Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 15:45 ​Betrug in Höhe von 3,2 Millionen Euro? Razzia bei Testzentren-Betreiber in Berlin +++

Mit vorgetäuschten Corona-Tests sollen Betrüger in Berlin knapp 3,2 Millionen Euro ergaunert haben. Bei den Beschuldigten rückten daher Ermittler zu Hausdurchsuchungen an, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt erklärten. Zugleich wurden bei den Verdächtigen im Rahmen eines sogenannten Vermögensarrests erhebliche Werte beschlagnahmt, darunter befanden sich mehrere Grundstücke. Nach Angaben der Ermittler sollen die Betrüger im Mai und Juni Schnelltests bei der Kassenärztlichen Vereinigung von Berlin abgerechnet haben, die gar nicht oder zumindest nicht im angegebenen Umfang stattfanden. Die Durchsuchungen fanden demnach an mehreren Stellen im Berliner Stadtgebiet sowie in Schwarzenberg in Sachsen und in Dessau in Sachsen-Anhalt statt. Dabei wurden Geschäftsunterlagen beschlagnahmt, die nun ausgewertet werden. Hauptbeschuldigter ist demnach der Geschäftsführer einer Firma, der insbesondere im Berliner Stadtteil Wedding Corona-Testzentren betrieb. Darüber hinaus gibt es mehrere weitere Beschuldigte.

+++ 15:26 Reaktion auf dramatische Lage: Putin ordnet einwöchigen Zwangsurlaub an +++
Angesichts dramatisch hoher Corona-Infektionszahlen hat Russlands Präsident Wladimir Putin ab Ende Oktober eine arbeitsfreie Woche in seinem Land angeordnet. Bei einer live im Staatsfernsehen übertragenen Videoschalte stimmte Putin einem entsprechenden Vorschlag von Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa zu. Vom 30. Oktober bis zum 7. November sollen Arbeitnehmer in ganz Russland demnach zu Hause bleiben, ihren Lohn aber weitergezahlt bekommen. Regionen, in denen die Lage besonders schlimm ist, können den Zeitraum demnach auch erweitern. Mit arbeitsfreien Tagen hatte Putin bereits zu Beginn der Pandemie versucht, die Corona-Situation in den Griff zu bekommen. Besonders aus der Wirtschaft kam Kritik, dass die Krise auf ihrem Rücken ausgetragen werde. Russland hat in den vergangenen Wochen immer neue Höchstwerte bei den Corona-Zahlen verzeichnet. Am heutigen Mittwoch wies die Statistik 1028 Corona-Tote binnen 24 Stunden aus - so viele wie noch nie zuvor. Im selben Zeitraum wurden mehr als 34.000 Neuinfektionen gezählt.

+++ 15:03 Steigende Zahlen: Polens Gesundheitsminister warnt vor "Explosion" der Pandemie +++
Polens Gesundheitsminister Adam Niedzielski hat vor einer "eigentümlichen Explosion" der Corona-Pandemie in seinem Land gewarnt. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden habe sich im Vergleich zur Woche davor um hundert Prozent gesteigert, am Dienstag habe der Wert bei 85 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gelegen, sagte Niedzielski. Demnach verdoppelt sich die Zahl der Neuinfektionen von Woche zu Woche. "Wenn diese Situation anhält, durchbricht sie alle Prognosen, die uns bislang vorliegen", so Niedzielski. Nach Angaben des Gesundheitministeriums gab es 5559 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, im gleichen Zeitraum starben 75 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Niedzielski sagte weiter, ein Drittel der Neuerkrankungen seien in den Woiwodschaften Lublin und Podlachien im Osten und Südosten des Landes registriert worden. Er führte dies darauf zurück, dass diese Regionen von zurückliegenden Wellen der Pandemie weniger stark betroffen waren.

