Sicht gebe es noch zu wenig Erkenntnisse über Omikron. Ein bundesweiter, flächendeckender Lockdown würde nur helfen, "die Bevölkerung zu verprellen", so der Experte, da er "epidemiologisch unsinnig" wäre. "Die Lage zwischen den Bundesländern ist einfach so unterschiedlich", sagt Stöhr.

+++ 07:49 FDP-Fraktionsvize Thomae offen für Impfpflicht +++
FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae hält eine Zustimmung seiner Partei zu einer Impfpflicht durchaus für möglich. "Man kann nicht einfach stur sagen, wir verschließen uns neuen Erkenntnissen", sagt Thomae im ZDF-Morgenmagazin. Die Impfquote von aktuell rund 70 Prozent reiche nicht aus. "Und deswegen muss man auch jetzt reagieren und überlegen, was ist das angemessene, notwendige, geeignete Mittel. Das kann auch eine Impfpflicht sein", betont Thomae, der einer der Beschwerdeführer vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Bundesnotbremse war. Mit Blick auf weitere mögliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie sagte er: "Es wäre völlig falsch, jetzt Dinge kategorisch von vorne herein auszuschließen." Aber die Karlsruher Richter, die die Bundesnotbremse für verfassungsgemäß erklärt hatten, hätten betont, Politik müsse immer "das mildeste Mittel suchen", um die Krise zu bekämpfen.

+++ 07:20 RKI-Chef: Ausmaß der vierten Welle zeigt sich im Frühjahr +++
Das ganze Ausmaß der vierten Welle in Deutschland dürfte laut dem Präsidenten des Robert-Koch-Instituts (RKI) erst in einigen Monaten deutlich werden. "Wir werden erst im Frühjahr sehen, wie schlimm diese vierte Welle wirklich ausgegangen ist", sagt RKI-Chef Lothar Wieler. Bei Blutspende-Untersuchungen oder bevölkerungsrepräsentativen Stichproben werde sich zum Beispiel zeigen, wie hoch der Anteil der Menschen ist, die bereits Antikörper gegen Corona gebildet haben - sei es durch Impfung oder durch Infektion. So lässt sich unter anderem das Ausmaß unerkannter Fälle besser einschätzen. "Je höher der Anteil der Menschen mit Antikörpern im Frühjahr ist, desto besser sieht es aus für uns", sagt Wieler mit Blick auf den erhofften Aufbau einer Grundimmunität in der Bevölkerung. Ende 2020, als es mit dem Impfen noch nicht losgegangen war, hätten erst etwa zwei Prozent der Bevölkerung die entsprechenden Antikörper gehabt, sagt Wieler. "Das heißt, wir waren sehr erfolgreich bei der Eindämmung."

Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 07:08 Messner fürchtet wegen Corona-Zahlen um Südtirols Ansehen +++
Angesichts sehr vieler Impfverweigerer und der höchsten Corona-Rate in Italien sorgt sich der Südtiroler Bergsteiger Reinhold Messner um das Ansehen seiner Heimat als Tourismusziel. "Wir verlieren an Renommee", sagt der 77-Jährige. "Die Leute werden sich überlegen, ob sie zu uns zum Skifahren kommen, wenn es heißt: In Italien sind wir die schlechtesten." Südtirol gehört bislang auch für Bundesbürger zu den beliebtesten Urlaubsregionen. Aktuell hat die Alpenprovinz italienweit den niedrigsten Wert an vollständig Geimpften (Stand Dienstagabend: 68,6 Prozent) und zugleich mit einem Wert von 550 die höchste Sieben-Tages-Inzidenz.

+++ 06:43 Deutsche Bahn reaktiviert Impfzentren für Beschäftigte +++
Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle eröffnet die Deutsche Bahn wieder ihre Impfzentren. "Allen DB-Mitarbeitenden wird eine Auffrischung bzw. eine Grundimmunisierung der Covid-19-Impfungen an zehn Standorten ermöglicht", teilt eine Sprecherin mit. Damit wolle der Konzern dazu beitragen, die Pandemie zu bekämpfen und die Beschäftigten gesund zu halten. Die ersten sieben Impfzentren werden demnach am 6. Dezember wieder hochgefahren, die übrigen im Januar. Bis zum 31. März soll das Angebot für die Beschäftigten bestehen bleiben.

