Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 16:23 Lauterbach fordert erneuten Corona-Gipfel vor Weihnachten  +++

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert eine Debatte um strengere Corona-Regeln. Im Interview mit RTL und ntv sagt er: "Ich persönlich glaube, dass wir jetzt die Debatte führen müssen, ob wir nachjustieren. Wir können nicht jeden Tag 400 bis 500 Todesfälle hinnehmen und so tun, als ob nichts wäre." Man müsse sich auch irgendwann ehrlich machen und sagen, das funktioniert so nicht, so Lauterbach. In der nächsten Woche müsse man darüber nachdenken, was man jetzt noch tun könne, so könne man es nicht lassen. "Wir können hier kein normales Weihnachts-Shopping durchführen und zur Tagesordnung übergehen, wenn sich jeden Tag mehr als 20.000 Menschen infizieren." Lauterbach fordert außerdem einen neuen Corona-Gipfel der Kanzlerin und der Ministerpräsidenten noch vor Weihnachten. "Wir sehen ja, dass die Maßnahmen die wir beschlossen haben nicht den gewünschten Erfolg bringen und zum Teil auch nicht umgesetzt sind." Als Beispiele nannte Lauterbach die 5-Tage-Quarantäne in den Schulen und das Test-Konzept.

+++ 15:54 Spahn rechnet nicht mit Personalmangel in geplanten Impfzentren +++
Gesundheitsminister Jens Spahn ist zuversichtlich, dass die geplanten Impfzentren nicht mit Personalmangel kämpfen müssen. "Ich bin ganz optimistisch, dass Personal da sein wird", sagt der CDU-Politiker der "Welt". In Nordrhein-Westfalen meldeten sich Tausende für eine Mitarbeit. Es gehe vor allem darum, die ersten "Wochen und Monate" überbrücken, nicht um eine jahrelange Arbeit in Impfzentren, fügt Spahn hinzu. Sobald mehr Impfstoffe zur Verfügung stünden, würden Corona-Impfungen auch über Arztpraxen verabreicht werden können.

+++ 15:35 Intensivmediziner warnt vor dritter Welle nach Feiertagen +++
Mediziner sehen die Regelungen für Weihachten und Silvester kritisch und warnen vor der Gefahr einer dritten Corona-Welle. "Zehn Personen aus bis zu zehn Haushalten zuzulassen, erscheint mir zu freizügig, gerade an Silvester, wo ein solches Szenario ja - anders als am Weihnachtsabend - durchaus nicht unrealistisch ist", sagte der Generalsekretär der Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGÄI). Bernhard Zwißler. "Hier könnte eine dritte Welle wieder Schwung nehmen." Der Teil-Lockdown zeige Wirkung, wenngleich langsamer und weniger stark als erhofft. "Es sieht momentan so aus, als würde sich die Situation etwas beruhigen. Die Situation ist allerdings höchst fragil", sagte der Leiter der Klinik für Anästhesiologie am LMU Klinikum der Uni München. Der Scheitel der zweiten Welle im Hinblick auch auf die Zahl stationär behandelter Patienten und Intensivpatienten scheine dieser Tage erreicht zu sein. "Ich gehe davon aus, dass die Zahlen hier in den nächsten Wochen bis Weihnachten weiter langsam sinken werden." Dennoch bleibe die Lage bedenklich.

+++ 14:48 Bundeswehr will rund 18.000 Menschen täglich impfen +++
Die Bundeswehr will circa 18.000 Menschen pro Tag impfen. Das kündigt Generalarzt Johannes Backus in der "Bild am Sonntag" an. "Als Sanitätsdienst der Bundeswehr planen wir deutschlandweit voraussichtlich mit bis zu 26 Impfstationen, die wir selbst mit jeweils rund 20 bis 25 Soldaten betreiben würden." Ziel sei, bis zum 15. Dezember einsatzbereit zu sein.

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+++ 14:25 RKI-Chef: Impfen der Bevölkerung wird Monate dauern +++
Ende 2020 könnte ein Impfstoff gegen das Coronavirus in der EU zugelassen werden, bis eine Herdenimmunität eintritt, kann es aber dauern, wie Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts, auf einer Informationsveranstaltung zum Thema Corona-Impfung erklärte. "40 Millionen Menschen zu impfen wird Monate dauern", so Wieler. Dass eine Herdenimmunität eintreten werde, davon sei er überzeugt, "aber es kommt darauf an, ob die Menschen mitmachen". Herdenimmunität besteht, wenn zwei Drittel der Bevölkerung Antikörper gegen Sars-CoV-2 aufweisen. Wieler betonte, dass durch die hohen Infektionszahlen ein gewisser Teil der Menschen bereits immun sein könnte.