+++ 14:44 Bewohner nach Corona-Ausbruch in Altenheim gestorben +++
Nach dem Corona-Ausbruch in einem Senioren- und Pflegeheim in Norderstedt (Kreis Segeberg) ist ein 95 Jahre alter infizierter Bewohner gestorben. Ein weiterer sei in eine Klinik gebracht worden, sagte eine Sprecherin der Kreisverwaltung. Die Behörde hatte am Montag über den Ausbruch in der Einrichtung informiert. Von den insgesamt 76 Bewohnerinnen und Bewohnern sind derzeit demnach 60 infiziert - die meisten ohne oder nur mit leichten Symptomen. Von den rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Heims sind den Angaben nach mittlerweile 19 nachweislich mit dem Erreger infiziert. Von diesen seien einige nicht geimpft.

+++ 14:21 Positiver Schnelltest bei Freien Wählern - Aiwanger sagt Termine ab +++
Nach einem positiven Corona-Schnelltest bei einem Freie-Wähler-Landtagsabgeordneten haben sich mehrere Parlamentarier und Fraktionsmitarbeiter in freiwillige Selbstisolation begeben. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sagte, obgleich er in der fraglichen Fraktionssitzung am Dienstag keinen näheren Kontakt zu dem betroffenen Kollegen gehabt habe, wolle er "sicherheitshalber" alle öffentlichen Termine der kommenden Tage absagen. Der Freie-Wähler-Parteichef lasse sich weiterhin täglich testen, teilte sein Ministerium mit. Aiwanger ist bislang nicht gegen Corona geimpft.

+++ 14:03 Über 25 Millionen Euro Schaden: Betreiber von Corona-Testcenter vor Gericht +++
Die Staatsanwaltschaft Bochum hat Anklage gegen zwei Männer wegen Betruges in Corona-Testcenter erhoben. Wie die Behörde mitteilte, soll durch falsche Abrechnungen ein Schaden von mindestens 25 Millionen Euro verursacht worden sein. Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" hatten den Fall aufgebracht. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, soll der Geschäftsführer zwischen März und April "jeweils das Vielfache der tatsächlich durchgeführten Tests abgerechnet haben. Der zweite Beschuldigte soll die einzelnen Tests unter anderem zu einem höheren Preis als gerechtfertigt abgerechnet haben.

+++ 13:37 Mertens sieht "keine wirklichen Fehler" bei STIKO-Entscheidungen +++
Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, sieht "keine wirklichen Fehler" bei den Entscheidungen, die das Gremium im Zuge der Corona-Pandemie getroffen hat. "Ich sage jetzt mal provokativ: Alle die Entscheidungen, die wir als STIKO getroffen haben, würde ich heute wieder so fällen", sagte Mertens beim Bodensee Business Forum der "Schwäbischen Zeitung" in Friedrichshafen. Sobald genügend wissenschaftliche Daten vorgelegen hätten, habe das Gremium abwägende Entscheidungen getroffen, so der Virologe. Die Impfkommission war in den vergangenen Monaten vor allem in Bezug auf ihre anfängliche Zurückhaltung bei der Empfehlung von Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche kritisiert worden.

+++ 13:14 Clubcommission zu Corona-Ausbruch im Berghain: "Gehört zur Normalität" +++
Nach dem Corona-Ausbruch im Berliner Techno-Club Berghain sieht die Clubcommission keinen Grund zur größeren Sorge. Dass nach Behördenangaben 19 Infektionen bekannt wurden und 2500 Menschen kontaktiert wurden, wertet Verbandssprecher Lutz Leichsenring als Zeichen dafür, dass die Alarmierung funktioniere. "Wir glauben, dass es zur Normalität gehört. Es ist ein Risiko, mit dem wir jetzt leben", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Wenn es nicht um Infektionen, sondern um schwere Verläufe ginge, würde er anders klingen, so Leichsenring weiter. Jeder habe die Möglichkeit, sich durch eine Impfung vor einem schweren Verlauf zu schützen. Es gehe um selbstbestimmtes Handeln.

+++ 12:50 Tägliche Impfleistung bleibt unter Niveau der Vorwoche +++
Die tägliche Impfleistung steigt im Wochenverlauf wieder an, bleibt aber bisher unter dem Niveau der Vorwoche. Im Lauf des gestrigen Tages wurden laut RKI bundesweit insgesamt 167.788 Impfdosen verabreicht, davon entfielen rund 42.000 auf Erstimpfungen und rund 55.000 auf Auffrischungsimpfungen. Die einfache Impfquote bewegt sich dadurch optisch gar nicht: Der Zuwachs spielt sich unterhalb der Rundungsschwelle ab. 68,9 Prozent der Einwohner Deutschlands sind mindestens einmal geimpft. Die Impfquote der komplett Geimpften steigt von 65,8 auf 65,9 Prozent. Erst 1,6 Prozent der Bevölkerung haben eine Auffrischungsimpfung erhalten.

