Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 15:56 Impfarzt warnt: Andere Corona-Vakzine gefährlicher als Astrazeneca +++

Der Leitende Impfarzt von Köln, Jürgen Zastrow, hält den Beschluss des Bundesgesundheitsministeriums, das Corona-Vakzin von Astrazeneca für alle Altersgruppen freizustellen, für "sehr sinnvoll". "Astra hat eine bessere Wirksamkeit als alle Grippe-Impfstoffe der letzten 20 Jahre zusammen", sagte Zastrow im Gespräch mit ntv. Zudem habe es eine "hundertprozentige Wirksamkeit" gegen schwere Corona-Verläufe und Krankenhausaufenthalte - "und das will ich doch!" Neue Studien des Paul-Ehrlich-Instituts hätten außerdem ergeben, dass andere RNA-Impfstoffe höhere Nebenwirkungsquoten hätten als Astrazeneca. Das Wort Hirnvenenthrombose könne er auch "nicht mehr hören", sagte Zantrow weiter. "Es ist eine extremst seltene Komplikation, von der wir in den ersten Monaten gar nichts wussten. Jetzt wissen wir das aber und können Menschen mit Kopfschmerzen adäquat behandeln, das kommt ja nicht aus heiterem Himmel." Gerade bei älteren Patienten, die Astrazeneca eher ablehnen, wirke das umstrittene Vakzin sogar noch besser als andere.

+++ 15:27 EU-Einreisestopp gilt nicht mehr für Israel +++
Reisende aus Israel können künftig wieder problemlos in die Europäische Union einreisen. Aufgrund der verbesserten Corona-Lage gilt für das Land eine Ausnahme der zu Beginn der Corona-Pandemie eingeführten Einreisebeschränkungen, wie der Rat der EU-Staaten mitteilte. Die Einschränkungen für Reisende aus Israel sollen schrittweise aufgehoben werden. Auf der Liste jener Staaten, aus denen die Einreise möglich ist, stehen neben Israel sechs weitere Länder: Australien, Neuseeland, Ruanda, Singapur, Südkorea und Thailand. Für alle anderen Staaten gelten drastische Einschränkungen. Die Liste wird regelmäßig überarbeitet.

Moderna Inc.
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+++ 15:00 Impfstoff-Boom verhilft Moderna erstmals zu schwarzen Zahlen +++
Die hohe Nachfrage nach dem Corona-Vakzin hat dem US-Impfstoffhersteller Moderna erstmals einen Quartalsgewinn beschert. Im ersten Quartal verdiente das Unternehmen unterm Strich 1,2 Milliarden Dollar (1,0 Mrd Euro). Vor einem Jahr hatten hohe Forschungs- und Entwicklungskosten noch für einen Verlust von 124 Millionen Dollar gesorgt. Der Umsatz schoss von 8 Millionen auf 1,9 Milliarden Dollar in die Höhe. Davon entfielen 1,7 Milliarden Dollar auf Einnahmen durch Corona-Impfstoff. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Moderna auf Basis seiner bereits getroffenen Verkaufsvereinbarungen mit Erlösen von 19,2 Milliarden Dollar.

+++ 14:39 Lauterbach hält Patentschutz-Freigabe für überschätzt +++
Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach warnt vor zu hohen Erwartungen bei der Patentschutz-Freigabe von Impfstoffen. Er habe sich zwar über die Ankündigung des US-Präsidenten Joe Biden gefreut, sagte er der "Saarbrücker Zeitung" laut Vorabbericht. "Ich glaube aber nicht, dass ein solcher Schritt große Unterschiede bei der Produktion der Impfstoffe machen würde, die sehr komplex ist", fügte er hinzu. Die Unternehmen seien ja bereits beteiligt an Projekten, ärmere Länder zu versorgen.

+++ 14:13 Biontech stellt Impfdosen für Olympia-Teilnehmer bereit +++
Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer stellen ihren Corona-Impfstoff den Teilnehmern der Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio (ab 23. Juli) zur Verfügung. Eine entsprechende Absichtserklärung sei mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) unterzeichnet worden, teilten die Firmen mit. Um wie viele Impfdosen es geht, ist noch offen. Die beide Unternehmen würden sich mit dem IOC und den Nationalen Olympischen Komitees (NOCs) abstimmen, um den Bedarf für die Athleten und Betreuer abzuschätzen. Die Lieferungen sollen möglichst Ende Mai beginnen.

