Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 15:23 Spahn: Normalzustand frühestens im Frühjahr +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rät angesichts steigender Corona-Zahlen weiterhin zur Vorsicht. "Es ist jetzt ein Zustand der besonderen Vorsicht", sagt Spahn am Rande des Parteitags der nordrhein-westfälischen CDU in Bielefeld. "Wir müssen auch weiter im Alltag Vorsicht walten lassen. Ein Normalzustand wird erst im Frühjahr frühestens möglich sein, wenn keine neue Variante kommt." Spahn hatte vorgeschlagen, die Feststellung einer Epidemischen Lage von nationaler Tragweite zu beenden. Er will dies aber nicht als Aufforderung zur Nachlässigkeit verstanden wissen. Vorsichtsmaßnahmen wie 3G und das Tragen von Masken müssten aufrechterhalten bleiben.

+++ 14:57 Trotz Kostenpflicht für Tests stagniert Impftempo im Norden +++
Die am 11. Oktober eingeführte Kostenpflicht für die Corona-Bürgertests hat das Impftempo in Mecklenburg-Vorpommern nicht erhöht. Die Impfquote gegen Covid-19 stieg seither - wie auch schon zuvor - um etwa 0,1 Prozentpunkte am Tag. Das geht aus den täglichen Veröffentlichungen des Landesamtes für Gesundheit und Soziales hervor. Inzwischen haben demnach knapp zwei Drittel der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern den kompletten Impfschutz. Wissenschaftlern zufolge reicht das jedoch nicht aus, um die erwartete Welle im Herbst und Winter flach zu halten. "Die Impfquote ist weiter ausbaufähig", heißt es dazu aus dem Schweriner Gesundheitsministerium.

+++ 14:31 Mehr als 100 Millionen Impfdosen in Pakistan verabreicht +++
In Pakistan sind seit Beginn der Impfkampagne im Februar 100 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Dies teilt das Gesundheitsministerium mit. Mehr als 38 Millionen Menschen in dem Land mit rund 220 Millionen Einwohnern gelten als vollständig geimpft. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ende dieses Jahres 80 Millionen Menschen zu impfen. Erschwert wurden die Bemühungen zunächst unter anderem durch Lieferprobleme und Impfskepsis, die oft durch falsche Informationen über Impfstoffe ausgelöst wird. Die Impfkampagne nahm an Fahrt auf, nachdem die Behörden strenge Auflagen verhängten.

+++ 13:59 Günther: Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen letzter Schritt +++
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hält eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wie Pflegekräfte für sinnvoll. Sie wäre jedoch der letzte Schritt, teilte er nach einer Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) im nordrhein-westfälischen Königswinter am Freitag mit. Schon jetzt müsse in allen Einrichtungen in Schleswig-Holstein mit Nachdruck dafür gesorgt werden, dass möglichst alle Pflegekräfte geimpft sind. Günther erneuerte seinen Appell, sich gegen Corona impfen zu lassen, um gut durch Herbst und Winter zu kommen. Der Ministerpräsident begrüßte die Einigung der MPK auf eine weitere rechtliche Absicherung des Bundes bei den Corona-Schutzmaßnahmen. "Die Länder müssen auch nach einer möglichen Aufhebung der pandemischen Lage individuell handeln können. Bei einer Pandemie in dieser Größenlage ist es wichtig, dass der Bund für diese gesetzliche Grundlage sorgt." In den Ländern müssten bei Bedarf unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden können, um auf besondere Situationen wie steigende Inzidenzen oder problematische Lagen in den Kliniken zu reagieren.

+++ 13:38 Britische Regierung schließt erneuten Corona-Lockdown aus +++
Trotz rapide steigender Corona-Zahlen hat die britische Regierung einen erneuten Lockdown zur Eindämmung der Pandemie ausgeschlossen. "Dank der Impfstoffe sind wir in einer ganz anderen Situation als vor einem Jahr", sagte der britische Finanzminister Rishi Sunak in einem Interview mit der "Times". Es gebe zwar eine Reihe möglicher Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus im Winter, "aber zu diesen Optionen gehören keine Lockdowns oder andere signifikante Einschränkungen der Wirtschaft". Die Regierung sieht für den Fall einer Zuspitzung der Corona-Lage in England einen sogenannten Plan B vor, zu dem jedoch lediglich seichte Maßnahmen wie eine Wiedereinführung der Maskenpflicht oder die Empfehlung, wieder von zuhause zu arbeiten, gehören. Trotz zuletzt um die 50.000 Neuinfektionen pro Tag und eines starken Anstiegs der Corona-Todesfälle will die Londoner Regierung jedoch selbst diesen Plan B derzeit noch nicht umsetzen. Seit Mitte Juli gelten in England so gut wie keine Corona-Maßnahmen mehr.