+++ 12:26 Gates-Stiftung kündigt Millionen-Investition in Covid-Medikamente an +++
Die Stiftung des Microsoft-Gründers Bill Gates und seiner Ex-Frau Melinda hat eine Investition von bis zu 120 Millionen Dollar (rund 103 Millionen Euro) in die Entwicklung von Corona-Medikamenten für ärmere Länder angekündigt. Damit soll insbesondere Ländern mit geringerem Pro-Kopf-Einkommen eine weitere Möglichkeit zum Schutz vor der Pandemie geboten werden, erklärte die Stiftung. Die Ankündigung basiere "auf den laufenden Bemühungen der Stiftung, den Zugang zu Covid-19-Impfstoffen, Behandlungen und Tests zu verbessern". Mit dem Geld soll den Angaben zufolge die Produktion von Generika, also preisgünstigerer Nachahmungen, des Corona-Medikaments Molnupiravir angekurbelt werden.

+++ 11:58 Gesundheitsämter senden zahlreiche Corona-Warnmeldungen via Luca-App +++
Nach einer Funktionserweiterung der Luca-App nutzen etliche Gesundheitsämter das System, um Nutzer auf ein erhöhtes Corona-Infektionsrisiko hinzuweisen. In den vergangenen 14 Tagen seien über 51.000 Risiko- und Warnmeldungen ausgespielt worden, teilte das Unternehmen mit. Die Gesundheitsämter können bei der Kontaktaufnahme zwischen zwei Abstufungen wählen. Zum einen können die Nutzer über ein allgemeines Infektionsrisiko informiert werden. Sollten sich an einem mit der Luca-App erfassten Ort mehrere Personen aufgehalten haben, die später positiv getestet wurden, können die Gesundheitsämter auch eine gezielte Infektionswarnung aussprechen und die gefährdeten Personen auf Testzentren in der Umgebung hinweisen. Diese Empfehlung hätten in dem Zeitraum knapp 16.000 Menschen erhalten.

+++ 11:20 Streeck: "Impfdurchbrüche sind kein Grund zur Sorge" +++
Die Pandemie wird sich in den nächsten Monaten in den Alten- und Pflegeheimen entscheiden, prognostiziert Virologe Hendrik Streeck. Das Ende der pandemischen Lage "bedeutet nicht, dass die Pandemie zu Ende ist". Im ntv-Interview spricht der Experte zudem über Impfdurchbrüche und die Grippeimpfung.

+++ 10:49 Kinderärzte warnen vor Impfdruck bei Corona-Vakzin für Kinder +++
Nach dem Start des EU-Zulassungsverfahrens für einen Corona-Impfstoff für Kinder ab fünf Jahren haben Kinder- und Jugendärzte die Politik vor Impfdruck auf Familien gewarnt. Er gehe zwar davon aus, dass das Vakzin von Biontech/Pfizer bald zugelassen werde, sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Wir als Verband raten aber dringend, anschließend die Empfehlung der Ständigen Impfkommission abzuwarten." Er bezeichnete es als "übergriffig und kontraproduktiv", dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und andere Politiker im Sommer Impfungen von Kindern ab zwölf Jahren eingefordert hatten, bevor Mediziner und Wissenschaftler dazu rieten.

+++ 10:25 Indien meldet 14.623 Neuinfektionen und 197 weitere Tote +++
In Indien steigt die Zahl der nachgewiesenen Infektionen innerhalb eines Tages um 14.623 auf mehr als 34,1 Millionen. 197 weitere Menschen seien mit oder an dem Coronavirus gestorben, teilt das Gesundheitsministerium mit. Seit Beginn der Pandemie seien damit 452.651 Menschen nachweislich in Zusammenhang mit dem Virus verstorben. Nach den USA weist Indien die höchste Infektionszahl weltweit auf. Bei den Totenzahlen liegt Indien hinter den USA und Brasilien auf Platz drei.

