Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 11:45 Rotes Kreuz: Pandemie verschlimmert Lage von Migranten +++

Migrantinnen und Migranten sind nach Angaben des Roten Kreuzes von der Corona-Pandemie besonders betroffen. Abgesehen davon, dass viele durch Geschäfts- und Restaurantschließungen ihre Arbeit verloren haben, bleiben sie oft auch bei Tests und Impfungen auf der Strecke, wie die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) am Dienstag berichtete. Die Föderation spricht von einer "unsichtbaren Wand". Migranten blieben oft ausgeschlossen, selbst, wenn sie per Gesetz theoretisch in die Pandemiemaßnahmen einbezogen wurden. Dort, wo man sich online zu Tests oder Impfungen anmelden müsse, seien mangelnde Sprachkenntnisse oder kein Zugang zu Computern eine Hürde, hieß es weiter. "Covid-19 ist der Migrationsstatus einer Person egal, und uns sollte es auch egal sein", sagte Jagan Chapagain, IFRC-Generalsekretär. "Solange nicht alle Menschen einbezogen werden, wird das Virus zirkulieren und mutieren, und damit die Wirkungskraft der Impfungen untergraben."

+++ 11:28 Knapp die Hälfte der deutschen Bevölkerung hat bereits Coronatest gemacht +++
Fast die Hälfte der deutschen Bevölkerung hat schon einen Coronatest gemacht. Wie aus Umfragedaten des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hervorgeht, ließen sich bereits 43 Prozent der Befragten auf das Virus testen. Das Bundesinstitut dokumentiert seit knapp einem Jahr in seinem Corona-Monitor, wie die Bevölkerung mit der Pandemie umgeht, wie sie sich schützt und informiert.

Maßnahmen wie die Absage von Veranstaltungen, die Abstandsregelungen und die Maskenpflicht werden demnach seit Monaten recht konstant von der großen Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert. Andere Regelungen verlieren jedoch seit einigen Wochen an Rückhalt. So sank die Zustimmung zur Schließung von Geschäften auf 37 Prozent - Anfang Januar waren es noch 61 Prozent gewesen.

+++ 11:13 Tschechien bringt Patienten ins Ausland +++
Erstmals wird ein Covid-19-Intensivpatient aus dem stark betroffenen Tschechien zur Behandlung ins Ausland gebracht. Ein Rettungswagen mit einer schwerstkranken Frau an Bord brach am Dienstagmorgen in Usti nad Orlici auf, wie das öffentlich-rechtliche Fernsehen CT berichtete. Ziel der zweieinhalbstündigen Fahrt sei das Krankenhaus in Raciborz in der polnischen Woiwodschaft Schlesien. Die 68 Jahre alte Patientin werde dabei von einem Notfallmediziner begleitet. Die Regierung in Prag hatte lange gezögert, ausländische Hilfe anzunehmen. Auch andere Länder wie Deutschland und die Schweiz haben sich zur Aufnahme von Covid-19-Patienten bereit erklärt. Viele Krankenhäuser in Tschechien sind überlastet. Derzeit werden knapp 8500 Menschen stationär behandelt. Davon sind 1789 in einem ernsten Zustand oder müssen beatmet werden.

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+++ 10:55 Italien produziert als erstes EU-Land russischen Impfstoff Sputnik V +++
Die erste Produktionsstätte in Europa für den russischen Impfstoff Sputnik V kommt nach Italien. Der russische Fonds RDIF, der Sputnik V vermarktet, habe eine entsprechende Vereinbarung mit der in der Schweiz ansässigen Pharma-Firma Adienne unterzeichnet, teilt die italienisch-russische Handelskammer mit. Damit sei der Weg bereitet, um das erste Sputnik-V-Werk in Europa zu errichten. Die Produktion solle im Juni beginnen. Bis Ende des Jahres könnten in Italien zehn Millionen Dosen des Impfstoffes hergestellt werden. Eine Zulassung in der EU hat Sputnik V noch nicht, er wird aber bereits von Ungarn genutzt, und auch Tschechien plant dies.

