Panorama

Liveticker zum Unwetter +++ 18:26 Kleine Siedlung in Goslar wird evakuiert +++

Aufgrund des Hochwassers wird die kleine Siedlung Oberschulenberg im Landkreis Goslar vorsorglich evakuiert. Die Einwohner würden derzeit von Einsatzkräften in Sicherheit gebracht, teilte der Landkreis Goslar mit. Der Damm eines alten Teiches drohe dort zu brechen. Die Siedlung liegt in einem Waldgebiet und besteht aus wenigen Häusern. Die Landstraße 517 wurde von der Polizei gesperrt. An anderen Stellen gebe es aber leichte Entspannung. In der Stadt Goslar sollten am Abend einige Straßen wieder freigegeben werden.

+++ 18:10 Talsperrenbetrieb gibt Entwarnung +++
In Wernigerode geht Oberbürgermeister Peter Gaffert davon aus, dass deutlich weniger Wasser die Zillerbachertalsperre ablaufen werde als ursprünglich angenommen. Das berichtet der MDR. Auch der Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt erwarte einen geordneten Überlauf. Eine Flutwelle solle es nicht geben. Die Schleusen blieben geschlossen.

+++ 17:57 "Die Lage in Goslar ist nicht mehr dramatisch"+++
"Eine solch dramatische Hochwasserlage hat die Stadt Goslar in den letzten 80 Jahren nicht erlebt", sagt Oberbürgermeister Oliver Junk auf einer Pressekonferenz. In der Altstadt hätten Menschen evakuiert werden müsen. An Straßen und Brücken gebe es erheblichen Schaden in Millionenhöhe. Nachdem sich die Lage in der Nacht dramatisiert hatte, drückte das Wasser aus dem starken Regengebiet und dem Oberharz nach Goslar. Das Wasser ist schnell über die Ufer getreten. "Seit 15 Uhr hat sich die Lage entspannt. Sie ist nicht mehr dramatisch." Seit anderthalb Stunden sinken die Pegelstände. Auch der Regen lässt nach. Mit 350 Einsatzkräften ist die Feuerwehr seit über 24 Stunden im Einsatz.

+++ 17:28 Bei Halberstadt bricht ein Damm +++
Auch im Harz befinden sich die Einsatzkräfte im Dauereinsatz. Bei Halberstadt ist der Damm der Holtemme gebrochen, das berichtet der MDR. Währenddessen findet in Wernigerode im Ortsteil Silstedt eine Evakuierung statt. Auch in Derenburg wird eine mögliche Evakuierung vorbereitet.

+++ 17:06 In Goslar wirft die Feuerwehr die Pumpen an +++
Die Feuerwehr in Goslar wirft die Pumpen an und nimmt langsam wieder die Arbeit auf. "Wir hatten sie eingestellt, weil wir keine Chancen gegen die Wassermassen hatten", sagt Sprecher Steffen Klenner dem NDR. Alles, was vorne abgepumpt wurde, wäre hinten wieder reingelaufen. Und ein Problem, das sich mittlerweile in allen überschwemmten Gebieten einstellen würde, wäre auch in Goslar zu spüren. Der Boden nehme nicht mehr auf, man wisse nicht, wohin mit dem Wasser.

+++ 16:46 "Für die Harzregion ist das Schlimmste durch" +++
Für die kommenden Tagen ist Entwarnung angesagt - wirklich sommerlich wird es aber nicht. "Meteorologisch gesehen ist für die Harzregion seit dem Mittag das Schlimmste durch. Allerdings bleibt es von der Uckermark über das Erzgebirge bis herunter an die Alpen noch bis zum Abend beziehungsweise bis in die Nacht hinein regnerisch", sagt n-tv-Meteorologe Björn Alexander. So viel wie in den letzten Tagen solle dort aber bei Weitem nicht mehr runter kommen. Denn die Regenmengen, die rund um den Harz gefallen seien, seien schon extrem ungewöhnlich gewesen. "Das Wasser fließt jetzt aber auch mehr und mehr ab, so dass wir uns an den kleineren Flüssen dem Hochwasserscheitel nähern oder diesen zum Teil auch schon überschritten haben."