+++ 13:48 Ethikrat-Mitglied: Impfpflicht in Teilbereichen denkbar +++
In der Diskussion um Corona-Impfungen hält das Ethikrat-Mitglied Steffen Augsberg eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen oder Tätigkeitsbereiche für möglich. "Ob man die aber tatsächlich braucht, zum Beispiel auf den Intensivstationen, das hängt von der freiwilligen Befolgung ab", sagte der Gießener Rechtsprofessor dem Portal hessenschau.de. Für die Gesamtgesellschaft werde es mit Sicherheit dabei bleiben, dass es keine Impfpflicht geben werde. Der Deutsche Ethikrat befürwortet eine Priorisierung der Impfungen mit dem Ziel, schwere Covid-19-Verläufe und Todesfälle zu vermeiden. Dazu sollten sich Risikogruppen wie Ältere und Vorerkrankte vorrangig impfen lassen, aber auch Medizin- und Pflegepersonal sowie Menschen in Berufen zur Aufrechterhaltung staatlicher Funktionen und des öffentlichen Lebens.

+++ 13:11 Spahn erwartet Massenimpfungen bis Sommer +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet mit Massenimpfungen gegen das Coronavirus bis zum Sommer kommenden Jahres. "Stand heute bin ich sehr optimistisch, dass es spätestens im Sommer Massenimpfungen geben wird", sagte er dem Portal t-online. Nach derzeitigem Wissensstand gehe er davon aus, dass "wir im Sommer auch flächendeckend in den Arztpraxen impfen können." Millionen Menschen könnten allerdings bereits im Frühjahr durch Impfungen immunisiert sein, sagte Spahn. Bis Ende März seien "für Deutschland elf Millionen Dosen allein von Biontech realistisch". Auf die Frage, wer zuerst geimpft werde, antwortete Spahn: "Das klären wir in der kommenden Wochen auf Basis der Expertenempfehlungen. Wir müssen die Balance zwischen ethischem Grundsatz und Praktikabilität finden."

+++ 12:47 Merkel: Hilfen nicht endlos +++
Vor den Haushaltsberatungen im Bundestag stimmt Kanzlerin Angela Merkel darauf ein, dass die enormen öffentlichen Hilfen in der Corona-Krise weniger werden. Das aktuelle Maß an Unterstützung könne nicht endlos fortgesetzt werden, sagte Merkel in ihrem Video-Podcast. Deshalb hätten alle große Verantwortung. "Bund, Länder und Kommunen müssen gut und konstruktiv zusammenarbeiten, um die Pandemie und ihre Folgen bestmöglich zu meistern." Zugleich verteidigte sie die Neuverschuldung. Seit Beginn der Pandemie sei Ziel, die finanziellen Kräfte zu mobilisieren, um gegenzuhalten. "Noch höher wären die Kosten - finanziell wie sozial -, wenn viele Unternehmen zusammenbrächen und Millionen von Arbeitsplätzen verloren gingen." Auch 2021 könne der Bund große Summen einsetzen, weil in den vergangenen Jahren gut gehaushaltet worden sei.

+++ 12:25 Iran: 50.000 Tote und eine Million Infektionen +++
Im Iran sind seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie Ende Februar mehr als 50.000 Todesfälle und über eine Million Infektionen registriert worden. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, gab es binnen 24 Stunden 321 Todesfälle und 12.151 Neuinfektionen. Um den drastischen Anstieg der Fallzahlen im Iran zu stoppen, wurde in den vergangenen zwei Wochen in der Hauptstadt Teheran und anderen Groß- und Kleinstädten ein strenger Lockdown verhängt. Seitdem sind die Fallzahlen zwar nicht weiter gestiegen, aber auch nicht deutlich gesunken. Trotzdem sollte der Lockdown ab heute wieder gelockert werden. Der wissenschaftliche Flügel im Corona-Krisenstab ist dagegen, der politisch-wirtschaftliche aber dafür, um die finanzielle Existenz der Bürger nicht zu gefährden. Das 82-Millionen-Einwohner-Land gehört zu den Staaten, die von der Pandemie besonders hart betroffen sind.