+++ 13:23 Dreyer plädiert für sorgsamen Blick auf Pandemie in kommenden Monaten +++
Angesichts zunehmender Corona-Infektionen spricht sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer für einen weiterhin vorsichtigen Kurs in der Pandemie-Bekämpfung aus. "Wir sind uns in der Ländergemeinschaft einig, dass wir auch in diesem Winter noch möglichst einheitliche Schutzmaßnahmen wie Masken, 2G, 3G, Abstand, Hygiene und Lüften benötigen", sagte die rheinland-pfälzische Regierungschefin nach dem Votum der MPK (Ministerpräsidentenkonferenz) für eine bundeseinheitliche Rechtsgrundlage von Corona-Maßnahmen. "Dafür braucht es weiterhin eine gemeinsame Rechtsgrundlage, die der Bund aus Sicht der Länder sicherstellen sollte." Auch wenn der Bund feststellen sollte, dass die epidemische Lage von nationaler Tragweite beendet sei, sollte den Ländern "für einen befristeten Zeitraum die Möglichkeit eingeräumt" werden, erforderliche und geeignete Maßnahmen gegen eine zunehmende Ausbreitung von Covid-19 zu treffen, sagte Dreyer.

+++ 12:52 Peru überschreitet Schwelle von 200.000 Corona-Toten +++
In Peru sind inzwischen mehr als 200.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Mit 200.003 Todesfällen wurde die Schwelle überschritten, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Peru verzeichnet die weltweit höchste Corona-Todesrate pro Kopf. In dem Land mit 33 Millionen Einwohnern wurden seit Pandemiebeginn zudem 2,2 Millionen Infektionen registriert. Derzeit sind die Neuansteckungen und Todesfälle jedoch rückläufig, wie die Behörden mitteilten. "Es ist wahrscheinlich, dass die erste und die zweite Welle bei einem Teil der Bevölkerung eine Immunität erzeugt haben, ebenso wie die Impfung", sagte Gesundheitsminister Hernando Cevallos. Experten machen unter anderem das marode Gesundheitssystem des Landes für die Vielzahl an Infektionen und Todesfällen verantwortlich. Die Regierung hofft, dass bis Ende des Jahres 70 Prozent der Bevölkerung über zwölf Jahren geimpft sein werden. Mehr als 14,2 Millionen Menschen haben bisher beide Impfdosen erhalten, das sind 51 Prozent aller Bürger ab zwölf Jahren.

+++ 12:25 Tunesien führt Corona-Impfpass für Bürger und Besucher ein +++
In Tunesien müssen nun sowohl Einheimische als auch ausländische Besucher einen Impfpass bei sich tragen, der eine Impfung gegen das Coronavirus belegt. Nur dann erhalten sie Zugang zu öffentlichen Behörden, Cafés, Restaurants, Hotels und Fremdenverkehrseinrichtungen, wie aus dem Erlass der Regierung hervorgeht. Beschäftigte im öffentlichen und privaten Sektor, die nicht geimpft sind, wurden nun vorerst beurlaubt und dürfen erst wieder arbeiten, wenn sie den Impfpass vorlegen können. Touristen bekommen von den Behörden bei ihrer Ankunft in Tunesien einen tunesischen Impfpass ausgestellt, wenn sie eine entsprechende Impfbescheinigung dabeihaben.

+++ 11:59 Täglich mehr Boosterimpfungen als Erstimpfungen verabreicht +++
Es waren einmal eine Million - auf dem Höhepunkt der Impfkampagne wurden jeden Tag viel mehr Menschen geimpft als jetzt. Seit Monaten stockt die Impfkampagne - Deutschland scheint die Zwei-Drittel-Marke nicht überschreiten zu wollen. Noch immer sind 30 Prozent in Deutschland nicht geimpft.

