Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 12:35 Kurz dämpft Erwartungen auf Lockerungen +++

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz dämpft die Erwartungen auf baldige Lockerungen der Corona-Maßnahmen. "Wir werden nach dem 7. Dezember mit weiteren massiven Einschränkungen leben müssen", sagt er der "Kleinen Zeitung". Es werde keine übereilten Öffnungsschritte geben. "Jedem muss bewusst sein, dass wir noch Wochen und Monate mit gewissen Einschränkungen leben müssen." Ziel sei es, ab 7. Dezember im Handel und für Schulen vorsichtige Öffnungsschritte zu setzen. Dies sei von den Infektionszahlen abhängig. Was das für die derzeit geschlossenen Ski-Gebiete bedeutet, ist offen. Für Mittwoch kündigt Kurz entsprechende Regierungspläne an. "Was klar ist: Après-Ski wird es frühestens in einem Jahr wieder geben."

+++ 11:55 Laschet: Über Lockdown-Verlängerung wird im Januar entschieden +++
Wie lange die derzeitigen Corona-Einschränkungen gelten, werde Anfang Januar entschieden, sagt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet. Sobald wie möglich und wenn es das Infektionsgeschehen zulasse, müssten Eingriffe zurückgenommen werden. "Ich kann mir schwer vorstellen, dass wir monatelang alles schließen und Milliarden Monat für Monat aus der Bundeskasse beisteuern", sagt der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. "Das wird auch unseren Staat überfordern." Man müsse im Januar zu neuen Modellen kommen.

Laschet äußerte sich auch dazu, ob der Ski-Tourismus im Sauerland in den Weihnachtsferien ausgesetzt wird. Man prüfe dies zurzeit, sagte er. Man wolle auf die Betreiber in den dortigen Ski-Gebieten zugehen und "da auch vorbildlich handeln". Italien und Frankreich handelten seiner Ansicht nach vorbildlich. Beide Länder haben angekündigt, die Ski-Pisten beziehungsweise Lifte zu schließen. Wenn Österreich sich dem Aussetzen des Ski-Tourismus verweigere, werde das niemand unterbinden können, sagte Laschet.

+++ 11:55 Corona-Proteste in London und Lüttich eskalieren +++
Sowohl in London als auch in Lüttich wird gegen Corona-Maßnahmen protestiert. Es bleibt nicht friedlich:

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Polizisten im Einsatz bei den Corona-Protesten in London.

(Foto: imago images/i Images)

Bei Protesten in London nimmt die Polizei mehr als 150 Menschen fest. Die Demonstranten seien unter anderem wegen Missachtung der geltenden Corona-Regeln oder Angriffen auf Polizisten festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Im aktuellen Teil-Lockdown sollen die Bürger in England ihr Zuhause nur aus triftigen Gründen wie Arbeit, Einkauf oder der Pflege Angehöriger verlassen. Demonstrationen gehören nicht zu den erlaubten Ausnahmen. Teilnehmer zogen - zumeist ohne Abstand und Masken - am Samstag durch die Londoner Innenstadt. Es kam mehrfach zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Im belgischen Lüttich demonstrierten Hunderte Menschen trotz Versammlungsverbots gegen die nächtliche Corona-Ausgangssperre. Bei Auseinandersetzungen seien vier Polizisten und drei Demonstranten verletzt worden, meldete das Internetportal L'Avenir.net. Die Polizei habe 17 Personen in Gewahrsam genommen. In Belgien sind wegen der Pandemie öffentliche Versammlungen von mehr als vier Personen verboten.

+++ 10:47 Russland zählt fast 40.000 Todesopfer mit Corona +++
In Russland melden die Behörden 26.683 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Damit steigt die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle auf 2.269.316. Der bislang höchste Wert der Neuinfektionen an einem Tag wurde am Freitag mit 27.543 erreicht. Die Zahl der Menschen, die mit oder an dem Coronavirus starben, steigt um 459 auf 39.527. Hinter den USA, Indien und Brasilien weist Russland weltweit die vierthöchste Infektionszahl auf.

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+++ 09:36 Steinmeier: "Fortschritte in medizinischen Forschung geben Hoffnung" +++
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier macht in einer Adventsbotschaft Hoffnung auf die Überwindung der Corona-Krise. "Die Pandemie wird uns die Zukunft nicht nehmen", schreibt Steinmeier in einem Brief an die Bürger, den die "Bild am Sonntag" veröffentlichte. Zwar sei in der Adventszeit immer noch Verzicht gefragt auf viele Traditionen wie Weihnachtsfeiern, gemeinsames Singen oder Weihnachtsmarktbesuche. "Aber wir können trotzdem voller Zuversicht sein!", so Steinmeier. "Denn die Fortschritte in der medizinischen Forschung geben Hoffnung, dass die Pandemie nicht dauerhaft unseren Alltag beherrschen wird."