+++ 10:38 Drogeriemarkt-Kette dm will ab Freitag Schnelltests verkaufen +++
Die Drogeriemarkt-Kette dm will ab Freitag Corona-Schnelltests verkaufen. Auch Rossmann kündigt den Verkaufsstart "im Laufe der Woche" an. Ursprünglich war der Verkaufsbeginn bei dm für heute geplant, doch die Tests kamen offenbar nicht so schnell an wie gedacht. Geschäftsführer Sebastian Bayer sagte laut Mitteilung: "Die Schnelltests werden einzeln verkauft, die Abgabemenge ist zunächst auf fünf Stück pro Einkauf begrenzt." Ein Test, der per Nasenabstrich durchgeführt wird, soll weniger als fünf Euro kosten.

+++ 10:14 USA hat erstmals seit November unter tausend Corona-Tote täglich +++
In den USA entwickelt sich die Zahl der täglich registrierten Todesfälle weiter rückläufig. Binnen eines Tages verzeichneten die Behörden zwar mindestens 815 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus - zugleich ist das jedoch der niedrigste Tageszuwachs seit Mitte November. Das geht aus den Zählungen der "New York Times" (NYT) hervor, auf die sich ntv.de täglich seit Beginn der Pandemie bezieht. Die Gesamtzahl der US-Todesopfer beträgt demnach nun 525.467. Die Zahl der binnen 24 Stunden nachgewiesenen Ansteckungsfälle in den Vereinigten Staaten stieg laut NYT um mindestens 98.513 neue Infektionen. Dieser Wert ist mit Blick auf die vergangenen Wochen außergewöhnlich hoch. Die NYT erklärt diesen hohen Zuwachs damit, dass der Bundesstaat Missouri nun auch die Zahl der durch Antigen-Tests erkannten Fälle in seinen Statistiken aufführt. Die Gesamtzahl der laborbestätigten Infektionen in den USA stieg auf mehr als 29,1 Millionen.

+++ 09:57 Berlin: Impfen in Arztpraxen läuft an +++
In Berlin wird ab dieser Woche auch in Arztpraxen gegen das Coronavirus geimpft. Es soll ein Modellprojekt sein, so Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci. 100 Praxen von Hausärzten sind zum Start dabei. Ab April sollen Hausärzte dann bundesweit flächendeckend impfen können. In dem Modellprojekt soll unter anderem herausgearbeitet werden, wie der Impfstoff in die Praxen kommt. Die SPD-Politikerin betonte gegenüber dem RBB-Inforadio, dass die Impfreihenfolge trotzdem weiter eingehalten werden soll. Wie dies gewährleistet werden kann, müsse noch geklärt werden.

+++ 09:27 Mutation B.1.525 erstmals in Deutschland nachgewiesen +++
Die Corona-Mutation B.1.525 ist erstmals in Deutschland nachgewiesen worden. Das teilte das Unternehmen Centogene mit. Eine Probe, die am Testzentrum am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) genommen wurde, wies demnach die Virusvariante auf. Eine Person aus Sachsen hatte sie abgegeben. Die Mutation war zuvor bereits in Dänemark, Italien, Norwegen, Großbritannien, Kanada, den USA und Nigeria nachgewiesen worden.

Centogene untersucht seit diesem Jahr jeden positiven Befund auf Mutationen. B.1.525 ähnelt der britischen Variante B.1.1.7., weist aber wie die südafrikanische und die brasilianische Variante, eine Mutation des Spike-Proteins auf. Das Unternehmen geht davon aus, dass B.1.525 aufgrund dieser Ähnlichkeit ansteckender als das Ursprungsvirus sein könnte.