+++ 06:14 Hausärzteverband kritisiert Impfstoff-Knappheit in Praxen +++
Der Hausärzteverband übt scharfe Kritik an der Verteilung von Impfstoffen und beklagt eine mangelnde Versorgung der Arztpraxen. "In der letzten Woche wurden im ambulanten Bereich mehr als 3,1 Millionen Impfdosen verabreicht. Dies war die zweitbeste Impfwoche der gesamten Impfkampagne", sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Dieses Impftempo könnten wir nur beibehalten, wenn uns nicht die Impfstoffmengen zum Teil um zwei Drittel gekürzt werden, wie uns die Praxen jetzt berichten. Geplante Impftermine müssen dann verschoben oder sogar komplett absagt werden", sagte Weigeldt. In manchen Regionen Deutschlands sei die Lage inzwischen durchaus prekär.

+++ 05:46 Experte: Vielleicht einige Hundert Omikron-Fälle in Deutschland +++
Nach ersten Nachweisen der Omikron-Variante in Deutschland gehen Experten von einem bereits darüber hinausgehenden Vorkommen aus. Der Zeitraum, in dem Reisende das Virus bereits international verbreiteten, betrage sicher Wochen, sagte Oliver Keppler, Vorstand am Max von Pettenkofer-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München. "Einige Hundert Fälle können es in Deutschland vielleicht sein." Die aktuellen Infektionszahlen könne man nicht mit Omikron in Verbindung bringen, das sei die Delta-Welle, betonte Keppler auch. Er halte eine größere unentdeckte Omikron-Verbreitung in Deutschland für unwahrscheinlich.

Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 05:29 Karliczek: "Müssen Vorkehrungen für Distanzunterricht verstärken" +++
Die geschäftsführende Bundesbildungsministerin Anja Karliczek ruft dazu auf, Vorkehrungen für den sogenannten Fernunterricht zu treffen. Es müsse aktuell alles versucht werden, Präsenzunterricht unter strengen Hygienevorschriften aufrecht zu erhalten, "sofern dies epidemiologisch in den einzelnen Regionen zu rechtfertigen ist", so die CDU-Politikerin. Man sehe aber auch, dass einige Schulen bereits wieder geschlossen sind und teilweise Wechselunterricht stattfindet. "Es sollten daher auch die Vorkehrungen für einen Distanzunterricht jetzt verstärkt werden." Karliczeks designierte Nachfolgerin Bettina Stark-Watzinger hatte sich zuvor gegen Schulschließungen und vorgezogene Weihnachtsferien ausgesprochen.

+++ 04:36 RKI meldet 67.186 Neuinfektionen, Inzidenz sinkt +++
Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 67.186 Neuinfektionen gemeldet, 302 Fälle mehr als am Mittwoch vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt zum zweiten Mal in Folge. Am Vortag lag sie noch bei 452,2, jetzt bei 442,9. Die Sterbezahlen steigen derweil deutlich. 446 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion meldet das RKI. Vor einer Woche waren es 335 Tote.

Mehr dazu lesen Sie hier.

Hinweis: Die Zahlen des RKI weichen in der Regel leicht von jenen Falldaten ab, die ntv.de täglich am Abend meldet. Das ntv.de-Datenteam greift direkt auf die Meldezahlen aus den Bundesländern zu, wie sie von den Ministerien und Behörden vor Ort veröffentlicht werden. Das RKI hingegen ist an die gesetzlich vorgeschriebenen Meldewege gebunden, was zu einem zeitlichen Verzug führen kann.