Inzwischen werden täglich rund 50.000 Menschen zweitgeimpft. Das entspricht 0,06 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Deutlich weniger Menschen werden im Durchschnitt jeden Tag zum ersten Mal geimpft: rund 31.000 Menschen. Die dritte Impfung wird sogar noch häufiger verabreicht als die erste. Täglich werden rund 41.000 Auffrischungsimpfungen verabreicht.

+++ 11:28 Rumänien beschließt nächtliche Ausgangssperre +++
Mit neuen Lockdown-Maßnahmen will die rumänische Regierung die jüngste Covid-Welle eindämmen. Ab Montag gilt landesweit eine nächtliche Ausgangssperre, und für die meisten öffentlichen Veranstaltungen ist ein Gesundheitspass erforderlich. Schulkinder haben zwei Wochen Ferien. Rumänien hat in diesem Monat Rekordzahlen bei den Infektionen und Todesfällen gemeldet. Die Krankenhäuser arbeiten an der Kapazitätsgrenze. Das Land hat die zweitniedrigste Impfquote in der Europäischen Union.

+++ 11:04 Ukraine verzeichnet neuen Höchststand bei Corona-Infektionen und Todesfällen +++
D
ie Ukraine hat einen neuen Höchststand bei den Corona-Toten und den Neuinfektionen verzeichnet. Die Regierung meldete 23.785 neue Ansteckungen und 614 Todesfälle binnen 24 Stunden. Die Hauptstadt Kiew verhängte angesichts des Anstiegs der Fallzahlen weitere Corona-Beschränkungen. An den Schulen wird vorübergehend wieder Distanzunterricht eingeführt. Kindergärten dürfen nur öffnen, wenn alle Mitarbeiter geimpft sind. Behördenvertreter warnten, das Schlimmste stehe noch bevor. "Wir nähern uns gerade erst dem Höhepunkt", sagte der Vorsitzende des ukrainischen Sicherheits- und Verteidigungsrats, Oleksij Danylow. "Dies ist eine sehr beängstigende Situation." Danylow machte die weitverbreitete Impfskepsis für den Anstieg verantwortlich. Nur 16,5 Prozent der Ukrainer sind vollständig geimpft.

+++ 10:41 Knapp zwei Drittel in Deutschland geimpft +++
Die Impfkampagne in Deutschland kommt nur im Schneckentempo voran. Die Schwelle von 66,6 - zwei Drittel - ist noch nicht überschritten. Derzeit sind 66,2 Prozent der Menschen in Deutschland vollständig geimpft. Am Vortag waren es noch 66,1 Prozent - ein minimaler Anstieg. Die Zahl der Erstgeimpften ist inzwischen relativ gering - 2,9 Prozent der Bevölkerung haben erst eine Erstimpfung erhalten. Noch immer sind rund 30 Prozent der deutschen Bevölkerung ungeimpft.

+++ 10:16 USA: Über 102.000 Neuinfektionen gemeldet +++
In den USA registrieren die Gesundheitsbehörden mindestens 102.598 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten. Insgesamt wurden bislang rund 45,49 Millionen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um mindestens 3220 auf 738.256. Weltweit weisen die USA die höchsten Infektions- und Totenzahlen auf.

+++ 09:54 Thüringen meldet 200er-Inzidenz +++
Die Zahl der neu gemeldeten Corona-Infektionen nimmt bundesweit zu. Allerdings sind die regionalen Unterschiede erheblich. So ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Saarland und in Schleswig-Holstein mit rund 52 vergleichsweise niedrig im Vergleich zur bundesweiten Inzidenz von 100. In Thüringen hingegen liegt die Inzidenz zum ersten Mal seit Anfang Mai, dem Ende der zweiten Welle, über 200. In den vergangenen sieben Tagen meldete das Bundesland 206,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

+++ 09:32 Lauterbach plädiert für Kreuz-Booster-Impfung +++
Angesichts der steigenden Corona-Zahlen und zunehmender Impfdurchbrüche beginnen einige Länder bereits mit der Auffrischungsimpfkampagne. So hat beispielsweise der britische Premierminister bereits zu einer dritten Impfung aufgerufen. In Deutschland sollen Menschen über 70 Jahre und Bewohner von Pflegeeinrichtungen ein drittes Mal geimpft werden. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach plädierte auf Twitter dafür, in diesem Fall eine Kreuzimpfung durchzuführen. Eine Studie lege nahe, dass die Kreuzimpfung die größte Wirkung habe: “Die Booster-Impfung muss jetzt Tempo gewinnen. Was wirkt am besten? Wechseln wirkt am besten! Moderna für Biontech Geimpfte, Biontech für Moderna Geimpfte, und Moderna für J&J Geimpfte”, schrieb Lauterbach.