+++ 09:36 Frau in Singapur bringt Baby mit Antikörpern zur Welt +++
In Singapur hat eine Frau ein Kind mit Corona-Antikörpern zur Welt gebracht. Das Baby sei im November ohne Covid-19 geboren worden und trage Antikörper gegen das Virus in sich, berichtet die "Straits Times" und zitiert die Mutter. Sie sei selbst im März infiziert gewesen, als sie schwanger war, habe aber nur schwache Krankheitssymptome gezeigt. Der Fall gebe neue Hinweise auf eine mögliche Übertragung des Virus von der Mutter auf ihr Kind, heißt es in dem Bericht. Laut WHO ist noch nicht bekannt, ob eine Frau das Virus während der Schwangerschaft oder Entbindung auf ihren Fötus oder ihr Baby übertragen kann.

+++ 08:59 Kubicki warnt vor "langfristiger Gesundheitskrise" +++
Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki fordert die Bundesregierung auf, bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie auch wirtschaftspolitische und sozialpsychologische Aspekte einzubeziehen. "Diese Erwägungen spielen derzeit keine Rolle", sagte der Bundestagsvizepräsident der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Und offensichtlich werden andere Gesundheitsaspekte ebenfalls sehr unterbeleuchtet." Es sei fatal, wenn nicht die Expertise von Menschen herangezogen werde, die sich mit anderen Dingen beschäftigen als Infektionskrankheiten. Kubicki wies darauf hin, dass in Frankreich die Zahl der Krebsscreenings um 86 bis 100 Prozent gesunken sei. In Deutschland würden deutlich weniger Herzinfarkte diagnostiziert als vor der Pandemie. "Hier bahnt sich eine langfristige Gesundheitskrise nationaler Tragweite an. Hinzu kommen die wirtschaftlichen, sozialen, bildungspolitischen Auswirkungen", warnte der FDP-Politiker. Das große Problem sei, dass die Unterordnung aller Belange unter den Infektionsschutz jetzt ausdrücklich im Infektionsschutzgesetz verankert sei.

+++ 08:10 Mehrheit zweifelt an Corona-App +++
Die Corona-Warn-App stößt einer Umfrage zufolge bei einer Mehrheit der Deutschen auf Skepsis. 51 Prozent halten die App nicht für ein geeignetes Mittel zur Eindämmung der Pandemie, wie die Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der Funke Mediengruppe ergibt. 49 Prozent werten das Instrument dagegen als sinnvoll. Weitgehende Zustimmung gibt es bei der Maskenpflicht. 90 Prozent betrachten das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in Geschäften, öffentlichen Verkehrsmitteln und an belebten Orten als hilfreich. 85 Prozent befürworten den Verzicht auf nicht notwendige Kontakte sowie auf berufliche und private Reisen.

+++ 07:27 RKI meldet 14.611 neue Infektionen +++
Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 14.611 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Insgesamt wurden damit in Deutschland mehr als 1,042 Millionen Fälle nachgewiesen. Die Zahl der gestorbenen Menschen, die positiv getestet wurden, erhöht sich um 158 auf 16.123.

+++ 05:24 Kroatiens Premier muss in Quarantäne +++
In Kroatien begibt sich Ministerpräsident Andrej Plenkovic in häusliche Quarantäne, nachdem seine Ehefrau positiv auf Covid-19 getestet wurde. Ein Corona-Test beim Ministerpräsidenten selbst sei am Samstag negativ ausgefallen, sagt ein Sprecher. Gleichwohl werde Plenkovic in den nächsten zehn Tagen die Regierungsgeschäfte von zu Hause aus führen.

+++ 03:37 Virus beutelt Finanzen der katholischen Kirche +++
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, rechnet damit, dass die Corona-Pandemie die Krise der Katholischen Kirche noch vertiefen wird. Die Pandemie werde den Mitgliederschwund "möglicherweise beschleunigen", sagte Bätzing den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die Menschen können seit Monaten nicht wie gewohnt in die Gottesdienste gehen, die Jugendarbeit liegt weitgehend brach - da wird es viele geben, die sich ganz abwenden." Er fügte hinzu: "Die Krisenphänomene der Kirche werden sich durch Corona verschärfen." Dazu zähle auch der Einbruch bei den Kirchensteuer-Einnahmen. "Durch die Pandemie-Folgen auf dem Arbeitsmarkt, durch Kurzarbeit und Jobverlust rechnen wir mit acht bis zwölf Prozent weniger Einnahmen bei der Kirchensteuer", sagte Bätzing. "Wir müssen zudem befürchten, dass diesmal durch die eingeschränkten Gottesdienste deutlich weniger Spenden für die kirchlichen Spendenaktionen im Advent zusammenkommen."