+++ 13:57 Gericht: Schulen können Lehrkräfte zu Beaufsichtigung von Selbsttests verpflichten +++
Lehrkräfte können zur Beaufsichtigung von Schnelltests verpflichtet werden. Das teilte das Verwaltungsgericht Münster mit. Das Gericht lehnte mit der Entscheidung den Eilantrag einer Lehrerin an einer Schule im Landkreis Coesfeld in Nordrhein-Westfalen ab. Diese hatte sich gegen ihre Verpflichtung gewehrt, die Schülerinnen und Schüler bei der Anwendung von Selbsttests anzuleiten und zu beaufsichtigen. Die Pädagogin hatte laut Mitteilung argumentiert, dass diese Tätigkeit außerhalb ihrer Ausbildung und Qualifikation liege. Zudem sei sie nicht geimpft und deshalb bei Durchführung einer ihr nicht zumutbaren Gesundheitsgefährdung ausgesetzt. Dem folgte das Gericht jedoch nicht und verwies in seiner Entscheidung unter anderem auf die zweimal wöchentlich stattfindenden Selbsttests als Sicherheitsmaßnahme. "Aus dem beamtenrechtlichen Anspruch auf Fürsorge durch die Schulleitung ergebe sich kein Anspruch darauf, an der Schule eine 'Nullrisiko-Situation' anzutreffen", so das Gericht in seiner Begründung. Gegen den Beschluss kann binnen zwei Wochen Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht eingelegt werden.

+++ 13:10 Bundestag beschließt Lockerungen für Corona-Geimpfte +++
Für vollständig Geimpfte und genesene Menschen sollen zahlreiche Corona-Beschränkungen entfallen. Der Bundestag billigte gerade eine entsprechende Verordnung der Bundesregierung mit großer Mehrheit. Dafür stimmten die schwarz-rote Koalition, Grüne und Linke. Die FDP enthielt sich, die AfD votierte dagegen. Wenn morgen auch der Bundesrat zustimmt, könnten die Erleichterungen am Wochenende in Kraft treten. Für Geimpfte und Genesene sollen auch automatisch die Erleichterungen gelten, die bisher Menschen mit negativen Corona-Tests vorbehalten sind. Vorgesehen ist, dass sich vollständig geimpfte oder genesene Personen unbeschränkt treffen können. Bei Treffen mit anderen Personen sollen sie nicht mitgezählt werden. Also könnten sich zum Beispiel auch in Regionen mit hohen Infektionszahlen zwei nicht geimpfte Menschen mit einer unbegrenzten Zahl geimpfter Menschen treffen.

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+++ 13:08 Intensivmediziner Kluge: "Fünf Prozent der Patienten haben Langzeitbeschwerden" +++
Störungen des Geruchssinns, Atemprobleme, Müdigkeit - die Liste der Langzeitbeschwerden von Covid-Erkrankten ist lang. Unter den Betroffenen, die am "Long Covid"-Syndrom leiden, seien nicht nur Patienten mit schweren Verläufen, wie der Direktor der Intensivmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, Stefan Kluge, erklärt.

+++ 12:56 Erster Fall in Australien seit Anfang April - fieberhafte Suche nach Ursprung +++
Erstmals seit einem Monat sind in Sydney wieder Infektionen aufgetreten. Die Behörden der australischen Metropole suchen heute fieberhaft nach dem Ursprung der Ansteckungen - und erlassen strikte Vorsichtsmaßnahmen: Die fünf Millionen Einwohner müssen vorerst wieder eine Maske in Innenräumen und im öffentlichen Nahverkehr tragen. "Wir denken, dass dies angesichts des Risikos eine angebrachte Maßnahme ist", erklärte die Regierungschefin des Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklian. Zuvor waren ein Mann in den Fünfzigern und seine Frau positiv getestet worden. Es waren die ersten Ansteckungsfälle in Sydney außerhalb von Quarantäne-Hotels seit Anfang April.