+++ 11:45 Verfassungsgericht bestätigt Verbot Bremer "Querdenker"-Demo +++
Die für heute geplante Großdemonstration der "Querdenker"-Bewegung in Bremen bleibt verboten. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte das Verbot und lehnte den Eilantrag der Veranstalter ab. Die Begründung wurde noch nicht veröffentlicht. Von der Karlsruher Entscheidung wird eine Signalwirkung erwartet. Es ist in dem seit November geltenden Lockdown das erste Mal, dass das Bundesverfassungsgericht ein Demonstrationsverbot bestätigte.

+++ 10:54 Mannheimer "Querdenker"-Demo verboten +++
Die sogenannte Querdenker-Demo in Mannheim ist endgültig verboten. Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) wies eine Beschwerde des Organisators gegen ein Verbot durch das Verwaltungsgericht Karlsruhe ab, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Das Gericht begründete die Abweisung der Beschwerde mit widersprüchlichen und vagen Äußerungen des Organisators in der Öffentlichkeit, ob er die zuvor festgelegten Auflagen ernsthaft durchsetzen wolle. Daran bestehen laut Gericht "durchgreifende Zweifel". Wie die Vorinstanz nahmen die Richter an, dass damit zu rechnen sei, dass der Antragsteller bei der Versammlung gegen die Auflagen verstoßen oder deren Einhaltung nicht sicherstellen würde, was strafbar wäre. Damit drohe eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit, hatte das Gericht mitgeteilt. Der Beschluss ist nicht anfechtbar.

+++ 10:35 Argentinen will Reichensteuer für Corona-Kosten +++
Argentinien will die Corona-Hilfen für kleine Unternehmen und sozial Schwache mit einer Sondersteuer für Reiche finanzieren. Der Senat in der Hauptstadt Buenos Aires beschloss eine Sonderabgabe für die rund 12.000 reichsten Menschen des Landes. Die Regierung von Präsident Alberto Fernández hofft, mit der Maßnahme umgerechnet rund drei Milliarden Euro einnehmen zu können. Die in Argentinien als "Millionärssteuer" bezeichnete einmalige Abgabe betrifft Argentinier mit einem Vermögen von mehr als zwei Millionen Euro. Laut dem nun verabschiedeten Gesetz müssen die Reichen eine Steuer von bis zu 3,5 Prozent auf ihr Vermögen im Inland und bis zu 5,25 Prozent auf ihr Vermögen im Ausland zahlen. Die Regierung will nach eigenen Angaben 20 Prozent der Einnahmen für die medizinische Versorgung im Land bereitstellen. Der Rest soll an Unternehmen, Stipendien für Studenten sowie in soziale Entwicklungsmaßnahmen fließen.

+++ 10:02 Moskau beginnt mit Impfungen - Rekord-Neuinfektionen in Russland +++
In Moskau beginnt die erste Massenimpfung in Russland gegen das Coronavirus. In 70 Kliniken werde der Impfstoff Sputnik V verabreicht, teilt die Corona-Arbeitsgruppe mit. Zunächst soll das in Russland hergestellte Mittel kostenlos Ärzten, Pflegekräften, Lehrern und Sozialarbeitern zur Verfügung gestellt werden. Moskau gilt als das Epizentrum der Corona-Epidemie in Russland. In der Hauptstadt wurden binnen 24 Stunden 7993 Infektionsfälle gemeldet - über 1000 mehr als am Vortag (6868). Für das ganze Land meldeten die behörden 28.782 Neuinfektionen - so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg um 508 auf 42.684.

+++ 09:15 Nächtliche Ausgangssperre in Pforzheim +++
Die Stadt Pforzheim hat zur Eindämmung des Corona-Infektionsgeschehens eine nächtliche Ausgangsbeschränkung erlassen. Sie tritt am heutigen Samstag in Kraft und gilt bis zum 14. Dezember zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr, wie die Stadt bekanntgab. Als Ausnahme von der Regelung gelten demnach nur "triftige Gründe". Die Stadt erließ zudem eine erweiterte Maskenpflicht in Fußgängerzonen und ein Veranstaltungsverbot sowie weitere strengere Maßnahmen. Die Stadt zählt zu den Hotspots im Land mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche und weist zudem den höchsten Wert eines Stadt- oder Landkreises in Baden-Württemberg auf. Die Landesregierung hatte Kreise mit sehr hohem Infektionsgeschehen am Freitag in einem Erlass bereits zu Ausgangsbeschränkungen verpflichtet.

