Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 15:20 Harter Lockdown adé: Frankreich will im Mai öffnen +++

Frankreich will voraussichtlich ab Anfang Mai seine strengen Corona-Maßnahmen langsam lockern. So sollen die Bewegungseinschränkungen am 3. Mai aufgehoben werden, kündigte Regierungssprecher Gabriel Attal nach einer Regierungssitzung unter Vorsitz von Präsident Emmanuel Macron an. Die Pläne würden noch konkretisiert. Die Wiedereröffnung der Geschäfte, einiger Kultureinrichtungen und Außenbereiche der Restaurants könnte für Mitte Mai anstehen. Die ersten Auswirkungen des Lockdowns seien spürbar, sagte Attal. "Wir könnten uns auf dem Höhepunkt oder kurz davor befinden."

+++ 14:50 Angriffe auf Polizei nach Auflösung der Corona-Demo +++
Die Polizei versucht in Berlin, Teilnehmer einer Demonstration von mehr als 8000 Gegnern der Corona-Maßnahmen zu zerstreuen, nachdem deren Auflösung angeordnet worden war. Dabei werden Polizisten von Demonstranten angegriffen, es fliegen auch Flaschen gegen Beamte. Zudem hätten Teilnehmer versucht, Festgenommene zu befreien, teilte die Polizei mit. Polizisten hätten Schläge und Tritte anwenden müssen.
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Polizisten führen einen Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen ab.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

+++ 14:20 Inzwischen 59 Fälle von Hirnthrombosen nach Astrazeneca-Impfung +++
In Deutschland sind bis Mitte April 59 Fälle von Sinus- und Hirnvenenthrombosen nach Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca gemeldet worden. Das berichtet das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) auf seiner Homepage. Die Betroffenen seien zwischen 13. Februar und 31. März geimpft worden. Zwölf Menschen seien gestorben, sechs Männer und sechs Frauen. Bis einschließlich 15. April wurden nach RKI-Angaben insgesamt mehr als 4,2 Millionen Erstdosen und 4153 Zweitdosen des Impfstoffs verabreicht. Die sehr seltenen Fälle dieser Hirnthrombosen wurden bisher ausschließlich nach der ersten Impfdosis berichtet. Die Symptome begannen demnach in 57 der 59 Fälle innerhalb von 29 Tagen nach der Impfung. In 31 Fällen wurde zusätzlich eine sogenannte Thrombozytopenie gemeldet - also ein Mangel an Blutplättchen.

+++ 13:49 Polizisten setzen Pfefferspray gegen einzelne "Querdenker" ein +++
Bei der "Querdenker"-Demo auf der Straße des 17. Juni sind Demonstranten und Polizisten aneinander geraten. Wie die Berliner Polizei auf Twitter berichtet, versuchte "eine größere Gruppe von Personen" auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor über die Absperrung zu klettern. Dies sei von den Beamten vor Ort verhindert worden. Danach sei es zu Flaschenwürfen auf die Einsatzkräfte gekommen, "welche ihrerseits vereinzelt Pfefferspray einsetzen mussten".

+++ 13:41 STIKO berät Donnerstag über J&J-Altersfreigabe +++
Die Ständige Impfkommission (STIKO) will am Donnerstag über den Einsatz des Covid-19-Impfstoffs von Johnson & Johnson in Deutschland beraten. Es sei aber noch nicht absehbar, ob es eine Stellungnahme gebe, sagt eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts, bei dem die STIKO angesiedelt ist. Damit bleibt erst einmal weiter offen, ob es für das Vakzin eine Altersbeschränkung wie bei Astrazeneca geben wird. Bei beiden Impfstoffen ist es zu Fällen von seltenen Thrombosen nach der Impfung gekommen, die vor allem bei Frauen unter 60 Jahren auftraten. Astrazeneca darf in Deutschland nur noch bei Menschen ab 60 Jahren uneingeschränkt eingesetzt werden.

+++ 13:23 Intensivpatienten-Zahl steigt auf höchsten Wert seit Mitte Januar +++
Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten in Deutschland ist abermals gestiegen und bewegt sich weiter knapp unter der 5000er-Marke. Wie aus dem aktuellen DIVI-Intensivregister hervorgeht, werden in deutschen Kliniken derzeit 4987 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt. Das ist der höchste Wert seit 18. Januar, also seit etwas mehr als drei Monaten. Im Vergleich zum Vortag ist das ein Zuwachs um 21 Patienten. Demnach müssen 2772 Patienten invasiv beatmet werden, das sind 21 Personen mehr als am Vortag. Insgesamt sind den Angaben zufolge noch 3733 Betten in den deutschen Kliniken frei.

