Panorama

Teure Schneckenpost 15 Jahre für 80 Kilometer

Eine Postkarte hat für den rund 80 Kilometer langen Weg von Göttingen nach Heyersum (Niedersachsen) 15 Jahre gebraucht. Eine inzwischen gestorbene Frau hatte die Karte 1993 geschrieben, mit einer 60-Pfennig-Marke frankiert und an Verwandte adressiert.

Die Empfänger mussten aber nicht nur lange warten: Vor der Übergabe der Karte kassierte die Post jetzt von den Empfängern noch 96 Cent Nachporto, weil die Frankierung damals zwar korrekt war, heute aber nicht mehr ausreicht.

Ein Mitglied der Familie, die die Karte bekommen hatte, bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Hildesheimer Allgemeinen Zeitung". Warum der Kartengruß so lange unterwegs war, ist unklar. An der ehemaligen Deutschen Bundespost könne es aber nicht gelegen haben, beteuerte ein Sprecher des Zustellunternehmens der Zeitung zufolge. Zwei- bis dreimal im Jahr gebe es so einen Irrläufer: "So etwas kommt immer wieder mal vor", sagte Pressesprecher Jens-Uwe Hogardt von der Deutschen Post AG. Korrekt adressiert war die Karte jedenfalls.

Florian Garbs, der Empfänger der Postkarte, musste sich das teure Stück wegen der Zustellgebühr auch noch selbst von der Postagentur abholen. Die 96 Cent bezahlte er anstandslos und bemerkte erst zu Hause, dass er eine ursprünglich korrekt frankierte Karte in der Hand hielt. Dass Garbs dafür noch eine Nachgebühr zahlen musste, fand Hogardt wenigstens bedauerlich.

Quelle: ntv.de

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