+++ 02:07 Massive Rückgänge beim Weihnachtsgeschäft +++
Bayern startet schwach ins Weihnachtsgeschäft - die Bilanz nach dem ersten Adventssamstag fällt dem Handelsverband Bayern (HBE) zufolge "ernüchternd" aus. Das sei allerdings keine Überraschung gewesen angesichts der coronabedingten Einschränkungen. Im Vergleich zum ersten Adventssamstag 2019 rechnete HBE-Sprecher Bernd Ohlmann mit einem Umsatzrückgang zwischen 30 und 40 Prozent. Es seien am Samstag auch weniger Kunden unterwegs gewesen als am Freitag - dem Black Friday. Versuche man das positiv zu sehen, könne man sagen: "Keine Warteschlangen, kein Gedränge, entspanntes Weihnachtsshoppen", so Ohlmann. Mit Blick auf die Corona-Pandemie sei das wiederum auch gut. Er appellierte an die Menschen, ihre Weihnachtseinkäufe möglichst weiterhin auch unter der Woche zu tätigen. So könnte an den künftigen Adventssamstagen Gedränge vermieden werden. Erfahrungsgemäß warteten viele Kunden mit ihren Einkäufen jedoch "bis zur letzten Minute".

+++ 00:42 Steinmeier macht Mut: "Pandemie wird uns die Zukunft nicht nehmen" +++
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht den Deutschen zu Beginn der Adventszeit Zuversicht in der Corona-Krise zu. "Die Fortschritte in der medizinischen Forschung geben Hoffnung, dass die Pandemie nicht dauerhaft unseren Alltag beherrschen wird", erklärt Steinmeier in einem Beitrag für die "Bild am Sonntag". "Die Pandemie wird uns die Zukunft nicht nehmen." Steinmeier ergänzt, die überwältigende Mehrheit der Deutschen zeige Rücksicht und Solidarität. Dies sei ermutigend.

+++ 23:19 Totenzahl in Türkei hoch wie nie +++
Die Zahl der neuen Virus-Toten in der Türkei steigt den sechsten Tag in Folge auf ein Rekordhoch. In den vergangenen 24 Stunden seien 182 Personen im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die Gesamtzahl steige damit auf 13.373. Die Zahl der Neuinfektionen kletterte den Angaben zufolge ebenfalls auf ein Rekordhoch von 30.103.

+++ 21:57 NRW mit den höchsten Zuwächsen +++
Im Ländervergleich führt Nordrhein-Westfalen mit 4231 neuen Fällen, gefolgt von Bayern (plus 3938) und Baden-Württemberg. Sachsen, das sich derzeit zum Hotspot-Bundesland entwickelt, meldet nur werktags und Berlin kämpft mit einer technischen Panne. Mecklenburg-Vorpommern hat von allen Bundesländern die geringsten Zuwächse (plus 88) und ist auch in absoluten Zahlen das einzige verbliebene Bundesland, das insgesamt weniger als 10.000 Coronavirus-Fälle verzeichnet. In Bremen sind die Fallzahlen aktuell auf 10.047 gestiegen.

+++ 21:35 Aktuelle Datenlage in Deutschland: 15.723 Neuinfektionen und 263 Tote +++
Bei den Neuinfektionen meldet Deutschland trotz ausgedünnter Wochendend-Datenlage fast 16.000 Neuinfektionen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben von 14 Landesbehörden hervorgeht, kamen binnen 24 Stunden 15.723 neue Fälle hinzu. Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist damit auf 1.034.066 gestiegen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 263 auf 16.062. Als aktuell infiziert gelten rund 309.100 Personen, genesen sind 708.900 Personen.

Berlin meldete am Abend technische Probleme und der Freistaat Sachsen verzichtet trotz rapide ansteigender Fallzahlen auf das Wochenendupdate. Im Wochenvergleich liegt der aktuelle Tageszuwachs in Deutschland deutlich unter dem Samstagswert von vor sieben Tagen (18.467 Neuinfektionen am 21.11.) und auch unter dem Samstagswert vom 14.11. (17.968).Mit den Zahlen aus den beiden fehlenden Bundesländern sähe der Rückgang der roten Trendlinie allerdings weniger beeindruckend aus.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,94 angegeben (Vortag: 0,82). Das bedeutet, dass hundert Menschen im Durchschnitt 94 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 0,96 (Vortag: 0,93). Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 3888 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, das sind 34 mehr als am Vortag. 2306 davon werden beatmet. Rund 5526 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

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Quelle: ntv.de, mau/mli/rts/dpa/AFP