+++ 09:07 Australien sucht Verbündete nach Impfstoff-Lieferstopp +++
Nach dem Lieferstopp von Corona-Impfstoff aus der Europäischen Union will Australien gemeinsam mit anderen Ländern Druck auf Brüssel ausüben, um abgesprochene Dosen doch noch zu erhalten. Handelsminister Dan Tehan sagte dem Sender ABC, es handele sich um "Impf-Protektionismus" seitens der EU. Er sei "unglaublich enttäuscht" über die Entscheidung Italiens, den Export von 250.000 Dosen des Vakzins von Astrazeneca zu blockieren. Es bestehe die Sorge, dass die EU auch künftige Lieferungen zurückhalten könne.

Australien plane, mit Kanada, Japan, Norwegen und Neuseeland zusammenzuarbeiten, um die EU zu drängen, ihre Meinung zu ändern, sagte Tehan. "Je mehr wir kollektiven Druck auf sie ausüben können, desto mehr werden sie erkennen, dass das, was sie tun, falsch ist." Italien hatte in der vergangenen Woche die Lieferung von einer Viertelmillion Dosen Impfstoff von Astrazeneca an Australien verhindert - und damit erstmals die Ausfuhr von Corona-Impfstoff aus der Europäischen Union in einen Drittstaat gestoppt.

+++ 08:48 Zahl der Regionen unter der 50er-Obergrenze steigt leicht +++
Die Bemühungen zur Eindämmung der Ansteckungswelle bleiben mit Blick auf die kommunalen Fallaufkommen vorerst ohne durchschlagenden Erfolg: Trotz eines minimalen Anstiegs verharrt die Zahl der Regionen, in denen sich laut Robert-Koch-Institut das Fallaufkommen unter 50 neu registrierten Corona-Infektionen binnen sieben Tagen je 100.000 Einwohner bewegt, auf einem noch zu geringen Niveau. Den RKI-Daten zufolge weisen 139 Städte und Landkreise (gestern: 135, vorgestern: 149) eine Sieben-Tage-Inzidenz unter der sogenannten Obergrenze auf. Zugleich liegen 273 Regionen mit ihrem Fallaufkommen über diesem Schwellenwert. Über der von Bundeskanzlerin Angela Merkel als "Notbremse" bezeichneten 100er-Marke befinden sich laut RKI-Daten aktuell 71 Städte und Landkreise (siehe Eintrag von 8:04 Uhr).

+++ 08:26 Studie: Mehr Infektionen bei stärkerem Pollenflug +++
Starker Pollenflug kann einer Studie zufolge das Corona-Risiko erhöhen. Gebe es viele Pollen in der Außenluft, stiegen die Infektionszahlen, berichtet ein internationales Team unter Leitung von Forschern der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" ("PNAS"). An Orten ohne Lockdown-Regelungen stieg die Infektionsrate im Schnitt um vier Prozent, wenn sich die Anzahl der Pollen in der Luft um 100 pro Kubikmeter erhöhte. In manchen deutschen Städten seien im Untersuchungszeitraum zeitweise pro Tag bis zu 500 Pollen auf einen Kubikmeter gekommen - dabei stiegen die Infektionsraten um mehr als 20 Prozent.

Die Erklärung für die Beobachtung laut Forschern: Wenn Pollen fliegen, reagiert die Körperabwehr in abgeschwächter Form auf Viren der Atemwege. Der Körper produziere dann unter anderem weniger sogenannter antiviralen Interferone. Die täglichen Infektionsraten korrelierten mit der Pollenzahl in Ländern mit und ohne Lockdown. Galten in den untersuchten Gebieten Lockdown-Regeln, halbierte sich die Zahl der Infektionen im Schnitt bei vergleichbarer Pollenkonzentration in der Luft. Die Autoren hatten Daten zu Pollenbelastung und Sars-CoV-2-Infektionsraten aus 130 Regionen in 31 Ländern auf fünf Kontinenten analysiert. Sie berücksichtigten auch demografische Faktoren und Umweltbedingungen, darunter Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Bevölkerungsdichte und die Ausprägung des Lockdowns.