+++ 08:37 Bundesweit 56 Regionen über Hotspot-Schwelle +++
Derzeit überschreiten laut RKI mit 381 Regionen 3 mehr als am Vortag den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Demnach liegen zudem von den 412 Regionen, die das RKI ausweist (dazu gehören die Landkreise, kreisfreien Städte und die Berliner Bezirke), 56 Regionen über der neu definierten Hotspot-Alarmschwelle von 200 Neuinfektionen binnen einer Woche. Am stärksten betroffen ist der bayerische Landkreis Regen: Dieser überschreitet als einzige deutsche Region die 500er-Schwelle mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 503,8. Der thüringische Landkreis Hildburghausen in Thüringen weist den zweithöchsten Wert (458,9) auf. Es folgen der sächsische Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (448,7). Den bundesweit niedrigsten Sieben-Tage-Inzidenzwert weist laut RKI der Kreis Schleswig-Flensburg (6,0 ) auf.

+++ 08:07 RKI meldet mehr Neuinfektionen als vor einer Woche +++
Die Zahl der Corona-Neuinfektionen sinkt offenbar nicht - der Teil-Lockdown entspannt also die Lage nicht spürbar, sondern stabilisiert sie nur. Am Morgen meldete das Robert-Koch-Institut 23.318 neue Fälle - rund 1600 mehr als vor einer Woche. Mit 483 neuen Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden wurde der zweithöchste Stand seit dem Ausbruch der Pandemie erreicht. Demnach sind an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 insgesamt 18.517 Menschen in Deutschland gestorben. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,04. Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 104 weitere Menschen anstecken.

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+++ 07:42 SPD stellt Weihnachts-Lockerungen infrage +++
SPD-Gesundheitsexpertin Bärbel Bas stellt die Weihnachts-Lockerungen infrage. "Sollten die Zahlen bis zum 20. Dezember auf diesem hohen Niveau bleiben, sollten die Maßnahmen über die Feiertage nicht gelockert werden. Es sollte dann bei den jetzt gültigen Beschränkungen bis in den Januar bleiben", sagte die Fraktionsvizin. Andernfalls drohten im Januar und Februar noch höhere Infektionszahlen als heute, die weitergehende Beschränkungen nötig machten. Seit dem Dezember gelten in den weitaus meisten Ländern strengere Kontaktbeschränkungen. Bund und Länder hatten allerdings für die Festtage kleinere Abweichungen vereinbart. Einige Bundesländer kündigten aber schon an, auf diese Lockerung zu verzichten oder zumindest den Zeitraum dafür zu verkürzen.

+++ 06:58 SPD im Norden beklagt Anti-Impf-Kampagnen +++
Die schleswig-holsteinische SPD-Landtagsfraktion und der SPD-Landesvorstand wollen sich gegen Corona impfen lassen, sobald in Deutschland ein Impfstoff zugelassen ist und zur Verfügung steht. "Für uns ist das eine Selbstverständlichkeit, denn schließlich geht es nicht nur um den Selbstschutz, sondern um den Schutz aller Menschen", sagte Landesvorsitzende Serpil Midyatli. Massive Kritik übte sie an Kampagnen gegen das Impfen. "Die derzeitigen Kampagnen der selbst ernannten Impfgegner, die alte Mythen mit grobem Blödsinn vermischen, sind eine gefährliche Desinformation."

+++ 06:12 Experten empfehlen Bund Impfgesetz +++
Die Bundesregierung sollte die Impfung gegen Covid-19 nach einer Einschätzung der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags nicht einfach per Verordnung regeln, sondern mit einem Gesetz. In einer Ausarbeitung heißt es: "Der überwiegend vertretenen Auffassung, wonach die Priorisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen beim Zugang zu Impfstoffen eines förmlichen Gesetzes bedarf, das zumindest die wesentlichen Kriterien für die Verteilung eines knappen Impfstoffes regelt, ist zuzustimmen." Die Entscheidung, welche Bevölkerungsgruppen bei der Verteilung zunächst zu bevorzugen seien, weise somit "eine hohe generelle Grundrechtsrelevanz auf", heißt es in der Ausarbeitung, die FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae angefordert hatte.