+++ 12:45 Tourismusverband: "Sommerurlaub steht nichts mehr im Wege" +++
Der Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes, Norbert Kunz, ist davon überzeugt, dass die Bürger im Sommer wieder verreisen werden können. "Es wird Sommerferien, Tourismus im Sommer geben. Davon bin ich überzeugt", sagte Kunz der "Passauer Neuen Presse". Würden die Vorsichtsmaßnahmen eingehalten, "dann steht dem Sommerurlaub, davon bin ich mir ganz sicher, nichts mehr im Wege." Kunz rechnet mit einem "moderaten" Anstieg der Preise. Kunden müssten sich bei Buchungen des Pfingst- oder Sommerurlaubs nicht besonders beeilen, beruhigte Kunz. "Es geht nicht darum, sehr schnell zu sein. Die Geschwindigkeit ist nicht das Entscheidende. Wichtiger ist es, sich zu informieren über das Reiseziel, zu sehen, was dort geöffnet ist, was man schon alles nutzen kann." Dafür biete sich der Kontakt mit dem Gastgeber oder der örtlichen Touristeninformation an, empfahl der Verbandschef.

+++ 12:28 Spahn offen für US-Pläne zu Patentschutz-Lockerungen +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn von der CDU hat sich offen gezeigt für die Pläne von US-Präsident Joe Biden, den Patentschutz für Impfstoffe gegen das Coronavirus weltweit zu lockern. "Das Ziel des US-Präsidenten teilen wir ausdrücklich. Die ganze Welt mit Impfstoff zu versorgen ist der einzig nachhaltige Weg aus dieser Pandemie", erklärte Spahn in Berlin. Bislang hatte die Bundesregierung eine Aussetzung des Patentschutzes für Impfstoffe mit dem Argument abgelehnt, dies würde die Impfstoff-Entwicklung durch die beteiligten Unternehmen behindern. Der Gesundheitsminister hob zugleich hervor, die Staaten der Welt, in denen Impfstoff produziert werde, müssten bereit sein, "diesen auch an andere zu exportieren". Die EU sei dazu in Wort und Tat bereit. "Wir freuen uns, wenn die USA es nun auch sind", verwies Spahn auf den bislang geltenden weitgehenden US-Exportstopp für Corona-Impfstoffe.

+++ 12:02 Zweiter Luftwaffen-Transporter unterwegs nach Indien +++
Vom niedersächsischen Fliegerhorst Wunstorf aus ist heute Morgen eine zweite Transportmaschine mit Bauteilen für eine Sauerstoffanlage nach Indien gestartet. Damit ist die Anlage nun komplett unterwegs. Eine am Vortag abgeflogene erste Maschine sollte nach einem Zwischenstopp in Abu Dhabi im Laufe des Tages in Neu Delhi landen, wie die Luftwaffe mitteilte. Indien ist schwer von der Pandemie getroffen worden. Wegen der dramatisch gestiegenen Zahl Erkrankter geht den Krankenhäusern der medizinische Sauerstoff aus. Die Anlage aus Deutschland macht Außenluft zu medizinischem, hochprozentigem Sauerstoff, der anschließend abgefüllt werden kann. Sie ist Teil eines Hilfspakets der Bundesregierung.

+++ 11:53 Industrie: Einbeziehung der Betriebsärzte im Juni zu spät +++
Die Industrie kritisiert die aus ihrer Sicht zu späte Einbeziehung von Betriebsärztinnen und -ärzten in die deutsche Impfkampagne. Dies sei erst ab dem 7. Juni geplant, sagt der Präsident des Industrieverbands BDI, Siegfried Russwurm. "In vielen Unternehmen stehen die Impfstraßen für den Einsatz bereit. Statt das Impfpotenzial der Betriebsärzte jetzt flächendeckend zu nutzen, verspielen Bund und Länder einen weiteren Monat." Die mehr als 12.000 Betriebsärztinnen und -ärzte in Deutschland könnten niedergelassene Ärztinnen und Ärzte und Impfzentren bereits im Mai entlasten.