+++ 08:04 71 Regionen überschreiten Grenze für "Notbremse +++

Für zahlreiche deutsche Regionen gibt es mit Blick auf die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz vorerst keine Grundlage für zeitnahe und umfangreiche Öffnungsschritte: Von den 412 Regionen, die das Robert-Koch-Institut ausweist (dazu gehören die Landkreise, kreisfreien Städte und die Berliner Bezirke), überschreiten 71 die von Bundeskanzlerin Angela Merkel als "Notbremse" bezeichnete 100er-Marke - sie sind also von bei den Bund-Länder-Beratungen vom vergangenen Mittwoch vereinbarten Lockerungen weit entfernt. Dem jüngsten RKI-Datenstand zufolge liegen von den 20 Regionen mit den höchsten Werten allein zehn in Bayern und sieben in Thüringen. Beide Freistaaten mit ihren Fallaufkommen deutlich über dem Bundeswert (67,5): Bayern mit 74,2 und Thüringen mit der bundesweit höchsten Sieben-Tage-Inzidenz von 134,8.

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+++ 07:36 Nur eine Region hat Inzidenz von mehr als 300 +++
Mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz bleibt die bayerische Stadt Hof die am stärksten von der Pandemie betroffene Region Deutschlands. Dem neuesten Datenstand des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge (9. März, 3.11 Uhr) weist die oberfränkische Stadt einen deutlich gestiegenen Wert von 338,2 neu registrierten Fällen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche auf (Vortag: 327,3). Der mehrwöchige Spitzenreiter, der bayerische Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge, bewegt sich nach zwei Tagen über der 300er-Marke nun wieder darunter (283,5). Dahinter folgt der thüringische Landkreis Greiz (260,8). Dieser liegt wie die beiden Spitzenreiter unweit der tschechischen Grenze. Den aktuell größten Lichtblick gibt es in Ostfriesland: Laut RKI-Daten weist der Landkreis Wittmund in Niedersachsen als einzige Region einen einstelligen Wert (8,8) - und damit die bundesweit niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz - auf.

+++ 07:17 Brasilien hofft auf Impfstoff-Durchbruch +++
Nach Eintreffen einer wichtigen Lieferung mit Grundstoffen hat die Forschungseinrichtung "Fundação Oswaldo Cruz" (Fiocruz) in Rio de Janeiro mit der groß angelegten Produktion des Impfstoffs von Astrazeneca begonnen. Demnach habe der mit aus China importierten Arzneistoffen produzierte Impfstoff die Tests bestanden und es könnten dem Gesundheitsministerium in Brasília 3,8 Millionen Dosen bis Ende März übergeben werden.

Der Import von Grundstoffen zur Herstellung von 12,2 Millionen Dosen des Astrazeneca-Vakzins hatte inmitten der rasanten Verbreitung des Coronavirus in Brasilien neue Hoffnung auf einen Durchbruch bei den Impfungen geweckt. Mit der Fiocruz verfügt Brasilien über eine Impfstofffabrik, die als die größte Lateinamerikas gilt. Bis zur Jahresmitte will die Fiocruz gut 110 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca auf der Basis von importiertem Arzneistoff herstellen, in der zweiten Jahreshälfte dank Technologietransfers dann weitere 110 Millionen Dosen völlig eigenständig produzieren können.

+++ 06:42 Zwei Bundesländer haben sinkende Inzidenz Richtung 40er-Schwelle +++
In der aktuellen Virus-Lage bleibt es bei zwei Bundesländern, die ein Fallaufkommen unter der Obergrenze von 50 neu registrierten Corona-Infektionen binnen sieben Tagen je 100.000 Einwohner aufweisen. Dem jüngsten RKI-Datenstand zufolge bewegen sich Schleswig-Holstein (45,4) und Rheinland-Pfalz (46,3) bei sinkenden Werten Richtung 40er-Schwelle. Das höchste Fallaufkommen im Ländervergleich weist den RKI-Daten zufolge weiterhin Thüringen auf. Dort ist der Wert minimal von 135,0 auf 134,8 gesunken. Der Freistaat liegt somit weiter als einziges Bundesland über der 100er-Marke.