+++ 10:02 Experten in Großbritannien fordern Wiedereinführung von Corona-Maßnahmen +++
Vertreter des britischen Gesundheitsdienstes haben eine sofortige Einführung von Gegenmaßnahmen gefordert. "Die Regierung sollte nicht nur ankündigen, dass wir auf Plan B setzen, sondern es sollte Plan B Plus sein", sagte Matthew Taylor, Chef des Mitgliederverbands National Health Service Confederation, dem "Guardian" zufolge. Der von der Regierung vorgestellte Plan B sieht eine Wiedereinführung der Maskenpflicht in Innenräumen sowie den Ratschlag, von zu Hause zu arbeiten, vor. Außerdem könnten Impfnachweise bei größeren Veranstaltungen eingeführt werden. Der bislang verfolgte Plan A sieht vor, sich lediglich auf die Wirkung der Impfungen zu verlassen. "Wir stehen auf Messers Schneide - und es ist Mitte Oktober. Wir bräuchten riesiges Glück, um uns in den nächsten drei Monaten nicht in einer ernsthaften Krise wiederzufinden", sagte Taylor.

+++ 09:33 Berlins Regierungschef will kein schnelles Ende des Ausnahmezustands +++
Berlins scheidender Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat sich gegen die Beendigung der Corona-Notlage bereits Ende November ausgesprochen. "Wir brauchen mindestens eine Übergangszeit", sagte Müller im RBB-Inforadio. Er könne sich etwa einen längeren Zeitraum für das Ende des Notstands vorstellen, bis sich die epidemische Lage tatsächlich entspanne. Oder aber, eine neue Beschlussfassung des Bundestages formuliere weiterhin Beschränkungen, bei denen es sich aber nicht um härtere Einschränkungen wie Schließungen oder Eingriffe in Grundrechte handele.

+++ 08:59 Bundesverband fordert Impfpflicht für Heim-Besucher +++
Der Bundesverband der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen (BKSB) fordert eine Corona-Impfpflicht für Menschen in Senioren- und Pflegeheimen. Bewohnerinnen und Bewohner sollten "nur bei Impfschutz aufgenommen und Besuchende nur bei Impfschutz zugelassen werden", sagte der BKSB-Vorsitzende Alexander Schraml den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Ausnahmen sollte es demnach nur für Menschen geben, bei denen es medizinische Bedenken gegen eine Impfung gibt. Bei wiederholten Verstößen gegen coronabedingte Regelungen müsse auch "ein Hausverbot für Besucherinnen und Besucher zulässig sein", sagte Schrami.

+++ 08:28 Weil warnt vor zu schnellem Ende aller Corona-Maßnahmen +++
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil warnt vor einem vorschnellen Aus aller Corona-Maßnahmen. "Was keinesfalls passieren darf mit Blick auf den Herbst und Winter, ist ein ersatzloses Streichen der Schutzregeln", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. "Wir haben immer noch schwierige Monate vor uns." Vor den Gesprächen zur Bildung einer möglichen Ampelkoalition im Bund machte Weil außerdem deutlich, dass die noch offene Finanzierung der umfassenden Klimaschutz- und Digitalisierungspläne einer der entscheidenden Punkte werde. In der Pandemie gelte es, vorsichtig zu bleiben. "Wir sehen, dass in der Gruppe der Ungeimpften die Inzidenzen noch wesentlich höher sind", betonte der Regierungschef aus Hannover.

+++ 07:59 Untersuchungsausschuss soll Bolsonaros Corona-Politik beurteilen +++
In Brasilien soll ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zur Corona-Politik der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro nach fast sechs Monaten Arbeit seine Ergebnisse vorstellen. Es sei nun an Senator Renan Calheiros, am Mittwoch den Abschlussbericht zu präsentieren, hieß es in einer Mitteilung des Senats in Brasília am Dienstag (Ortszeit). Der bereits vorab zirkulierende Entwurf sieht vor, rund 70 Personen und zwei Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen - und Präsident Bolsonaro wegen des mutmaßlichen Begehens von elf - teils schwerwiegenden - Verbrechen anzuklagen. Die Senatoren diskutierten Medienberichten zufolge bis spät in die Nacht über den endgültigen Inhalt und beschlossen, zwei Verbrechen aus der Liste der Vorwürfe zu entfernen.