+++ 05:00 Türkei verhängt Ausgangssperre an Wochenenden +++
Für Menschen in der Türkei gelten ab sofort an Wochenenden coronabedingt landesweite Ausgangssperren. Samstags und Sonntags dürfen Menschen nur noch zwischen 10.00 und 17.00 Uhr vor die Tür, um etwa im nächstgelegenen Laden einzukaufen. Die Ausgangssperre gilt jeweils bis Montagmorgen um 5.00 Uhr Ortszeit. Ausgenommen von der Ausgangssperre sind unter anderem Touristen oder andere Reisende. Schärfere Regeln gelten für Menschen unter 20 und über 65 Jahre. Sie dürfen während der Ausgangssperre nicht vor die Tür.

+++ 03:54 IMK-Chef: Ein Drittel der "Querdenker" sind rechtsextrem +++
Bei Demonstrationen der "Querdenken"-Bewegung gegen die Corona-Maßnahmen mischt nach Schätzung des Vorsitzenden der Innenministerkonferenz (IMK), Georg Maier, ein hoher Anteil Rechtsextremisten mit. "Aus meiner Sicht erscheint plausibel, dass ein Drittel der Teilnehmer bei solchen Demonstrationen zur rechtsextremen Szene gehört. Das merkt man an Symbolen und Fahnen, die dort auftauchen", sagte der Thüringer SPD-Minister der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Es seien auch Impfgegner und Verschwörungstheoretiker dabei, bei denen die Grauzone hin zum Rechtsextremismus beginne. Der Verfassungsschutz müsse Protagonisten der"Querdenken"-Bewegung überprüfen, fordert Maier.

+++ 03:12 Städte- und Gemeindebund: Nächtliche Ausgangssperren nicht immer das richtige Mittel +++
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat sich gegen pauschale nächtliche Ausgangssperren zur Eindämmung des Coronavirus ausgesprochen. "Ausgangssperren sind eine weitere, deutliche Einschränkung für die Menschen. Sie müssen in jedem Fall verhältnismäßig, das bedeutet geeignet und erforderlich, sein", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Das komme in Betracht, wenn das Infektionsgeschehen nicht konkreten Quellen zugeordnet werden könne. Ausgangssperren seien nicht automatisch ein passendes Mittel für alle Gebiete mit hohem Inzidenzwert. Schließlich könnten auch Hochzeitsfeiern oder Ausbrüche in Altenheimen Grund für rasant steigende Infektionszahlen sein.

+++ 02:16 Bay Area erlebt "düsteren Covid-Winter" +++
Für Millionen Kalifornier im Großraum San Francisco gelten wegen steigender Corona-Zahlen ab Sonntag verschärfte Auflagen. In fünf Bezirken mit den Städten San Francisco und Berkeley sind die Bewohner dazu angehalten, ihr Zuhause nicht zu verlassen. "Der düstere Covid-Winter, den wir befürchtet haben, hat die Bay Area erreicht", sagte der Arzt Chris Farnitano von der Gesundheitsbehörde im Bezirk Contra Costa in einer gemeinsamen Erklärung mit Kollegen anderer Bezirke. Man müsse schnell handeln, um Leben zu retten. Die Region begibt sich damit schneller als erwartet in einen Teil-Lockdown. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hatte am Donnerstag härtere Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie angekündigt.

+++ 01:31 Giffey fürchtet Zunahme häuslicher Gewalt an Weihnachten +++
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey befürchtet wegen der Corona-Beschränkungen mehr häusliche Gewalt an Frauen um die Weihnachtstage. In der Zeit der Kontaktbeschränkungen im Frühjahr seien die Anrufe beim Hilfetelefon gegen Gewalt an Frauen "hochgegangen um etwa 25 Prozent gegenüber 2019, auffällig war es an den Osterfeiertagen", sagte Giffey den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Derzeit gebe es bis zu 480 Telefonberatungen in der Woche zu häuslicher Gewalt. Giffey geht dabei von einer großen Dunkelziffer aus. Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Unter der Nummer 08000 116 016 und via Online-Beratung werden Betroffene unterstützt - anonym und kostenfrei.

+++ 00:52 318 Millionen Euro Novemberhilfe ausgezahlt +++
Die Bundesregierung hat bislang rund 318 Millionen Euro im Rahmen der Novemberhilfe an von Schließungen betroffene Unternehmen im Gastgewerbe oder Freizeitbereich ausgezahlt. Dabei handele es sich um erste Abschlagzahlungen für Umsatzausfälle, die am Freitag voriger Woche angelaufen waren, teilt eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums mit. Bislang seien rund 120.000 Anträge auf Hilfen gestellt worden - knapp 33.000 direkt von Soloselbstständigen und knapp 87.000 über prüfberechtigte Dritte wie etwa Steuerberater.