+++ 16:29 In Goslar sinken die Pegelstände +++
Zwar fließt im Landkreis Goslar immer noch Wasser nach, doch die gute Nachricht ist: Die Pegelstände der Gewässer sinken, das teilt Landkreis-Sprecher Michael Weihrich dem NDR mit. Gerade seien über die Polizeidirektion Braunschweig weitere 250 Einsatzkräfte angefordert worden. Erste Priorität habe momentan der Schutz vor dem Wasser, das noch auf dem Weg sei.

+++ 16:11 In Rhüden wird das Ausmaß deutlich +++
In der Region rund um den Harz spitzt sich die Lage weiter dramatisch zu. Weil Bäche und kleinere Flüsse über die Ufer treten, fließen Wassermassen durch Orte und überschwemmen Straßen. Nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands Goslar waren in Rhüden, einem Ortsteil der Gemeinde Seesen, rund 200 Wohnungen oder Häuser von Hochwasser betroffen.

+++ 15:46 Drei Feuerwehrmänner bei Hochwassereinsatz verletzt +++
Drei Feuerwehrmänner sind im Hochwassereinsatz bei einem Verkehrsunfall in Niedersachsen verletzt worden, zwei von ihnen schwer. Das Einsatzfahrzeug der Feuerwehr war nach Polizeiangaben am Mittwoch mit Blaulicht und Martinshorn zu einem Einsatz in Wolstorf bei Helmstedt unterwegs. Aus bislang ungeklärter Ursache geriet das Fahrzeug plötzlich auf den unbefestigten Seitenstreifen, der wegen der Regenfälle stark aufgeweicht war.

Der 55-jährige Fahrer verlor dabei auf der Landesstraße 641 die Kontrolle über das Fahrzeug, fuhr etwa 70 Meter über den Seitenstreifen und prallte schließlich gegen einen Baum. Durch den Aufprall wurden der Fahrzeugführer, der 23 Jahre alte Beifahrer schwer und ein weiterer 24-jähriger Feuerwehrmann in dem Fahrzeug leicht verletzt. Alle wurden ins Krankenhaus gebracht.

+++ 15:39 Talsperre nahe Wernigerode droht überzulaufen +++
Wegen der starken Regenfälle droht die Zillierbachtalsperre oberhalb von Wernigerode im Harz überzulaufen. "Wir rechnen damit, dass es am späten Nachmittag oder am Abend passiert", sagte Maren Dietze, Leiterin des Talsperrenbetriebs Sachsen-Anhalt in Blankenburg. Die Talsperre habe in den vergangenen Tagen schon eine ganze Menge Wasser zurückgehalten und werde nun wie eine volle Badewanne überlaufen. Andere Möglichkeiten gebe es nicht. Zuvor hatte Radio SAW darüber berichtet. Wie groß das Ausmaß am Ende sei, hänge auch vom Zulauf ab. Sturzbachähnlich werde es aber nicht. Laut Talsperrenbetrieb fasst die Zillierbachtalsperre 2,83 Millionen Kubikmeter Wasser.

+++ 15:35 Dauerregen zieht weiter Richtung Osten +++
Hoffnung für die vielen von Überschwemmungen geplagten Bundesbürger: Der Dauerregen geht zu Ende. Tief "Alfred", das Deutschland in den vergangenen Tagen getränkt hat, zieht nach Osten ab. Zwar hört der Regen damit nicht auf, aber die Intensität lässt nach, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte.

Das heißt nicht, dass es trocken bleibt. Am morgigen Donnerstag fällt im Osten zeitweise Regen, vom Nordosten Brandenburgs bis nach Ostsachsen und Südostbayern kann es auch noch länger und kräftiger regnen. Im Westen und Südwesten kommen Schauer auf, dazwischen scheint ab und zu die Sonne. Mit Blick aufs Wochenende zeichnet sich eine allmähliche Beruhigung mit wieder steigenden Temperaturen ab.