+++ 13:10 Berliner Polizei löst "Querdenker"-Demo auf +++
Die Berliner Polizei löst eine "Querdenker"-Demonstration am Reichstag auf. Da der Mindestabstand nicht eingehalten werde und Masken nicht getragen würden, "wird die Versammlung durch unseren Einsatzleiter aufgelöst", twittert die Polizei.

+++ 13:00 CSU-Mann knöpft sich AfD vor - "Höcke auf Linie mit Turkmenistan" +++
Der CSU-Abgeordnete Stefan Müller liest der AfD im Bundestag die Leviten: Deren Antrag, die Abstimmung über die "Bundes-Notbremse" zu stoppen, weil die Beratungszeit nicht ausgereicht habe, sei vorgeschoben. "Wenn Sie es nicht fertig bringen, die Anträge zu lesen, ist das doch nicht das Problem von allen anderen Fraktionen", schimpft Müller. In Wahrheit gehe es der AfD lediglich darum, sich "einzuschleimen bei denen, die diese Pandemie leugnen." Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke habe sie als "herbeigetestet" bezeichnet, womit er ganz auf der Linie des Staatspräsidenten von Turkmenistan liege - "eines der abgeschottetsten und repressivsten Länder auf der Welt", so Müller weiter. "Offensichtlich fühlen Sie sich in solchen Systemen aber sehr wohl."

+++ 12:48 Spahn: "Bundes-Notbremse" ist verhältnismäßig und effektiv +++
Gesundheitsminister Jens Spahn wirbt im Deutschen Bundestag für die Bundes-Notbremse. Die dafür erforderlichen Änderungen am Infektionsschutzgesetz seien "angemessen, verhältnismäßig und im übrigen auch geeignet", um die dritte Welle zu brechen, sagt der CDU-Politiker vor den Abgeordneten und betont: "Die Bundes-Notbremse ist das Ergebnis eines demokratischen Prozesses." Die Fraktionen der Opposition aus Linken, Grünen, FDP und AfD haben angekündigt, dem Gesetz nicht zuzustimmen.

+++ 12:31 AfD-Abgeordneter schleust "Querdenker" in Bundestagsplenum +++
Ein Grüppchen um den "Querdenker" Markus Haintz hat es in den Deutschen Bundestag geschafft. Wie mehrere Journalisten berichten, streamte eine Begleiterin des Anwalts die Debatte um die Änderung des Infektionsschutzgesetzes auf Telegram - obwohl sie auch live im Internet und TV übertragen wird. Das Mitschneiden der Debatten von der Zuschauertribüne ist untersagt. Eingeschleust haben soll die Gruppe der AfD-Bundestagsabgeordnete Hansjörg Müller. Vergangenes Jahr hatten mehrere eingeschleuste "Querdenker" Abgeordnete auf den Fluren des Bundestags oder vor ihren Büros belästigt.

+++ 12:10 Putin ruft Russen auf, sich impfen zu lassen +++
Die russische Bevölkerung sollte nach Angaben von Präsident Wladimir Putin im Herbst größtenteils immun gegen das Virus sein. Bei seiner jährlichen Ansprache an das Parlament ruft Putin die Bevölkerung auf, sich impfen zu lassen. Im Saal trägt laut Beobachtern ein großer Teil der Anwesenden keine Maske.

+++ 11:42 DIVI-Präsident Marx weist Alarmismus-Vorwürfe zurück +++
Nachdem mehrere Intensivmediziner der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) Alarmismus vorgeworfen haben, reagiert DIVI-Präsident Gernot Marx im ntv-Interview mit Verständnis. Die Situation auf den Intensivstationen sei angespannt - aber natürlich gebe es regionale Unterschiede, was die Auslastung angehe. "Ich kann die Kolleginnen und Kollegen gut verstehen, wenn sie in ihrem eigenen Haus noch das Glück haben, dass es relativ ruhig ist. Das freut mich sehr", erklärt Marx. Allerdings habe man am vergangenen Wochenende Patienten aus Thüringen "über viele hundert Kilometer in andere Krankenhäuser in Norddeutschland verlegen müssen, weil dort überhaupt kein Intensivbett mehr vorhanden war". Und auch aus Ballungsräumen, etwa aus Köln, müssten Patienten inzwischen in andere Städte verlegt werden.