+++ 06:28 Tschentscher warnt vor zu schnellen Lockerungen +++
Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hat vor der Gefahr eines erneuten Lockdowns in der Corona-Krise gewarnt. "Ich sehe durchaus die Gefahr eines erneuten Lockdown, deswegen habe ich ja für größere Zurückhaltung bei den Öffnungen plädiert", sagte Tschentscher dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wir sind bereits in einer dritten Welle, die von den neuen Virusvarianten bestimmt wird. Es kommt jetzt darauf an, dass sie nicht zu heftig wird und wir die Zeit überbrücken, bis die Impfungen ausreichend vorangeschritten sind."

Der Erwartungsdruck für schnelle Lockerungen sei groß gewesen, sagte Tschentscher. Er halte schnelle große Öffnungsschritte für riskant. "Unser Konzept enthält dafür jetzt eine sogenannte Notbremsenregelung, wenn die Infektionszahlen in einem Bundesland oder einer Region zu hoch werden." Klar sei: "Wir sind immer noch in einer kritischen Pandemielage. Viele Mediziner und Virologen haben die Befürchtung, dass wir mit der beschlossenen Öffnungsstrategie zu weit gehen."

+++ 05:58 "Eine einzige Katastrophe": Schwimmlehrerverband fürchtet Nichtschwimmer +++
Der Deutsche Schwimmlehrerverband befürchtet, dass durch ausfallenden Schwimmunterricht wegen der Corona-Pandemie die Zahl der Nichtschwimmer deutlich steigt. "Man kann wirklich sagen, das Jahr 2020 war eine einzige Katastrophe zum Thema sicheres Schwimmenlernen für unsere Kinder - und für unsere Erwachsenen übrigens auch", sagte Verbandspräsident Alexander Gallitz. Durch die zwischenzeitig komplette Schließung von Schwimmbädern in der Pandemie hätten gleich mehrere Altersstufen von Kindern das Schwimmen zuletzt nicht richtig gelernt. Zigtausende Kinder seien betroffen, betonte Gallitz. Große Sorgen habe er vor allem beim Gedanken daran, dass nicht geübte Schwimmer, die sowieso schon unsicher seien, ohne weitere Schwimmübungen alleine an Seen oder ans Meer gingen, sagte Gallitz.

+++ 05:12 RKI meldet 4252 neue Infektionen +++
Das Robert-Koch-Institut (RKI) zählt binnen eines Tages 4252 neue Infektionen mit dem Coronavirus und 255 weitere Todesfälle. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 3943 Neuinfektionen und 358 neue Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) liegt laut RKI bundesweit bei 67,5 - und damit etwas niedriger als am Vortag (68,0). Vor vier Wochen, am 9. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 72,8 gelegen.

Hinweis: Die Zahlen des RKI weichen in der Regel leicht von jenen Falldaten ab, die ntv.de täglich am Abend meldet. Das ntv.de-Datenteam greift direkt auf die Meldezahlen aus den Bundesländern zu, wie sie von den Ministerien und Behörden vor Ort veröffentlicht werden. Das RKI hingegen ist an die gesetzlich vorgeschriebenen Meldewege gebunden, was zu einem zeitlichen Verzug führen kann.

Zudem bilden die jeweiligen Tageswerte unterschiedliche Erfassungszeiträume ab: Die ntv-Auswertung sammelt die jeweils bis zum Abend veröffentlichten Länderangaben und errechnet daraus einen täglichen Stand der gemeldeten Fallzahlen, der in der Regel ab 20.00 Uhr veröffentlicht wird. Das Erfassungssystem des RKI dagegen berücksichtigt eingehende Meldungen bis Mitternacht, wobei der aktuelle Datenstand dann am nachfolgenden Morgen bekannt gegeben wird.

