Panorama

Rotes Kreuz legt Bericht vor 142 Mio Katastrophen-Opfer

142 Millionen Menschen haben nach Angaben des Roten Kreuzes im vergangenen Jahr unter Naturkatastrophen leiden müssen, rund 24.000 kamen durch die Auswirkungen ums Leben. Es seien Schäden in Höhe von 34,5 Milliarden Dollar entstanden, teilte die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) anlässlich der Veröffentlichung ihres aktuellen Weltkatastrophenberichts mit.

Für Kinder, alte und behinderte Menschen sowie ethnische Minderheiten sei die Situation während und nach einer Katastrophe besonders kritisch, da sie zusätzlich häufig Opfer von Diskriminierung seien. Selbst wenn diejenigen, die ganz außen am Rande der Gesellschaft stünden und am verwundbarsten seien, eine Überschwemmung, ein Erdbeben oder einen Wirbelsturm überlebten, seien sie noch nicht außer Gefahr. Denn oft würden sie in Wiederaufbauplänen übergangen.

In der Not übersehen

"Menschen sind für Diskriminierung verantwortlich und diese kann in einer Notlage für die Schwachen einer Gesellschaft tödlich sein", erklärte der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Rudolf Seiters. Wichtige sei es daher, Diskriminierung schon vor Eintreten eines Katastrophenfalls zu erkennen und zu bekämpfen. Deshalb sei neben der Katastrophenhilfe eine langfristige Entwicklungszusammenarbeit entscheidend.

"Diskriminierung bekämpft man am besten in Zeiten der Normalität", hieß es in dem Bericht. Minderheiten würden aufgrund ihrer Nationalität, Rasse, oder ihrer Zugehörigkeit zu einer Kaste an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Sie liefen Gefahr, in Notsituationen übersehen zu werden.

Als Beispiel nannte der Bericht die Situation der Roma nach den schweren Überschwemmungen in Rumänien 2005. Das IFRC verwies zudem auf die Buraku, die am stärksten diskriminierte Bevölkerungsgruppe Japans, die nach dem Erdbeben im selben Jahr besonders zu leiden gehabt habe. Aber auch die Situation der Nomaden nach den Überschwemmungen in Südwest-Äthiopien im vergangenen Jahr sowie der Gastarbeiter im Libanon während des Kriegs mit Israel im Sommer 2006 wurden aufgegriffen.

Quelle: ntv.de

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