+++ 11:20 Bremer Gericht hebt Maskenpflicht für Grundschüler vorläufig auf +++
Das Bremer Oberverwaltungsgericht hebt die Maskenpflicht für Grundschüler in dem Bundesland vorläufig auf. Die Ausführungen zu den Voraussetzungen, unter denen die Maskenpflicht gelte, seien "zu unbestimmt" gehalten, so das Gericht. Die Pflicht als solche sei aber angemessen. Sie sei generell eine geeignete und erforderliche Maßnahme, um das Corona-Infektionsrisiko an Schulen einzudämmen. Die Richter stellen zugleich klar, dass die Maskenpflicht aus ihrer Sicht nicht in das "Recht auf körperliche Unversehrtheit" eingreife. Sie bemängeln allerdings die Formulierung in der Verordnung, wonach eine Maskenpflicht an Grundschulen ab einem Inzidenzwert von 100 immer dann gilt, wenn "sich dies nicht auf ein oder mehrere Ausbruchsgeschehen außerhalb von Schulen zurückführen lässt". Die Passage sei viel zu unbestimmt und verstoße daher gegen die Grundsätze des Verwaltungsrechts.

+++ 11:04 Daten-Sicherheitslücke in Impfzentrum im Hannover +++
Bei einem Corona-Testzentrum in Hannover hat es eine Daten-Sicherheitspanne gegeben. Testergebnisse sowie Namen und Adressen von Getesteten seien theoretisch ohne besondere Kenntnisse abrufbar gewesen, sagt Joachim Wagner, Sprecher des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik in Bonn. Das Bundesamt habe den Betreiber informiert, die Sicherheitslücke sei geschlossen worden. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Daten missbräuchlich abgeflossen seien, betonte er. Hinweise auf die Sicherheitslücke habe ein IT-Sicherheitsforscher gefunden. Zuvor hatte der NDR berichtet.

+++ 10:46 Zwei Schnelltests pro Woche werden in Betrieben zur Pflicht +++
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat die in der Großen Koalition vereinbarte Ausweitung von Corona-Schnelltests am Arbeitsplatz auf den Weg gebracht. Das Kabinett hat einen entsprechenden Änderungsentwurf der Arbeitsschutzverordnung zur Kenntnis, meldet Reuters unter Berufung auf einen Regierungsvertreter. Damit wird der Arbeitgeber verpflichtet, Präsenzbeschäftigten mindestens zwei Tests pro Woche anzubieten, wenn kein Homeoffice möglich ist. Erst vor zwei Tagen war eine Regelung wirksam geworden, mit der mindestens ein Test pro Woche vorgeschrieben wird.

+++ 10:28 Corona-Warn-App ab sofort mit neuer Check-in-Funktion +++
Ab heute können Nutzer der Corona-Warn-App die sogenannte Check-in-Funktion nutzen, mit der sie in Restaurants, Shops oder vor Veranstaltungen einen QR-Code einscannen können. Im Falle einer Infektion können Kontakte so später benachrichtigt werden. Für Ende April ist eine zusätzliche Erweiterung vorgesehen: das Anzeigen von Testergebnissen. Nutzer sollen diese etwa vor dem Einkaufen oder der Teilnehme an Veranstaltungen in die App einspeisen und dann vorzeigen können. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte die Funktion vor wenigen Tagen für die Zeit nach der dritten Welle vorgestellt. Man brauche die Corona-Testergebnisse, "wenn wir testgestützt öffnen - für den Einzelhandel, für die Außengastronomie, für Theater oder auch Fußballspiele", sagte Spahn. "Dafür ist diese digitale Anbindung."