+++ 08:55 Erster Landkreis meldet wieder 500er-Inzidenz +++
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist seit Anfang der Woche sprunghaft angestiegen. Am Dienstag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) eine Inzidenz von 75,1. Nun springt der Wert auf 100. Aber nicht nur die bundesweite Inzidenz ist gestiegen - auch auf regionaler Ebene beginnen die Inzidenzen wieder kritische Marken zu überschreiten. So hat der erste Landkreis wieder eine Inzidenz von über 500. Der bayerische Landkreis Mühlendorf meldete in den vergangenen sieben Tagen 501,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

+++ 08:32 US-Arzneimittelbehörde FDA: Vorteile überwiegen Risiken bei Kinder-Impfung mit Pfizer +++
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat zum ersten Mal die Sicherheit und Wirksamkeit des Coronavirus-Impfstoffs von Pfizer und Biontech für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren bewertet und festgestellt, dass die Vorteile die Risiken in dieser Altersgruppe überwiegen. Die FDA veröffentlichte auch Daten von Pfizer, die zeigten, dass der Impfstoff in einer klinischen Studie mit fünf bis 11-Jährigen eine 90,7-prozentige Wirksamkeit gegen Covid-19 aufwies. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, dass die FDA das Vakzin für Kinder genehmigt. Ein Expertenausschuss der Behörde will am Dienstag darüber abstimmen, ob er die Zulassung empfiehlt.

+++ 08:07 Karliczek fordert internationale Zusammenarbeit bei Gesundheit +++
Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat vor dem Beginn der Gesundheitskonferenz "World Health Summit" an diesem Sonntag zur weltweiten Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich aufgerufen. "Nur dann werden wir die Corona-Pandemie überall auf der Welt endgültig überwinden und, und das ist noch viel wichtiger, für aufkommende Gesundheitsnotfälle besser vorbereitet sein", sagte die CDU-Politikerin. Durch Klimawandel und Bevölkerungswachstum nehme die Gefahr von neuen Pandemien stetig zu. "Die Corona-Pandemie wird also aller Wahrscheinlichkeit nach nicht die letzte schwere globale Infektionswelle sein", sagte Karliczek. Sie sprach sich für eine breite Förderung von Wissenschaft und Forschung aus. Dies schaffe die Grundlagen dafür, dass die Welt noch effektiver reagieren könne, wenn eine ähnliche Herausforderung erneut entstehe.

+++ 07:45 Jarstein nach schwerer Corona-Erkrankung: "Ganz klar für die Impfung" +++
Torwart Rune Jarstein von Hertha BSC hat sich nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung mit folgender Herzmuskelentzündung deutlich für die Impfung gegen das Coronavirus ausgesprochen. "Ich bin nach meiner Erkrankung noch einmal geimpft worden. Ich finde es gut und wichtig, das zu machen. Ich bin ganz klar für die Impfung", sagte der 37 Jahre alte Norweger der "Bild". "Vielleicht hätte es mich nicht so hart erwischt, wenn ich mich im Frühling schon hätte impfen lassen können." Jarstein war im April an Covid-19 erkrankt und hatte sich zeitweise sogar in einer Klinik behandeln lassen müssen. "An den ersten Tagen im Krankenhaus konnte ich nicht einmal Fußball auf dem iPad schauen. Ich war in der Zeit zweimal an der frischen Luft, musste dabei im Rollstuhl sitzen", berichtete er.

+++ 07:25 Städtetag warnt vor "Flickenteppich" bei Corona-Bekämpfung +++
Städtetagspräsident Burkhard Jung hat vor einem "Flickenteppich" bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie gewarnt. "Es muss weiter einen bundeseinheitlichen Rahmen im Kampf gegen Corona geben. Die Länder müssen über den Winter Regeln wie 3G oder sogar 2G und das Tragen von Masken in Innenräumen weiter vorgeben können", sagte der Leipziger Oberbürgermeister den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die epidemische Lage von nationaler Tragweite muss entweder beibehalten werden, oder es muss eine Übergangsfrist geben." Der SPD-Politiker Jung sagte, der Bund sei gut beraten, einem entsprechenden Votum der Ministerpräsidentenkonferenz zu folgen. "Auf den letzten Kilometern der Pandemie können wir keinen Flickenteppich gebrauchen."