+++ 07:32 Infektiologe Lüdde warnt vor "Freedom Day" +++
Der Düsseldorfer Infektiologe Tom Lüdde hat davor gewarnt, bereits jetzt einen "Freedom Day" in der Corona-Politik auszurufen, denn "gerade durch die Delta-Variante ist das Risiko für Ungeimpfte sogar noch gestiegen", sagte Lüdde der Kölnischen Rundschau. "Bei weiterhin noch Millionen von ungeimpften Menschen in Deutschland (...) könnte eine durch saisonale Effekte von Herbst und Winter begünstigte und dann rasch ablaufende Covid-19-Welle neben zahlreichen Toten auch erneut die Krankenhäuser und das dort tätige Personal an ihre Grenzen bringen." Langfristig sei es aber zu erwarten, dass Covid-19 eine endemische Krankheit werde, die das alltägliche Leben nicht mehr wesentlich beeinflusse, sagte Lüdde weiter: Dies könne dann der Fall sein, "wenn nahezu alle in Deutschland entweder durch vollständige Impfung geschützt oder von einer SARS-CoV-2-Infektion genesen sind".

+++ 07:03 Thailand meldet erstmals seit Monaten weniger als 9000 Neuinfektionen +++
Die Behörden in Thailand haben erstmals seit Monaten wieder weniger als 9000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert. Es wurden 8918 neue Fälle verzeichnet - der niedrigste Wert seit Mitte Juli. 79 Menschen in dem Land mit 70 Millionen Einwohnern starben in Verbindung mit Covid-19. Der Verlauf des jüngsten Ausbruchs in dem südostasiatischen Urlaubsparadies ist ungewöhnlich: Zwar sind die Zahlen seit August - als ein Höchstwert von mehr als 23.000 Neuinfektionen verbucht worden war - gesunken, jedoch stagnieren sie seit Wochen bei zwischen 9000 und 12.000 neuen Fällen am Tag.

+++ 06:39 Bundesländer wollen langfristig einheitliche Lösung gegen Corona +++
Mehrere Landesregierungen fordern einem Medienbericht zufolge auch nach dem Auslaufen der pandemischen Lage am 25. November bundeseinheitliche Lösungen im Kampf gegen die Epidemie. Dabei handle es sich um Rheinland-Pfalz, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen, heißt es in einem Vorabbericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Dass es nach Beendigung der epidemischen Lage nationaler Tragweite in Deutschland einen Flickenteppich im Umgang mit der Pandemie gibt, das will niemand", erklärt etwa der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch.

+++ 06:13 US-Immunologe Fauci überrascht von Ausmaß der Pandemie +++
Der US-Immunologe und Präsidentenberater Anthony Fauci ist eigenen Worten zufolge vom Ausmaß der Pandemie überrascht worden. Zwar habe er schon im Februar 2020 gewusst, dass da "viel Ärger" bevorstehe, "aber es wurde noch schlimmer, als ich es je vorhergesagt hätte", sagte Fauci am Abend bei einer Gala der New Yorker Historical Society. Dass in den USA mehr als 700.000 Menschen und weltweit mehrere Millionen nach einer Infektion mit dem Virus sterben würden, hätte er zu Beginn der Pandemie nicht gedacht. "In meinen verrücktesten und pessimistischsten Träumen hätte ich das niemals so vorhergesagt." Der 80-jährige Fauci wurde bei der Gala für seine Verdienste um das amerikanische Gesundheitswesen mit dem "History Maker Award" ausgezeichnet.