+++ 11:31 Statistiker: Ausgangssperre führt zu deutlich weniger Mobilität +++
Die nächtliche Ausgangssperre führt zu deutlich weniger Mobilität. Zwischen dem 24. April und dem 1. Mai ging die nächtliche Mobilität in Kreisen mit Ausgangssperre gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 um zwölf Prozentpunkte stärker zurück als in Kreisen ohne Ausgangssperre, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. An den Wochenenden war dieser Effekt besonders deutlich: So fiel am 1. Mai der nächtliche Mobilitätsrückgang in den Kreisen mit Ausgangssperre rund 20 Prozentpunkte stärker aus als in Kreisen ohne Notbremse. Tagsüber gab es hingegen bei den Bewegungen der Menschen keine nennenswerten Unterschiede.

Die mit der Bundesnotbremse eingeführte Ausgangssperre gilt zwischen 22 und 5 Uhr in Städten und Kreisen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz mehrere Tage lang über dem Wert von 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegt. Bürger dürfen dann nur noch unter bestimmten Bedingungen nach draußen. Insgesamt waren im April nachts durchschnittlich 30 Prozent weniger Menschen unterwegs als im April 2019. Auch tagsüber sank die Mobilität um sieben Prozent im Vergleich zum Vorkrisenmonat.

+++ 11:06 RKI meldet neuen Tagesrekord mit 204.576 "abgeschlossene" Impfungen +++
Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet einen neuen Tagesrekord bei den "abgeschlossenen Impfserien": Bei den Zweit- beziehungsweise Einmalimpfungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson erreicht Deutschland einen neuen Tagesrekord mit 204.576 Impfdosen. Allerdings gibt es bei den Zweitimpfungen einen deutlichen Rückstand aufzuholen: Die Zahl der Erstimpfungen ist in den vergangenen Wochen nach RKI-Angaben sehr viel stärker angestiegen.

+++ 10:28 Erneut mehr als eine Million Impfdosen am Tag verspritzt +++
Das Impftempo in Deutschland legt in der zweiten Wochenhälfte wieder deutlich zu. Die Zahl der täglich verabreichten Impfdosen stieg zuletzt auf 1.092.765, wie aus den RKI-Daten zum offiziellen Impfquoten-Monitoring hervorgeht. Davon entfielen rund 888.000 auf Erstimpfungen, rund 204.500 Impfdosen wurden im Rahmen einer Zweit- oder Komplettimpfung verspritzt. Die bisher beste Tagesleistung hatte die deutsche Impfkampagne am 28. April - am Mittwoch vergangener Woche - erreicht. An jenem Tag wurden insgesamt 1.116.608 eingesetzte Impfdosen verzeichnet.

In Deutschland haben nach RKI-Angaben damit 30,6 Prozent der Menschen mindestens eine Impfung erhalten (Stand: 6. Mai, 9.45 Uhr). Den vollen Impfschutz erhielten bislang 8,6 Prozent der Bevölkerung. Je nach Bundesland variiert die Impfquote.

Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 34,3 Prozent. Brandenburg liegt mit 27,2 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück. Von etwa 35,7 Millionen gelieferten Impfdosen wurden bislang 91,3 Prozent verbraucht. Die Impfkampagne in Deutschland hat Ende vergangenen Jahres begonnen.

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+++ 10:03 UKE-Virologin Addo: Nach der dritten Welle aus Schlimmstem raus +++
Die Hamburger Virologin Marylyn Addo hat einen optimistischen Blick auf den weiteren Verlauf der Pandemie. "Sobald wir die dritte Welle hinter uns haben, sollten wir mit einer Kombination aus gutem Impfschutz und regelmäßigem Testen raus sein aus dem Schlimmsten - wenn es nicht noch irgendwelche schlimmen Überraschungen gibt", sagte Addo der "Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung". Addo ist Leiterin der Infektiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Generell seien solche Vorhersagen zwar schwierig, aber sie sei zuversichtlich. "Wir verfügen jetzt über alle die Bausteine, die wir brauchen."

+++ 09:46 Von der Leyen: EU offen für Debatte über Impfstoff-Patente +++
EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen zeigt sich offen für eine Debatte über den US-Vorstoß zur Aussetzung von Corona-Impfstoffpatenten. "Die Europäische Union ist bereit, jeden Vorschlag zu diskutieren, der diese Krise wirksam und pragmatisch angeht", sagte von der Leyen. Man müsse sehen, wie der US-Vorschlag diesem Ziel dienen könne. "Kurzfristig rufen wir jedoch alle Länder mit Impfstoffproduktion auf, Exporte zu erlauben und alles zu vermeiden, was Lieferketten stören könnte." Von der Leyen betonte in ihrer online übertragenen Rede für eine Konferenz in Italien: "Um es klar zu sagen, Europa ist die einzige demokratische Region der Welt, die Exporte im großen Maßstab erlaubt." Die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai hatte am Mittwoch Unterstützung für die Aussetzung von Impfstoffpatenten signalisiert, die viele Länder seit Langem fordern. Die USA stünden hinter dem Schutz geistigen Eigentums, die Pandemie sei aber eine globale Krise, die außerordentliche Schritte erfordere, erklärte Tai.