+++ 10:10 USA schaffen Trendumkehr - Sterbe- und Infektionszahlen rückläufig +++
In den USA geht die Zahl der täglich gemeldeten Todesfälle zurück. Das geht aus den Zählungen der "New York Times" (NYT) hervor, auf die sich ntv.de täglich seit Beginn der Pandemie bezieht. Binnen eines Tages verzeichneten die Behörden mindestens 796 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus - das ist der niedrigste Dienstagswert seit 6. Oktober 2020. Die Gesamtzahl der US-Todesopfer stieg auf 568.083. Auch das Infektionsgeschehen schwächt sich ab: Die Zahl der binnen 24 Stunden registrierten US-Ansteckungsfälle stieg laut NYT um 58.955. Das ist der niedrigste Dienstagswert seit 13. Oktober 2020. In der Vorwoche hatten die US-Behörden noch 77.312 neue Fälle verzeichnet. Die Gesamtzahl der laborbestätigten Corona-Fälle in den USA beläuft sich nun auf mehr als 31,8 Millionen.

+++ 09:50 Veranstalter will Demo-Verbot in letzter Minute kippen +++
Die Veranstalter einer der vier verbotenen Corona-Demonstrationen in Berlin ziehen vor das Verwaltungsgericht, um das Verbot in der letzten Minute noch zu kippen. Das berichtet der "Tagesspiegel". Die Kammer will demnach bis 10 Uhr, dem ursprünglich geplanten Beginn der Demo, über den Eilantrag entscheiden. Dass die Demonstranten im Falle der Bestätigung des Verbots wieder nach Hause fahren müssen, ist allerdings unwahrscheinlich. Neben den vier verbotenen Demos sind weitere in der Stadtmitte - etwa auf der Straße des 17. Juni - angemeldet und auch genehmigt worden.

+++ 09:35 Jeder fünfte Deutsche ist geimpft - Tempo lässt nach +++
Die Zahl der verabreichten Covid-19-Impfdosen in Deutschland ist auf mehr als 22,9 Millionen gestiegen. Laut aktuellem RKI-Impfquotenmonitoring wurden am Dienstag bundesweit 535.198 Impfungen durchgeführt. Dem RKI-Monitoring zufolge sind nun fast 17,3 Millionen Menschen in Deutschland erstgeimpft, das entspricht einer Quote von 20,78 Prozent. Die Quote nach Zweitimpfungen liegt bei knapp 6,79 Prozent, also mehr als 5,6 Millionen voll geimpften Personen. Ein vollständiger Impfschutz besteht bei den aktuell verimpften Prapäraten erst nach zwei Impfungen. Je nach Bundesland variiert der Impffortschritt deutlich: Laut RKI liegt Bremen im Ranking nach Erstimpfungen mit 23,2 Prozent weiter vorn, Hessen liegt mit 18,8 Prozent am Ende der Tabelle. Im Ranking nach Zweitimpfungen jedoch führt weiterhin Thüringen (8,3 Prozent). Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt mit einer Quote von 5,8 Prozent.

+++ 09:17 Tierärzte in Chile verimpften offenbar Hunde-Vakzin an Menschen +++
In Chile stehen zwei Tierärzte im Verdacht, einen für Hunde gedachten Corona-Impfstoff an Menschen verimpft zu haben. Wie die Gesundheitsbehörden mitteilen, haben mutmaßlich mehr als 75 Menschen in der Stadt Calama den Impfstoff erhalten. Die Tierärztin María Fernanda Muñoz hat sich nach eigenen Angaben die achtfache Dosis des Hunde-Vakzins gespritzt. Die Gesundheitsbeauftragte der Region Antofagasta, Rossana Díaz, bezeichnete das Verhalten der Tierärztin als "sehr gefährlich". In einem weiteren Fall wurde in einer Tierarzt-Praxis eine unbekannte Zahl von Patienten ebenfalls mit einem Hunde-Vakzin behandelt.

+++ 09:00 Corona-Kritiker schicken maskenlosen Gruß an Berliner Polizei +++
Mehrere Demonstrationen gegen das geänderte Infektionsschutzgesetz sind für heute in der Hauptstadt angemeldet worden - und einige Teilnehmer zeigen der Berliner Polizei schon jetzt ganz offen, was sie von den geltenden Hygiene- und Abstandsregeln halten. Nichts. In einem Clip, der bei Twitter hochgeladen wurde, sind mehrere Fahrgäste der Deutschen Bahn zu sehen, die nach eigenen Angaben auf dem Weg nach Berlin zu einer Demo sind - und bereits im Zug auf die Maske verzichten, obwohl auch die Deutsche Bahn auf eine Tragepflicht für Reisende besteht.