+++ 05:49 Kommunalverband unterstützt Plan zur Beendigung der Corona-Notlage +++
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund unterstützt den Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn für eine Beendigung der Corona-Notlage in Deutschland. "Den Ausnahmezustand nach bald zwei Jahren Pandemie weiter fortzuschreiben, halte ich für falsch", sagte Verbandshauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Rheinischen Post". "Wie lange wollen wir das noch fortsetzen bei einer Impfquote von rund 80 Prozent?", fragte Landsberg. Das bedeute ja nicht, dass Corona komplett vorbei sei. Aber es wäre "ein wichtiges Signal an die Menschen, die Gesellschaft und die Wirtschaft". Sollte sich die Lage über den Winter wieder verschlimmern, könne der Bundestag sich erneut Gedanken machen.

+++ 05:02 RKI meldet 17.015 Neuinfektionen, Inzidenz klettert weiter +++
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 17.015 Corona-Neuinfektionen gemeldet, 5112 mehr als am letzten Mittwoch. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt den siebten Tag in Folge auf nun 80,4. Am Vortag lag der Wert bei 75,1. Im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion sind 92 weitere Menschen gestorben. So viele Todesfälle gab es auch vor einer Woche.

Hinweis: Die Zahlen des RKI weichen in der Regel leicht von jenen Falldaten ab, die ntv.de täglich am Abend meldet. Das ntv.de-Datenteam greift direkt auf die Meldezahlen aus den Bundesländern zu, wie sie von den Ministerien und Behörden vor Ort veröffentlicht werden.

Das RKI hingegen ist an die gesetzlich vorgeschriebenen Meldewege gebunden, was zu einem zeitlichen Verzug führen kann.

Zudem bilden die jeweiligen Tageswerte unterschiedliche Erfassungszeiträume ab: Die ntv-Auswertung sammelt die jeweils bis zum Abend veröffentlichten Länderangaben und errechnet daraus einen täglichen Stand der gemeldeten Fallzahlen, der in der Regel ab 20.00 Uhr veröffentlicht wird. Das Erfassungssystem des RKI dagegen berücksichtigt eingehende Meldungen bis Mitternacht, wobei der aktuelle Datenstand dann am nachfolgenden Morgen bekannt gegeben wird.

+++ 04:33 Amnesty: Autoritäre Staaten nutzen Corona zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit +++
Amnesty International wirft Regierungen autoritärer Staaten weltweit vor, die Corona-Pandemie als Vorwand für ein rigoroses Vorgehen gegen Kritiker zu nutzen. "Kommunikationskanäle wurden angegriffen, Online-Netzwerke zensiert und Medienhäuser geschlossen", erklärte Rajat Khosla von Amnesty International mit Bezug auf einen Bericht der Menschenrechtsorganistation. Mitten in einer Pandemie seien Journalisten und medizinisches Personal zum Schweigen gebracht und inhaftiert worden. Die repressiven Maßnahmen hätten den Zugang zu genauen und korrekten Informationen über das Pandemie-Geschehen erschwert. Amnesty verweist unter anderem auf die Situation in China, wo das Coronavirus im Dezember 2019 erstmals festgestellt wurde. Bereits bis Februar 2020 seien in China mehr als 5000 Strafverfahren wegen angeblicher "Verbreitung falscher und schädlicher Informationen" zur Pandemie eingeleitet worden.

+++ 03:56 Bulgarien führt 3G-Regel ein +++
Bulgarien führt wegen steigender Corona-Fallzahlen die 3G-Regel ein. Ab diesem Donnerstag braucht man für den Zugang zu Lokalen, Hotels, Fitnesszentren, Shopping-Malls sowie Kinos, Theatern, Konzerten und Museen einen Nachweis über Impfung, Genesung oder Test. Alle Tätigkeiten in Innenräumen sollen nur mit einem "Grünen Zertifikat" erfolgen, kündigte Interims-Gesundheitsminister Stojtscho Kazarow an. Ausgenommen sind Lebensmittelläden, Apotheken und Banken.

+++ 03:15 Eine Milliarde Tests: WHO legt Covid-Hilfsprogramm für ärmere Länder auf +++
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will ärmeren Ländern den Zugang zu Covid-19-Impfstoffen, Tests und Behandlungen gegen Infektion mit dem Coronavirus durch erschwingliche Preise ermöglichen. Dazu hat sie ein Programm aufgelegt, um eine Milliarde Corona-Tests an Drittländer zu liefern wie auch Medikamente zur Behandlung von Menschen mit leichteren Krankheitsverläufen. Die WHO-Initiative ACT-A bittet die G20 und andere Geber demnach um zusätzliche Mittel in Höhe von 22,8 Milliarden Dollar bis September 2022. Ziel sei es, die riesigen Versorgungslücken zwischen wohlhabenden und ärmeren Ländern zu schließen.