+++ 09:30 US-Uni Harvard führt Impfpflicht für Studenten ein +++
Studierende der US-Universität Harvard müssen sich zum Beginn des neuen Semesters im Herbst gegen Corona impfen lassen. "Um die hohen Impfraten zu erreichen, die zum Schutz unserer Gemeinde erforderlich sind, wird Harvard die Corona-Impfung für alle Studenten vorschreiben, die sich in diesem Herbst auf dem Campus aufhalten werden", teilte die Hochschule in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts mit. Ausnahmen würden demnach nur aus medizinischen oder religiösen Gründen gewährt. Zuvor hatten eine Reihe anderer US-Universitäten wie Yale, Columbia und Princeton bereits eine solche Impfpflicht eingeführt.

+++ 09:11 JU-Chef Kuban fordert bundesweite Öffnungsstrategie - auch für Ungeimpfte +++
Der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, hält die anstehenden Lockerungen nur für Geimpfte und Genesene für ungerecht. Im RTL/ntv "Frühstart" sagt der CDU-Politiker: "Es geht darum, dass wir Normalität für alle schaffen – für Genesene, Geimpfte und Negativ-Getestete.“ Dass von den negativ getesteten Personen ein höheres Infektionsrisiko ausgeht, sieht der Junge-Union-Chef nicht so kritisch: "Solch ein Risiko muss man aus meiner Sicht eingehen, denn wir wollen diese Gesellschaft zusammenhalten", so Kuban. Der Junge-Union-Chef plädiert "so schnell wie möglich" für Öffnungen von Gastronomie und Kultureinrichtungen, aber warnt auch vor einem bundesweiten Flickenteppich: "Es darf jetzt keinen Tourismus in die Bundesländer geben, die geöffnet haben. Deswegen plädiere ich dafür, eine möglichst gemeinsame Strategie für alle Bundesländer zu finden."

+++ 08:40 Lehrerverband hält Aufholprogramm für Kinder für "absolut unzureichend" +++
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hält das geplante Aufholprogramm für Nachhilfe und Bildungsangebote für Schüler nach den Sommerferien für "absolut unzureichend". "Ohne eine massive Aufstockung dieser Mittel durch zusätzliche Länderprogramme in mindestens gleicher, am besten aber dreifacher Höhe werden die Fördermaßnahmen nicht wirklich greifen können", sagte Meidinger der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das Programm der Bundesregierung war gestern vom Kabinett beschlossen worden. Es sieht insgesamt zwei Milliarden Euro für die Förderung von Kindern und Jugendlichen nach der Pandemie vor. Die Hälfte ist für Freizeit- und Ferienangebote sowie für zusätzliche Sozialarbeit an Schulen gedacht. Der Deutsche Lehrerverband sieht jetzt auch die Bundesländer in der Pflicht, "sehr schnell ergänzende Maßnahmenpakete zu verabschieden".

+++ 08:21 Habeck für Lockerungen für Geimpfte und Genesene trotz "gewisser Unfairness" +++
An den geplanten Lockerungen der Corona-Einschränkungen für Geimpfte und Genesene führt nach Ansicht des Co-Vorsitzenden der Grünen, Robert Habeck, kein Weg vorbei. "Es ist natürlich eine gewisse Unfairness, die da mitschwingt", sagte er im Deutschlandfunk mit Blick auf diejenigen in der Gesellschaft, für die die Lockerungen zunächst nicht zutreffen werden. Gleichwohl sei die Sache rechtlich eindeutig. Wenn es keinen Nutzen der Beschränkung gebe, müsse sie fallen. "Es gibt eine gewisse Spannung, das räume ich ein. Aber die Rechtsnorm ist klar, und wenn wir alle verständig miteinander umgehen, dann sollten wir uns freuen über diese Menschen, die ein bisschen mehr spazieren gehen können und frei sein dürfen." Der Bundestag soll im Laufe des Tages über die Lockerungen entscheiden.