+++ 04:17 Kassenärzte: Spahn hat direkt beim Start Testchaos angerichtet +++
Die niedergelassenen Ärzte werfen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor, für ein Testchaos gesorgt zu haben. Zwar komme nun endlich der vermehrte Einsatz von Schnelltests, "doch leider in einer absolut kurzfristigen, ja formal sogar rückwirkenden Umsetzung, die direkt beim Start zum Chaos geführt hat", sagt der Vizevorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan Hofmeister, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums, die die Grundlagen der Testungen regele, habe die Kassenärzte erst am Montag erreicht, beklagt Hofmeister. "Kein Wunder, dass die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen sich überrollt fühlen."

+++ 03:06 Deutschland verliert in der Pandemie Tausende Pflegekräfte +++
Deutschland hat während der Pandemie über 9000 Pflegekräfte in Krankenhäusern und in der Altenpflege verloren. Das geht aus Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, aus denen die Zeitungen der "Funke Mediengruppe" berichten. Besonders betroffen ist demnach die Krankenpflege in den Kliniken. Das Minus bei den Beschäftigtenzahlen lag hier in der ersten Hochphase der Corona-Krise bei 5124. In der Altenpflege ist die Zahl der Beschäftigten im Zeitraum von Anfang April bis Ende Juli um 3885 zurückgegangen.

+++ 02:06 Hafenchef kritisiert "massive logistische Fehler" der Politik +++
Erich Staake, Chef des Duisburger Hafens Duisport, mahnt schwere Fehler im staatlichen Logistik-Management während der Corona-Pandemie an. "Die Lockdowns dauern an, auch weil massive logistische Fehler begangen werden", sagt er der "Rheinischen Post". "Die Praxis der Impfstoffbestellung empfinden viele Menschen zu Recht als skandalös. Anstatt den Herstellern jede nur denkbare Hilfe bei Logistik und Produktion anzubieten, wurde von Bürokraten monatelang über Preise gefeilscht. Jetzt läuft die Impfkampagne leider viel zu langsam an, wohl auch, weil die Verteilung suboptimal läuft." Ihm sei "schleierhaft, warum jedes Bundesland einzeln die Verteilung des Impfstoffes" organisiere.

+++ 01:06 Impfstoffe von Astrazeneca und Biontech schützen vor Brasilien-Mutation +++
Einer vorläufigen Studie zufolge schützt das Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca vor der brasilianischen Mutation P1. Das gibt Mauricio Zuma, der Produktionschef des biomedizinischen Instituts Fiocruz, bekannt. Auch der Impfstoff der Partner Biontech und Pfizer zeigt in einer im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie, dass es die brasilianische Variante des Corona-Virus neutralisiert.

+++ 23:31 Estland verhängt einmonatigen Lockdown +++
Angesichts einer rapiden Ausbreitung der britischen Variante des Coronavirus wird Estland am Donnerstag in einen einmonatigen Lockdown gehen. Dies kündigt Regierungschefin Kaja Kallas am Abend im Fernsehen an. Demnach soll der Schulbetrieb in dem baltischen EU-Land fast vollständig auf Fernunterricht umgestellt werden. Gastronomische Betriebe und Einzelhandelsgeschäfte müssen schließen. Ausnahmen gelten für Läden des täglichen Bedarfs. Auch Sport in Innenräumen wird untersagt.

+++ 22:19 Türkei meldet mehr als 13.000 Neuinfektionen +++
Die Türkei meldet die höchste Zunahme an Corona-Neuinfektionen seit dem 6. Januar. Das Gesundheitsministerium des Landes gibt 13.215 Positiv-Tests bekannt. Insgesamt wurden damit bislang mehr als 2,79 Millionen Fälle bestätigt. In den vergangenen 24 Stunden starben den Angaben zufolge 64 Menschen an oder mit dem Virus. Damit stieg die Totenzahl auf insgesamt 29.094. In der vergangenen Woche hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Wochenend-Lockdowns in einigen Städten gelockert.