+++ 02:27 Trotz Impfung: US-Heimatschutzminister positiv getestet +++
US-Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas ist nach Angaben seines Ministeriums trotz vollständiger Impfung positiv auf Corona getestet worden. Mayorkas habe sich am Dienstag routinemäßig vor einer Reise einem Test unterzogen, teilte seine Sprecherin auf Twitter mit. Der Minister leide nur unter milden Symptomen. Er werde sich auf Basis der Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC isolieren und von zu Hause arbeiten.

+++ 01:08 EU-Gesundheitsbehörde: Ohne höhere Impfzahlen wird es nicht gehen +++
Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC sieht eine hohe Impfquote als Voraussetzung für die Lockerung von Corona-Maßnahmen. "Solange nicht über 80 Prozent der Menschen voll geimpft sind, besteht einfach die Möglichkeit, dass der Rest der Bevölkerung von dem Virus noch befallen wird", sagte ECDC-Direktorin Andrea Ammon. Die Zahl der Geimpften müsse dazu europaweit gesteigert werden. "Anders wird es nicht gehen". Eine Impfpflicht betrachtet die deutsche Medizinerin dennoch mit Skepsis. Viele Länder hätten auch ohne eine solche Pflicht hohe Impfquoten erreicht.

+++ 00:10 Wegen 2G-Regel: Hansa Rostock verzichtet auf Fans bei St. Pauli +++
Fußball-Zweitligist Hansa Rostock verzichtet im Auswärtsspiel beim Tabellenführer FC St. Pauli auf Fan-Unterstützung. Wie der Verein mitteilte, nimmt der Aufsteiger sein Karten-Kontingent für die Partie am Sonntag (13.30 Uhr/Sky und im ntv.de-Liveticker) nicht an. Als Grund wurde die im Hamburger Millerntor-Stadion geltende 2G-Regelung angegeben. Nach dieser dürfen nur geimpfte oder nachweislich genesene Menschen in die Arena. Auf einem Mitgliederforum des FC Hansa hatten sich in der vergangenen Woche laut der Mitteilung 95 Prozent der Mitglieder "im Sinne des Solidaritätsgedankens" gegen die Annahme der Tickets ausgesprochen. Der Aufsichtsrat entschied nun, das Ergebnis der Abstimmung zu akzeptieren und betonte, es handele sich "um eine Einzelfallentscheidung". Für die nächsten Partien auswärts soll neu entschieden werden.

+++ 23:14 Kuba lockt Touristen mit Impfung +++
Kuba will am 15. November wieder für den Touristen öffnen. Als besonderen Anreiz für internationale Besucher will die Regierung in Havanna kostenlose Corona-Impfungen mit dem eigenen Impfstoff Soberana 2 anbieten. Soberana 2 wird im Regelfall dreifach im Abstand von jeweils 28 Tagen verabreicht. Da Touristen im Normalfall nicht so lange blieben, könnten sie sich einmal in Kuba impfen lassen und die anderen beiden Dosen bei Abreise mitnehmen, sagt der Tourismusminister. Die einfache Impfung komme darüber hinaus auch für bereits genesene Corona-Patienten in Frage.