+++ 07:48 IT-Experte vermittelt gegen Geld binnen Minuten Impftermine +++
Ein IT-Experte in Schleswig-Holstein hat eine Software entwickelt, mit der er für seine Verwandten binnen Minuten einen Impftermin buchen konnte - und hat diese Vermittlung auch gegen Geld auf Ebay Kleinanzeigen angeboten. Bei den 25 Euro auf Verhandlungsbasis habe es sich jedoch nur um eine Aufwandsentschädigung gehandelt, sagte der Entwickler Sören Hergel dem "Spiegel". Doch das Landesgesundheitsministerium bezweifelt das und hat gegen den IT-Experten aus Kiel Strafanzeige erstattet.

+++ 07:20 Psychologe: Pandemie setzt Polizisten zu +++
In der Pandemie suchen Polizisten in Deutschlands Hauptstadt angesichts psychischer Belastungen verstärkt Rat und Hilfe. Es gebe deutlich mehr Demonstrationen und Einsätze, "das macht auf Dauer mürbe", sagte der Leiter des Psychosozialen Dienstes der Berliner Polizei, Jan Hülsenbeck. Im Jahr 2020 wandten sich demnach 412 Betroffene an die Sozialberatung der Polizei, die auch Feuerwehrleuten und dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales offensteht. In den Jahren davor waren stets um die 350 Erstgespräche registriert worden. Es sei um belastende Einsätze bei Demonstrationen ebenso gegangen wie um persönliche Sorgen etwa durch Trennungen oder familiäre Probleme durch den Schichtdienst, sagte Hülsenbeck.

+++ 06:49 Indien meldet erneut über 400.000 Neuinfektionen +++
Indien verzeichnet mit 412.262 Neuinfektionen erneut einen weltweiten Höchstwert. Zudem meldet das Gesundheitsministerium mit 3980 weiteren Toten so viele Todesfälle in Verbindung mit dem Virus wie noch nie. Damit stieg die Zahl der bestätigten Ansteckungen in dem südasiatischen Land binnen 24 Stunden auf über 21 Millionen, die Zahl der Todesfälle erhöhte sich auf mehr als 230.000. Am Samstag hatten die Behörden erstmals mehr als 400.000 Neuinfektionen gemeldet. Indien setzt derzeit eine massive zweite Corona-Welle zu und weist weltweit nach den USA die zweitmeisten Infektionen auf. Viele Krankenhäuser sind überfüllt, es mangelt an medizinischem Sauerstoff zur Behandlung von Covid-19-Patienten.

+++ 06:02 Lockerungen für Geimpfte: Psychologen sehen Risiko für Unmut +++
Die vom Bundeskabinett beschlossenen Lockerungen für Geimpfte könnten aus Sicht einiger Psychologinnen und Psychologen auch für Unmut sorgen. Zu Schwierigkeiten bei der Akzeptanz der Beschlüsse könne es etwa kommen, wenn Geimpfte bei den Urlaubsplänen bevorzugt behandelt werden, sagte Ernst Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer. Sollten Bundestag und Bundesrat bis Freitag zustimmen, könnten die Lockerungen schon am Samstag gelten. Der Sozialpsychologe Ulrich Wagner von der Uni Marburg sieht vor allem den geplanten Wegfall der Impfpriorisierung im Sommer kritisch. "Wird die Priorisierung aufgegeben oder ist es nicht mehr erkennbar, nach welcher Maßgabe geimpft wird, dann entsteht ein Gefühl der Ungerechtigkeit". Dieses Risiko sei schon bei der Impfung durch Hausärzte gegeben.

+++ 05:13 RKI registriert 21.953 neue Fälle, Abwärtstrend setzt sich fort +++
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 21.953 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Damit setzt sich der Abwärtstrend fort: am vergangenen Donnerstag waren es noch 24.736. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt leicht von gestern 132,8 auf 129,1. Bei den Sterbezahlen gibt es noch keine deutliche Besserung. Heute meldet das RKI 250 neue Covid-19-Tote, letzte Woche waren es 264. Insgesamt sind 84.126 Menschen in Deutschland an oder mit dem Virus gestorben.