+++ 07:03 Betriebsärtzeverband: 1,5 Millionen Impfungen vermutlich nicht gemeldet +++
Der Verband deutscher Betriebs- und Werksärzte schätzt, dass rund 1,5 Millionen Corona-Impfungen in Deutschland vorerst nicht gemeldet wurden. Die meisten Impfungen seien über das kassenärztliche System eingegangen - wie viele tatsächlich nicht gemeldet wurden, sei aber unklar, sagt Verbandsvizepräsidentin Anette Wahl-Wachendorf dem Redaktionsnetzwerk Deutschland einem Vorabbericht zufolge. Sie erwarte klärende Gespräche mit dem Robert-Koch-Institut.

+++ 06:44 Klingbeil mahnt wegen steigender Corona-Zahlen zur Vorsicht +++
Der Generalsekretär der SPD, Lars Klingbeil, ruft angesichts drastisch steigender Infektionszahlen zur Vorsicht auf. "Wir haben uns sehr vernünftig und solidarisch durch diese Krise bewegt. Das sollte auch auf den letzten Metern so bleiben", sagte er der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht zufolge. "Wir alle wollen, dass die Pandemie bald vorbei ist und wir zu dem Alten zurückkehren - zumindest in den meisten Bereichen." Klingbeil appelliert daran, dass die Weichenstellungen in der Corona-Pandemie mit möglichst großer Mehrheit im Bundestag beschlossen werden muss.

+++ 06:35 Kassenärzte-Chef unterstützt Forderung nach Beendigung der epidemischen Lage +++
Kassenärzte-Chef Andreas Gassen unterstützt die Forderung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nach einem baldigen Ende der epidemischen Lage von nationaler Tragweite. Spahns Vorstoß sei "letztlich folgerichtig", sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) der "Rheinischen Post". "Das bedeutet auch nicht das sofortige Ende aller Maßnahmen", fügte Gassen hinzu. "Wir werden aber erleben, dass es regional unterschiedliche Herangehensweisen geben wird, die natürlich auch von regionalen Faktoren wie Impfquote, Infektionszahlen, Altersverteilung und Krankenhausbelegungen abhängig sind." Ab einem bestimmten Punkt und mit ausreichender Vorlaufzeit sei es dann möglich, dazu überzugehen, "die notwendigen Schutz- und Abwehrmaßnahmen in die Hände der Bürger zu legen", sagte Gassen.

+++ 06:22 Österreich droht Ungeimpften mit Lockdown +++
Bei einer weiteren dramatischen Verschärfung der Corona-Situation droht ungeschützten Menschen in Österreich ein Lockdown. Dieser Schritt komme bei einer besonders starken Auslastung der Intensivbetten, wie Österreichs Bundeskanzler Alexander Schallenberg am Freitagabend nach einer Krisensitzung mit den Ministerpräsidenten erklärte. "Wir sind drauf und dran, in eine Pandemie der ungeschützten Ungeimpften hineinzustolpern", so der Regierungschef. Wer weder geimpft noch genesen sei, müsse sich bei der letzten Stufe des neuen Stufenplans auf massive Ausgangsbeschränkungen einstellen, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein. Dann sei gegebenenfalls das Verlassen der Wohnung nur noch aus triftigen Gründen möglich. Einen Lockdown für Geimpfte oder Genesene schloss Schallenberg aus. Er hoffe auf eine starke Signalwirkung dieser Pläne. Noch ist die Lage auf den Intensivstationen Österreichs trotz des jüngsten deutlichen Anstiegs bei der Zahl der Neuinfektionen weitgehend stabil. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei knapp 230. In Deutschland beträgt sie aktuell 100.

+++ 05:56 Inzidenz springt erstmals wieder auf 100 +++
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen liegt erstmals seit Monaten wieder im dreistelligen Bereich. Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, stieg der Wert auf 100,0. Binnen eines Tages wurden demnach 15.145 Neuinfektionen registriert. Die Zahl der Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion stieg um 86 Fälle auf 95.077. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen seit Beginn der Pandemie liegt laut RKI bei 4.452.425, die Zahl der Genesenen bei rund 4.200.000.

Der Inzidenzwert steigt seit anderthalb Wochen kontinuierlich an. Alleine von Dienstag bis Freitag erhöhte er sich von 75,1 auf 95,1. Die Schwelle von 100 hatte die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt im Mai überschritten.