+++ 08:45 Fern von Lockerungen - 85 Prozent der Regionen über 100er-Schwelle +++
Für die große Mehrheit der deutschen Regionen sind vorerst keine Lockerungen absehbar: Von den 412 Regionen, die das RKI ausweist (dazu gehören die Landkreise, kreisfreien Städte und die Berliner Bezirke), überschreiten 351 (gestern: 359 vorgestern: 361, vorvorgestern: 347) die für die Bundes-Notbremse ausschlaggebende 100er-Marke - das sind 85 Prozent Deutschlands. Zu Monatsbeginn lag der Wert noch bei 290 Regionen über dieser Schwelle. Dem jüngsten RKI-Datenstand zufolge liegen von den 20 Regionen mit den höchsten Werten allein acht in Thüringen und neun in Bayern. Beide Freistaaten befinden sich mit ihren Fallaufkommen über dem Bundeswert (160,1): Bayern mit 184,8 und Thüringen noch deutlicher mit der bundesweit höchsten Sieben-Tage-Inzidenz von 240,2.

+++ 08:28 Vier Demos verboten - Berliner Polizei mit 2200 Beamten im Einsatz +++
Die Berliner Polizei stellt sich heute auf einen arbeitsreichen Tag ein. Vor dem Reichstagsgebäude, dem Schloss Bellevue und ganz generell im Bezirk Mitte sind mehrere Demonstrationen gegen die Änderung des Infektionsschutzgesetzes geplant, über die heute im Bundestag abgestimmt werden soll. Vier Versammlungen seien im Vorhinein verboten worden, so die Polizei. Trotzdem sind 2200 Polizisten im Dienst.

+++ 08:11 Bundesweit nur noch ein Kreis über 400er-Inzidenz +++
Mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz bleibt der thüringische Saale-Orla-Kreis die am stärksten von der Pandemie betroffene Region Deutschlands. Dem aktuellen RKI-Datenstand zufolge (21. April, 3.09 Uhr) ist das dortige Fallaufkommen allerdings auf 488,1 neu registrierte Fälle je 100.000 Einwohner binnen einer Woche (Vortag: 516,7) gesunken. Gestern noch war die Region im Südosten Thüringens mit einem Zuwachs von 31,7 Prozent an die Spitze der Super-Hotspot-Liste gesprungen. Trotz des sinkenden Wertes ist der Saale-Orla-Kreis die bundesweit einzige Region mit einem Fallaufkommen über der 400er-Marke. Dahinter folgen der bayerische Landkreis Kronach (388,1) und der thüringische Landkreis Greiz (378,9). Die bundesweit geringste Sieben-Tage-Inzidenz gibt es laut RKI-Daten in Wilhelmshaven: Die Stadt in Niedersachsen weist einen Wert von 35,5 auf.

+++ 07:50 FDP unterstützt Verfassungsklage gegen Bundes-Notbremse +++
Vor der Debatte über die Änderung des Infektionsschutzgesetzes im Bundestag bekräftigt die FDP ihre Kritik. Die geplante Ausgangssperre sei eine "verfassungsrechtlich mehr als problematische Maßnahme", sagt Generalsekretär Volker Wissing im Deutschlandfunk. Sie stelle einen sehr schwerwiegenden Eingriff in die Grundrechte dar. "Das Gesetz ist unverhältnismäßig und aus meiner Einschätzung deshalb verfassungswidrig und wird sicherlich vor dem Bundesverfassungsgericht angegriffen werden." Die FDP werde "mit hoher Wahrscheinlichkeit" eine solche Klage unterstützen. Mit der AfD werde seine Partei aber nicht zusammenarbeiten, "das kann ich ausschließen".

+++ 07:32 München plant einwöchige Impfaktion für 6000 über 60-Jährige +++
In München soll es kommende Woche eine Impf-Sonderaktion geben: Wie die "Süddeutsche Zeitung" meldet, sollen 6000 Menschen über 60 vom 24. April bis 1. Mai am Isar Klinikum mit Astrazeneca geimpft werden. Wer bei der Aktion mitmachen will, muss sich allerdings zunächst im bayerischen Portal Bayimco registrieren, am 23. April unter wir-impfen-muenchen.de anmelden und dann auch noch einen Anamnese- und einen Aufklärungsbogen per E-Mail ausfüllen. Die vorab ausgefüllten Formulare seien zusammen mit den anderen notwendigen Unterlagen zur Impfung mitzubringen, heißt es vonseiten der Stadt. Personen ohne Termin und ohne die ausgefüllten Unterlagen würden nicht geimpft.