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+++ 03:18 Modernas "Booster"-Dosis wirkt auch gegen Corona-Varianten +++
Eine Auffrischungsdosis des Corona-Impfstoffs von Moderna wirkt ersten Daten des US-Unternehmens zufolge gut gegen Coronavirus-Varianten. Das Unternehmen prüft gerade zwei verschiedene sogenannte Booster-Dosen - einerseits mit dem bereits in vielen Ländern der Welt zugelassenen Impfstoff und andererseits mit einem Produkt, das auf Basis der zuerst in Südafrika identifizierten Virus-Variante entwickelt wurde. Beide hätten die Entwicklung von Antikörpern gegen diese Variante und die zuerst in Brasilien entdeckte Variante bewirkt - die neu entwickelte Booster-Variante in Hinblick auf die Südafrika-Variante noch deutlicher.

+++ 02:23 Städtetag will mehr Freiheiten für negativ Getestete +++
Angesichts der geplanten Freiheiten für Geimpfte fordert der Deutsche Städtetag auch mehr Lockerungen für negativ Getestete. Viele Menschen hätten sich wegen des Impfstoffmangels noch nicht impfen lassen können. "Wir plädieren deshalb dafür zu prüfen, in begrenztem Umfang auch tagesaktuell negativ getesteten Personen Freiheiten zurückzugeben", sagte der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Helmut Dedy, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Gesellschaft dürfe sich nicht in Geimpfte und Genesene sowie alle anderen spalten.

+++ 01:35 WHO-Chef nennt US-Vorstoß zu Impf-Patenten "historische Entscheidung" +++
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lobt den Vorstoß der US-Regierung für eine Aussetzung des Patentschutzes bei Impfstoffen als "histroische Entscheidung". Es handle sich um einen Schritt in Richtung Impfstoff-Gerechtigkeit, "der das Wohlergehen aller Menschen überall in einer schwierigen Zeit in den Vordergrund stellt", schreibt Tedros Adhanom Ghebreyesus bei Twitter. Der WHO-Chef hatte angesichts der Impfstoff-Knappheit in vielen Ländern seit Monaten für einen solchen Patentverzicht plädiert. Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen sowie Entwicklungs- und Schwellenländer unterstützen die Maßnahme.

+++ 01:08 Domscheit-Berg warnt vor Sicherheitslücken bei digitalem Impfpass +++
Die netzpolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion, Anke Domscheit-Berg, geht nicht davon aus, dass der digitale europäische Impfnachweis bis Ende Juni zu realisieren ist. "Es ist eine sehr große organisatorische Herausforderung - weniger eine technische - um ein so großes Gesamtsystem mit so vielen Beteiligten weitgehend sicher zu machen", sagte Domscheit-Berg dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es reiche, wenn ein einziger dieser Schlüssel irgendwo im europäischen Gesamtsystem korrumpiert sei um damit beliebig viele gefälschte Zertifikate zu erstellen, "für die sich dann sicher auch Vertriebswege finden werden", so die Abgeordnete.

+++ 00:18 EU-Kommission verteidigt Preisaufschlag bei Biontech/Pfizer +++
Für den Impfstoff von Biontech/Pfizer zahlt die EU künftig mehr: Statt 15,50 Euro pro Dosis werden es beim nächsten EU-Kontingent 23,20 Euro sein. Die EU-Kommission erklärt den Preisaufschlag unter anderem mit strengeren Liefervereinbarungen, anderen Haftungsregeln und Vereinbarungen zur Anpassung des Impfstoffs an neue Virus-Varianten. Außerdem gestalte sich der Preis je Dosis auch anders, weil die EU künftig kein Geld mehr für Produktionsförderung zahle, heißt es aus Behördenkreisen.

+++ 23:01 Hohe Infektionsraten in Lateinamerika beschleunigen Curevac-Studie +++
Die Tübinger Biotechfirma Curevac geht davon aus, noch im Mai oder Anfang Juni den Zulassungsantrag für ihren Impfstoff stellen zu können. Die Studie mit mehr als 37.000 freiwilligen Teilnehmern in Europa und Lateinamerika komme gut voran – auch weil es insbesondere in Peru hohe Infektionsraten gebe. Das beschleunige die Auswertung der Wirksamkeit, erklärte Unternehmenschef Franz-Werner Haas. 2021 will das Unternehmen bis zu 300 Millionen Dosen Impfstoff herstellen, bis zu einer Milliarde sollen es im nächsten Jahr sein.