Zudem bilden die jeweiligen Tageswerte unterschiedliche Erfassungszeiträume ab: Die ntv-Auswertung sammelt die jeweils bis zum Abend veröffentlichten Länderangaben und errechnet daraus einen täglichen Stand der gemeldeten Fallzahlen, der in der Regel ab 20 Uhr veröffentlicht wird. Das Erfassungssystem des RKI dagegen berücksichtigt eingehende Meldungen bis Mitternacht, wobei der aktuelle Datenstand dann am nachfolgenden Morgen bekannt gegeben wird.

+++ 04:06 Omikron-Fall in Düsseldorf nachgewiesen +++
In Düsseldorf ist ein erster Fall der neuen Omikron-Variante des Coronavirus bestätigt worden. Es handle sich um eine Person, die am 21. November aus Südafrika eingereist ist und dort Kontakt zu einem mittlerweile positiv getesteten Fall hatte, teilte die Stadt mit. Wegen auftretender Symptome habe sich die eingereiste Person am 25. November testen lassen - das Ergebnis war positiv. Die Untersuchung auf Virusvarianten habe Auffälligkeiten gezeigt, die gegen eine Delta-Variante sprachen.

+++ 03:27 Scholz verteidigt Aufhebung des Fraktionszwangs bei Impfpflicht-Abstimmung +++
Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz hat seine Auffassung verteidigt, dass es bei der Abstimmung über eine allgemeine Corona-Impfpflicht im Bundestag keinen Fraktionszwang geben soll. "Das ist eine gute Praxis bei so grundlegenden Fragen", sagte Scholz in den ARD-"Tagesthemen". "Fast jeder Deutsche hat dazu eine Meinung. Ich glaube, das sind genau die Fälle, die so entschieden werden müssen." Üblicherweise stimmen Fraktionen im Parlament geschlossen ab. Allerdings gab es auch in der Vergangenheit Abweichungen von diesem Prinzip, zum Beispiel bei Themen wie Sterbehilfe oder Organspenden. Scholz selbst will einer allgemeinen Impfpflicht zustimmen und rechnet mit einer Einführung im Februar oder März.

+++ 02:42 Ministerpräsident Weil: "Wird Corona-Hilfen für betroffene Branchen geben" +++
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil kündigt erneute finanzielle Unterstützung für von Corona-Einschränkungen betroffene Branchen an. Auf die Frage, ob es weitere Wirtschaftshilfen von Bund und Ländern geben werden, sagt Weil der "Rheinischen Post": "Ja, muss es und wird es! Und zwar auch in den Fällen, in denen es keine förmliche Betriebsschließung gibt." Das neue Bundesinfektionsschutzgesetz lege fest, dass keine Branche komplett geschlossen werden dürfe. "Aber natürlich haben die Schausteller recht: auch wenn die Weihnachtsmärkte durch die Vorgabe 2G plus oder infolge einer klugen Zurückhaltung der Menschen immer weniger Kunden bekommen, dann führt das zu massiven Einnahmeverlusten. Deswegen: Wir werden den sehr betroffenen Branchen auch im zweiten Corona-Winter finanziell zur Seite stehen", so Weil.

+++ 02:00 Omikron in Lateinamerika nachgewiesen +++
Die Omikron-Variante ist erstmals in Lateinamerika nachgewiesen worden. Die Regierung des brasilianischen Bundesstaats São Paulo teilte mit, dass sich zwei Verdachtsfälle nach einer sogenannten Sequenzierung der Proben bestätigt hätten. Bei den beiden Infizierten handelt es sich den Angaben zufolge um ein Ehepaar, das am 23. November aus Südafrika eingereist war. Die beiden waren nach ihrer Ankunft in São Paulo zunächst negativ getestet worden waren. Als sie sich vor ihrem Rückflug zwei Tage später erneut testen ließen, fielen die Corona-Tests positiv aus.