+++ 21:54 Holpriger Schnellteststart - Bund will Länder unterstützen +++
Angesichts der Probleme beim bundesweiten Start der kostenlosen Schnelltests bietet die Bundesregierung laut einem Medienbericht den Bundesländern an, insgesamt 10,5 Millionen Selbsttests aus bereits gesicherten Beständen zur Verfügung zu stellen, bis deren eigene Bestellungen eintreffen. Bis Dienstagmittag könnten sich interessierte Bundesländer bei Roche Diagnostics melden, um sich einen dem Bevölkerungsschlüssel entsprechenden Anteil zu sichern, zitierte die "Welt" aus einem Schreiben der "Taskforce Testlogistik". Ab Mittwoch sei Roche Diagnostics in der Lage, im Rahmen einer vertraglichen Vereinbarung mit der Bundesregierung "bis zu 1,5 Millionen Antigen-Selbsttests täglich auszuliefern", heißt es demnach in dem Schreiben der für die Taskforce zuständigen Bundesminister Jens Spahn (Gesundheit) und Andreas Scheuer (Verkehr) weiter. Die Kosten dafür sollen die Länder tragen. Diese liegen laut Spahn und Scheuer bei 4,50 Euro. Ab einer Bestellung von mehr als einer Million Tests gibt es einen Nachlass. Die Tests aus dem sogenannten Starter-Paket sind unter anderem für den Einsatz an Schulen und in Kitas gedacht.

+++ 21:25 Niederlande erlauben wohl wieder Passagierflüge von Großbritannien +++
Passagierflugzeuge- und Fähren dürfen einem Medienbericht zufolge ab Dienstag von Großbritannien aus wieder die Niederlande ansteuern. Die niederländische Regierung werde das bisherige Verbot aufheben, meldet die Nachrichtenagentur ANP. Es war im Januar verhängt worden, um ein Übergreifen einer als ansteckender geltenden Virus-Variante aus Großbritannien zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen. Die Maßnahme mache aber keinen Sinn mehr, da die Mutation inzwischen ohnehin die neue dominierende Variante in den Niederlanden sei, berichtet ANP unter Berufung auf das Kabinett.

+++ 20:54 Brandenburg will Grenze für Lockerungsstopp auf Inzidenz 200 erhöhen +++
In der vergangenen Woche einigten sich Bund und Länder auf ein Öffnungskonzept, das die Inzidenzwerte 50 und 100 als Grenzen festlegte. Nun startet das erste Bundesland wieder einen Alleingang. Brandenburg will den Grenzwert für eine mögliche Notbremse von 100 auf 200 erhöhen. Das geht aus der neuen Verordnung des Landes hervor, die am Dienstag beschlossen werden soll. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei 62,8. Kritik kommt von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Er schreibt auf Twitter: "Das ist mittelgradig unglaublich. Lockerungen werden beschlossen, wie in MPK vereinbart, aber Notbremse wird von 100 auf 200 (!) erhöht. Ist das ernst gemeint? Wenn das alle Bundesländer machen wird es schwere 3. Welle geben und dann langen Lockdown."

+++ 20:28 Aktuelle Datenlage in Deutschland: 4115 neue Fälle gemeldet +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 2.506.982 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen am Montag 4115 neue Fälle hinzu. Der Tageszuwachs liegt damit etwas unter den Montagswerten von vor sieben Tagen (1. März: 4335 neue Fälle) und vor 14 Tagen (22. Februar: 4268). Zu Wochenbeginn sind aufgrund des verringerten Test- und Meldeaufkommens vom Wochenende regelmäßig die schwächsten Meldetage im Wochenverlauf zu verzeichnen.

Die aktuelle Anzahl neu gemeldeter Fälle stellt trotzdem den bisher geringsten Tageszuwachs des laufenden Jahres dar. Eine niedrige Zahl an Neuinfektionen war zuletzt am 18. Oktober angefallen. Dazu meldeten die Landesbehörden 104 weitere Todesfällen. Die Gesamtzahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt derzeit bei 72.045. Als aktuell infiziert gelten rund 123.817 Personen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht bei 1,03 (Vortag 1,06). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 103 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

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Quelle: ntv.de, ara/jpe/rts/dpa/AFP