+++ 22:23 Luxemburg will Mitte Mai Gastronomie weiter öffnen +++
Luxemburg hat weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen angekündigt. Ab dem 16. Mai soll die Gastronomie auch im Innenbereich wieder öffnen dürfen, sagt Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel. Restaurants und Cafés können Gäste dann bis 22.00 Uhr empfangen, wobei bis zu vier Personen an einem Tisch sitzen können. Voraussetzung dafür sei ein negativer Corona-Schnelltest. Die Außengastronomie ist in Luxemburg bereits seit 7. April unter strengen Auflagen geöffnet: Draußen ist kein Schnelltest nötig.

+++ 21:44 EU zahlt wohl Preisaufschlag für neue Biontech/Pfizer-Impfstoffe +++
Die EU-Kommission zahlt einer Zeitung zufolge für 900 Millionen Corona-Impfdosen der zweiten Generation von Biontech/Pfizer einen Preisaufschlag. Deutschland werde für seinen Anteil von 165 Millionen Dosen aus dem Kontingent 3,83 Milliarden Euro zahlen, berichtete "Welt" vorab unter Berufung auf ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums an den Haushaltsausschuss. Statt bislang 15,50 Euro pro Dosis ergebe sich rechnerisch ein Preis von 23,20 Euro. Die Kommission habe auf Anfrage diesen Preis nicht bestätigt und dabei auf eine Verschwiegenheitspflicht verwiesen. Insider hätten jedoch eine Preiserhöhung bejaht.

+++ 21:34 USA sprechen sich für Aussetzung von Patenten für Corona-Impfstoffe aus +++
Die US-Regierung hat sich für eine vorübergehende Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe ausgesprochen. Die Corona-Pandemie verlange nach "außergewöhnlichen Maßnahmen", erklärt die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai. Die US-Regierung werde sich deswegen bei der Welthandelsorganisation WTO für eine vorübergehende Aussetzung des Patentschutzes einsetzen, "um diese Pandemie zu beenden".

+++ 21:16 Spahn will Priorisierung für Astrazeneca aufheben +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will für Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca die Priorisierung sofort aufheben. "Wir werden generell - und darüber möchte ich morgen mit Karl-Josef Laumann (NRW) und anderen 15 Landesministerkollegen reden - bei Astrazenca eindeutig sagen für Arztpraxen wie für Impfzentren, dass es dort keine Priorisierung mehr gibt", sagte der CDU-Politiker dem WDR. Unabhängig von Alter oder Vorerkrankung könne dann also jeder, der mit Astrazeneca geimpft werden wolle, auch geimpft werden. Auf die Nachfrage, ab wann das gelten solle, sagte Spahn: "Für Astrazeneca jetzt schon sofort, das ist mein Vorschlag." Für die anderen Impfstoffe bekräftigte er die bisherige Aussage, dass die Priorisierung voraussichtlich im Juni beendet werden könne, "wenn die Lieferungen weiter so kommen, wovon ich ausgehe".

+++ 20:52 Bundesländer melden 20.226 Neuinfektionen +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 3.460.109 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 20.226 neue Fälle hinzu. Im Wochenvergleich liegt der aktuelle Tageszuwachs bei den Neuinfektionen 3460 Fälle unter dem Niveau von Mittwoch vergangener Woche (28. April: 23.686 Neuinfektionen). Das entspricht einem Rückgang um 14,6 Prozent.

Die Zahl der neuen Todesfälle sinkt hingegen nur langsam. Die Bundesländer melden 291 weitere Corona-Tote und damit immer noch mehr neue Fälle in den vergangenen 24 Stunden als vor einer Woche (286). Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,83 angegeben (Vortag: 0,82).

Weitere Informationen zu den wichtigsten Corona-Daten können Sie hier nachlesen.


Die vorangegangenen Entwicklungen des 5. Mai 2021 lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, lri/ino/dpa/AFP/rts

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