+++ 01:39 Mindestens 10.000 Euro: Linke bringt Prämie für Pflege-Rückkehrer ins Spiel +++
Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch schlägt eine Prämie von mindestens 10.000 Euro pro Kopf für die Rückkehr ehemaliger Pflegekräfte in der Coronakrise vor. Teil eines solchen Not-Programms müsse eine "bundesweit koordinierte Rückholaktion für Ex-Pflegekräfte" sein sowie eine fünfstellige steuerfreie Rückkehrprämie, die auch an die aktuellen Pflegekräfte als Bonus ausgezahlt werden müsse. Das sagte Bartsch den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Während der Pandemie hatten zahlreiche Pflegekräfte aus Überlastung und anderen Gründen ihrem Job den Rücken gekehrt. Dadurch stehen derzeit zum Beispiel weniger Fachkräfte auf Intensivstationen als noch vor einem Jahr zur Verfügung.

+++ 01:14 US-Arzneimittelbehörde empfiehlt Notfallzulassung für Corona-Pille von Merck +++
Ein Beratergremium der US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine Notfallzulassung für ein Corona-Medikament des US-Pharmakonzerns Merck empfohlen. Dafür sprach sich eine knappe Mehrheit der Mitglieder des Gremiums nach stundenlanger Diskussion aus. Das Abstimmungsergebnis ist für die FDA nicht bindend, meist folgt die Behörde aber der Einschätzung der Berater. Eine Notfallzulassung der FDA könnte nun innerhalb weniger Tage folgen. Merck hatte vor einigen Wochen mitgeteilt, dass das als Tablette verabreichte Medikament nach einer klinischen Studie bei Risiko-Patienten die Wahrscheinlichkeit sehr schwerer Verläufe um 30 Prozent reduziere.

+++ 00:35 Sahin prognostiziert noch harte "vier, fünf Monate" +++
Den Menschen in Deutschland stehen nach Ansicht von Biontech-Chef Ugur Sahin wegen der vierten Pandemie-Welle noch "harte vier, fünf Monate" bevor. Wichtig sei es jetzt, Geduld zu haben, die Corona-Verhaltensregeln zu beachten und sich impfen oder boostern zu lassen. Dann werde sich die Situation bis zum Frühjahr deutlich entspannen. Niemand solle wegen Omikron die Nerven verlieren, vielmehr gehe es jetzt darum, allen möglichst schnell Auffrischungsimpfungen zu verabreichen, sagte Sahin in einem Gespräch mit dem "Wall Street Journal". Omikron könne zu mehr Infektionen führen, Sahin zeigte sich aber zuversichtlich, dass Corona-Impfstoffe auch im Fall von Omikron und folgenden weiteren Virus-Varianten vor schweren Krankheitsverläufen schützen werden.

+++ 23:58 EU-weiter Handel mit gefälschten digitalen Impfnachweisen nimmt zu +++
In Internet-Foren von EU-Ländern gibt es derzeit einen schwunghaften Handel mit gefälschten Covid-Zertifikaten, mit deren Hilfe dann QR-Codes für digitale Impfnachweise erhältlich sind. Grenzüberschreitende Überprüfungen fänden kaum statt, berichtet das ARD-Magazin "report München". Die Fälschungen würden weder von deutschen Prüf-Apps noch von Apps aus dem EU-Ausland zuverlässig als solche erkannt. Nach den Recherchen verschaffen sich Betrüger über Komplizen in Apotheken Zugang zu den Systemen und stellen QR-Codes auf Bestellung aus. Diese ließen sich meist problemlos in die deutsche Corona-Warn-App sowie die CovPass-App einlesen. Das Bundesgesundheitsministerium erklärte laut ARD, bisher gebe es noch keine Lösung für das Problem des grenzüberschreitenden Einsatzes digitaler Impfnachweise.

+++ 23:29 Leopoldina-Mitglied für bundeseinheitliche Pandemie-Grenzwerte +++
Stefan Huster, Rechtswissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum und Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, fordert die Politik auf, nachvollziehbare und für die Bürger verständliche bundeseinheitliche Kriterien beim Kampf gegen die Pandemie festzulegen. "Es wäre sinnvoll, sich darauf zu verständigen, dass ab bestimmten Inzidenzwerten in den Bundesländern auch bestimmte Maßnahmen ergriffen werden müssen, damit man hinterher nicht wieder den Eindruck hat, es gelten unterschiedliche Maßstäbe", sagte Huster im Fernsehsender phoenix. Huster befürwortet zudem eine Impfpflicht und sieht im Vergleich zum vergangenen Jahr in diesem Zusammenhang auch eine Trendwende in der Politik und bei Rechtswissenschaftlern.