+++ 07:15 Nur ein Bundesland liegt unter der Notbremsen-Schwelle +++
Mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz bleibt es bei lediglich einem Bundesland unterhalb der 100er-Schwelle. Laut aktuellem RKI-Datenstand weist nur Schleswig-Holstein (71,9 | Vortag: 72,4) ein Fallaufkommen unter der "Notbremsen"-Marke von 100 neu registrierten Corona-Infektionen binnen sieben Tagen je 100.000 Einwohner auf. Das Nordland ist eines von elf Ländern mit sinkenden Fallaufkommen. Darunter befinden sich auch die Super-Hotspots Thüringen und Sachsen, wobei beide Freistaaten laut RKI weiterhin die einzigen Länder über der 200er-Schwelle sind. Sachsen verzeichnet einen besonders starken Rückgang (200,8 | Vortag: 220,9), Thüringen weist trotz eines sinkenden Wertes (240,2 | Vortag: 246,3) weiterhin das deutlich höchste Fallaufkommen im Ländervergleich auf.

+++ 07:01 Indien verzeichnet mehr als 2000 Corona-Tote binnen 24 Stunden +++
In Indien verzeichnet das Gesundheitsministerium 295.041 Neuinfektionen - so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden. Damit steigt die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle auf über 15,6 Millionen. Das ist weltweit der zweithöchste Wert nach den USA mit mehr als 31 Millionen Fällen. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um 2023 auf 182.553 - auch das ist der bislang steilste Anstieg an einem Tag.

+++ 06:44 Experte: Intensivstation-Neuaufnahmen als neuer Richtwert +++
Experten bringen statt der Sieben-Tage-Inzidenz die Zahl der Intensivstation-Neuaufnahmen binnen sieben Tagen als neuen Orientierungswert ins Spiel. Die Inzidenz korreliere bereits jetzt nicht gut mit der Lage, bekräftigte der Epidemiologe Gérard Krause in einer Video-Schalte des Science Media Center (SMC). Der Wert könne Risiken aber sowohl über- als auch unterschätzen. Gebraucht würden mehrere Indikatoren, um die Lage sachgerecht abzubilden und gezielte Maßnahmen zu treffen, so der Experte vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. Das RKI liefere zwar eine Vielzahl an Daten, die aber leider nicht berücksichtig würden bei der Entscheidungsfindung. "Wenn man gezwungen ist, sich auf nur einen Messwert zu beschränken - und das scheint so zu sein, dann wäre die Zahl der Neuaufnahmen auf Intensivstationen das, was der Situation am ehesten gerecht wird."

+++ 06:11 Gewerbe-Vermieter: Bundes-Notbremse ist unfair +++
Die Vermieter von Gewerbeimmobilien kritisieren den Entwurf für ein neues Infektionsschutzgesetz. "Es gibt eine vollkommen irrationale Ungleichbehandlung von Branchen", sagt Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". So dürften Lebensmittelhändler beispielsweise weiter Schuhe, Bekleidung oder Spielwaren verkaufen, während Fachhändler schließen müssen. "Schuhe im Supermarkt sind nicht Corona-sicherer als beim Fachhändler." Das als Bundes-Notbremse bezeichnete Gesetz belaste den Handel immens und ignoriere die Studienlage, es drohe eine Entlassungswelle und eine Verödung der Innenstädte.

+++ 05:51 Intensivmediziner widersprechen DIVI - "Lage beherrschbar" +++
Führende Mediziner an Kliniken warnen vor Alarmismus im Kampf gegen Corona. "Wir sind und waren zu keiner Zeit am Rande unserer Kapazitäten", sagt Thomas Hermann Voshaar, Chefarzt der Lungenklinik Bethanien Moers, laut "Bild"-Zeitung. Der Alarmismus der Intensivmediziner der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sei daher unverantwortlich und unverhältnismäßig und von den tatsächlichen Zahlen nicht gestützt. "Nicht mal ein Viertel der 22.000 Intensivbetten in Deutschland sind mit Covid-19-Patienten belegt". Auch der Leiter der Klinik für Intensivmedizin und Notfallmedizin des Klinikums Bremen Mitte, Rolf Dembinski, befürchtet keinen Zusammenbruch des Gesundheitssystems. "Ich befürchte keinen Kollaps, aber bis zum Sommer eine schwierige Situation", sagt er der Zeitung. Die Lage sei "angespannt, aber noch beherrschbar".