+++ 23:58 Portugal verlängert Ausnahmezustand +++
Portugal hat seinen Corona-Notstand um zwei Wochen bis zum 23. Dezember verlängert. Das Parlament hat einen entsprechenden Antrag von Präsident Marcelo Rebelo de Sousa gebilligt. Im Rahmen des Ausnahmezustands, der zweithöchsten Notstandsstufe, herrschen seit dem 9. November in weiten Teilen des Landes unter anderem strenge Ausgehbeschränkungen und Sperrstunden, darunter in der Hauptstadt Lissabon und der nördlichen Metropole Porto. Im Vergleich zu anderen Ländern Europas war Portugal im Frühjahr und im Sommer relativ gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Im Herbst wurde die Lage aber plötzlich immer schlechter. Nach jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich binnen 14 Tagen 628 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus an. Ende Oktober waren es noch knapp 350 gewesen. Nur wenige Länder in Europa haben zur Zeit schlechtere Werte als Portugal.

+++ 23:02 Frist für vereinfachte Steuerstundung wird verlängert +++
Das Bundesfinanzministerium verlängert die Stundungsmöglichkeiten bei Steuern. Vereinfachte Anträge auf Stundungen können jetzt auch für die Zeit bis zum 30. Juni 2021 gestellt werden, teilt das Ministerium per Twitter mit. Bis zum 31. März 2021 ist die Beantragung möglich. Weitere Details will das Finanzministerium im Laufe des Dezembers bekanntgeben.

+++ 22:29 Italien hat ab Sonntag nur noch eine Rote Zone +++
In vielen Teilen Italiens verbessert sich die Corona-Situation allmählich und der Druck auf die Krankenhäuser sinkt. Deshalb kündigt die Regierung in Rom an, die Zahl der Roten Zonen mit strikten Ausgangsbeschränkungen stark zu reduzieren. Ab Sonntag soll dann nur noch die Region Abruzzen in Mittelitalien eine Rote Zone sein, wie die Nachrichtenagentur Adnkronos berichtet. Die Anordnungen dafür wolle Gesundheitsminister Roberto Speranza in Kürze erlassen. Am Freitag registrierten die Behörden in dem Mittelmeerland gut 24.000 Neuinfektionen in 24 Stunden. Das waren rund 4000 weniger als Freitag vor einer Woche. Allerdings blieb die Zahl der Toten hoch. Es starben innerhalb eines Tages in Italien 814 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19.

+++ 22:10 100 Tage Maske tragen: Biden plant Appell an Amerikaner +++
Der gewählte US-Präsident Joe Biden will die Amerikaner bei seiner Amtseinführung dazu aufrufen, zur Eindämmung der Pandemie 100 Tage lang Masken in der Öffentlichkeit zu tragen. Außerdem werde er anordnen, dass der Mundschutz in Gebäuden von Bundesbehörden sowie in Verkehrsmitteln wie Flugzeugen getragen werden muss, sagte Biden dem TV-Sender CNN. Ein US-Präsident kann das Tragen von Masken nur in bestimmten Situationen anordnen, solche Entscheidungen liegen größtenteils bei den einzelnen Bundesstaaten.

+++ 21:56 Neun Bundesländer melden vierstellige Zuwächse +++
Die Mehrzahl der Bundesländer verzeichnet Neuinfektionen im vierstelligen Bereich. Die meisten registrierte mit 4670 Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern mit 4402. Sachsen meldet mehr als 2000 neue Fälle und erstmals übersteigt auch Thüringen mit 1035 die Tausendermarke.

+++ 21:35 Aktuelle Datenlage in Deutschland: 23.785 Neuinfektionen gemeldet +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 1.143.394 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit binnen 24 Stunden 23.785 Neuinfektionen hinzu. Dies ist der höchste Tageszuwachs der Woche. Ebenso sind es deutlich mehr gemeldete Neuinfektionen als am Freitag vor einer Woche (27.11.: 22.800), jedoch weniger als vor zwei Wochen (20.11.: 23.856). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 476 auf 18.341. Als aktuell infiziert gelten rund 306.800 Personen. Es der vierte Tag in Folge mit mehr als 400 Verstorbenenmeldungen.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,00 angegeben (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass im Durchschnitt ein Infizierter einen weiteren Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 1,04 (Vortag: 0,94). Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 4011 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 2388 davon werden beatmet. Rund 5033 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

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Quelle: ntv.de, ino/rts/dpa/AFP