+++ 23:11 Scholz: 2G im Einzelhandel kommt sicher +++
Bund und Länder werden nach Angaben des designierten Kanzlers Olaf Scholz am Donnerstag mit Sicherheit eine 2G-Regel im Einzelhandel beschließen. "Das, bin ich sicher, wird das Ergebnis sein. Dafür war der Konsens zu eindeutig", sagt der SPD-Politiker im ZDF mit Blick auf die zuvor vereinbarte Ministerpräsidentenkonferenz. Eine Ausnahme sei der Einkauf in Läden "für den täglichen Bedarf".

+++ 22:26 Schwesig: An Impfpflicht führt kein Weg vorbei +++
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig unterstützt die Pläne des designierten Bundeskanzlers Olaf Scholz für eine Impfpflicht in Deutschland. "Es führt kein Weg mehr an der allgemeinen Impfpflicht vorbei", sagte die SPD-Politikerin nach einer Kabinettssitzung in Schwerin. Zuvor hatte sie an einer Bund-Länder-Konferenz zur Corona-Lage teilgenommen, bei der auch das Thema Impfpflicht erörtert worden sei. Die Hoffnung, dass sich genügend Menschen freiwillig für eine Corona-Schutzimpfung entscheiden, habe sich trotz intensiven Werbens nicht erfüllt. Die Folgen seien nun an der vierten Infektionswelle ersichtlich, die zu hoch sei. "Viele Menschen, die sich impfen lassen haben, die sich jetzt boostern lassen und sich an die Regeln halten, sind total frustriert", erklärte Schwesig.

266404147.jpg

Ein deutliches Signal.

(Foto: picture alliance/dpa)

+++ 22:05 Klinik in Rosenheim sendet "Hilferuf" in Rot +++
Aus dem bayerischen Klinikum Rosenheim sendet die Belegschaft einen Hilferuf in Rot: Die Pflegekräfte von zwei Intensivstationen des RoMed Klinikums Rosenheim schalteten am heutigen Abend die LED-Lampen auf rotes Licht - wie seit Tagen beim Schichtwechsel am frühen Abend. Die individuell in unterschiedlichen Farben einstellbaren LED-Lichtleisten in den Patientenzimmern der Intensivstationen seien eigentlich zur Therapieunterstützung und Raumgestaltung gedacht, teilte das RoMed Klinikum mit. Aufgrund der prekären und angespannten Situation in den Kliniken wolle das Intensiv-Team ein Zeichen setzen und habe deshalb abends in allen Zimmern die Lampen auf die Alarmfarbe gestellt. "Das ist ein Hilferuf nach außen. Die Kliniken sind an der absoluten Belastungsgrenze und es werden dringend Pflegekräfte und Intensivärzte gebraucht, die uns unterstützen", sagte der kaufmännische Leiter des Klinikums, Max von Holleben, laut Mitteilung.

+++ 21:41 FDP steht "uneingeschränkt" hinter Scholz' Vorschlägen +++
Die FDP steht hinter Vorschlägen des designierten Bundeskanzlers Olaf Scholz für den weiteren Kurs in der Corona-Pandemie. "Die Vorschläge von Olaf Scholz in der heutigen Runde waren natürlich mit der FDP abgestimmt. Sie finden unsere uneingeschränkte Unterstützung", hieß es am Abend aus der Partei. Und: "Wir plädieren gemeinsam dafür, dass die Länder ihre bestehenden Möglichkeiten zur Kontaktbeschränkung nutzen. Zugleich wollen wir pauschale und flächendeckende Lockdowns vermeiden." Scholz hatte in den Stunden zuvor mit Kanzlerin Angela Merkel und den Regierungschefs der Länder über das weitere Vorgehen beraten.