Hinweis: Die Zahlen des RKI weichen in der Regel leicht von jenen Falldaten ab, die ntv.de täglich am Abend meldet. Das ntv.de-Datenteam greift direkt auf die Meldezahlen aus den Bundesländern zu, wie sie von den Ministerien und Behörden vor Ort veröffentlicht werden. Das RKI hingegen ist an die gesetzlich vorgeschriebenen Meldewege gebunden, was zu einem zeitlichen Verzug führen kann.

Zudem bilden die jeweiligen Tageswerte unterschiedliche Erfassungszeiträume ab: Die ntv-Auswertung sammelt die jeweils bis zum Abend veröffentlichten Länderangaben und errechnet daraus einen täglichen Stand der gemeldeten Fallzahlen, der in der Regel ab 20.00 Uhr veröffentlicht wird. Das Erfassungssystem des RKI dagegen berücksichtigt eingehende Meldungen bis Mitternacht, wobei der aktuelle Datenstand dann am nachfolgenden Morgen bekannt gegeben wird.

+++ 22:30 Biontech-Gründer mit "Spanischem Nobelpreis" geehrt +++
Ugur Sahin und Özlem Türeci, Gründer von Biontech, sind mit dem Prinzessin-von-Asturien-Preis geehrt worden. Das deutsch-türkische Forscherehepaar teilte sich die als "spanische Nobelpreise" bekannte Auszeichnung in der Sparte Forschung und Technik mit fünf weiteren Entwicklern von Corona-Impfstoffen. Die international renommierten Preise werden jedes Jahr in acht Kategorien von König Felipe VI. sowie der spanischen Thronfolgerin Leonor im nordspanischen Oviedo vergeben und sind mit jeweils 50.000 Euro dotiert. Die Forscher der Covid-Impfstoffe waren jedoch die "Stars des Abends", denen für die Rettung von Millionen Menschenleben ein minutenlanger Applaus gespendet wurde.

+++ 22:10 Kroatien und Bulgarien neue Hochrisikogebiete +++
Bundesregierung und Robert-Koch-Institut (RKI) haben die EU-Staaten Kroatien und Bulgarien neu als Corona-Hochrisikogebiete eingestuft. Gleiches gilt für Kamerun, Singapur und die Republik Kongo, wie das RKI nun mitteilte. Dagegen wurden Honduras, der Irak, Kenia und das Kosovo von der Liste der Hochrisikogebiete gestrichen. Die neuen Einstufungen werden Sonntagfrüh wirksam. Einreisende aus Hochrisikogebieten müssen für zehn Tage in Quarantäne. Geimpfte und Genesene können die Quarantäne aber abwenden, wenn sie bereits vor ihrer Einreise einen Genesenen- oder Impfnachweis an die deutschen Behörden übermitteln. Bei nachträglicher Einreichung eines Genesenen- oder Impfnachweises oder eines Negativtests kann die Quarantäne verkürzt werden.

+++ 21:46 Inzidenz steigt in Thüringen, Sachsen und Bayern besonders stark +++
In Thüringen, Sachsen und Bayern ist die Sieben-Tage-Inzidenz besonders in die Höhe geschnellt. Die Zuwächse sind dort im zweistelligen Bereich. Thüringen ist nur noch knapp unter der 200er-Schwelle. Nur ein Bundesland meldet eine sinkende Inzidenz, und zwar Bremen.

+++ 21:00 Bundesländer melden 17.015 Neuinfektionen +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 4.443.047 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 17.015 neue Fälle hinzu. Das sind 5346 bzw. 45,8 Prozent mehr als am vergangenen Freitag. Damals waren 11.669 Neuinfektionen registriert worden. Es ist der dritte Tag in Folge mit einem Tageszuwachs über 17.000 Fälle. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 112 auf 95.008. Am vergangenen Freitag waren insgesamt 80 Todesfälle gemeldet worden. Ein dreistelliger Tageszuwachs bei den Todesfällen war zuletzt Ende September verzeichnet worden. Als aktuell infiziert gelten rund 157.915 Personen.

Die Ansteckungsrate (7-Tage-R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,28 angegeben (Vortag: 1,16). Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 1541 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 861 davon werden beatmet. Rund 3358 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

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Quelle: chf/cls/dpa/AFP/rts

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