+++ 05:23 RKI meldet knapp 25.000 neue Fälle - Inzidenz sinkt auf 160 +++
Die Gesundheitsämter haben 24.884 neue Corona-Infektionen an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet. Am Mittwoch vor einer Woche waren es 21.693. Außerdem wurden 331 Todesfälle registriert. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt damit leicht auf 160,1. Am Vortag hatte sie bei 162,4 gelegen.

+++ 03:57 Italien verimpft Johnson & Johnson nur an über 60-Jährige +++
Italien wird den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson vornehmlich an Menschen im Alter von mehr als 60 Jahren verabreichen. Nach der positiven Risikobewertung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) stufen die Gesundheitsbehörden das Vakzin nun "definitiv" als sicher ein. Er soll wegen vereinzelter schwerer Nebenwirkungen bei jüngeren Geimpften aber hauptsächlich an Ältere und Risikopatienten verimpft werden. Auch der Corona-Impfstoff von Astrazeneca wird in Italien nur an Menschen über 60 gegeben.

+++ 02:25 Schäuble hält Ausgangssperren für verhältnismäßig +++
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble verteidigt die geplanten nächtlichen Ausgangssperren in Regionen mit hohen Corona-Zahlen. "Der Blick ins Ausland zeigt, dass alle Länder, die hohe Infektionszahlen wieder in den Griff bekommen haben, phasenweise zu Ausgangsbeschränkungen gegriffen haben", sagt Schäuble dem "Tagesspiegel". Kritik an den Durchgriffsrechten des Bundes weist Schäuble zurück. Das Gesetz sei bei der aktuellen Lage geboten. "Vergleiche mit Weimar, die Einzelne anstellen, halte ich für völlig falsch", so der CDU-Politiker. Das Gesetz sei zeitlich befristet. Auch künftig brauche die Bundesregierung für weitergehende Maßnahmen die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat. Von einer Selbstermächtigung könne nicht die Rede sein.

+++ 01:14 Schweiz hebt Quarantänepflicht für geimpfte Kontaktpersonen auf +++
Menschen, die vollständig geimpft sind, müssen in der Schweiz nicht mehr in Quarantäne, wenn sie Kontakt mit einem Infizierten hatten. Die Regel gilt für sechs Monate nach der Impfung. Die Kontaktpersonen sollten sich aber testen lassen, falls sie Symptome haben. Für einreisende Geimpfte bleibt die Test- und Quarantänepflicht je nach Herkunftsregion bestehen. Auf der Schweizer Liste der Risikoländer und -regionen stehen auch die deutschen Bundesländer Sachsen und Thüringen. Wer sich dort in den zehn Tagen vor der Einreise in die Schweiz aufgehalten hat, muss einen negativen Test vorlegen und nach Ankunft zehn Tage in Quarantäne.

+++ 00:32 Dänemark "leiht" Schleswig-Holstein 55.000 Astrazeneca-Dosen +++
Dänemark will dem benachbarten deutschen Bundesland Schleswig-Holstein 55.000 Dosen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca vorerst überlassen. Ministerpräsident Daniel Günther hatte eine enstprechende Anfrage gestellt. Die Impfstoffdosen würden Dänemark "in einem vereinbarten zeitlichen Rahmen" zurückerstattet, heißt es vom dänischen Außenministerium. Dänemark hatte als erstes Land in Europa die Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca nach Berichten über Blutgerinnsel dauerhaft eingestellt. Zur Zeit werden nur Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna verwendet. Das Astrazeneca-Vakzin könnte nach offiziellen Angaben zu einem späteren Zeitpunkt aber auch wieder genutzt werden, "falls sich die Situation ändert". Dänemark verfügt über einen Vorrat von etwa 200.000 Astrazeneca-Dosen.

+++ 23:46 Kinderkrankengeld wird ausgeweitet +++
Mit der geplanten Verabschiedung der sogenannten Bundes-Notbremse soll auch eine weitere Aufstockung der Kinderkrankentage beschlossen werden. Viele Familien litten unter der Doppelbelastung von Homeoffice und Homeschooling, schreibt SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich in einem Brief an die Mitglieder der SPD-Fraktion. "Um hier etwas Erleichterung zu schaffen, weiten wir den Rechtsanspruch auf Kinderkrankentagegeld aus." Der Anspruch auf Kinderkrankengeld steigt demnach noch einmal von 20 Tagen pro Elternteil und Kind auf 30 Tage. Für Alleinerziehende wird der Anspruch von 40 auf 60 Tage erhöht. Das ausgezahlte Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes.