+++ 21:22 WHO rät älteren Menschen vom Reisen ab +++
Vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Lage hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) alle Risikopatienten und älteren Menschen aufgerufen, auf das Reisen derzeit besser zu verzichten. Menschen ab 60 Jahren und Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes oder Krebs sollten vom Reisen im Moment absehen, erklärte die WHO in Genf. Allgemeine Reiseverbote, wie sie von zahlreichen Ländern verhängt wurden, wertete die WHO kritisch. Diese Verbote könnten die Ausbreitung der derzeit grassierenden Omikron-Variante des Coronavirus "nicht verhindern". Zudem könnten sie sich negativ auf die künftige Bereitschaft der Staaten auswirken, die entscheidenden Gesundheitsdaten zu neu auftretenden Varianten zu übermitteln.

+++ 20:57 Schottland meldet drei neue Omikron-Fälle +++
In Schottland bestätigen sich drei neue Omikron-Fälle. Das berichtet der Sender Sky News. Insgesamt sind damit in ganz Großbritannien bereits 14 Fälle bekannt, in denen sich Menschen mit der neuen Corona-Variante angesteckt haben.

+++ 20:37 Angespannte Klinik-Lage: Berliner Intensivmediziner raten von Extremsport ab +++
In einem unveröffentlichten Appell, aus dem der Berliner "Tagesspiegel" zitiert, warnen die führenden Intensivmediziner der Hauptstadt vor Versorgungseinbrüchen. Demnach könne man die Behandlungen auf den Intensivstationen "nicht mehr lange auf dem heutigen Niveau aufrechterhalten", sollte die Zahl der Covid-19-Patienten weiter steigen. Der Chefarzt einer Berliner Intensivstation, Jörg Weimann, erklärte zudem: "Wir raten dazu, in den nächsten Wochen besonders vorsichtig zu sein. Dazu zählt etwa Extremsport auszusetzen, riskanten Drogenkonsum vermeiden und äußerst wachsam am Straßenverkehr teilzunehmen."

+++ 20:19 Leipzigs OB fordert harten Lockdown für Sachsen, Thüringen und Bayern +++
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung spricht sich für einen harten Lockdown in Sachsen, Thüringen, Bayern und angrenzenden Gebieten aus. "Keine Veranstaltungen, kein Einzelhandel - außer für Waren des täglichen Bedarfs, keine Gastronomie", sagte der SPD-Politiker in einem Interview der "Leipziger Volkszeitung". Das öffentliche und wirtschaftliche Leben müsse bis Anfang des neuen Jahres auf ein Mindestmaß zurückgefahren, Kontakte müssten drastisch reduziert werden, um die Infektionsketten zu durchbrechen. Jung plädierte außerdem dafür, auch geimpfte Angehörige von positiv Getesteten in Quarantäne zu schicken. Dass dies nicht geschehe, sei ein "Fehler im System". Der seit Anfang voriger Woche in Sachsen geltende Teil-Lockdown habe bereits Wirkung gezeigt, sagte Jung weiter. Aus ersten Auswertungen von Bewegungsprofilen sei eine 40- bis 50-prozentige Verringerung der Mobilität der Menschen abzulesen. Die Maßnahmen reichten jedoch nicht aus, um die extrem hohen Infektionszahlen im Freistaat deutlich zu reduzieren.

+++ 19:38 Bundesländer melden 53.675 Neuinfektionen +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 5.861.485 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 53.675 neue Fälle hinzu. Das sind 214 Neuinfektionen weniger als vor einer Woche. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 397 (Vorwoche: 337) auf 101.454. Als aktuell infiziert gelten 842.114 Personen.

Die Ansteckungsrate (Sieben-Tage-R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,9 angegeben (Vortag: 0,93). Laut DIVI-Intensivregister werden in Deutschland derzeit 4636 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 2383 davon werden invasiv beatmet. Rund 3121 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.


Die vorangegangenen Entwicklungen lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, ino/joh/dpa/AFP/rts

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.