Panorama

Land unter in Indien 120.000 Flut-Flüchtlinge

Rettungskräfte haben in Ostindien mehr als 120.000 Menschen vor den schwersten Überschwemmungen seit 50 Jahren in Sicherheit gebracht. Dazu seien mehr als 100 vorübergehende Lager aufgebaut worden, sagte ein Behördenvertreter.

An den Rettungseinsätzen seien unter anderem die Armee, Katastrophenschutzteams und die Polizei beteiligt. Anhaltend schlechtes Wetter erschwere aber die Arbeit. Außerdem sei zu befürchten, dass weitere Flüsse über ihre Ufer treten.

Dorfbewohner aus den überschwemmten Gebieten klagten über einen unerträglichen Gestank verwesender Tiere. Die Vereinten Nationen warnten vor durch Trinkwasser übertragenen Krankheiten.

Geschönte Opferzahlen

Vergangene Woche war der Kosi-Fluss in Bihar, einer der ärmsten Regionen Indiens, über die Ufer getreten und hatte seinen Lauf verändert. Durch die Fluten wurden 250.000 Häuser zerstört, mindestens zwei Millionen Menschen sind obdachlos.

Nach offiziellen Angaben kamen in Bihar bislang 55 Menschen ums Leben. Lokalmedien und Beobachter gehen aber von weitaus höheren Zahlen aus. "Die Behörden führen die Menschen bei den Opferzahlen in die Irre", zitierte die Zeitung "Times of India" den Flutexperten Dinesh Kumar Mishra. Er habe in einem einzigen Dorf etwa 40 Leichen gesehen.

Insgesamt mehr als 1000 Tote

Seit Beginn des Monsuns im Juni sind im Süden Asiens mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen, vor allem im nordindischen Bundesstat Uttar Pradesh, aber auch in Nepal und Bangladesch.

Einige Experten machen den Klimawandel für die heftigen Regenfälle verantwortlich, andere beschuldigen die Regierungen den Hochwasserschutz vernachlässigt zu haben.

Quelle: n-tv.de