+++ 15:25 "Die Lage ist sehr angespannt" +++
Nachdem im Landkreis Goslar der Katastrophenalarm ausgelöst worden ist, kämpfen vor Ort 1500 Feuerwehrleute gegen das Hochwasser. "Die Lage ist weiter sehr, sehr angespannt. Alles, was wir an Einsatzkräften zur Verfügung haben, ist im Einsatz", sagt Michael Weihrich, Sprecher des Landkreises Goslar. Nach Angaben von Feuerwehr und Stadtverwaltung wurden ein Altenheim und Teile einer Straße geräumt. Die komplette Altstadt ist für den Autoverkehr gesperrt.

+++ 15:15 Goslar richtet Hilfe-Nummer ein +++
In den betroffenen Gegenden wird jede helfende Hand benötigt. Im Landkreis Goslar, wo seit dem Mittag der Katastrophenalarm gilt, können Bürger unter einer eigens eingerichteten Nummer Auskünfte einholen und Hilfe anfordern. Die Nummer lautet: 05321/76333.

+++ 15:05 Pegel in Niedersachsen steigen bis zum Abend +++
Es regnet und regnet - und die Pegelstände in Niedersachsen steigen weiter. Laut niedersächsischem Innenministerium gibt es neue Rekordwerte für die Innerste, die durch Hildesheim fließt, und die Nette, ein Nebenfluss der Innerste. Die Pegel liegen 40 Zentimeter über dem bisherigen Höchststand von 2007. Die Behörden prophezeien, dass das Wasser weiter steigt, der Scheitel wird erst am Abend erwartet. Staatssekretär Stephan Manke sagt dem NDR: "Es wird noch dauern, bis wir tatsächlich von einer Entwarnung sprechen können."

+++ 14:55 Nur Fischzüchter freuen sich über Dauerregen +++
Teichwirte und Fischzüchter gehören derzeit zu den wenigen Menschen, für die der Dauerregen ein Segen ist. "Die Fische brauchen immer Frischwasser und das bekommen sie jetzt zur Genüge von oben", sagte Lars Dettmann, Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes Brandenburg. Aus Sicht der Fischer gebe es derzeit keinen Grund für Klagen über das Wetter. Sonst ausgetrocknete Zuläufe von Tümpeln zu Teichen und Flüssen stünden seit Langem wieder unter Wasser. "Fische können damit wieder wandern", sagte der Verbandsgeschäftsführer. Unter Wasser stehende Wiesen an Seen bieten nach Dettmanns Worten Fischen ein weiteres Nahrungsreservoir. Teilweise seien Aale und andere Fischarten auf überschwemmten Feldern gesichtet worden. Bei zunehmender Trockenheit müssten sie aber wieder in ihre heimischen Gewässer zurück. "Sonst sind sie Futter für Graureiher, Silberreiher oder Störche."

+++ 14:45 Schulz dankt allen Hochwasser-Helfern +++
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat sich bei Einsatzkräften und Freiwilligen in den Hochwassergebieten bedankt. "Ich danke der Polizei, der Feuerwehr und allen Helferinnen und Helfern, die in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten im Einsatz sind", schrieb er. Er sei in Gedanken bei Betroffenen und Helfern. "Jetzt gilt: Alle mit anpacken!", twitterte Schulz.

+++ 14:31 Feuerwehr rät zu Vorsicht und Vorsorge +++
Angesichts der aktuellen Warnungen vor Dauerregen, Sturm und Hochwasser in mehreren Bundesländern rät der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) zu Vorsicht und Vorsorge. "Überflutete Straßen und Wege bergen für Autofahrer, Fußgänger und Zweiradfahrer Risiken und sind zu meiden, ebenso Uferbereiche. Auch Unterführungen, Tiefgaragen oder Keller sind in Überschwemmungsgebieten keine sicheren Aufenthaltsorte. Bei Aktivitäten im Freien können auch Erdrutsche oder umstürzende Bäume gefährlich werden", erläutert DFV-Präsident Hartmut Ziebs.

Die Feuerwehr rät deshalb: Bewegen Sie sich in Überflutungsgebieten nur auf einsehbarem Grund, meiden Sie Wälder und Hanglagen, sichern Sie in gefährdeten Arealen Gebäudeöffnungen und Abwasserschächte, parken Sie Kraftfahrzeuge in höher gelegene Gebiete um und beachten Sie Absperrungen und Straßensperrungen.

 

Quelle: ntv.de