+++ 22:21 Expertin: Ende "epidemischer Lage" wäre kontraproduktives Signal +++
Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Christine Falk, hat auf Erwägungen zum Auslaufen der sogenannten "epidemischen Lage nationaler Tragweite" in der Corona-Pandemie mit Erstaunen und Kritik reagiert. "Die Infektionszahlen in Deutschland sind zu hoch und dürften weiter steigen, die Impfquote ist zu niedrig. Es ist Konsens über mehrere Fachrichtungen hinweg, dass wir noch Disziplin und Motivation zum Impfen und zum Einhalten von Maßnahmen brauchen", sagte die Immunologin Falk. Sie berief sich dabei auch auf ein Treffen zahlreicher Experten mit Gesundheitsminister Jens Spahn vorige Woche. Dessen Ankündigung, die "epidemische Lage nationaler Tragweite" auslaufen lassen zu wollen, erstaune sie daher, dies könne in der Bevölkerung als Entwarnung missverstanden werden. "Das wäre ein kontraproduktives Signal an alle, die noch mit der Impfung zögern", sagte Falk. Die "epidemische Lage" ist Grundlage für Verordnungen und zentrale Corona-Maßnahmen in Deutschland. Sie muss vom Bundestag festgestellt werden.

+++ 22:03 Britische Regierung beobachtet neue Unterart der Delta-Variante +++
Die britische Regierung beobachtet eine neue Unterart der hoch ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus. Wie ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson sagte, beobachte die Regierung die AY.4.2-Variante "sehr genau". Noch sei unklar, ob sich die neue Unterart schneller verbreitet. Die Regierung werde aber "nicht zögern, Maßnahmen zu ergreifen, wenn es nötig ist". Die Untervariante trat bislang außerhalb Großbritanniens nur vereinzelt in den USA und Dänemark auf. Unterdessen haben die Infektionszahlen in Großbritannien stark zugenommen. Der Direktor des Instituts für Genetik am University College London, François Balloux, geht davon aus, dass die neue Untervariante des Virus "nicht die Ursache für den jüngsten Anstieg der Zahl der Fälle" sei. Dafür hält er die derzeitige Verbreitung der AY.4.2-Variante für zu gering.

+++ 21:40 68 Prozent der Premier-League-Profis vollständig geimpft +++
Die Premier League hat Zahlen zu den Corona-Impfungen unter den Fußball-Profis der 20 englischen Erstliga-Klubs veröffentlicht. Demnach hätten 81 Prozent der Spieler mindestens eine Impfung gegen Covid-19 erhalten, 68 Prozent seien vollständig geimpft. Die Impfquote werde von der Premier League wöchentlich erhoben, hieß in einer Mitteilung. Die Liga arbeite weiter mit den Vereinen zusammen, um Spieler und Vereinsmitarbeiter zur Impfung zu ermutigen. Sie werde aber keine spezifischen Angaben zu Vereinen oder Einzelpersonen machen. In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Diskussionen um die mutmaßlich mangelnde Impfbereitschaft von Spielern aus der Premier League gegeben. Die Premier League fürchtete, dass der öffentliche Rückhalt für die Profis schwinden könnte, nachdem für die Stars in Corona-Zeiten viele Ausnahmen - etwa beim Reisen - gemacht wurden.

+++ 21:17 Sieben-Tage-Inzidenz in vier Bundesländern über 100 +++
Der im Wochenvergleich gewachsene Zuwachs bei den Neuinfektionen schlägt sich auch in der Sieben-Tage-Inzidenz der Bundesländer nieder. Inzwischen ist die Inzidenz in vier Ländern dreistellig. Zu Bayern (116,2) und Sachsen (113,7) kommt nun auch Neuling Baden-Württemberg (103,3) hinzu. Thüringen steht mit einem Wert von 147,1 kurz vor der 150. Schleswig-Holstein macht einen größeren Sprung und überschreitet wieder die 35er Marke (39,1).

+++ 20:46 Bundesländer melden 10.485 Neuinfektionen +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 4.390.436 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 10.485 neue Fälle hinzu. Damit ziehen die deutschen Fallzahlen im Wochenvergleich weiter an: Der aktuelle Tageszuwachs bei den gemeldeten Ansteckungsfällen liegt 30,1 Prozent über dem Niveau von Dienstag vergangener Woche. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 89 auf 94.734. Durchschnittlich werden derzeit rund 60 Tote pro Tag registriert. Als aktuell infiziert gelten rund 133.239 Personen.

Die Ansteckungsrate (7-Tage-R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,00 angegeben (Vortag: 1,03). Laut DIVI-Register werden in Deutschland derzeit 1475 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 797 davon werden beatmet. Rund 3701 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.


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Quelle: ino/dpa/AFP/rts

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