+++ 22:40 Trotz steigender Inzidenz: Niederlande wagen Öffnung +++
Trotz anhaltend hoher Infektionszahlen werden in den Niederlanden die Corona-Maßnahmen gelockert. Vier Monate nach Verhängung des strengen Lockdowns wird die abendliche Ausgangssperre aufgehoben, und die Terrassen der Cafés und Geschäfte dürfen unter Auflagen wieder öffnen, kündigt Ministerpräsident Mark Rutte in Den Haag an. Die Lockerungen sollen ab dem 28. April gelten. "Wir wagen das Risiko, am 28. April den ersten vorsichtigen Schritt zu machen", so der Premier.

+++ 22:10 Boris Johnson fürchtet sich vor der nächsten Welle +++
Trotz niedriger Fallzahlen befürchtet der britische Premierminister Boris Johnson in diesem Jahr eine dritte Welle an Coronavirus-Infektionen in seinem Land. Das sei die feste Ansicht der meisten Wissenschaftler, sagt der konservative Politiker. Derzeit weise aber nichts darauf hin, dass der bislang vorgesehene Fahrplan zur Lockerung von Maßnahmen nicht wie geplant fortgesetzt werden könne, so Johnson. Bis zum 21. Juni sollen in England schrittweise alle Kontaktbeschränkungen aufgehoben werden. In Großbritannien gehen die Infektionszahlen stark zurück. Die Sieben-Tage-Inzidenz wurde zuletzt mit 26 angegeben. Die Zahl der Neuinfektionen liegt bei rund 2500.

+++ 21:40 Fünf Bundesländer mit steigender Inzidenz +++
Nur noch eins von 16 Bundesländern liegt weiterhin unter der 100er-Notbremsen-Schwelle: Schleswig-Holstein verbessert sich aktuell auf den Wert von 71,8 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Fünf Länder weisen eine steigende Inzidenz auf: Darunter Super-Hotspot Thüringen (243,3), Baden-Württemberg (172,5) und das Saarland (133,1). Mit Abstand den größten Rückgang - allerdings auf hohem Niveau - verbucht Sachsen (220,9).

+++ 21:10 Hohe Fallzahlen in Sachsen, Baden-Württemberg und MV +++
Unter den Bundesländern verzeichnen Sachsen, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern die meisten neuen Fällen je 100.000 Einwohner. Die höchste Zahl aktiver Fälle je 100.000 Einwohner gibt es ebenfalls in Sachsen, das sich der 500er Marke nähert - und deutlich vor Thüringen und Hamburg liegt.

+++ 20:40 Deutschland meldet fast 15.000 neue Fälle +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 3.173.302 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 14.973 neue Fälle hinzu. Das sind 321 mehr als in der Vorwoche und der höchste Dienstagswert seit dem 12. Januar. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 319 auf 80.472. Das sind 32 weniger als in der Vorwoche. Als aktuell infiziert gelten rund 288.000 Personen. Der Trend bei den Neuinfektionen zeigt eine überdeutliche Aufwärtstendenz: Im Schnitt kommen derzeit pro Tag 20.314 (Vortag: 20.268) neu erkannte Ansteckungen hinzu. Vor acht Wochen (22.02.) lag der Wert noch bei 7.460 – nun beträgt er also mehr als das Zweieinhalbfache.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,89 angegeben (Vortag: 1,09). Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 0,95 (Vortag: 1,06). Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten in Deutschland steigt weiter und liegt nur noch knapp unter der 5000er-Marke. Wie aus dem aktuellen DIVI-Intensivregister hervorgeht, werden in deutschen Kliniken derzeit 4966 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt. Das ist der höchste Wert seit 18. Januar - damals waren es 5003. Im Vergleich zum Vortag ist das ein Zuwachs um 34 Patienten. Demnach müssen 2751 Patienten invasiv beatmet werden, das sind 3 Personen mehr als am Vortag. Insgesamt sind den Angaben zufolge noch 3854 Intensivbetten in den deutschen Kliniken frei.

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Quelle: ntv.de, mau/jug/ino/dpa/AFP/rts

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